Seit 18:05 Uhr Feature

Samstag, 19.10.2019
 
Seit 18:05 Uhr Feature

Kulturnachrichten

Sonntag, 29. November 2015

Kulturszene trauert um Theaterregisseur Luc Bondy

Auch Frankreichs Präsident François Hollande verneigt sich vor dem Künstler

Europäische Politiker und Kulturschaffende haben den Theatermacher Luc Bondy als sensiblen und intellektuellen Künstler gewürdigt. Der Schweizer Regisseur starb in Paris 67-jährig an einer schweren Krankheit, wie der Wiener Paul Zsolnay Verlag bestätigte, für den Bondy an einem Roman gearbeitet hatte. Der Theater- und Opernregisseur wirkte an wichtigen deutschsprachigen Häusern, darunter die Berliner Schaubühne und das Wiener Burgtheater. "Die Theaterstadt Berlin trauert um Luc Bondy", ließ der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) mitteilen. "Sie hat ihm viel zu verdanken". "Mit ihm verliert die Theaterwelt einen Avantgardisten und künstlerischen Freigeist", sagte Österreichs Kulturminister Josef Ostermayer in Wien, wo Bondy jahrelang die Wiener Festwochen geleitet hatte. Der in 1948 Zürich geborene und in Frankreich aufgewachsene Theatermann hatte bei den Salzburger Festspielen einige Opern und die Uraufführung von Botho Strauß' Stück "Das Gleichgewicht» inszeniert. "Ein Liebender, ein Spieler, ein Weiser" - so beschrieben ihn die Festspielchefs Helga Rabl-Stadler und Sven-Eric Bechtolf in einer Reaktion. Seit 2012 hatte Bondy das Pariser Odeon-Theater geleitet. Frankreichs Präsident François Hollande würdigte ihn als großen europäischen Künstler und als Kämpfer bis zuletzt: "Obwohl ihn Krankheit seit der Jugend begleitete, ließ er nicht nach, arbeitete unermüdlich und litt, aber schuf unverdrossen weiter."

Spektakuläre Kunstaktion in Hamburg

Zum Auftakt des Nordwind-Festivals gräbt sich Andrey Kuzkin ein

Der russische Aktionskünstler Andrey Kuzkin hat sich an der Hamburger Binnenalster nackt mit dem Oberkörper eingegraben. Für eine halbe Stunde ragten aus der Wiese an der Lombardsbrücke nur der Unterleib und die Beine des 35-jährigen Moskauers heraus. Währenddessen atmete der Künstler über einen Plastikschlauch. Ein kleines Helferteam unterstützte Kuzkin, der seinen Kopf unter der Erde mit etwas Schaumstoff abgepolstert hatte. Die Performance mit dem Titel "The Phenomenon Of Nature Or 99 Landscapes With Trees" (Das Phänomen der Natur oder 99 Landschaften mit Bäumen) war Auftakt des Nordwind-Festivals in der Kulturfabrik Kampnagel, das noch bis nächsten Samstag geht. Kuzkin hatte sich vorher bereits 43 Mal in Baumlandschaften auf diese Weise präsentiert, wie eine Kampnagel-Sprecherin sagte. Nach der Aktion in Hamburg bei vergleichsweise milden neun Grad trank er als erstes einen Schluck Wodka.

Dönhoff-Preis für Laura Poitras

Preis ist mit 20.000 Euro dotiert

Die US-amerikanische Journalistin und Dokumentarfilmerin Laura Poitras (51) ist am Sonntag in Hamburg mit dem Marion Dönhoff Preis für internationale Verständigung ausgezeichnet worden. Mit "ihrer Zivilcourage und ihrer Bereitschaft, für ihre Überzeugungen ein hohes Risiko einzugehen", gebe sie den Menschen ein Beispiel, sagte der ehemalige Bundesinnenminister Gerhard Baum (FDP) in seiner Laudatio vor 1.200 Gästen. Ihr Oscar-prämierter Film "Citizenfour" über den Whistleblower Edward Snowden sei ein "dokumentarisches Meisterwerk". Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.

Teheraner Orchester: Konzertabsage wegen Musikerinnen

Entscheidung wurde 15 Minuten vor Konzertbeginn mitgeteilt

Das Teheraner Symphonieorchester hat eine Aufführung absagen müssen, weil ein Teil der Musiker Frauen sind. Der Dirigent Ali Rahbari sagte der iranischen Nachrichtenagentur ISNA, ihm sei 15 Minuten vor Konzertbeginn mitgeteilt worden, dass die Frauen nicht auf die Bühne dürften. Daraufhin habe er die Veranstaltung in der Hauptstadt abgeblasen. Fast die Hälfte der Orchestermitglieder sind weiblich. Das Ensemble, das zu den führenden Orchestern des Iran gehört, sollte im Rahmen einer Sportveranstaltung spielen. Üblicherweise treten die Musikerinnen mit einem langen weißen Kopfschleier auf.

Kosky inszeniert in München

Erste Oper des Australiers in München

Der Intendant der Komischen Oper Berlin, Barrie Kosky, unternimmt einen Ausflug nach München: Er inszeniert an der Bayerischen Staatsoper "Der feurige Engel" von Sergej Prokofjew. Heute ist Premiere im Nationaltheater. In der Rolle des Ruprecht ist der russische Sänger Evgeny Nikitin zu sehen. Der machte vor einigen Jahren bei den Bayreuther Festspielen Schlagzeilen, weil er sein Engagement im "Fliegenden Holländer" wegen Diskussionen um eine angebliche Hakenkreuz-Tätowierung abgegeben hatte. Die Renate singt Svetlana Sozdateleva. Es ist das zweite Mal, dass der Australier Kosky, der 2017 in Bayreuth Wagners "Meistersinger" inszeniert, in München eine Oper auf die Bühne bringt. 2010 führte er bei der "Schweigsamen Frau" von Richard Strauss Regie.

Theaterstück über Pegida in Dresden

"Graf Öderland" von Max Frisch aktualisiert und ergänzt

In Dresden läuft die Auseinandersetzung mit der islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung auch im Theater. Regisseur Volker Lösch hat dazu das Stück "Graf Öderland" von Max Frisch für das Staatsschauspiel Dresden mit dem Zusatz "Wir sind das Volk" versehen und um Pegida-Aussagen und persönliche Bekenntnisse seiner Schauspieler ergänzt. Das Publikum reagierte nach der Aufführung mit viel Beifall. Bereits zwischendurch gab es Szenenapplaus für einzelne Passagen. Wie bei anderen seiner Dresdner Inszenierungen hatte Lösch auch einen Chor aus Bürgern der sächsischen Landeshauptstadt auftreten lassen, der zumeist Parolen von Pegida wiedergab.

Kulturnachrichten hören

November 2015
MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 31 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 1 2 3 4 5 6

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur