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Kulturnachrichten

Samstag, 5. November 2016

Georg-Büchner-Preis an Marcel Beyer verliehen

Der "Sprachweltzeitgenosse"

Der Schriftsteller Marcel Beyer hat am Samstag in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis 2016 erhalten. "Seine Texte sind kühn und zart, erkenntnisreich und unbestechlich", begründete die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung ihre Wahl. Beyer beherrsche "das epische Panorama ebenso wie die poetische Mikroskopie". Der mit 50.000 Euro dotierte Büchner-Preis gilt als herausragende literarische Auszeichnung in Deutschland. "Immer ist da Zeitgenossenschaft, in der die Leserin sich zu erkennen glaubt, die Beyer aber im selben Moment verfremdet", schilderte die Berliner Wissenschaftshistorikerin Anke te Heesen in ihrer Laudatio. "Beyer tut nicht so, als sei er Zeuge, sondern er vermittelt eine Gegenwärtigkeit, die mich anspricht." Der Schriftsteller deute, ohne belehrend zu sein, und greife etwas auf, ohne das Danebenstehende dumm aussehen zu lassen. "Beyer geht es darum, dass das Bekannte uns fremd wird, und wir gerade deshalb der alten gefügigen, liebgewordenen Erinnerung etwas Neues abgewinnen können." Te Heesen nannte den Preisträger einen "Sprachweltzeitgenossen". Der 1965 in Tailfingen in Württemberg geborene Marcel Beyer wuchs in Kiel und Neuss auf und lebt seit 1996 in Dresden. Sein erster Roman "Das Menschenfleisch" erschien 1991, im selben Jahr auch der Gedichtband "Walkmännin". Weitere Romane sind "Spione" (2000) und "Kaltenburg" (2008). Beyer veröffentlichte außerdem die Lyrikbände "Falsches Futter" (1997) und "Erdkunde" (2002). Erzählungen und Essays enthalten "Nonfiction" (2003) und "Putins Briefkasten. Acht Recherchen" (2012). Zuletzt legte er den Gedichtband "Graphit" (2014) vor. Zu den früheren Büchner-Preisträgern gehören Günter Grass, Peter Handke, Wilhelm Genazino und zuletzt Rainald Goetz.

Gorki-Intendantin fordert klare Haltung zur Türkei

Shermin Langhoff appelliert an Kanzlerin Merkel

Die Intendantin des Berliner Maxim-Gorki-Theaters, Shermin Langhoff, hat Kanzlerin Merkel zu einer entschiedenen Haltung gegenüber der Türkei aufgefordert. "Sie wollen die Gespräche mit der Türkei fortsetzen, aber wenn Sie weitersprechen, müssen Sie deutlicher werden und die neuerlichen Verhaftungen auf das Schärfste verurteilen", schrieb Langhoff in einem offenen Brief an Merkel, den "Der Tagesspiegel" am Samstag veröffentlichte. Spätestens seit diesem Freitag sei deutlich, dass in der Türkei nicht nur Journalisten und Künstler, sondern auch gewählte Parlamentarier verfolgt würden. Merkel habe zwar nach den Verhaftungen der Journalisten der Zeitung "Cumhuriyet" Worte der Solidarität gefunden. "Neben Worten der Solidarität sind Sie und wir dringend aufgerufen zu handeln, damit das faktisch existierende totalitäre Regime in der Türkei nicht gänzlich in eine islamofaschistische Diktatur abdriftet", erklärte die Intendantin und Regisseurin, die in der Türkei geboren wurde. Alle wirtschaftlichen und politischen Beziehungen von Deutschland und Europa mit der Türkei müssten grundsätzlich überprüft werden. "Denn die Dissonanzen zwischen unseren Worten und Taten sind unerträglicher denn je", schrieb Langhoff.

Chefredakteur der "Cumhuriyet" in Untersuchungshaft

Neun Zeitungsmitarbeiter im Gefängnis

Ungeachtet scharfer internationaler Kritik an der Festnahme von 13 Mitarbeitern der türkischen Zeitung "Cumhuriyet" müssen neun von ihnen ins Gefängnis. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Polizeiangaben berichtete, ordnete ein Gericht in Istanbul am Samstag Untersuchungshaft für Chefredakteur Murat Sabuncu und acht Kollegen an. Die anderen vier Beschuldigten seien gegen Kaution freigelassen worden, dürften aber nicht ins Ausland reisen. Sie waren am Montag im Rahmen von Anti-Terror-Ermittlungen gegen die kurdische Untergrundorganisation PKK festgenommen worden. Journalistenorganisationen und westliche Politiker hatten mit Empörung auf das Vorgehen der türkischen Behörden reagiert. "Reporter ohne Grenzen" erklärte, die Schikanen zeigten die Geringschätzung der türkischen Regierung für abweichende Meinungen. "Cumhuriyet" wurde erst kürzlich mit dem "Alternativen Nobelpreis" ausgezeichnet. Die kritische Zeitung geriet wiederholt ins Visier der Behörden. Der frühere Chefredakteur Can Dündar wurde wegen des Verrats von Staatsgeheimnissen zu fast sechs Jahren Haft verurteilt, legte Berufung ein und lebt inzwischen in Deutschland.

Haft und Peitschenhiebe für iranischen Rapper

Verurteilung ohne nähere Begründung

Der iranische Rap-Sänger Amir-Hussein Maghsudlu ist zu fünf Jahren Haft und 74 Peitschenhieben verurteilt worden. Das gab Teherans Staatsanwalt Abbas Dolatabadi laut Nachrichtenagentur ISNA ohne nähere Begründung bekannt. Der unter dem Künstlernamen "Ta-Ta-Lu" bekannte Sänger ist einer der vielen "Untergrundmusiker" im Land. Da Musikrichtungen wie Rap, Hip Hop, Heavy und Metal Rock im Iran Tabu sind, finden ihre Konzerte immer heimlich vor einem ausgewählten Publikum statt. Ta-Ta-Lu wurde im Sommer wegen "Verbreitung westlicher und unislamischer Sittenlosigkeit" festgenommen. Wegen Beleidigung der Richters beim ersten Verhör musste er zunächst für zwei Monate ins Gefängnis. Nach einer Entschuldigung kam er dann gegen Kaution bis zu seinem Gerichtstermin frei.

"Toni Erdmann" für Europäischen Filmpreis nominiert

Maren Ades Kinoerfolg hat fünffach Chancen

Die deutsche Tragikomödie "Toni Erdmann" ist gleich fünfmal für den Europäischen Filmpreis nominiert worden. Das Vater-Tochter-Drama von Maren Ade hat nicht nur Chancen auf die Trophäe als bester Film. Sandra Hüller und Peter Simonischek wurden auch als beste Schauspieler nominiert. Weitere Nominierungen gab es für Regie und Drehbuch, wie die Europäische Filmakademie am Samstag in Sevilla mitteilte.

Nominierungen bester europäischer Spielfilm:
"Toni Erdmann", Maren Ade
"Elle", Paul Verhoeven (Niederlande)
"Julieta", Pedro Almodóvars (Spanien)
"Ich, Daniel Blake", Ken Loach (Großbritannien)
"Raum- Liebe kennt keine Grenzen", Lenny Abrahamson (Irland)

Beste Schauspielerin:
Sandra Hüller, "Toni Erdmann"
Valeria Bruni Tedeschi. "Like Crazy"
Isabelle Huppert, "Elle"
Trine Dyrholm, "Die Kommune
Emma Suárez und Adriana Ugarte, "Julieta"

Bester Schauspieler:
Peter Simonischek, "Toni Erdmann"
Burghart Klaußner, "Der Staat gegen Fritz Bauer"
Hugh Grant, "Florence Foster Jenkins"
Javier Cámara, "Freunde fürs Leben"
Dave Johns, "Ich, Daniel Blake"
Rolf Lassgard, "Ein Mann namens Ove"

Als bester Dokumentarfilm wurde unter anderem der diesjährige Berlinale-Gewinner nominiert: die Dokumentation "Seefeuer" des Italieners Gianfranco Rosi über das Flüchtlingssterben im Mittelmeer. Den Preis für sein Lebenswerk bekommt Ex-James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan. Der Europäische Filmpreis gilt als europäisches Pendant zum Oscar und wird am 10. Dezember in Breslau (Wroclaw) verliehen.

Aids-Stiftung erwartet prominente Gäste zur Operngala

Benefiz-Gala für HIV-Hilfsprojekte

Zur traditionellen Operngala der Deutschen Aids-Stiftung werden am Samstag Abend in Berlin zahlreiche Prominente erwartet. Bundespräsident Joachim Gauck wird eine Ansprache halten, als Moderator wird der Sänger Max Raabe durch den Abend führen. Zu dem Benefiz-Konzert in der Deutschen Oper erwarten die Veranstalter außerdem den französischen Modedesigner Jean Paul Gaultier, die Sängerin Conchita Wurst sowie Berlins ehemaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit. Auch Fußballer Manuel Neuer und das Model Toni Garrn werden an der Gala teilnehmen. Die Einnahmen des Abends gehen an Hilfsprojekte für Aids-Kranke und HIV-Infizierte in Deutschland und in Afrika. Bei der 22. Gala im vergangenen Jahr kamen 500 000 Euro zusammen.

Deutscher Theaterpreis "Faust" wird vergeben

Hans Neuenfels wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet

Zehn Jahre nach seiner Gründung wird am Samstag Abend in Freiburg der diesjährige Deutsche Theaterpreis "Der Faust" vergeben. Verliehen wird die undotierte Auszeichnung in neun Kategorien. Nominiert sind Kulturschaffende von Theatern aus ganz Deutschland. Den Preis für sein Lebenswerk erhält der Regisseur, Schriftsteller und Filmemacher Hans Neuenfels (75). Die acht weiteren Preisträger werden am Abend bei der Verleihung bekannt gegeben. "Der Faust" ist nach Angaben der Stifter der bedeutendste Theaterpreis in Deutschland. Er wird seit 2006 jährlich in mehreren Kategorien vergeben. Stifter sind der Deutsche Bühnenverein, die Kulturstiftung der Länder und die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste.

Plaza der Elbphilharmonie geöffnet

Grosser Besucheransturm erwartet

Gut zwei Monate vor der Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie hat die Plaza des spektakulären Gebäudes am Samstag erstmals offiziell für Besucher geöffnet. Die rund 4000 Quadratmeter große Aussichtsplattform in 37 Metern Höhe hatte das Bauunternehmen Hochtief am Vortag bei einem Festakt mit Oberbürgermeister Olaf Scholz (SPD) an die Stadt Hamburg übergeben. Bei der ersten öffentlichen Begehung trübten Regen und starker Nebel die Rundumsicht auf den Hamburger Hafen. Bis zu 1200 Menschen dürfen sich gleichzeitig auf der Plaza aufhalten. Der Zutritt wird über Tickets geregelt. Konzertbesucher brauchen später kein Extra-Ticket. Am 11. Januar 2017 wird das NDR Elbphilharmonie Orchester den Konzertsaal der Elbphilharmonie einweihen.

Deutsch lernen als Beitrag zur Wissenschaft

Projekt des Max-Planck-Instituts Leipzig

Rund 70 Flüchtlinge leisten mit ihrer Teilnahme an einem Deutschkurs im Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften eine Beitrag zur Forschung. Der Kurs ist zugleich eine wissenschaftliche Studie. Die Forscher wollen herausfinden, wie eine neue Sprache am effektivsten gelernt wird und was dabei im Gehirn passiert. Die Geflüchteten sind nach Angaben der Forscher allesamt arabische Muttersprachler aus Syrien, Libanon und dem Irak. Während sie ein halbes Jahr lang Deutsch lernen, wird ihr Gehirn dabei regelmäßig in einem Magnetresonanztomographen durchleuchtet. Eine erste, sehr vorläufige Auswertung der erhobenen Daten soll bis Ende des Jahres vorliegen.

Stein des Aachener Doms geht an Friedenshügel Auschwitz

Feierliche Übergabe bei Aachener Gottesdienst

Ein Stein des Aachener Doms geht an den Erinnerungs- und Friedenshügel in Sichtweite des nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Bei einem Gottesdienst im Aachener Dom übergab der Aachener Dompropst Manfred von Holtum den Stein an den ehemaligen Stadtpräsidenten von Oswiecim (Auschwitz), Janusz Marzalek. Der Erinnerungs- und Friedenshügel wurde auf Initiative von ehemaligen Häftlingen des Lagers errichtet. Er soll an alle Opfer von Völkermord, Diktaturen und Kriegen erinnern und zugleich ein Mahnmal für Frieden und Menschenrechte sein. Dafür wurden schon andere besondere Steine aus vielen Teilen der Welt gespendet.

13 Finalisten beim "local heroes"-Bundesfinale

Größter nichtkommerzieller Nachwuchswettbewerb für Bands

13 Nachwuchsbands und Solokünstler aus ebenso vielen Bundesländern treten in Salzwedel beim Finale des "local heroes"-Wettbewerbs an. Seit Jahresanfang gab es regionale Vorentscheide mit mehr als 1500 Bands. Auf die Landesfinale folgt nun das Bundesfinale, für das fast jedes Bundesland einen Teilnehmer nach Sachsen-Anhalt schickt. Ausgezeichnet wird die beste Newcomerband, der beste Sänger und der beste Instrumentalist. Abstimmen können eine Jury und das Publikum. "Local heroes" ist nach Veranstalterangaben der deutschlandweit größte nichtkommerzielle Nachwuchswettbewerb für Bands. In diesem Jahr feiert er seinen 25. Geburtstag.

Deutsche Meister im Poetry Slam

Philipp Scharrenberg und Daniel Wagner ausgezeichnet

Philipp Scharrenberg ist Meister im deutschsprachigen Poetry Slam "Wortgefecht". Der 40-Jährige Nürnberger setzte sich am späten Freitagabend in Stuttgart im Einzelwettbewerb durch. Sein Text über "Mork der kleine Ork" und schwäbische Polizisten brachte ihm in der ausverkauften Liederhalle die beste Wertung der Publikumsjury. Die höchste Einzelbewertung aus der Jury erhielt sein Konkurrent Daniel Wagner aus Heidelberg: Der 32-Jährige punktete mit seinem Text über den Erfolg der AfD bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Insgesamt hatten sich rund 110 Künstler in Einzelwettbewerben beteiligt. Hinzu kamen Poetry Slams in Gruppen. Deren Finale findet an diesem Samstag statt.

Oscar-Akademie setzt auf neue Show-Produzenten

Michael De Luca und Jennifer Todd versprechen spannende Gala

Die nächste Oscar-Gala wird von zwei erfolgreichen Filmproduzenten ausgerichtet, die zum ersten Mal die Show organisieren. Wie die Oscar-Akademie am Freitag in Los Angeles mitteilte geben die Produzenten Michael De Luca (51) und Jennifer Todd (47) ihr Debüt. In einer gemeinsamen Mitteilung verspricht das Duo, eine spannende Show zu kreieren, eine Hommage auf Filme und deren Fähigkeit, "uns alle miteinander zu verbinden". Die 89.Trophäen-Gala soll am 26. Februar 2017 in Hollywood stattfinden. Als Produzent von Filmen wie "Captain Phillips", "Moneyball" und "The Social Network" holte De Luca Oscar-Nominierungen. Derzeit arbeitet er an den "Fifty Shades"-Fortsetzungen. Todd ist Chefin der Produktionsfirma Pearl Street Films, die von Ben Affleck und Matt Damon gegründet wurde. Sie brachte unter anderem die Filme "Jason Bourne", "Alice im Wunderland" und "Memento" auf die Leinwand.

Sting wiedereröffnet "Bataclan"

Ein Jahr nach Terroranschlag

Die Pariser Konzerthalle "Bataclan", die vor einem knappen Jahr von islamistischen Terroristen angegriffen worden war, wird am 12. November mit einem Konzert des britischen Sängers Sting wiedereröffnet. Das gab Sting auf seinem offiziellen Twitter-Account bekannt und bestätigte damit einen Bericht des französischen Fernsehsenders BFMTV. Alle Einnahmen sollen einem Hilfsfonds für die Opfer der Anschläge zugutekommen. Bisher hatte es geheißen, der Club solle vier Tage später mit einem Konzert des britischen Sängers Pete Doherty neu öffnen. Terroristen hatten am 13. November 2015 in Paris 130 Menschen getötet. Sie schossen im "Bataclan" sowie in Bars und Restaurants wahllos auf Menschen. Am Nationalstadion Stade de France sprengten sich während des Fußball-Länderspiels Frankreich-Deutschland drei Attentäter in die Luft.

Nachlass von Shirley Temple wird versteigert

Auktion am 5. und 6. Dezember

Ein Diamantring, Kindertanzschuhe und Gemälde: Der Nachlass der 2014 gestorbenen US-Schauspielerin Shirley Temple wird versteigert. Die Nachfahren von Temple, die zweimal verheiratet war und drei Kinder hatte, hätten den Nachlass zur Versteigerung gegeben, teilte das Auktionshaus Heritage Auction am Donnerstag mit. Unter den rund 420 Angeboten sind Schmuck, Möbel, Dekorationsstücke, Kleidung und Schuhe. Das Auktionshaus erwartet, dass die einzelnen Stücke bei der Versteigerung am 5. und 6. Dezember in Dallas zwischen 1000 und 75 000 Dollar einbringen werden. Temple war in den 30er Jahren als Kinderstar berühmt geworden. Später arbeitete sie auch als Botschafterin für die USA.

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