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Kulturnachrichten

Donnerstag, 23. November 2017

Deutscher Kurzfilmpreis verliehen

Siegerfilme werden bundesweit gezeigt

Der Deutsche Kurzfilmpreis ist am Abend in Köln verliehen worden. "Kurzfilme sind thematisch oft originell, künstlerisch bisweilen radikal und filmisch häufig innovativ", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Mit dem Preis solle dieses künstlerisch anspruchsvolle Format die Anerkennung erhalten, die es verdiene. Der Deutsche Kurzfilmpreis wurde in fünf Kategorien vergeben. Die Preisträger sind: Michael Fetter Nathansky für den Film "Gabi", Sophie Linnenbaum für "Pix", Florian Kunert für "Oh Brother Octopus", Mariola Brillowska für "Schwarze Welle" und Juliane Ebner für "Landstrich". Der Deutsche Kurzfilmpreis gilt als wichtigste Auszeichnung des Genres in Deutschland. In diesem Jahr wurden Prämien im Gesamtwert von 275 000 Euro vergeben.

Erfolg für Klage gegen Intendanten-Kündigung

Oberlandesgericht will Berufung des Rostocker Theaters zurückweisen

Der ehemalige Intendant des Rostocker Volkstheaters, Sewan Latchinian, steht im Prozess um seine fristlose Kündigung kurz vor einem Erfolg. Er war im Juni 2016 nach langen Querelen um die Struktur des Theaters als künstlerischer Geschäftsführer entlassen worden. Das Landgericht hatte im Dezember diese Kündigung für unwirksam erklärt. Dagegen hatte die Volkstheater Rostock GmbH (VTR) Berufung eingelegt. "Der zuständige Senat im Oberlandesgericht hat darauf hingewiesen, dass die Berufung offensichtlich keine Aussicht auf Erfolg hat. Deshalb sei beabsichtigt, die Berufung zurückzuweisen", sagte ein OLG-Sprecher. Latchinian hatte 2014 seine Stelle in Rostock angetreten und vehement für den Erhalt der vier Sparten am Volkstheater gekämpft. Er kritisierte dabei heftig die Politik von Land und Stadt.

Großbritannien verliert europäische Kulturhauptstadt

Britische Politiker kritisieren die Entscheidung der EU Komission

Großbritannien verliert wegen des Brexit das Anrecht, im Jahr 2023 die Europäische Kulturhauptstadt zu beherbergen. Wie eine Sprecherin der EU-Kommission mitteilte, ist dies wegen des für den 29. März 2019 geplanten EU-Austritts nicht mehr möglich. Der Auswahlprozess mit Blick auf eine britische Stadt werde deshalb beendet. Dies sei "eine der vielen konkreten Folgen der Entscheidung" der Briten, die Europäische Union zu verlassen. Schon 2014 hatten die EU-Mitgliedstaaten und das Europaparlament die Abfolge der Länder festgelegt, welche die Kulturhauptstadt bis zum Jahr 2033 beherbergen sollen. Für 2023 ist neben das nun ausgeschiedene Großbritannien Ungarn vorgesehen. Der Ausschluss führte bereits zu zahlreichen Protesten: Britische Abgeordnete sprachen von „perfiden Absichten und „bösartigem Gehabe von Seiten der EU-Kommission. Ein Regierungssprecher wies darauf hin, dass der Titel bereits in Länder wie Norwegen, die Türkei und Island gegangen sei, die ebenfalls nicht der EU angehörten.

Frank Castorf inszeniert wieder in Berlin

Mehrstündiger Theaterabend am Berliner Ensemble angekündigt

Nach dem Ende seiner 25-jährigen Intendanz an der Berliner Volksbühne wird Frank Castorf (66) ab Dezember seine Version von Victor Hugos Roman "Les Misérables" ("Die Elenden") am Berliner Ensemble aufführen. Das Theaterstück werde in seiner Version "etwa sechseinhalb Stunden" dauern - "Länge gehört zur Kunst dazu, das hat meine Sympathie" ergänzte er die Ankündigung. Das Projekt sei ihm von Oliver Reese, dem neuen Intendanten des Theaters, angetragen worden. An dem 1862 erschienenen, etwa 1700 Seiten umfassenden Roman interessiere ihn die "große Bildkraft Hugos", sagte Castorf. Er habe darin eine enorme surrealistische Komponente entdeckt. Castorf kündigte an, er wolle eine mit vielen Assoziationen von der Arbeit Bertolt Brechts, über Worte des Dichters Heiner Müller bis hin zur politischen Lage im heutigen Kuba gespickte Inszenierung erarbeiten. Er habe vor "nicht oberflächlich wie Hollywood auf die Geschichte zu blicken".

Mehr Geld für Kultur in NRW

Etat soll innerhalb von fünf Jahren um 50 Prozent steigen

Die schwarz-gelbe Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hat die stufenweise Erhöhung des Kulturetats um insgesamt 100 Millionen Euro bis 2022 eingeleitet. 2018 steige der Haushalt um 10,5 Prozent zunächst auf 224 Millionen Euro, teilte Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen mit. Das zusätzliche Geld soll 2018 unter anderem in die Stärkung der kommunalen Theater und Orchester sowie in die freie Theater- und Tanzszene fließen. Insgesamt soll der Kulturetat in fünf Jahren um 50 Prozent auf dann 300 Millionen Euro steigen. Das sind jedes Jahr 20 Millionen Euro mehr.

Eröffnung des Jüdischen Museums Köln erst 2021

Museum soll bedeutendste archäologische Funde des Rheinlandes präsentieren

Wegen aufwendiger Betonstahlarbeiten im historischen Baugrund verschiebt sich die Eröffnung des Kölner Jüdischen Museums MiQua um rund ein Jahr auf Mitte 2021. Das gab die Stadt Köln bekannt. Das "MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln" auf und unter dem Rathausplatz wird aus einer unterirdischen archäologischen Fundebene und dem oberirdischen Neubau bestehen. Es präsentiert mit dem römischen Praetorium, dem mittelalterlichen jüdischen Viertel und dem Goldschmiedeviertel einige der bedeutendsten archäologischen Architekturfunde zur Geschichte der Stadt Köln und des Rheinlandes. In der rund 6.000 Quadratmeter großen unterirdischen Ebene wird ein archäologischer Rundgang als Dauerausstellung eingerichtet. Diese wird in der Ausstellungsfläche im ersten Obergeschoss fortgesetzt mit dem Kapitel zur Jüdischen Geschichte und Kultur Kölns von 1424, dem Jahr der Vertreibung der Juden aus der Stadt, bis in die Moderne.

Mahnmal-Aktion: Ermittlungen gegen das ZPS

Finanzierung der Aktion ist durch Spenden gesichert

Wegen der Kopie des Berliner Holocaust-Mahnmals in Björn Höckes Nachbargarten ermittelt nun die Polizei. Es lägen Hinweise vor, dass die verantwortliche Künstlergruppe "Zentrum für politische Schönheit" (ZPS) eine Drohne über Höckes Haus hatte fliegen lassen. Thüringens Landtagspräsident Christian Carius (CDU) forderte auf, die "Überwachung" Höckes sofort zu beenden. Das ZPS wies die Vorwürfe zurück. Die Gruppe hatte von dem AfD-Politiker gefordert, vor dem Mahnmal nieder zu knieen, danach würde Unterlagen der seit Monaten andauernden Observierung geschreddert. Dem Spendenaufruf für die Aktion seien so viele Menschen gefolgt, dass das Mahnmal inklusive Polizeischutz für fünf Jahre gesichert sei. Die Mitinitiatorin des Berliner Holocaust-Mahnmals, Lea Rosh lobte, die Aktion so kurz vor der Weihnachtszeit sei eine "herrliche Bestrafung" für Höcke. Der hatte das Original-Mahnmal ein "Denkmal der Schande" genannt.

Jazz-Legende Jon Hendricks ist tot

Er galt als einer der einflussreichsten US-Sänger

Jon Hendricks, einer der einflussreichsten Sänger und kreativsten Improvisateure des US Jazz, ist im Alter von 96 Jahren in New York gestorben. Das bestätigte seine Tochter Aria Hendricks. Hendricks galt als Meister der Vocalese, einer Stilrichtung des Jazz, bei dem der Sänger das Spiel von Instrumenten wie dem Saxofon nachahmt. Geboren in Newark in Ohio, wurde er in den 50er Jahren mit dem Vokaltrio Lambert, Hendricks & Ross berühmt, das 1961 mit einem Grammy geehrt wurde. Nach dem Ende des Trios sang er als Solist, in seiner späteren Karriere zusammen mit seiner inzwischen verstorbenen Frau Judith in dem Vokalquartett Jon Hendricks and Company, dem sich später auch ihre Kinder anschlossen.

Jazz-Produzent George Avakian gestorben

Er war der Architekt der US-Musikindustrie

George Avakian, Produzent legendärer Jazzmusiker von Louis Armstrong bis Miles Davis und Pionier der US-Musikindustrie, ist tot. Er starb im Alter von 98 Jahren in seiner Wohnung in Manhattan, teilte seine Tochter mit. Avakian sorgte in den 1930er Jahren dafür, dass "Chicago Jazz", das erste Jazz-Album überhaupt, mit einem Begleittext, den heute üblichen Liner Notes heraus kam. "Die Innovationen, die Avakian in die Musikindustrie eingeführt hat (...), sind so fundamental und heute selbstverständlich, dass die meisten Menschen unter 70 es sich kaum vorstellen können, dass es mal eine Zeit gab, in der sie noch nicht existierten", schrieb das Magazin "Downbeat" zur Verleihung eines Preises für Avakians Lebenswerk im Jahr 2000. 1948 veröffentlichte der in Russland geborene Avakian Platten erstmals auf Vinyl statt auf Schellack gepresst. Den Industriestandard setzte er auf eine Abspielgeschwindigkeit von 33,3 statt 78 Umdrehungen pro Minute.

Missbrauchsvorwürfe gegen Nick Carter

Popsängerin beschuldigt Backstreet-Boys-Sänger der Vergewaltigung

US-Popsängerin Melissa Schuman hat dem einstigen Backstreet-Boys-Kollegen Nick Carter vorgeworfen, sie vor rund 15 Jahren vergewaltigt zu haben. Carter wies die Anschuldigungen zurück. "Ich bin schockiert und betrübt über die Vorwürfe von Frau Schuman", sagte der heute 37-Jährige. Der damals 22 Jahre alte Carter habe die damals 18-jährige Schumann während gemeinsamer Dreharbeiten in seine Wohnung eingeladen, schrieb die frühere Sängerin der Girl-Band Dream in ihrem Blog. Dort habe er sie schließlich im Schlafzimmer gegen ihren Willen entjungfert.

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