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Kulturnachrichten

Sonntag, 20. November 2016

Marilyn-Monroe-Auktion bringt 11 Millionen Dollar ein

Dreitägige Auktion bei Julien's Auctions in Los Angeles

Fast 55 Jahre nach dem Tod von Marilyn Monroe hat früherer Besitz der Hollywood-Ikone hohe Preise erzielt. Eine dreitägige Versteigerung in Los Angeles aus Monroe-Nachlässen hätte fast elf Millionen Dollar eingebracht, wie das Auktionshaus Julien's Auctions mitteilte. Höhepunkt der Versteigerung war beim Auftakt am Donnerstagabend der Verkauf des hautengen Perlenkleides, in dem die Schauspielerin 1962 zum 45. Geburtstag des damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy ihr "Happy Birthday, Mr. President"-Ständchen gesungen hatte. Es brachte 4,8 Millionen Dollar ein. Eine diamantenbesetzte Uhr der Marke Blancpain brachte 225 000 Dollar ein, sie wurde von dem Schweizer Uhrenhersteller zurückgekauft. Modeschöpfer Tommy Hilfinger ersteigerte eine kleine Abendtasche - mit Monroes Lippenstift, Puderpinsel, Kamm und Zigaretten - für knapp 188 000 Dollar. Das berühmte Cocktail-Kleid aus dem Film "Manche mögen's heiß" kam für 450 000 Dollar unter den Hammer. Die Schauspielerin war am 5. August 1962 im Alter von 36 Jahren gestorben.

Yoko Tawada mit Kleist-Preis geehrt

Preis würdigt alljährlich risikofreudige Schriftsteller

Die in Berlin lebende japanische Autorin Yoko Tawada ist neue Trägerin des Kleist-Preises. Sie erhalte die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung, weil sie wie der Namensgeber als Vordenkerin für die Zukunft gelten könne, teilte die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft vor der Verleihung mit. Der Preis würdigt alljährlich risikofreudige Schriftsteller. Tawada, 1960 in Tokio geboren, lebt seit 2006 in Berlin. Sie schreibt auf deutsch und japanisch Prosa, Lyrik und Theaterstücke. Ihr Werk wurde bereits mit mehreren Auszeichnungen bedacht, darunter mit der Goethe-Medaille und mit dem Akutagawa-Sho, dem angesehensten Literaturpreis Japans. Zu den bisherigen Trägern des Kleist-Preises zählen Autoren wie Herta Müller, Max Goldt und Navid Kermani.

Don DeLillo feiert 80. Geburtstag

DeLillo gilt neben Philip Roth, Thomas Pynchon und Cormac McCarthy als bedeutendster zeitgenössischer US-Autor

Der US-amerikanische Schriftsteller Don DeLillo wird 80 Jahre alt. 1971 stellte DeLillo sein Romandebüt "Americana" vor. Sein Epos "Unterwelt", von der Kritik als "Jahrhundertwerk" gefeiert, machte ihn auch international zum Star und Anwärter auf den Literatur-Nobelpreis. Sein umfangreiches Werk wurde vielfach prämiert. Er erhielt im Jahr 1985 für seinen Roman Weißes Rauschen den National Book Award und 1992 für seinen Roman „Mao II“ den PEN/Faulkner Award. 2015 erhielt er den National Book Award für sein Lebenswerk.

Buchgestalter Forssman erhält Antiquaria-Preis 2017

Forssman gestaltete u.a. Werkausgaben von Walter Benjamin und Christoph Martin Wieland

Der Buchgestalter Friedrich Forssman aus Kassel wird mit dem Antiquaria-Preis für Buchkultur ausgezeichnet. Seine Arbeiten zeigten eine "akribische Liebe zum Detail", begründete die Jury ihre Entscheidung. Er konzentriere sich unbeirrbar darauf, "modernen wie historischen Texten ihre schlüssige typographische Physiognomie zu geben". Der mit 10 000 Euro dotierte Preis wird ihm zum Auftakt der Antiquariatsmesse Ludwigsburg Ende Januar verliehen. Forssman hat die Werkausgaben von Walter Benjamin und Christoph Martin Wieland gestaltet. Auch das Gesamtbild der Publikationen von Verlagen wie Reclam und Weidle sowie von Institutionen wie der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung stammen von ihm.

Herta Müller fordert "Exilmuseum" in Deutschland

Autorin bekräftigt ihre in Deutschlandradio Kultur gestellte Forderung

Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller fordert die Gründung eines "Exilmuseums" in Berlin. Viele Bereiche der NS-Zeit wie die Verbrechen der Nazis, die Konzentrationslager, der industrialisierte Mord oder das Militär seien heute museal aufgearbeitet, sagte Müller der "Berliner Morgenpost". Aber das Exil ab 1933, die Vertreibung von Hunderttausenden Deutschen ins Ausland, sei eine Leerstelle in der Museumslandschaft. Es gebe zwar eine Reihe von Exilforschungen wie beispielsweise das Deutsche Exilarchiv in Frankfurt am Main, aber keinen großen Ort, an dem Flucht und das Exil dargestellt werden als Teil der deutschen Geschichte. Dabei gehe es nicht nur um prominente Namen wie Thomas Mann, sondern auch um die Millionen kleiner Leute, die ihre Berufe hatten, ihre Wohnung. Die plötzlich ihr Leben retten und alles stehen und liegen lassen mussten. "Für solche Biografien muss es ein Museum geben", forderte die Schriftstellerin. In einem Interview in Deutschlandradio Kultur am vergangenen Freitag hatte Müller ausführlich ihre Position erklärt. Zu diesem Thema hatte sie auch eine Tagung im Literaturhaus initiiert.

Bruno Weil mit Duisburger Musikpreis geehrt

Dirigent ist Leiter der Cappella Coloniensis und Professor am Mozarteum

Der Dirigent Bruno Weil hat den mit 10.000 Euro dotierten Duisburger Musikpreis erhalten. Weil verbinde die Souveränität des erfahrenen Kapellmeisters mit dem wachen Geist des musikalischen Aufklärers, begründete die Jury ihre Entscheidung. Der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link verlieh die Auszeichnung im Duisburger Theater. Bei seinen ebenso informativen wie unterhaltsamen Gesprächskonzerten spüre Weil beispielsweise in Haydn-Sinfonien Zitate alpenländischer Bauernmusik oder kroatischer Kinderlieder auf, erklärte die Jury. Er gelte zudem als einer der international gefragtesten Spezialisten für die Musik der Aufklärungsepoche. Als Gastdirigent leitete Weil unter anderem die Berliner und Wiener Philharmonie, die Staatskapelle Dresden und das Boston Symphony Orchestra und lehrte von 2001 bis 2016 an der Hochschule für Musik und Theater München. Heute ist er künstlerischer Leiter der Cappella Coloniensis, ständiger Gastdirigent des Tafelmusik Orchestra Toronto und seit 2015 Professor für Dirigieren an der Universität Mozarteum in Salzburg.

Bremer Literaturpreis für Terézia Mora

Autorin erhält Auszeichnung für aktuellen Erzählband

Die Schriftstellerin Terézia Mora ist mit dem Bremer Literaturpreis 2017 ausgezeichnet worden. Wie der Bremer Senat mitteilte, erhält die in Berlin lebende Autorin die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihren Erzählband "Die Liebe unter Aliens". Mit Nüchternheit und Nachdruck entfalte Mora darin das Innenleben ihrer Figuren zu Panoramen der Seele, begründete die Jury ihre Entscheidung. Sprachmächtig und mit Sinn für Rhythmus und Melodie porträtiere Mora Menschen an den Bruchstellen ihrer Existenz. Den mit 6.000 Euro dotierten Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2017 erhält Senthuran Varatharajah aus Sri Lanka für seinen Debüt-Roman "Vor der Zunahme der Zeichen". Darin erzählen ein junger Mann aus Sri Lanka und eine junge Frau aus dem Kosovo von ihrer Ankunft in Deutschland.

Theatermacher Heribert Sasse gestorben

Sasse stand noch in der vergangenen Woche auf der Bühne

Der österreichische Regisseur, Theaterleiter und Schauspieler Heribert Sasse, der viele Jahre an Berliner Bühnen tätig war, ist tot. Er starb überraschend im Alter von 71 Jahren, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf das Wiener Theater in der Josefstadt. Der gebürtige Linzer gehörte dem Ensemble seit 2006 an. Noch in der vergangenen Woche stand er in dem Theater bei der Premiere von "Die Verdammten" als Joachim von Esselbeck auf der Bühne. Neben seiner umfangreichen Theaterarbeit sorgte Sasse seit 2007 in mehreren Wiener "Tatort"-Folgen mit Harald Krassnitzer als Kommissar Weiler für den legendären "Wiener Schmäh". In Berlin leitete er in den 80-er und 90er-Jahren mehrere Bühnen. Am Renaissance-Theater war Sasse in Personalunion als Intendant, Regisseur und Schauspieler erfolgreich. Von 1985 bis 1990 war er Generalintendant der Staatlichen Schauspielbühnen Berlins, von 1995 bis Ende 2001 leitete er das Schlosspark-Theater.

Deutschland kauft Thomas-Mann-Villa in Kalifornien

Haus soll von Künstlern, Stipendiaten und für kulturellen Austausch genutzt werden

Deutschland hat die Villa von Thomas Mann in Kalifornien gekauft. Sie wird künftig - ähnlich wie die nur wenige Kilometer entfernte Villa Aurora - als Ort für Künstler, Stipendiaten und für den kulturellen Austausch genutzt. Eine auf Luxusanwesen spezialisierte Makler-Firma hatte die Villa in Pacific Palisades zuletzt für umgerechnet 12,5 Millionen Euro angeboten. Weil das Haus nicht unter Denkmalschutz steht, hatte es Befürchtungen gegeben, ein privater Investor könne es kaufen und für einen lukrativen Neubau abreißen. Bundespolitiker und eine Online-Petition setzten sich dafür ein, dass Deutschland das Thomas-Mann-Haus erwirbt. Anfang September plädierte Kulturstaatsministerin Monika Grütters für einen Ankauf. Nun ist dieser unter Dach und Fach. Die Familie Mann hatte nach der Emigration aus Nazi-Deutschland von 1942 an zehn Jahre in dem Haus am Westrand von Los Angeles gelebt. Thomas Mann schrieb dort Werke wie "Joseph, der Ernährer" und "Doktor Faustus". Betreiber der Thomas-Mann-Residenz wird die Villa Aurora. «Das ist ein großer Vertrauensbeweis für unsere Arbeit vor Ort», teilte der Vorstandsvorsitzende der Villa, Markus Klimmer, mit.

Bayerische Poetentaler an Lisa Fitz und Elmar Wepper

Auszeichnung erfolgt für Verdienste um die bayerische Kultur

Die Poetenvereinigung Münchner Turmschreiber hat vier Künstler und eine Musikgruppe mit dem Bayerischen Poetentaler 2016 ausgezeichnet. Die Schauspielerin, Kabarettistin und Autorin Lisa Fitz, der Schauspieler Elmar Wepper sowie der Schauspieler, Regisseur und Autor Werner Asam nahmen die Auszeichnung im Münchner Künstlerhaus entgegen. Auch der Schriftsteller Hans Göttler sowie die Tanngrindler Musikanten, die an die oberfälzische Musiktradition anknüpfen, gehörten zu den Geehrten. Der Kulturpreis Poetentaler wird seit 1961 jährlich an Künstler, Persönlichkeiten oder Institutionen vergeben, die sich um Kunst und Kultur in Bayern verdient gemacht haben.

Preise für Kinder- und Jugendliteratur verliehen

Großer Preis geht an die Illustratorin Rotraut Susanne Berner

Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur hat im fränkischen Volkach ihre Literatur- und Kulturpreise 2016 verliehen. Dabei ging der mit 5.000 Euro dotierte Große Preis an die Illustratorin Rotraut Susanne Berner für ihr "umfassendes und vielseitiges zeichnerisches und grafisches Schaffen", wie die Akademie mitteilte. Der Schriftsteller und Lyriker Arne Rautenberg erhielt den erstmals in Deutschland vergebenen Josef-Guggenmos-Preis. Die mit 3.000 Euro verbundene Auszeichnung auf dem Gebiet der Kinderlyrik würdige vor allem sein Buch "Unterm Bett liegt ein Skelett" mit Gruselgedichten für mutige Kinder, hieß es in der Begründung der Jury. Der mit 1.500 Euro dotierte Nachwuchspreis für Kinder- und Jugendliteratur ging an die Autorin Que du Luu für Ihren Jugendroman "Im Jahr des Affen". Auf Basis ihrer eigenen Fluchterfahrungen erzähle sie authentisch über Probleme von Identität und Identitätsfindung.

Originalzeichnung aus "Tim und Struppi" versteigert

50 mal 35 cm große Zeichnung erbrachte 1,55 Millionen Euro

Eine Originalzeichnung von Tim und Struppi aus dem Album "Schritte auf dem Mond" ist in Paris für den Rekordpreis von 1,55 Millionen Euro versteigert worden. Das Auktionshaus Artcurial, wo das Tuschebild des belgischen Zeichners Hergé versteigert wurde, hatte seinen Wert im Vorfeld auf 700.000 bis 900.000 Euro geschätzt. Das Bild zeigt Tim und seinen Hund Struppi sowie Kapitän Haddock, wie sie in Raumfahrtanzügen auf dem Mond umherlaufen und auf die Erde schauen. Die Zeichnung ist 50 mal 35 Zentimeter groß. Das Comicbuch gehört zu den beliebtesten Abenteuern von Tim und Struppi. Im Vorfeld der Versteigerung hatte der Comicexperte von Artcurial, Eric Leroy, von einer der wichtigsten Arbeiten des Zeichners nach dem Zweiten Weltkrieg gesprochen. "Schritte auf dem Mond" stammt aus dem Jahr 1954. Es ist die Fortsetzung des Abenteuers "Reiseziel Mond" von 1953.

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Fazit

Solidaritätslesung für HongkongJeder ist die Revolution
Die Künstlerin Alice Kahei Yu aus Hongkong sitzt hinter einem Blumenstrauß auf dem Pflaster, sie trägt eine Sonnenbrille und auf ihrem Pullover steht "Steht Hongkong bei" (Tomas Fitzel)

Die Proteste in Hongkong gegen den wachsenden Einfluss der chinesischen Regierung finden weltweite Aufmerksamkeit und Unterstützung. In Berlin organisierte die deutsche Sektion der Schriftstellervereinigung P.E.N. eine spontane Solidaritätslesung.Mehr

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