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Kulturnachrichten

Freitag, 4. November 2016

Hessischer Kulturpreis für Andreas Scholl und Tamar Halperin

Countertenor und Pianistin ausgezeichnet

Der Countertenor Andreas Scholl und die Pianistin Tamar Halperin aus Kiedrich im Rheingau-Taunus-Kreis haben den Hessischen Kulturpreis 2016 erhalten. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) überreichte den mit 45.000 Euro höchstdotierten Kulturpreis der Bundesrepublik Deutschland am Freitagabend im Wiesbadener Kurhaus. Bouffier nannte Andreas Scholl einen "herausragenden Sänger, der sein Publikum mit seiner außergewöhnlichen Interpretationskunst und seiner klaren Stimme bezaubert". Der 1967 in Eltville geborene Scholl habe als Countertenor international Karriere gemacht und baue mit seiner Ehefrau Tamar Halperin musikalische und kulturelle Brücken, sagte Bouffier. Halperin, 1976 in Israel geboren, habe sich als Pianistin und Cembalistin ebenso wie ihr Ehemann der Barockmusik verschrieben, begeistere aber auch mit klassischem und zeitgenössischem Repertoire. Der Hessische Kulturpreis wird in Anerkennung besonderer Leistungen in Kunst, Wissenschaft und Kulturvermittlung seit 1982 verliehen.

Oscar-Akademie setzt auf neue Show-Produzenten

Michael De Luca und Jennifer Todd versprechen spannende Gala

Die nächste Oscar-Gala wird von zwei erfolgreichen Filmproduzenten ausgerichtet, die zum ersten Mal die Show organisieren. Wie die Oscar-Akademie am Freitag in Los Angeles mitteilte geben die Produzenten Michael De Luca (51) und Jennifer Todd (47) ihr Debüt. In einer gemeinsamen Mitteilung verspricht das Duo, eine spannende Show zu kreieren, eine Hommage auf Filme und deren Fähigkeit, "uns alle miteinander zu verbinden". Die 89.Trophäen-Gala soll am 26. Februar 2017 in Hollywood stattfinden. Als Produzent von Filmen wie "Captain Phillips", "Moneyball" und "The Social Network" holte De Luca Oscar-Nominierungen. Derzeit arbeitet er an den "Fifty Shades"-Fortsetzungen. Todd ist Chefin der Produktionsfirma Pearl Street Films, die von Ben Affleck und Matt Damon gegründet wurde. Sie brachte unter anderem die Filme "Jason Bourne", "Alice im Wunderland" und "Memento" auf die Leinwand.

Reformationsjubiläum fördert Erhalt von Kirchen

Brandenburgs Kulturministerin hofft auf Impulse durch das Jubiläumsjahr

Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) erwartet vom 500-Jahr-Gedenken der Reformation einen Ansporn für den Erhalt von Kirchenbauten. Sie sei überzeugt, "dass das Reformationsjubiläum vielen Kirchen und Klosteranlagen als Orten der Begegnung neue Impulse geben wird", sagte Münch in Brandenburg/Havel. Sie sprach beim 24. Denkmaltag des Bundeslandes, der in diesem Jahr unter dem Motto "Brandenburgische Kirchen im Wandel" stand. Seit 1990 hätten Kirchen, Gemeinden, Stiftungen, Kirchenbau-Vereine und viele Freiwillige dafür gesorgt, dass alte Kirchen gerettet, restauriert und wieder mit Leben erfüllt worden seien. Das Land Brandenburg habe die Sanierung von Kirchengebäuden in den vergangenen 20 Jahren mit mehr als 37 Millionen Euro unterstützt, so die Ministerin.

Architekt Bernhard Winking erhält Fritz-Schumacher-Preis

Hamburg ehrt seine städtbaulichen Leistungen

Der Architekt Prof. Bernhard Winking hat am Freitag den mit 20 000 Euro dotierten Fritz-Schumacher-Preis des Hamburger Senats erhalten. Damit würden seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet des Städtebaus und der Architektur gewürdigt, teilte die Stadtentwicklungsbehörde mit. Winking habe die Tradition der Fassadengestaltung mit Backstein in seinen Bauten auf einzigartige Weise fortgesetzt und mit seinen Brückenbauten und städtebaulichen Projekten maßgeblich dazu beigetragen, Schumachers Erbe in eine neue Zeit zu führen, erklärte Senatorin Dorothee Stapelfeldt bei der Preisverleihung. Der Preis wird alle drei Jahre an Architekten und Stadtplaner vergeben und erinnert an den ehemaligen Hamburger Oberbaudirektor Fritz Schumacher (1869 - 1947).

Medien Ansturm auf Elbphilharmonie Plaza

Ab Samstag frei für die Öffentlichkeit

Etwa 300 Journalisten, viele von ihnen aus dem Ausland, haben die Elbphilharmonie besichtigt. Einen Tag vor der Öffnung der sogenannten Plaza für jedermann präsentierte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) in einem Festakt den ersten Teil des 789 Millionen teuren Vorzeigeobjekts. Parallel eröffnen ein Luxushotel und die Gastronomie. Das Konzerthaus wird am 11. und 12. Januar 2017 mit großen Aufführungen eröffnet. Die Plaza ist eine für jeden zugängliche Plattform zwischen dem Kaispeicher aus Backstein und dem charakteristischen gläsernen Neubau. Sie liegt in 37 Metern Höhe und ist über die "Tube", Hamburgs vermutlich erste Rolltreppe mit eigenem Namen, erreichbar.
Zweieinhalb Minuten dauert die Fahrt über eine Länge von 80 Metern und 24 Metern Höhenunterschied. Da die Kapazität auf der Plaza begrenzt ist, wird der Besuch über Tickets geregelt, Konzertbesucher brauchen später kein Extra-Ticket.

Grimm-Bürgerdozentur geht an Tilman Spreckelsen

Stadt Hanau vergibt Dozentur künftig alle zwei Jahre

Die erstmals vergebene Grimm-Bürgerdozentur der Stadt Hanau und der Universität Frankfurt am Main geht an Tilman Spreckelsen, Literaturredakteur der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Wie das Institut für Jugendbuchforschung der Universität am Freitag mitteilte, wurde die Dozentur zum Wintersemester 2016/17 ins Leben gerufen. Mit ihr verbunden ist eine dreiteilige öffentliche Vorlesungsreihe. Tilman Spreckelsen habe sich als ein außergewöhnlich versierter Fürsprecher der Märchen der Brüder Grimm und deren Fortwirken, insbesondere in der Kinder- und Jugendliteratur, erwiesen, begründete das Institut die Wahl. Mit ihm werde eine Persönlichkeit ausgezeichnet, die das Leben und Werk der Brüder Grimm für die Gegenwart aktualisiere und sichtbar mache. Die Grimm-Bürgerdozentur soll künftig alle zwei Jahre vergeben werden.

Welterbe Bauhaus soll erweitert werden

2017 wird über Bauten in Dessau und Bernau entschieden

Die Entscheidung über die Aufnahme weiterer Stätten in das Unesco-Weltkulturerbe Bauhaus soll 2017 fallen, teilte die Stiftung Bauhaus mit. Nach einem Antrag der Bundesrepublik Deutschland sollen die Laubenganghäuser in Dessau-Roßlau und die Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes ADGB in Bernau bei Berlin in das Welterbe Bauhaus aufgenommen werden. Die Architektur stammt von Hannes Meyer, der das Dessauer Bauhaus von 1928 bis 1930 leitete. Bisher gehören zum Weltkulturerbe in Weimar die ehemalige Kunstschule, die ehemalige Kunstgewerbeschule und das Haus am Horn. In Dessau sind es das Bauhausgebäude und die Meisterhäuser.

Arnold-Bode-Preis für Hiwa K.

Stadt Kassel ehrt herausragende Leistungen in der Gegenwartskunst

Der documenta-14-Künstler Hiwa K. ist mit dem Arnold-Bode-Preis 2016 der Stadt Kassel ausgezeichnet worden. Der 1975 im Irak geborene und in Berlin lebende Künstler habe die Auszeichnung am Donnerstagabend für herausragende Leistungen für die Kunst der Gegenwart erhalten, teilte die Stadt mit. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Adam Szymczyk, künstlerischer Leiter der documenta 14, bezeichnete Hiwa K. in seiner Laudatio als einen Künstler, der das Bedürfnis habe, mit seinen Arbeiten "zu dem Realen vorzudringen". Der Arnold-Bode-Preis der Stadt Kassel wird in Erinnerung an den Gründer der documenta an bedeutende Künstler der Gegenwart verliehen.

Lilienthal bedauert Hobmeier Kündigung

Schauspielerin habe "Prozess der Annäherung aufgegeben"

Matthias Lilienthal, Intendant der Münchner Kammerspiele, bedauert, dass die beim Münchner Publikum beliebte Schauspielerin
Brigitte Hobmeier gekündigt hat. Der "Süddeutschen Zeitung" hatte sie gesagt: "Die können mit mir nichts anfangen.". Sie werde zum Ende der laufenden Spielzeit aus dem Ensemble ausscheiden - ohne ein neues Engagement zu haben. Matthias Lilienthal sagte im Deutschlandradio Kultur, es sei schade, "weil, wir hatten gerade mit Brigitte Hobmeier eine sehr schöne Premiere von Ryan Trecartin, der auch für sie ein sehr großer Erfolg war, auch sie in einer zentralen Besetzung, und wir stehen eigentlich jetzt kurz vor einem Probenanfang, wo sie im "Kirschgarten" spielt. Und insofern finde ich es schade, dass sie den Prozess der Annäherung aufgegeben hat." Die Besetzung am Theater zu machen sei immer ein schwieriger Prozess zwischen Stoffen, Regisseuren und Schauspielern.

Sting wiedereröffnet "Bataclan"

Ein Jahr nach Terroranschlag

Die Pariser Konzerthalle "Bataclan", die vor einem knappen Jahr von islamistischen Terroristen angegriffen worden war, wird am 12. November mit einem Konzert des britischen Sängers Sting wiedereröffnet. Das gab Sting auf seinem offiziellen Twitter-Account bekannt und bestätigte damit einen Bericht des französischen Fernsehsenders BFMTV. Alle Einnahmen sollen einem Hilfsfonds für die Opfer der Anschläge zugutekommen. Bisher hatte es geheißen, der Club solle vier Tage später mit einem Konzert des britischen Sängers Pete Doherty neu öffnen. Terroristen hatten am 13. November 2015 in Paris 130 Menschen getötet. Sie schossen im "Bataclan" sowie in Bars und Restaurants wahllos auf Menschen. Am Nationalstadion Stade de France sprengten sich während des Fußball-Länderspiels Frankreich-Deutschland drei Attentäter in die Luft.

Tarantino: nur noch zwei Filme

Nach zehn Filmen ist Schluss für den Regisseur

Der Regisseur Quentin Tarantino hat bekräftigt, dass er nur noch zwei weitere Filme drehen will. "Noch zwei, dann hör' ich auf. Boom. Erzählt's weiter", sagte er bei einer Konferenz in San Diego. Der Kultregisseur hatte zuvor seine Fans bereits mehrfach darauf eingestimmt, dass nach zehn Filmen Schluss sein wird. Die zweiteilige "Kill Bill"-Geschichte zählt er dabei als einen Film. "Als Erfolg würde ich ansehen, wenn ich hoffentlich am Ende meiner Karriere als einer der großartigsten Filmemacher angesehen werde, die je gelebt haben", betonte Tarantino. "Und darüber hinaus als großer Künstler angesehen zu werden und nicht nur als Regisseur." Momentan arbeitet der 53-Jährige an einem Projekt über das Kino im Jahr 1970 - und es ist kein Film. Er habe sich noch nicht festgelegt, wie das Endergebnis aussehen wird: "Mache ich es als Buch, mache ich es als Doku oder mache ich es als fünf- oder sechsteiligen Podcast - ich bin mir noch nicht sicher."

Nachlass von Shirley Temple wird versteigert

Auktion am 5. und 6. Dezember

Ein Diamantring, Kindertanzschuhe und Gemälde: Der Nachlass der 2014 gestorbenen US-Schauspielerin Shirley Temple wird versteigert. Die Nachfahren von Temple, die zweimal verheiratet war und drei Kinder hatte, hätten den Nachlass zur Versteigerung gegeben, teilte das Auktionshaus Heritage Auction am Donnerstag mit. Unter den rund 420 Angeboten sind Schmuck, Möbel, Dekorationsstücke, Kleidung und Schuhe. Das Auktionshaus erwartet, dass die einzelnen Stücke bei der Versteigerung am 5. und 6. Dezember in Dallas zwischen 1000 und 75 000 Dollar einbringen werden. Temple war in den 30er Jahren als Kinderstar berühmt geworden. Später arbeitete sie auch als Botschafterin für die USA.

"Initiative kulturelle Integration" gegründet

Ideen für kulturelles Zusammenwachsen

Angesichts des Flüchtlingszuzugs haben Bundesregierung und Deutscher Kulturrat die "Initiative kulturelle Integration" gegründet. Im Gespräch mit unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen sollen Vorschläge und Ideen für kulturelles Zusammenwachsen gesammelt werden. Das sagten die Beteiligten nach dem "Flüchtlingsgipfel" bei Bundeskanzlerin Merkel. Es gehe vor allem um eine Verständigung über das geltende Wertesystem, erklärte Kulturrats-Geschäftsführer Zimmermann. Die kulturelle Integration spiele eine Schlüsselrolle für die gesellschaftliche Integration, heißt es von Kulturstaatsministerin Grütters. Die Bundesregierung ist mit Kulturstaatsministerin Grütters, Innenminister de Maizière, Arbeitsministerin Nahles und der Migrationsbeauftragten Özoguz beteiligt. Ebenfalls dabei sein sollen Länder und Kommunen, Kirchen und Sozialpartner, Umwelt- und Sportverbände, Medien und Migrantenorganisation. Die Moderation übernimmt der Kulturrat, auf den die Idee zurückgeht. Die Ergebnisse sollen zum Unesco-Welttag der kulturellen Vielfalt im Mai 2017 vorgestellt werden.

Deutscher Karikaturenpreis wird in Bremen verliehen

Die Preisverleihung findet bereits zum 17. Mal statt

Der Deutsche Karikaturenpreis wird in diesem Jahr erstmals in Bremen verliehen. Zum 17. Mal würden die begehrten Geflügelten Bleistifte in Gold, Silber und Bronze sowie ein Publikumspreis übergeben, in diesem Jahr erstmals zusammen mit dem Bremer "Weser-Kurier", teilte die "Sächsische Zeitung" als Ausrichter in Dresden mit. Künftig soll die Gala im Wechsel in Dresden und Bremen stattfinden. Der Karikaturenpreis wurde im Jahr 2000 von der "Sächsischen Zeitung" ins Leben gerufen. Den Angaben zufolge handelt es sich um die "bedeutendste Auszeichnung für Karikaturisten im deutschsprachigen Raum". Das Motto 2016 lautet: "Bis hierhin und weiter!" Mehr als 200 Künstler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligten sich am Wettbewerb mit mehr als 1.000 Werken. Die Verleihung der Preise im Gesamtwert von 11.000 Euro ist für den 13. November vorgesehen.

Hobmeier kündigt bei Münchner Kammerspielen

"Wie auf dem Abstellgleis"

Schauspielerin Brigitte Hobmeier (40) hat nach eigenen Angaben bei den Münchner Kammerspielen gekündigt. "Die können mit mir nichts anfangen", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung". Sie werde zum Ende der laufenden Spielzeit aus dem Ensemble ausscheiden - ohne ein neues Engagement zu haben. Der Schritt falle ihr schwer, sagte sie; schließlich sei das Theater, in dem sie seit 2005 auf der Bühne steht, ihre künstlerische Heimat. Allerdings habe sie sich zuletzt "wie auf dem Abstellgleis" gefühlt. Sie habe zwar nicht grundsätzlich etwas gegen den Kurs des neuen Intendanten Matthias Lilienthal, der verstärkt auf moderne Theaterformen und Performances setzt. "Ich hätte nur gerne mitgemacht." Die "SZ" urteilte: "Das ist, als ließe der FC Bayern Robert Lewandowski auf der Ersatzbank hocken."

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