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Kulturnachrichten

Donnerstag, 16. November 2017

Wohnhaus von Siegfried Lenz wird abgerissen

Gebäude offenbar nicht denkmalgeschützt

Das Hamburger Haus des Schriftstellers Siegfried Lenz wird abgerissen. Die zuständigen Behörden hätten den Abriss genehmigt, berichtete das "Hamburg Journal" des NDR Fernsehens unter Berufung auf die Siegfried Lenz Stiftung. Nach deren Angaben ist das Haus nicht denkmalgeschützt und für ein Museum zu klein. Das Grundstück bleibe jedoch in Familienbesitz, sagte der Stiftungsvorsitzende Günter Berg dem Nachrichten-Journal. Lenz hatte in seinen letzten Lebensjahren nur noch zeitweise in dem Haus in Othmarschen gewohnt, das er 1963 bezogen hatte. Es galt als baufällig. Der Abriss solle Ende kommender Woche beginnen, berichtete das "Hamburg Journal". Auf dem Grundstück soll ein Haus mit drei Wohnungen errichtet werden, eine davon ist nach Angaben der Stiftung für Lenz' Witwe vorgesehen.

Cervantes-Preis für Sergio Ramírez

Nicaraguaner erhält wichtigsten spanischsprachigen Literaturpreis

Der nicaraguanische Schriftsteller Sergio Ramírez wird mit dem diesjährigen Cervantes-Preis ausgezeichnet. Dies gab der spanische Kulturminister Íñigo Méndez de Vigo in Madrid bekannt. Der Cervantes-Preis ist mit 125 000 Euro dotiert und gilt als die wichtigste literarische Auszeichnung in der spanischsprachigen Welt. Die Jury hielt sich mit ihrer Entscheidung an die ungeschriebene Regel, wonach die Auszeichnung abwechselnd spanischen und lateinamerikanischen Autoren zugesprochen wird. Im Vorjahr hatte der Spanier Eduardo Mendoza den Cervantes-Preis erhalten.

US-Autorin Ward mit National Book Award geehrt

Bereits zweite Ehrung nach 2011

Die Autorin Jesmyn Ward ist bereits zum zweiten Mal mit einem US-Buchpreis geehrt worden. In New York erhielt sie den National Book Award für ihren Roman "Sing, Unburied, Sing", ein Porträt über eine Familie in Mississippi. Das Buch soll im kommenden Jahr unter dem Titel "Singt, ihr Lebenden und Toten, singt" in Deutschland erscheinen. 2011 hatte Ward bereits einen National Book Award für "Vor dem Sturm" bekommen. Die mit 10 000 Dollar dotierten National Book Awards, gelten neben den Pulitzer-Preisen als bedeutendste Buch-Ehrungen der USA.

Künstlerinnen kritisieren Nationalgalerie

Künstlerische Inhalte hätten bei Preisvergabe nicht interessiert

Drei Wochen nach der Verleihung des Preises der Nationalgalerie haben die vier nominierten Künstlerinnen die Auszeichnung scharf kritisiert. Bei der Preisvergabe hätten sich Sponsoren und Institutionen gefeiert, statt sich mit den Künstlern und ihrer Arbeit auseinanderzusetzen, schrieben Sol Calero aus Venezuela, die Ägypterin Iman Issa, Jumana Manna aus den USA und Preisträgerin Agnieszka Polska aus Polen in einem offenen Brief. Es habe sie geärgert, dass ständig ihr Geschlecht und ihre Herkunft betont worden seien statt der Inhalt ihrer Arbeit, heißt es in dem Brief. Unter dem Titel "Willkommensbambi und Gebärmuttermedaille" hatte "Die Zeit" darüber berichtet. Die Künstlerinnen kritisierten auch, dass es weder für den Preis noch für Auftritte und öffentliche Diskussionen der Künstler Geld gibt. Stattdessen erhält die Preisträgerin eine Einzelausstellung in der Nationalgalerie.

Neue Kunstmesse Art Düsseldorf eröffnet

Konkurrenz für Traditionsmesse Art Cologne

Die Kunstmesse Art Düsseldorf ging heute mit 80 Galerien aus 21 Ländern an den Start. Erwartet wurden nach Angaben der Veranstalter 30 000 bis 40 000 Besucher. Die neue Messe im Rheinland könnte eine Konkurrenz zur traditionsreichen Art Cologne werden. Denn mit gut 25 Prozent ist die Schweizer Messegesellschaft MCH, die auch die weltweit wichtigste Kunstmesse Art Basel veranstaltet, an der Art Düsseldorf beteiligt. Zur Messepremiere im Areal Böhler kommen nach Angaben der Veranstalter fast 60 Prozent der Galerien aus Deutschland und den Beneluxstaaten. Darunter sind junge und etablierte Häuser und viele Galerien aus Köln. Der Direktor der Art Cologne warf den Betreibern der Art Düsseldorf "Kolonialismus" vor.

Rekordversteigerung von Da-Vinci-Gemälde

Jesus-Christus-Porträt erzielte rund 450 Millionen Dollar

Das Gemälde "Salvator Mundi" ("Heiland der Welt") von Leonardo da Vinci ist in New York für die Rekordsumme von rund 450 Millionen US-Dollar versteigert worden. Damit ist es nach Angaben des Auktionshauses Christie's das teuerste Kunstwerk, das je versteigert wurde. Der Name des Käufers wurde nicht bekanntgegeben. Das Gemälde war den Angaben der letzte Da Vinci, der sich in privatem Besitz befand. Es entstand um 1500 und ist etwa 66 Zentimeter hoch und 46 Zentimeter breit. Zeitweise galt es als umstritten, dass das Christus-Porträt tatsächlich von Leonardo da Vinci stammt. Ende des 18. Jahrhunderts galt es als verschollen, um 1900 wurde es wiederentdeckt.

Polnischer Bildhauer Krajcberg gestorben

Holocaust-Überlebender wurde 96 Jahre alt

Der polnische Künstler und Holocaust-Überlebende Frans Krajcberg ist tot. Er starb mit 96 Jahren in einem Krankenhaus in Rio de Janeiro, berichteten brasilianische Medien. Weltweite Berühmtheit erlangte Krajcberg als Bildhauer, der verbrannte Baumstämme aus dem brasilianischen Regenwald zu Skulpturen verwandelte. Außerdem wirkte er als Fotograf, Maler und Umweltaktivist. Als einziges Mitglied seiner Familie überlebte Krajcberg den Holocaust. Nach dem Krieg studierte er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Danach arbeitete er mit Marc Chagall in Paris, bevor er 1948 nach Brasilien übersiedelte. Die Zerstörung der brasilianischen Wälder war für ihn die Fortsetzung der allgemeinen Gewalt und Brutalität des 20. Jahrhunderts. Krajcberg lebte selbst inmitten eines Waldes im brasilianischen Teilstaat Bahia.

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Fazit

Fotografien von Susan MeiselasAnsichten eines Genozids
Auf diesem Bild sind Menschen zu sehen, die einer Exhumierung beiwohnen. (Susan Meiselas)

Zerfetzte Kleidungsstücke, Trümmer auf einem Hügel, Massengräber: Susan Meiselas zeigt in ihren Fotografien Spuren des Völkermords an den irakischen Kurden aus dem Jahr 1991. Ihre eindringlichen Bilder sind jetzt in Frankfurt am Main zu sehen.Mehr

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