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Kulturnachrichten

Mittwoch, 16. November 2016

Goethe-Institut mit neuer Künstlerresidenz in Brasilien

Einrichtung soll Kulturaustausch fördern und Stipendiaten beherbergen

Das Goethe-Institut hat im brasilianischen Salvador da Bahia die neue Künstlerresidenz "Vila Sul" eröffnet. Bei der Eröffnung war auch Bundestagspräsident Norbert Lammert anwesend. Die Einrichtung soll Ort des Austausches für Kulturschaffende, Künstler sowie Wissenschaftler und Publizisten sein, die sich mit Fragen des "Süd-Süd-Dialogs" beschäftigen, wie das Institut in München mitteilte. Die Residenz biete mit einem Studiotheater, zwei Galerien, einem Innenhof und einer Bibliothek "ideale Bedingungen" für Begegnungen in unterschiedlichen Formaten. Der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, nannte als Ziel Kulturaustausch und Koproduktion. Die "Vila Sul" gehe aber noch einen Schritt weiter, denn sie biete deutschen und erstmals auch internationalen Residenten für je zwei Monate eine Plattform, um sich mit dem Themenfeld des globalen Südens auseinanderzusetzen.

400000 Euro für Wagner-Forschung in Eisenach

VW-Stiftung fördert bedeutende Sammlung bis 2019

Mit 400 000 Euro unterstützt die Volkswagen-Stiftung bis 2019 die wissenschaftliche Erschließung der Richard-Wagner-Sammlung in Eisenach. Die Erforschung der "Oesterlein-Sammlung" - die zweitgrößte Richard-Wagner-Sammlung weltweit - sei damit finanziell abgesichert, teilte die Hochschule für Musik in Weimar mit. Mehr als 20 000 Objekte sollen erschlossen werden. Zur Sammlung gehören mehr als 200 Handschriften und Briefe Wagners, Aufführungspartituren, Plakate, Fotos und Zeitungsausschnitte. Bereits 1895 erwarb die Stadt Eisenach das einzigartige Konvolut des Industriellen und Wagner-Fans Nicolaus J.Oesterlein (1841-1898). Auch mehr als 5500 Bücher an Sekundärliteratur gehören dazu und so gilt die Sammlung als Spiegelbild der Wagner-Rezeption im 19. Jahrhundert. Mit Hilfe der Volkswagen-Stiftung sollen jetzt die kunsthistorisch wertvollen Sammlungsstücke interdisziplinär analysiert und beschrieben werden. Es gibt Seminare und Workshops. Zudem ist eine Ausstellung geplant.

Architekt Kéré plant spektakulären Theaterbau in Berlin

Mobiles Theater soll für die Volksbühne am Flughafen Tempelhof gebaut werden

Der Architekt Francis Kéré plant einen spektakulären Theaterneubau für die Volksbühne auf dem Gelände des Flughafens Tempelhof in Berlin. "Ich habe den Auftrag, ein mobiles, temporäres Theater zu entwickeln", sagte er in München bei der Präsentation seiner Werkschau "Francis Kéré. Radically Simple" in der Pinakothek der Moderne. Die runde, amphitheaterähnliche Bühne, die bis zu 1000 Menschen Platz bieten soll, werde sich künftig in einem der Hangars befinden, könne aber auch - genau wie die Flugzeuge - nach draußen fahren. Es ist das erste Projekt des künftigen Intendanten der Volksbühne, Chris Dercon, das bekannt wird. Dercon wird Frank Castorf 2017 nach 25 Jahren im Amt ablösen. Der Architekt hat in seiner Heimat Burkina Faso Schulen und das Operndorf des 2010 gestorbenen Regisseurs Christoph Schlingensief gebaut.

Berlin bekommt wieder eigenes Kulturressort

Klaus Lederer von der Linkspartei zukünftig verantwortlich

Berlin bekommt nach zehnjähriger Pause wieder ein eigenständiges Kulturressort. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur übernimmt der 42-jährige Linken-Chef Klaus Lederer die Aufgabe. Zuletzt war der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) für das Ressort mitverantwortlich. Im Wahlkampf hatte Müller mehrfach weiteres Interesse an dem Amt bekundet. Nach den rot-rot-grünen Koalitionsverhandlungen wird die Zahl der Senatorenposten aber von acht auf zehn aufgestockt. Dadurch kann die Kultur, die gerade in Berlin Leuchtturmcharakter hat, wieder selbstständig besetzt werden.

"Postfaktisch" zum Wort des Jahres gewählt

Gebrauch des Wortes hat 2016 um ein Vielfaches zugenommen

Die Oxford Dictionaries haben das Wort "post-truth" (postfaktisch) zum internationalen Wort des Jahres 2016 gewählt. Das teilte der Verlag auf seiner Webseite mit. Das Adjektiv beschreibe Umstände, in denen die öffentliche Meinung weniger durch objektive Tatsachen als durch das Hervorrufen von Gefühlen und persönlichen Überzeugungen beeinflusst werde, heißt es in einem Auszug aus dem Wörterbuch. "Angetrieben von dem Aufstieg der Sozialen Medien als Nachrichtenquelle und einem wachsenden Misstrauen gegenüber Fakten, die vom Establishment angeboten werden", habe das Konzept des Postfaktischen seit einiger Zeit an Boden gewonnen, sagte Oxford-Dictionaries-Chef Casper Grathwohl zur Begründung. Untersuchungen hätten ergeben, dass sich der Gebrauch des Wortes "postfaktisch" im Jahr 2016 im Vergleich zum Jahr davor drastisch erhöht habe, hieß es weiter. Vor allem im Zusammenhang mit dem Referendum über einen Austritt Großbritanniens aus der EU und den Präsidentschaftswahlen in den USA habe der Begriff einen Höhepunkt erlebt.

BBC weitet Angebot auf Nordkorea aus

Größte Expansion des britischen Senders seit 40er Jahren

Die britische BBC will künftig mit Radioprogrammen und Onlineangeboten auch die Menschen im abgeschotteten Nordkorea erreichen. Das teilte die renommierte öffentlich-rechtliche Sendergruppe in London mit. In dem stalinistischen Land herrscht allerdings strikte Zensur. Um Programme von Auslandssendern zu hören, müssen Nordkoreaner verbotene und technisch aufwendige Methoden nutzen. Die BBC will ihr Angebot auch in anderen LÄndern ausweiten ausweiten und bis 2022 die Zahl ihrer Nutzer weltweit auf 500 Millionen verdoppeln. Außer dem neuen Angebot auf Koreanisch soll es neue Angebote in zehn weiteren Sprachen geben, vor allem in Afrika und Indien. Es handele sich um "die größte Expansion des World Service seit den 1940er Jahren", erklärte BBC-Generaldirektor Tony Hall. Die Leiterin von BBC World, Fran Unsworth, wies darauf hin, dass es an vielen Orten nicht mehr, sondern weniger Meinungsfreiheit gebe.

Jazz-Musiker Mose Allison gestorben

Seine Songs waren Vorlagen für viele andere Musiker

Der US-Jazzpianist und Sänger Mose Allison ist tot. Er sei am Dienstag im Alter von 89 Jahren eines natürlichen Todes gestorben, teilte seine Frau Audre der Nachrichtenagentur AP mit. Neben seinem Pianospiel, das eine Mischung aus Boogie-Woogie-Rhythmen, Blues und Jazz war, sind seine geistreichen Texte, die er mit starkem Südstaatenakzent vortrug, typisch für ihn. Sein Stil war schwierig einzuordnen: zu bluesig für Jazz, zu jazzig für Blues - und immer mit einem Teil Countrymusik als Zutat. Im Staat Mississippi geboren, arbeitete Allison als Jugendlicher auf den Baumwollfeldern seiner Heimat, begann jedoch in der Grundschule mit dem Klavierspiel. Großen Einfluss auf sein Schaffen hatte die im Mississippi-Delta gepflegte Jazz- und Bluesmusik. Allisons Popularität zeigt sich auch daran, dass Musiker verschiedenster Stilrichtungen viele seiner Lieder in Cover-Fassungen herausbrachten, u.a. The Clash, The Who, Elvis Costello, Van Morrison, Robert Palmer, Roy Rogers, Hot Tuna, the Yardbirds oder die Bangles. 2012 verabschiedete sich Mose Allison von der Bühne, 2015 erschien mit "Live in California" seine letzte CD.

Rekordpreis für de Kooning Bild

"Untitled XXV" wurde für 61,7 Millionen Euro versteigert

Ein Bild des zeitgenössischen Künstlers Willem de Kooning ist in New York zum Rekordpreis von 66,3 Millionen Dollar (61,7 Millionen Euro) versteigert worden. Das vielfarbige, zwei mal 2,20 Meter große Bild "Untitled XXV" erzielte bei Christie's das höchste Gebot, das je für einen de Kooning abgegeben wurde. Der Käufer hatte telefonisch mit geboten und blieb anonym. Christie's hatte das Werk des US-niederländischen Künstlers aus dem Jahr 1977 auf 40 Millionen Dollar geschätzt, nachdem es bereits bei seiner vorherigen Versteigerung vor zehn Jahren den Rekordpreis von 27,1 Millionen Dollar eingebracht hatte. Es war damals der höchste Preis, den bis dahin ein Kunstwerk der Nachkriegszeit bei einer Auktion erzielt hatte.

US-Primaballerina besucht Kubas Nationalballett

Misty Copeland vom American Ballet Theatre soll für Aussöhnung werben

Die US-Balletttänzerin Misty Copeland besucht Kuba. Die Primaballerina des American Ballet Theatre aus New York nahm am Training des kubanischen Nationalballetts teil. Sie sei beeindruckt von der Technik, Musikalität und Schnelligkeit der kubanischen Tänzer, sagte Copeland der Nachrichtenagentur Prensa Latina. Die Tänzerin ist als Sport-Botschafterin des US-Außenministeriums noch bis Freitag in Kuba. Copeland ist die erste afroamerikanische Primaballerina am American Ballet Theatre. 2015 listete sie das Magazin "Time" unter den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten. Das kubanische Nationalballett gilt als eines der besten der Welt. Seit dem Ende der Eiszeit zwischen Washington und Havanna kommen immer wieder US-Sportler nach Kuba, um für eine Aussöhnung zwischen den einstigen Erzfeinden zu werben.

Museum: Angebliche Van-Gogh-Skizzen sind Imitationen

Experte stufte die 65 Zeichnungen schon vor Jahren als nicht authentisch ein

Die angeblich neu entdeckte 65 Skizzen von Vincent van Gogh sind nach Ansicht des Amsterdamer Van Gogh Museums Imitationen. Ein in Paris präsentiertes Buch enthalte keine Zeichnungen des niederländischen Malers, erklärte das Museum. Experten hätten die Skizzen bereits vor Jahren zweifelsfrei als Imitationen seines Stils bewertet. Sie seien "monoton, unbeholfen und kraftlos". Ein französischer Verlag hatte das Buch zu einem angeblich "verlorenen Skizzenbuch aus Arles" präsentiert, das 65 Zeichnungen van Goghs aus den Jahren 1888 bis 1890 in der südfranzösischen Provence enthalten soll. Doch die Experten des Amsterdamer Museums hatten bereits 2008 und 2013 geurteilt, dass sie nicht authentisch sind. Unter anderem stellten sie fest, dass der Zeichner braune Tinte benutzt hatte, während van Gogh damals mit schwarzer und manchmal lilafarbener Tinte gearbeitet hatte. Dem Museum zufolge stimmten auch Papierart und Darstellung der Motive nicht. Die Angaben des Verlags bezeichnete das Museum als "sehr unwahrscheinlich".

Früherer "FR"-Chefredakteur gestorben

Werner Holzer wurde 90 Jahre alt

Werner Holzer, der langjährige Chefredakteur der "Frankfurter Rundschau" (FR), ist tot. Er starb am Montag im Alter von 90 Jahren, wie die Chefredaktion der Zeitung bestätigte. Der im pfälzischen Zweibrücken geborene Holzer arbeitete nach einem Geschichts- und Philosophiestudium unter anderem beim "Mannheimer Morgen" und bei der "Süddeutschen Zeitung". 1953 ging er zur "FR". Von 1973 bis zu seiner Pensionierung Ende 1991 war Holzer ihr Chefredakteur. Für seine Berichte aus Amerika wurde er mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet.

Gema-Urteil schockt Musikverlage

Verband fordert gesetzliche Regelung durch den Bundestag

Mit "blankem Entsetzen" haben die Musikverleger die Entscheidung des Kammergerichts Berlin zur Kenntnis genommen. Das teilte der Deutsche Musikverleger-Verband auf seiner Webseite mit. Laut dem Urteil darf die GEMA die Verlage künftig nicht mehr an den Einnahmen aus den Urheberrechtsabgaben beteiligen. Das  BGH-Urteil zeige die Notwendigkeit, die Verlegerbeteiligung gesetzlich zu regeln, so der Musikverlegerverband. Der Verband appelliert daher an den Bundestag, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Die deutschen Musikverleger seien von dem Urteil schockiert, in höchster Alarmbereitschaft und fürchteten um ihre Existenz.
 

Neuer RBB-Programmdirektor

Jan Schulte-Kellinghaus soll Claudia Nothelle ablösen

Jan Schulte-Kellinghaus (47), bisher unter anderem für das Vorabendprogramm des NDR-Fernsehens verantwortlich, soll neuer Programmdirektor beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) werden. Intendantin Patricia Schlesinger habe ihn dem RBB-Rundfunkrat als Nachfolger von Claudia Nothelle vorgeschlagen, sagte ein RBB-Sprecher. Nothelle verlässt den RBB auf eigenen Wunsch zum Jahresende. Über Schlesingers Personalvorschlag könnte der Rundfunkrat bereits am 1. Dezember abstimmen. Schulte-Kellinghaus machte in seiner Karriere Station beim Landesstudio Thüringen und dem Boulevardmagazin "Hallo Deutschland" im ZDF. Ab 2000 leitete er die NDR-Talkredaktion in Hamburg und die Unterhaltungsredaktion. Seit 2010 auch Geschäftsführer der ARD-Koordination Vorabend.

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