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Kulturnachrichten

Samstag, 17. November 2018

Peter Handke: Nestroy-Theaterpreis für sein Lebenswerk

Beste Schauspielerin: Caroline Peters für ihre Darstellung in "Hotel Strindberg"

Der österreichische Autor Peter Handke hat den Theaterpreis Nestroy für sein Lebenswerk erhalten. Die Auszeichnung wurde dem 75-Jährigen am Samstagabend bei einer Gala in Wien überreicht. Die Jury erklärte, der stets streitbare Handke habe mit seinen mehr als 20 Stücken Theatergeschichte geschrieben. Handke forderte in seiner Dankesrede ein Theater, das sich auf seine eigentlichen Stärken besinnt. "Dass man vertraut auf Sprache, auf Konfrontation, auf Rhythmus auf Gegeneinander, auf Akzentuieren. Bei der 19. Nestroy-Verleihung wurden Preise in insgesamt 13 Kategorien vergeben. Die deutsche Caroline Peters, bekannt aus der Krimi-Serie "Mord mit Aussicht", wurde als beste Schauspielerin für ihre Darstellung in "Hotel Strindberg" im Wiener Akademietheater ausgezeichnet. Als "Bestes Stück" wurde "jedermann (stirbt)" von Ferdinand Schmalz ausgezeichnet, das im Burgtheater in Wien uraufgeführt wurde.

Niederlande: Proteste für und gegen "Zwarte Piet"

Die schwarz geschminkten Helfer des Nikolauses unter Rassismusverdacht

Begleitet von Protesten ist der Nikolaus mit seinen umstrittenen schwarzen Helfern in die Niederlande eingezogen. In mehreren Städten protestierten Dutzende Menschen bei Umzügen am Samstag gegen den Zwarte Piet ("Schwarzer Peter"). Die schwarz geschminkten Helfer des Nikolauses seien ein rassistisches Symbol. "Zwarte Piet ist Rassismus", stand auf Transparenten in Rotterdam, Eindhoven und Groningen. Vereinzelt kam es zu Rempeleien mit Befürwortern, darunter waren auch Fußball-Hooligans. Die Polizei berichtete von einigen Festnahmen. Die Figur des Zwarte Piet ist seit Jahren in den Niederlanden heftig umstritten. Zehntausende sahen in Zaandam am Samstag die traditionelle Ankunft des Sinterklaas mit einem Dampfschiff. Diese zentrale Auftaktsfeier im Norden von Amsterdam war auch im Fernsehen live übertragen worden. Dabei waren Hunderte von Polizisten im Einsatz. Die Feier sei friedlich verlaufen, teilte ein Polizeisprecher mit.

Bremer Literaturpreis 2019 für Arno Geiger

Förderpreis für Heinz Helle

Arno Geiger erhält den mit 25.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2019 für seinen Roman "Unter der Drachenwand". Die Jury begründet die Vergabe mit Geigers "überaus genauer, differenzierter und anschaulicher Vergegenwärtigung des Kriegsjahres 1944". Arno Geiger wurde 1968 im österreichischen Bregenz geboren und lebt heute in Wien. Den diesjährigen Förderpreis zum Bremer Literaturpreis erhält Heinz Helle für seinen Roman "Die Überwindung der Schwerkraft". Der Schriftsteller wurde 1978 in München geboren und lebt heute in Zürich. Die Preise werden am 28. Januar 2019 im Bremer Rathaus verliehen. Am Vorabend der Preisverleihung findet eine moderierte Lesung der beiden Preisträger statt.

Rom will neuen Leihvertrag für Da Vinci-Gemälde

Kulturstaatssekretärin kritisiert Vereinbarung für Jubiläumsausstellung 2019

Der Pariser Louvre plant für 2019 eine große Sonderausstellung zum 500. Todestag von Leonardo da Vinci - doch jetzt will Italien den Vertrag für die Ausleihe aller in italienischen Museen bewahrten Gemälde des Künstlers neu verhandeln. Kulturstaatssekretärin Lucia Borgonzoni von der rechtsextremen Lega-Partei sagte der Zeitung "Corriere della Sera", der Vertrag sei von der Vorgängerregierung zu "unbegreiflichen" Bedingungen abgeschlossen worden. Der 2017 geschlossene französisch-italienische Vertrag über die Ausleihe sieht vor, dass der Louvre seinerseits dem römischen Museum Scuderie del Quirinale im Jahr 2020 Gemälde des Renaissance-Malers Raffael aus seinem Besitz ausleiht für eine Ausstellung aus Anlass von dessen Tod im Jahr 1520.

US-Autor Díaz darf Teil der Pulitzer-Jury bleiben

Junot Díaz war sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen worden

Der des sexuellen Fehlverhaltens beschuldigte, preisgekrönte US-Autor Junot Díaz darf weiter Mitglied der Pulitzer-Preis-Jury bleiben. Eine unabhängige Prüfung habe keine Belege gefunden, die Díaz' Ausscheiden rechtfertigten, teilte das Gremium mit. Der Autor sei "willkommen", seine im April endende Amtszeit zu erfüllen. Eine Anwaltsfirma aus Washington D.C. untersuchte die Anschuldigungen über mehrere Monate hinweg. Die Autorin Zinzi Clemmons hatte ihm vorgeworfen, sie vor Jahren ohne ihre Zustimmung geküsst zu haben. Andere Schriftstellerinnen waren ebenfalls mit ihren Erfahrungen im Umgang mit Díaz an die Öffentlichkeit gegangen. 2008 gewann Díaz für seinen Roman "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" den Pulitzerpreis. Er lehrt derzeit am Massachusetts Institute of Technology. Auch das MIT gab im Juni bekannt, bei einer Überprüfung der Vorwürfe seien keine Hinweise auf sexuelles Fehlverhalten gefunden worden.

Jahrhundertealte Gräber in Bolivien entdeckt

Kulturministerin spricht von "beispielloser Entdeckung"

Archäologen haben in Bolivien Gräber mit mehr als 500 Jahre alten menschlichen Überresten entdeckt. Der Fund in einem Steinbruch bei La Paz könnte Einblicke in den Austausch verschiedener Völker mit dem damals wachsenden Inka-Reich gewähren. Die bolivianische Kulturministerin Wilma Alanoca sprach von einer "beispiellosen Entdeckung". Die Überreste stammen nach Angaben eines beteiligten Forschers von mehr als 100 Angehörigen der einheimischen Bevölkerung. Sie wurden demnach gemeinsam mit über 30 Gefäßen begraben, die von den Inkas bei Todesritualen verwendet wurden. In der Stätte fänden sich neben anderen Objekten auch längliche Schädel, die gestreckt worden sein könnten, um auf den jeweiligen sozialen Status der Toten hinzuweisen, sagte der Archäologieprofessor Jédu Sagárnaga von der Universidad Mayor de San Andres in La Paz. Er hat die Untersuchung geleitet.

Die Preisträger der 70. Bambi-Verleihung

Beste Schauspielerin ist Paula Beer und bester Schauspieler Sebastian Koch

Die diesjährigen Bambi-Preisträger stehen fest: Sebastian Koch und Paula Beer wurden als bester Schauspieler bzw. beste Schauspielerin geehrt. In der Kategorie Sport bekam Claudio Pizarro die Trophäe. Als Serie des Jahres wurde "Babylon Berlin" ausgezeichnet. In der Kategorie Comedy erhielt Luke Mockridge das goldene Reh. Der Sonderpreis der Jury ging an den deutschen Triathleten und Sieger des diesjährigen Ironman Hawaii Patrick Lange. Liselotte Pulver wurde für ihr Lebenswerk geehrt. Den Bambi in der Kategorie Schauspielerin international erhielt Penelope Cruz. Mark Forster gewann in der Kategorie Musik national und Dua Lipa in der Sparte Musik international.

Thomas-Mann-Preis für Mircea Cartarescu

Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert

Der rumänische Schriftsteller Mircea Catarescu wird in Lübeck mit dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet. Die Wahl sei auf Catarescu gefallen, weil er sich über vier Jahrzehnte zur wichtigsten Stimme der rumänischen Literatur entwickelt habe, begründete die Jury die Auszeichnung. Mit seiner Romantrilogie "Orbitor" habe er sich in die Weltliteratur geschrieben. Der 1956 in Bukarest geborene Schriftsteller ist für seine Gedichte, Romane und Erzählungen bereits vielfach ausgezeichnet worden, unter anderem 2015 mit dem Österreichischen Staatspreis für europäische Literatur. Der Thomas-Mann-Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird im jährlichen Wechsel von der Hansestadt Lübeck und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste vergeben.

Essen: Raum aus Gold in der Innenstadt

Künstlerin Hildegard Stephan schuf einen mit Blattgold ausgeschlagenen Kubus

Ein Raum aus Gold ist zur Besucherattraktion in der Essener Innenstadt geworden. Der komplett mit 23-karätigem Blattgold ausgeschlagene Kubus der Künstlerin Hildegard Stephan ist noch bis Ende Februar 2019 in einem vor dem Essener Dom aufgebauten Container tagsüber frei zugänglich. Im Innenraum des über vier Meter hohen Raums befinden sich nur zwei ebenfalls mit Gold beschlagene Würfel. In den ersten Wochen seit der Eröffnung des Goldraums Ende Oktober sei die Reaktion der Besucher durchweg positiv ausgefallen, berichtete die Leiterin der Essener Domschatzkammer Andrea Wegener. Nachdem der Raum bereits in Kloster- und Schlossgärten aufgestellt worden sei, sei das ungewöhnliche Werk nun erstmals als "Raum der Stille" mitten in einer Großstadt zu besichtigen.

Verleihung des EU-Theaterpreises ohne Milo Rau

Grund: Probleme mit dem Visum für Russland

Milo Rau kann nicht nach Russland zur Verleihung des Europäischen Theaterpreises reisen. Er sollte in St. Petersburg mit dem "XV. Europe Prize Theatrical Realities" ausgezeichnet werden. Wie die Zeitung "La Vanguardia" heute berichtete, kann Rau an der Zeremonie jedoch nicht teilnehmen. Seit seinem Projekt "Die Moskauer Prozesse" (2013/14), in dem er sich kritisch mit der Kunstfreiheit in Russland auseinandergesetzt hat, verfügt Milo Rau über keine Einreisegenehmigung nach Russland mehr. Einladungen ans "Golden Mask Festival" und an die "Manifesta" waren an Visum-Problemen gescheitert. "Dass es sich nun wieder als zu schwierig erwiesen hat, ein Visum zu bekommen, überrascht mich nicht", kommentierte Milo Rau. Nach mehrfachen Bemühungen der Veranstalter und nachdem Rau seine Reise nach Russland bereits absagen musste, sei schließlich doch noch ein Visum an der Antwerper Botschaft in Aussicht gestellt worden, jedoch "zu einem Zeitpunkt, als ich nicht mal mehr in Belgien war und in St. Petersburg die Vorstellung meines Films 'Das Kongo Tribunal' längst begonnen hatte", so Rau in einer Pressemitteilung.

Stan Lee im privaten Kreis beigesetzt

Comic-Entwickler erschuf u.a. Spider-Man und die Fantastischen Vier

Comic-Legende Stan Lee ist im kleinen privaten Kreis beerdigt worden. Zu Lebzeiten habe er immer betont, kein großes öffentliches Begräbnis haben zu wollen, erklärte Lees Unternehmen POW! Entertainment. Dennoch gebe es weitere Gedenkpläne, die in Kürze veröffentlicht werden sollten. "Stans Grandeur macht das zu einer gewaltigen Aufgabe." Der 95-Jährige war Anfang der Woche gestorben. Eine Todesursache wurde nicht bekannt. In seiner langen Karriere als Comic-Entwickler erschuf er Spider-Man, die Fantastischen Vier sowie den Unglaublichen Hulk. Für Fans der Comicfiguren wurde Lee schließlich selbst ein gefeierter Held, als er in den Marvel-Superheldenfilmen immer wieder kleine Kurzauftritte wahrnahm. Bis zuletzt war er ein Botschafter für das Unternehmen Marvel.

Drehbuchautor William Goldman ist tot

Er ist im Alter von 87 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben

Der Oscar-prämierte Drehbuchautor William Goldman ist im Alter von 87 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Goldman erhielt für seine Drehbücher zu "Zwei Banditen" und "Die Unbestechlichen" einen Oscar. Er war auch Schriftsteller und schrieb die Drehbücher zu seinen Romanen "Der Marathon-Mann", "Die Braut des Prinzen" und "Heat". Außerdem war er auch ein erfolgreicher "Script Doctor", also ein Experte, der immer dann hinzugezogen wird, wenn ein Drehbuch Verbesserungen nötig hat. Sein Schlagwort "Folge dem Geld" aus dem Drehbuch zum Film "Die Unbestechlichen" über den Watergate-Skandal ging in die amerikanische Sprache ein. Trotz all seiner Erfolge als Drehbuchautor sah sich Goldman zunächst als Schriftsteller und betrachtete seine Drehbücher nicht als künstlerische Leistung. "Ein Drehbuch ist ein Stück Zimmerei", sagte er. "Und außer im Fall von Ingmar Bergman ist es keine Kunst, es ist ein Handwerk."

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