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Kulturnachrichten

Dienstag, 13. November 2018

Tanztheater Wuppertal mit neuer künstlerischer Leiterin

Bettina Wagner-Bergelt für zwei Jahre verpflichtet

Die Tanzmanagerin Bettina Wagner-Bergelt übernimmt die künstlerische Leitung am berühmten Tanztheater von Pina Bausch in Wuppertal. Der Finanzausschuss der Stadt gab nun grünes Licht für die Personalie. Die 60 Jahre alte Kuratorin war bis 2016 stellvertretende Direktorin des Bayerischen Staatsballetts in München. Der Leitungsposten am Tanztheater Wuppertal Pina Bausch ist seit vier Monaten nicht besetzt. Der Beirat hatte den Vertrag mit Intendantin Adolphe Binder fristlos gekündigt. Die kaufmännische Leitung übernimmt der Belgier Roger Christmann, der gleichberechtigt mit Wagner-Bergelt die Führung innehaben soll. Beide sind für eine Dauer von zwei Jahren verpflichtet, längstens bis Ende der Spielzeit 2020/21.

Bisher unbekannter Brief von Brahms nun in Lübeck

Schreiben ist Teil von mehr als 6800 Brahms-Schriftstücken

Das Lübecker Brahms-Institut hat einen bisher unveröffentlichten Brief des Komponisten erworben. Das vom 14. Oktober 1868 datierte Schreiben sei in einem amerikanischen Antiquariat aufgetaucht, teilte die Musikhochschule Lübeck mit. Der damals 35-jährige Johannes Brahms (1833-1897) gratuliere darin der renommierten Zürcher Sängerin Maria Schmidt zur Hochzeit mit dem ihm befreundeten Komponisten und Pianisten Theodor Kirchner. Den Angaben zufolge hatte Brahms selbst die beiden zusammengebracht. "Das Schreiben zeigt, wie virtuos der immer wieder als schreibfaul dargestellte Brahms die Gattung Brief in Wirklichkeit beherrschte", sagte der Leiter des Brahms-Instituts, Wolfgang Sandberger. Der Brief werde nun in die Sammlung des Instituts aufgenommen, die den Angaben zufolge auch einen Teilnachlass von Kirchner umfasst. Er sei bereits im Brahms-Briefwechsel-Verzeichnis erfasst und damit eines von 6.825 Schriftstücken aus der Feder von Brahms, die an über 1.000 Briefpartner gingen.

Baden-Württemberg gibt Kolonialobjekte zurück

Die Bibel und eine Peitsche kamen einst aus Namibia nach Stuttgart

Baden-Württemberg gibt Objekte an Namibia zurück, die im Zusammenhang mit der deutschen Kolonialgeschichte ins Stuttgarter Linden-Museum gekommen waren. Das teilte Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit. Nötig sei nur noch eine haushaltsrechtliche Freigabe. Kretschmann sprach von einem "bedeutenden Signal und wichtigen Schritt im Prozess der Versöhnung". Konkret handelt es sich um die Bibel und die Peitsche Hendrik Witboois. Beide Gegenstände hatte das Linden-Museum 1902 als Geschenk erhalten. Ab 10. Dezember werden die Objekte letztmals im Museum zu sehen sein, bis sie im Februar zurück nach Namibia reisen. Das Linden-Museum hat deutschlandweit eine Vorreiterrolle in der Provenienzforschung und hatte im Juni sein Pilotprojekt mit dem Namen "Schwieriges Erbe" vorgestellt. Dabei untersuchten die Universität Tübingen und das Museum rund 25.400 Stücke aus Namibia, Kamerun und dem zu Papua-Neuguinea gehörenden Bismarck-Archipel. Rund 85 Prozent dieser Objekte kamen in der Kolonialphase zwischen 1900 und 1920 durch rund 300 Personen wie Kolonialbeamte, Händler, Militärangehörige und Forscher in die Sammlung.

Serebrennikow weist Vorwürfe zurück

Er sei mit seiner Produktionsfirma nicht in Finanzgeschäfte verwickelt gewesen

Im Strafprozess wegen angeblicher Unterschlagung hat der angeklagte russische Regisseur Kirill Serebrennikow Verwicklungen in die Finanzgeschäfte seiner Produktionsfirma zurückgewiesen. "Ich war der künstlerische Leiter. Finanzfragen waren nie meine Kompetenz", sagte der Theatermacher bei einer Befragung im Moskauer Gericht. Die Anklage wirft ihm vor, bei einem Theaterprojekt 133 Millionen Rubel (ca. 1,7 Millionen Euro) staatlicher Zuschüsse unterschlagen zu haben. Sie stützt sich dabei auch auf Angaben der Ex-Buchhalterin, die als Belastungszeugin mit den Ermittlern zusammenarbeitete. Der Fall um den 49 Jahre alten Serebrennikow beschäftigt seit mehr als einem Jahr die russische Justiz. Der international renommierte Theatermacher, der seit seiner Festnahme im Sommer 2017 unter Hausarrest steht, kritisierte die Ermittlungen als politisch motiviert. Im Hausarrest stellte Serebrennikow auch seinen Film "Leto" fertig, der seit der vergangenen Woche in deutschen Kinos gezeigt wird.

Jazzmusiker Wolfgang Schlüter gestorben

Er wurde 85 Jahre alt

Der Jazzmusiker Wolfgang Schlüter ist tot. Wie seine Plattenfirma Skip Records mitteilte, starb er gestern im Alter von 85 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Der 1933 in Berlin geborene Musiker wollte eigentlich klassischer Solopaukist werden, wechselte dann aber zum Vibraphon und zum Jazz. 2001 wurde er mit dem Deutschen Jazzpreis und 2013 mit einem Echo Klassik ausgezeichnet. Schlüter spielte in bekannten deutschen Rundfunkorchestern bei Kurt Edelhagen, Erwin Lehn, Werner Müller, Paul Kuhn und Franz Thon, der ihn 1965 zum NDR holte. Dort prägte er 30 Jahre lang den Charakter der NDR-Bigband. Schlüters Schwerpunkt lag in den Bereichen Swing, Bebop und Cool Jazz. Seit 1966 experimentierte er zusammen mit Michael Naura und dem Poeten Peter Rühmkorf auch in grenzüberschreitenden Jazz-und-Lyrik-Projekten. Ein kurz vor seinem Tod abgeschlossenes Projekt mit seinem Wolfgang Schlüter Quartett und Streichern werde jetzt posthum veröffentlicht, sagte eine Sprecherin von Skip Records.

Magritte-Gemälde erzielt Rekordpreis

Knapp 27 Millionen Dollar für "Le principe du plaisir" bei Auktion in New York

Ein Gemälde von René Magritte ist in New York für 26,8 Millionen Dollar (knapp 24 Millionen Euro) versteigert worden. Das Werk "Le principe du plaisir" erreichte damit bei einer Auktion einen neuen Rekordpreis für ein Bild des belgischen Surrealisten. Der bislang teuerste Magritte war "La corde sensible", das 2017 in London einen Preis von 17,9 Millionen Dollar erzielt hatte. Das Auktionshaus Sotheby's hatte "Le principe du plaisir" im Vorfeld auf 15 bis 20 Millionen Dollar geschätzt. Mit sieben Sammlern wetteiferten bei der Auktion ungewöhnlich viele Bieter um das Werk und trieben den Preis damit in die Höhe. Mehrere weitere Kunstwerke überstiegen bei der Versteigerung ebenfalls die Erwartungen: "Improvisation auf Mahagoni" von Wassily Kandinsky kam auf 24,2 Millionen Dollar. Das nach Erwartungen von Sotheby's als Herzstück der Herbstauktion geltende Werk "Pre-War Pageant" von Marsden Hartley fand dagegen keinen Käufer.

Literaturpreis für Angelika Klüssendorf

Sie erhält die Auszeichnung für ihr Gesamtwerk

Die Autorin Angelika Klüssendorf erhält für ihr Gesamtwerk den Marie Luise Kaschnitz-Literaturpreis. Die mit 7500 Euro dotierte Auszeichnung werde am 19. Mai 2019 verliehen, teilte die Evangelische Akademie Tutzing mit. Seit ihrem Debüt "Sehnsüchte. Eine Erzählung" von 1990 erzähle die Autorin aus der Perspektive von Schwachen und Gedemütigten, meist Mädchen und Frauen, erklärte die Jury. Es folgte eine Roman-Trilogie, die in diesem Jahr mit "Jahre später" ihren viel beachteten Abschluss fand. Sie erzählt von einem Mädchen aus der DDR, das in den Westen ausreist. Auch die Autorin selbst wuchs in der DDR auf, bevor sie 1985 in die Bundesrepublik umsiedelte. Die Akademie erinnert mit dem Preis an die Schriftstellerin Marie Luise Kaschnitz. Preisträger in früheren Jahren waren unter anderem Julia Franck, Lutz Seiler und zuletzt Michael Köhlmeier.

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