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Kulturnachrichten

Montag, 7. November 2016

Kulturinstitutionen für inhaftierte Künstler in der Türkei

Offener Brief an Mekel fordert sofortige Freilassung

Unter Federführung der Berliner Akademie der Künste haben zahlreiche Kulturinstitutionen in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appelliert, sich für die sofortige Freilassung der inhaftierten Kulturschaffenden in der Türkei einzusetzen. "Wir fordern die Bundesregierung nachdrücklich dazu auf, so zeitnah wie möglich dieser verheerenden Entwicklung in der Türkei mit hohem politischen Druck entgegenzuwirken", heißt es in dem Schreiben. Zu den Unterzeichnern gehören neben der Akademie etwa der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Frankfurter Buchmesse, das Berliner Künstlerprogramm des DAAD, das Deutsche Theater, der Hauptstadtkulturfonds und das Berliner Haus der Kulturen der Welt. Derzeit würden in der Türkei Menschenrechte und Demokratie in einer beispiellosen Verhaftungswelle von bekannten Journalisten, Autoren, Wissenschaftlern und Oppositionellen fundamental angegriffen, schreiben die Unterzeichner. "So wird die beidseitige kulturelle und gesellschaftliche Aufbauarbeit von Jahrzehnten in wenigen Monaten zerstört."

Böhmermann sieht sich von Geschichte bestätigt

Trotz Klagen von Erdogan würde ZDF-Moderator alles genau so wieder machen

Moderator Jan Böhmermann sieht sich im Rückblick in seinem Umgang mit dem umstrittenen Erdogan-Gedicht bestätigt. "Dass wir richtig lagen, hat die Geschichte gezeigt", sagte Böhmermann bei einer Medientagung in Köln. Der Moderator hatte im März in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" auf ZDFneo das Gedicht "Schmähkritik" über den türkischen Präsidenten vorgetragen. Erdogan ging dagegen vor. Strafrechtlich wird Böhmermann nicht mehr verfolgt, die zivilrechtliche Auseinandersetzung läuft noch. Böhmermann sagte, die Angelegenheit sei zwar eine juristische Herausforderungen. "Trotzdem war das eine Sache, die ich noch mal genauso machen würde." Aus seinem Selbstverständnis als Satiriker heraus sei er bereit gewesen, "einen Schritt weiter" zu gehen. Bei der Tagung des Grimme-Forschungskollegs in Köln unterstrich Böhmermann, er sehe es als seine Aufgabe an, Debatten anzustoßen. Viele Menschen hätten das Bedürfnis, einen Diskurs öffentlich auszutragen. Deshalb sei Transparenz in Zukunft das Wichtigste für die Medien.

Denkmal soll in Köln an NSU-Opfer erinnern

Wann der Entwurf umgesetzt wird, ist noch offen

Eine große Betonplatte mit integriertem App-Zugang soll in Köln als Denkmal an die Opfer der NSU-Anschläge erinnern. Die Idee stammt vom Künstler Ulf Aminde, der sich mit dem Entwurf gegen acht andere Vorschläge durchsetzte. Die Jury, in der auch Opfer vertreten waren, hatte einstimmig entschieden. Eine Betonplatte spiegelt dabei den Grundriss des Hauses wider, vor dem 2004 die Bombe in der Keupstraße explodierte. "Das, was zerstört werden sollte, kommt damit noch mal zur Geltung und wird zu einem Ort der Begegnung", sagte der Direktor des Kölner NS-Dokumentationszentrums, Werner Jung. Mit der App entstehen virtuelle Wände, mit denen man etwa Filme über das NSU-Verfahren anschauen kann. Über den Entwurf muss noch der Stadtrat entscheiden. Wann er umgesetzt werden könnte, ist offen. Am 9. Juni 2004 war in der überwiegend von türkischstämmigen Menschen bewohnten Keupstraße eine Nagelbombe explodiert, die der "Nationalsozialistische Untergrund" (NSU) gelegt haben soll. Viele Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

Türkei: Kurdische "Biene Maja" zurück im TV

Fernsehrat hebt Zwangsschließung von kurdischem Kinderkanal Zarok TV auf

Gut einen Monat nach der Zwangsschließung des kurdischsprachigen Kinderkanals Zarok TV hat der türkische Rundfunk-und Fernsehrat RTÜK das Sendeverbot wieder aufgehoben. "Diese Woche kommt Zarok TV zurück", sagte Programmchefin Dilek Demiral der Deutschen Presse-Agentur. Der Kindersender strahlte bis zu seiner Schließung unter anderem Zeichentrickserien wie "Die Biene Maja" und "Die Schlümpfe" auf Kurdisch aus. Eine Begründung habe es weder für die Schließung noch für das Aufheben des Sendeverbots gegeben. Türkische Medienberichte, nach denen der Sender künftig 40 Prozent seines Programms auf Türkisch ausstrahlen müsse, konnte Demiral nicht bestätigen. "Wir werden mit unserem gewohnten Programm weitermachen", sagte sie.

New York: Kaum Kulturveranstaltungen am Wahlabend

Opern und Theater wollen nicht in Konkurrenz zu den Wahlen treten|

Ob Broadway, Metropolitan Opera oder Carnegie Hall - viele New Yorker Kultureinrichtungen wollen nicht mit der US-Präsidentschaftswahl konkurrieren und lassen ihre Türen am Dienstagabend zu. Deutlich mehr Theater und Konzerthallen als an vergangenen Wahlabenden hätten diese Entscheidung getroffen, berichtet die "New York Times" - einerseits weil die Wahl mit besonderer Spannung erwartet wird, andererseits weil immer mehr Besucher Smartphones haben und die Ablenkungsgefahr durch eintrudelnde Wahlergebnisse zu hoch wäre. Einige Mitglieder der Berliner Philharmoniker versuchen einen Kompromiss: Sie spielen bei einer "Wahlabend-Party" im DiMenna Center in Manhattan zeitgenössische klassische Werke. Auf einer Leinwand werden währenddessen die Titel der Werke eingeblendet - und die neuesten Wahlergebnisse.

"New York Times" öffnet für die Wahl Online-Paywall

Jeder soll Zugriff auf die Berichterstattung haben

Leser können die "New York Times" anlässlich der US-Präsidentenwahl diese Woche für drei Tage unbeschränkt kostenlos online nutzen. Vom 7. bis 9. November stünden die digitalen Plattformen ohne Paywall zur Verfügung, schrieb Chefredakteur Dean Baquet in einer E-Mail. Wahlen gehörten zu den wichtigsten Vorgängen in einer Demokratie. "Wir glauben, dass jeder, ohne Ausnahme, ein tieferes Verständnis der Kandidaten, der Fragen und Ergebnisse dieser bisher einmaligen Wahl verdient(...)."

ARD verteidigt Vollverschleierung in Talkshow

Auftritt einer Schweizer Muslima im Niqab bei "Anne Will" wurde heftig kritisiert

Nach harscher Kritik am Auftritt einer vollverschleierten Muslimin in der Talkshow "Anne Will" hat der Sender die Einladung der Frau verteidigt. Sie sei sorgfältig abgewogen worden, teilte die verantwortliche NDR-Redakteurin Juliane von Schwerin mit. Im Zentrum der Empörung stand Nora Illi vom Islamischen Zentralrat der Schweiz, die am Sonntagabend mit einem Niqab aufgetreten war, der nur einen schmalen Sehschlitz freiließ. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach und der Autor Ahmad Mansour warfen ihr in der Talkshow vor, sie verherrliche den Krieg in Syrien. Moderatorin Anne Will hielten die beiden vor, sie habe dem radikalen Islam mit dem Auftritt von Illi in der Sendung eine breite Plattform geboten. Dazu hieß es vom NDR: "Die umstrittene Haltung von Frau Illi zum Beispiel zur Problematik der Ausreise von Jugendlichen nach Syrien ist deutlich zutage getreten und heftig debattiert worden." Die Zusammensetzung der Diskussionsrunde habe zu einer "angemessenen wie notwendigen Auseinandersetzung" geführt.

Dirigent und Pianist Zoltan Kocsis gestorben

Ungarischer Musiker war wichtiger Bartok-Interpret

Der ungarische Dirigent und Pianist Zoltan Kocsis ist tot. Am Sonntag starb er im Alter von 64 Jahren, wie die Ungarische Nationalphilharmonie, deren musikalischer Leiter Kocsis war, der Nachrichtenagentur MTI mitteilte. Er sei nach langer, schwerer Krankheit gestorben, hieß es in der Mitteilung. Kocsis war über Jahrzehnte eine der prägenden Gestalten des ungarischen Musiklebens. Sein markantes, präzises Klavierspiel machte ihn auch zu einem international gefragten Solisten. Kocsis galt als erstrangiger Interpret des Werks des ungarischen Komponisten Bela Bartok (1881-1945) und spielte dessen gesamte Klavierkompositionen ein. "Zoltan Kocsis war ein musikalischer Riese, eines der seltenen Genies", schrieb der Dirigent Ivan Fischer auf seiner Facebook-Seite. "Seine Wirkung auf seine gesamte Generation ist unermesslich." Kocsis hatte 1983 zusammen mit Fischer das Budapester Festivalorchester gegründet und war ab 1997 musikalischer Leiter der Ungarischen Nationalphilharmonie. Zuletzt musste er sich mehreren Herzoperationen unterziehen.

DJV fordert Freilassung von türkischen Journalisten

Protestaktion zum Beginn des DJV-Verbandstags in Bonn

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) setzt sich angesichts von Verhaftungen von Journalisten in der Türkei für die Freilassung der Betroffenen ein. Einen entsprechenden Appell richtete der DJV-Vorsitzende Frank Überall an die türkische Regierung. "Wir denken an die vielen Kolleginnen und Kollegen in der Türkei, die eingesperrt wurden, weil sie ihren journalistischen Auftrag ernst nehmen", sagte Überall beim Verbandstag seiner Organisation in Bonn. Es müsse nun darum gehen, die Pressefreiheit in der Türkei wieder einzuführen. Zuvor waren bei einer Protestaktion 200 weiße Ballons aufgestiegen.

Hasenclever-Literaturpreis an Jenny Erpenbeck verliehen

Ehrung erfolgt für Roman "Gehen, ging, gegangen" über Flüchtlinge in Deutschland

Die Berliner Schriftstellerin Jenny Erpenbeck hat den Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen erhalten. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung bekommt sie für ihren Roman "Gehen, ging, gegangen" über Flüchtlinge in Deutschland. Gewürdigt werde die politische Zivilcourage der 1967 geborenen Autorin, mit der sie sich aktuellen Problemen unserer Zeit stelle, erklärte die Stadt. Erpenbeck gebe den Flüchtlingen eine Stimme und nutze dabei eindrucksvoll und virtuos die Mittel des Romans, um die Leser in die Zeitgeschichte einzubeziehen, begründete die Jury ihre Wahl. In dem im August 2015 veröffentlichten Tatsachenroman schildere sie die unhaltbaren Lebensbedingungen hungerstreikender afrikanischer Flüchtlinge auf einem zentralen Platz mitten in Berlin.

New Yorker Kultureinrichtungen schließen am Wahlabend

Viele Theater und Konzerthallen wollen nicht mit Präsidentschaftswahl konkurrieren

Ob Broadway, Metropolitan Opera oder Carnegie Hall - viele New Yorker Kultureinrichtungen wollen nicht mit der US-Präsidentschaftswahl konkurrieren und lassen ihre Türen am kommenden Dienstagabend zu. Deutlich mehr Theater und Konzerthallen als an vergangenen Wahlabenden hätten diese Entscheidung getroffen, berichtet die "New York Times" - einerseits weil die Wahl mit besonderer Spannung erwartet wird, andererseits weil immer mehr Besucher Smartphones haben und die Ablenkungsgefahr durch eintrudelnde Wahlergebnisse zu hoch wäre. Die Konzerthalle Carnegie Hall, die Metropolitan Oper und mehr als die Hälfte aller Broadway-Theater bleiben ganz geschlossen. Einige Mitglieder der Berliner Philharmoniker versuchen einen Kompromiss: Sie spielen bei einer "Wahlabend-Party" im DiMenna Center in Manhattan zeitgenössische klassische Werke. Auf einer Leinwand werden währenddessen die Titel der Werke eingeblendet - und die neuesten Wahlergebnisse.

Heinz Strunk mit Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet

Ehrung erfolgte für Roman "Der goldene Handschuh"

Der Hamburger Schriftsteller, Musiker und Schauspieler Heinz Strunk ist in Braunschweig mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet worden. Strunk wurde für seinen 2016 erschienen Roman "Der goldene Handschuh" geehrt. Der mit 30.000 Euro dotierte Preis gehört zu den bedeutendsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Er wird jährlich für einen aktuellen Roman gemeinsam von der Stadt Braunschweig und dem Deutschlandfunk vergeben. Der Roman "Der goldene Handschuh" erzählt die Geschichte rund um die gleichnamige Hamburger Reeperbahn-Absturzkneipe und den Frauenmörder Fritz Honka (1935-1998). Strunk schildere mit "diskreter Empathie ein Leben zwischen Abfall, Gewalt und Dauersuff", begründete die Jury ihre Entscheidung. Er dringe ohne Sozialvoyeurismus in Dimensionen vor, an denen sich schon lange kein deutscher Autor mehr versucht habe.

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