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Kulturnachrichten

Montag, 12. November 2018

Comicautor Stan Lee mit 95 Jahren gestorben

Er schuf Figuren wie "Spider-Man" und "Hulk"

Die amerikanische Comic-Legende Stan Lee ist tot: Der Schöpfer von Spiderman, Iron Man und anderen Superhelden starb im Alter von 95 Jahren in einem Krankenhaus in Los Angeles, wie mehrere US-Medien berichten. Lee hatte in den 60er Jahren mit dem Marvel-Verlag das Superhelden-Genre revolutioniert. Viele seiner Figuren wie X-Men, Hulk oder Black Panther dominieren bis heute die Kino-Leinwände. 1941 hatte er als Aushilfsredakteur seine ersten Comics veröffentlicht und wählte dafür das Pseudonym Stan Lee. 1961 wurde er dann Chefredakteur bei Timely Comics, das bald darauf in Marvel umbenannt wurde, und er schuf dann gemeinsam mit den legendären Comiczeichnern Jack Kirby oder Stephen Ditko das Marvel-Universum.

Medaille aus Willy-Brandt-Ausstellung gestohlen

Sie war Brandt 1971 zum Friedensnobelpreis überreicht worden

Aus der Berliner Dauerausstellung über das Leben des SPD-Politikers und Bundeskanzlers Willy Brandt ist die Nachbildung einer Goldmedaille gestohlen worden. Ein Unbekannter entwendete die Medaille in der Nacht zum Montag aus dem "Forum Willy Brandt Berlin" Unter den Linden, wie die Polizei mitteilte. Das Replikat war Brandt 1971 zum Friedensnobelpreis überreicht worden. Nach ersten Erkenntnissen kletterte der Einbrecher kurz vor Mitternacht über ein rückseitiges Metalltor und hebelte die Tür zu den Ausstellungsräumen auf. Dort schlug der Täter eine Glasvitrine ein und entwendete die nachgebildete Goldmedaille.

Aachener Ludwig Forum ist Museum des Jahres

Kritiker schätzten vor allem die Sonderschauen des Hauses

Zweifache Würdigung des Aachener Ludwig Forums für zeitgenössische Kunst: Das Museum mit umfangreichen Beständen aus der Sammlung von Irene und Peter Ludwig ist von der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes AICA zum Museum des Jahres 2018 gewählt worden. Das Ludwig Forum sei vor allem durch gut präsentierte und recherchierte thematische Sonderausstellungen aufgefallen, die künstlerische Strömungen der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit in neuem Licht zeigten, begründete der Verband am Montag die Wahl. Als Ausstellung des Jahres kürte der Verband die im Ludwig Forum präsentierte Schau "Flashes of the Future - Die Kunst der 68er oder Die Macht der Ohnmächtigen". Die von Andreas Beitin und dem Kunsthistoriker und Kurator Eckhart Gillen erarbeitete Ausstellung habe in über 200 Werken ein umfassendes Panorama der Kunst um 1968 in all ihren Stilrichtungen entfaltet, hieß es in der Begründung.

Ralf König beschenkt Frankfurter Caricatura

Museum hat bereits viele Originale auch von andere Autoren

Der Comiczeichner Ralf König hat dem Frankfurter Caricatura-Museum zum zehnjährigen Bestehen sechs Bildergeschichten geschenkt. Der 58-jährige Kölner habe die Arbeiten "Evolutionsbremse", "Macbeth und Hoppenstedt", "David & Goliath", "Götterspeise", "Frühling" sowie "Karikaturenstreit" dem Caricatura-Leiter Achim Frenz überreicht, teilte das Museum mit. Frenz äußerte sich begeistert über das Geschenk: "Wir freuen uns, dass wir zu unserem Jubiläum nun Werke eines der erfolgreichsten Comiczeichner Deutschlands in unsere Sammlung aufnehmen können." Die Sammlung des Caricatura-Museums umfasst nach den Angaben ihres Leiters mehr als 7.000 Originale der Zeichner der "Neuen Frankfurter Satiriker-Schule" sowie rund 3.500 Zeichnungen weiterer Karikaturisten, darunter Felix Mussil und Marie Marcks. Ralf König veröffentlichte seine ersten Comics 1979 in dem Münchner Underground-Magazin "Zomix" sowie in der Schwulenzeitschrift "Rosa Flieder". Bekannt wurde König 1987 mit seinem Comic-Roman "Der bewegte Mann", der als Vorlage zu der gleichnamigen Filmkomödie von Sönke Wortmann diente.

Kulturpreise für Amelie Deuflhard und Dieter Kosslick

Europäische Kulturmarken-Awards gehen an neun Preisträger

Die Jury des Europäischen Kulturmarken-Awards hat Berlinale-Chef Dieter Kosslick den Sonderpreis für sein Lebenswerk zugesprochen. Der 70-jährige Festivaldirektor will 2019 nach dem Kinofest seinen Posten in der Hauptstadt räumen. Er ist seit 2001 das Gesicht der Berlinale. "Dieter Kosslick kann Kräfte bündeln, Experimentierfelder entwickeln und zog damit im letzten Jahr 16.000 internationale Fachbesucher aus 130 Ländern nach Berlin", begründete die Jury ihre Wahl. Der Preis Europäische Kulturmanagerin geht 2018 nach Hamburg an die Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wurden zur Kulturmarke des Jahres gewählt. In der Kategorie "Medienkultur" wurde das Magazin für klassische Musik "Crescendo" ausgezeichnet. Insgesamt ehrte die 39-köpfige Expertenjury aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Medien neun Preisträger.

Skandal um Literaturnobelpreise

Der Berufungsprozess wegen Vergewaltigung hat begonnen

Gegen den Mann im Zentrum des Skandals um die Literaturnobelpreise, Jean-Claude Arnault, hat der Berufungsprozess wegen Vergewaltigung begonnen. Die Vorinstanz hatte den Mann des einstigen Akademiemitglieds Katarina Frostenson im Oktober zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Während Arnault einen Freispruch erreichen will, wollen die Anwälte des Opfers eine zweite Verurteilung wegen einer weiteren Vergewaltigung derselben Frau vor sieben Jahren erreichen. Die Vorwürfe gegen Arnault haben die Schwedische Akademie und das Literaturnobelpreiskomitee bis ins Innerste erschüttert. Er soll auch seit 1996 die Namen von sieben Literaturnobelpreisträgern vor der Bekanntgabe durchgesteckt haben. Er bestreitet die Vorwürfe. Im November 2017 hatten 18 Frauen den Skandal ins Rollen gebracht, als sie in einer schwedischen Zeitung Arnault sexuelle Übergriffe vorwarfen. Wegen des Skandals zog sich Frostenson, die frühere Sekretärin Sara Danius und Jayne Svengnungsson aus der Akademie zurück. Das hat auch zu Diskussionen darüber geführt, warum Frauen die Konsequenzen für das Fehlverhalten eines Mannes tragen. Wegen des Tumultes wurde in diesem Jahr kein Literaturnobelpreis vergeben.

West Eastern Divan Orchestra beendet US-Tournee

Barenboim dirigierte Strauss und Tschakowsky

Mit einem Konzert in Los Angeles ist die US-Tournee des West Eastern Divan Orchestra mit dem Dirigenten Daniel Barenboim zu Ende gegangen. Das Orchester mit Musikern aus Nahost hatte zuvor in Chicago, Washington, New York und Berkeley gastiert, wie die Daniel Barenboim Stiftung mitteilte. Auf dem Programm standen "Don Quixote" von Richard Strauss und die 5. Symphonie von Pjotr Tschaikowsky. Die US-Tournee war Teil der vom Auswärtigen Amt geförderten Kulturinitiative "Wunderbar Together Germany and the US". Zuletzt hatte das Orchester Anfang 2013 mit einem Zyklus der Beethoven-Symphonien in den USA gastiert. Barenboim, der auch Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper ist, hatte das Orchester mit israelischen und arabischen Musikern 1999 zusammen mit dem Literaturwissenschaftler Edward Said gegründet.

100 Jahren Frauenwahlrecht in Deutschland

Festakt im Deutschen Historischen Museum in Berlin

Mit einem Festakt wurde am Vormittag der 100. Jahrestag der Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland gewürdigt. Bei der Veranstaltung im Deutschen Historischen Museum in Berlin sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass bis zu einer Gleichberechtigung der Geschlechter in Deutschland "noch viel zu tun" sei. Als Beispiele nannte sie die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen, aber auch die Vertretung von Frauen in Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft. Dabei sieht die Kanzlerin nicht nur Frauen gefordert: "Wir können Gerechtigkeit und Fairness in unserer Gesellschaft nur miteinander und nicht gegeneinander erreichen", sagte Merkel. Quoten für Frauen seien wichtig gewesen, "aber das Ziel muss Parität sein, Parität überall", forderte die Kanzlerin. Es dürfe auch keine Rückschritte geben, mahnte die Kanzlerin und nannte den Bundestag als Beispiel. In der jüngsten Legislaturperiode waren 36,5 Prozent der Abgeordneten Frauen, mit der Bundestagswahl 2017 schrumpfte ihr Anteil auf 30,9 Prozent. "Das ist genau der Frauenanteil, den auch der Sudan in seinem Parlament hat", bemängelte Merkel. Damit könne Deutschland nicht zufrieden sein.

Wiedererworbenes Nolde-Gemälde in Erfurt

Es war 1937 von den Nazis entfernt worden

Besucher des Erfurter Angermuseums können künftig wieder Emil Noldes "Begonien (Rot und Gelb)" bestaunen. Die Stadt präsentierte das Gemälde, das sie wieder erworben hat. 1937 war es im Zuge der NS-Diffamierungsaktion "Entartete Kunst" entfernt worden. Der Expressionist Nolde (1867-1956) hatte das Bild 1929 geschaffen, ein Jahr später kaufte das Angermuseum es erstmals.1939 ersteigerte ein Käufer in Luzern das Gemälde, im Frühjahr 2017 tauchte es erstmals wieder auf dem Kunstmarkt auf. Die Stadt Erfurt versuchte zunächst erfolglos, es zu ersteigern. Doch später bot der Käufer, der 2017 mehr geboten hatte, das Bild der Stadt an - nachdem ihm dessen kulturpolitischer Hintergrund bewusst geworden war. Der Preis belief sich demnach auf 1,433 Millionen Euro. Die Kosten teilten sich die Stadt Erfurt, der Freistaat Thüringen, die Ernst von Siemens Kunststiftung, der Bund und die Kulturstiftung der Länder.

Journalisten erhalten Hessischen Kulturpreis

Die drei Preisträger von der FAZ und dem HR stünden für Qualitätsjournalismus

Der Hessische Kulturpreis 2018 wird am Freitag in Frankfurt an die Journalistinnen Heike Schmoll und Regina Oehler sowie an den Journalisten Andreas Platthaus verliehen. Die drei Preisträger stünden für seriösen und gut recherchierten Qualitätsjournalismus, ihre Beiträge vermittelten Orientierung und erklärten in ansprechender Sprache komplexe Sachverhalte, so Ministerpräsident Volker Bouffier. Schmoll und Platthaus arbeiten für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ), Oehler für den Hessischen Rundfunk (HR). Der mit 45.000 Euro verbundene Preis, den sich die drei Journalisten teilen, ist einer der höchst dotierten Kulturauszeichnungen in Deutschland. Er würdigt seit 1982 besondere Leistungen in Kunst, Wissenschaft und Kulturvermittlung. Der Preis ging bislang unter anderen an Jürgen Habermas, Navid Kermani, Kardinal Karl Lehmann und Volker Schlöndorff. Im vergangenen Jahr wurden die Frankfurter Wissenschaftler Matthias Lutz-Bachmann und Volker Mosbrugger ausgezeichnet.

Eingeschränkte Gebetszeiten im Tadsch Mahal

Die Empörung der Muslime in Indien ist groß

Muslime in Indien reagieren empört auf weitreichende Einschränkungen der Gebetszeiten am islamischen Heiligtum Tadsch Mahal. Die Entscheidung der indischen Behörde für Archäologie sei "Teil eines besorgniserregenden Trends" und 'ein weiterer Affront der hindu-nationalistischen Regierung von Premierminister Narendra Modi', erklärten Vertreter islamischer Organisationen Die Archäologiebehörde hatte die Maßnahmen mit Sicherheitserwägungen sowie mit dem Schutz des historischen Baudenkmals vor dem steigenden Besucheransturm begründet, wie es hieß. Sie folgte damit einem Urteil von Indiens Oberstem Gericht. Die Bausubstanz des Unesco-Weltkulturerbes Tadsch Mahal im Bundesstaat Uttar Pradesh leidet unter dem Ansturm von fast acht Millionen Besuchern jährlich. Radikale Hindus sehen im Tadsch Mahal, das der muslimische Großmogul Shah Jahan vor fast 400 Jahren als Grabmal für seine große Liebe Mumtaz errichten ließ, einen von "Verrätern" erbauten "Schandfleck".

Erste Warhol-Retrospektive seit 30 Jahren

Gezeigt werden in New York mehr als 350 seiner Werke

Die erste große US-Retrospektive zum Werk des Künstlers Andy Warhol seit rund 30 Jahren ist im New Yorker Whitney Museum zu sehen. "Das ist die Andy-Warhol-Retrospektive, an der alle anderen Andy-Warhol-Retrospektiven in Zukunft gemessen werden", sagte Whitney-Direktor Adam Weinberg bei einer Vorbesichtigung. Die Ausstellung mit mehr als 350 Werken sei "eine der komplexesten Unternehmungen unserer Geschichte", aber auch "eine der beeindruckendsten". Die Schau "Andy Warhol - From A to B and Back Again" ist bis zum 31.März angesetzt. Warhol gilt als einer der bekanntesten Vertreter der Pop-Art und als einer der bedeutendsten amerikanischen Künstler des vergangenen Jahrhunderts.

NDR Sachbuchpreis für Demokratieforscher

Die Auszeichnung geht an die US-Amerikaner Levitsky und Ziblatt

Der mit 15.000 Euro dotierte NDR Kultur Sachbuchpreis geht in diesem Jahr an die US-amerikanischen Politologen Steven Levitsky und Daniel Ziblatt für ihr Werk "Wie Demokratien sterben". Das Buch untersuche anhand historischer Beispiele, warum Demokratien an Kraft verlieren können und was zu ihrer Stabilisierung getan werden kann, erklärte der Jury-Vorsitzende und NDR Programmdirektor Hörfunk, Joachim Knuth, in Hamburg. Vieles davon könne auf Europa übertragen werden. Johann Hinrich Claussen, Jury-Mitglied und EKD-Kulturbeauftragter, lobte das Buch als "packend und mitreißend", weil es ein Schlaglicht auf das schleichende Sterben von Demokratie werfe.Levitsky und Ziblatt leiten gemeinsam das neue "Challenges to Democracy Research Cluster" der Harvard University und forschen zu Demokratieprozessen und zur Entstehung von autoritären Regimen. Ihr Buch war ein "New-York-Times"-Bestseller und ist in 15 Sprachen übersetzt worden.

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