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Kulturnachrichten

Samstag, 7. November 2015

Axel Ranisch kritisiert Filmförderung

In Deutschland herrsche "Angst vorm Scheitern"

Der Regisseur Axel Ranisch wünscht sich mehr Freiheit bei der deutschen Filmförderung. Im Deutschlandradio Kultur sagte er: "Was mich so ankotzt ist, dass man nicht einfach das Vertrauen entgegengebracht kriegt aus dem Stand heraus mal etwas in eigener Handschrift hinzustellen. Immer muss man erst Referenzfilme gemacht haben." In Deutschland herrsche eine unwahrscheinliche Angst vorm Scheitern. "Und das ist doch doof, weil aus dem Scheitern lernen wir doch alle." In der kommenden Woche läuft Axel Ranischs neuer Film "Alki Alki" in den Kinos an. Für seinen Film "Dicke Mädchen", der nur 500 Euro gekostet haben soll, hatte er zahlreiche Filmpreise erhalten.

"Victoria" für Europäischen Filmpreis nominiert

Gleich in drei Kategorien

Sebastian Schippers Echtzeit-Thriller "Victoria" ist in gleich drei Hauptkategorien für den Europäischen Filmpreis nominiert. Der Berlin-Krimi geht in der Kategorie bester Spielfilm ins Rennen. "Victoria"-Darstellerin Laia Costa ist außerdem als beste Schauspielerin nominiert, Schipper als bester Regisseur. Als bester Schauspieler ist Christian Friedel, Titeldarsteller in Oliver Hirschbiegels "Elser - Er hätte die Welt verändert", dabei. Der Europäische Filmpreis wird am 12. Dezember in Berlin verliehen. Als Favorit ist mit insgesamt fünf Nominierungen - inklusive Hauptpreis für den besten Spielfilm - die Tragikomödie "Ewige Jugend" des italienischen Regisseurs Paolo Sorrentino am Start. Das gab die Europäische Filmakademie beim Filmfestival in Sevilla bekannt. Je viermal nominiert sind der schwedische Venedig-Gewinner "Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach" von Roy Andersson und der tragikomische Sciene-Fiction-Film "The Lobster" des griechischen Regisseurs Yorgos Lanthimos.

Komponist Guido Masanetz gestorben

Mit "In Frisco ist der Teufel los" schrieb er einen Klassiker

Der beliebte DDR-Komponist Guido Masanetz ist am Donnerstag mit 101 Jahren in Berlin gestorben. Das teilte die Europäische Kulturwerkstatt mit, deren Ehrenmitglied der gebürtige Schlesier war. Erfolgreichstes Werk des Komponisten war die Operette "In Frisco ist der Teufel los", die von 1963 bis in die 80er Jahre auf fast allen Bühnen der DDR gespielt wurde. Zu Masanetz' 100. Geburtstag feierte sie an der Oper Leipzig nochmals eine Neuauflage. 1914 in Friedeck (heute Tschechien) geboren, hatte Masanetz als Stummfilmpianist begonnen. Später wurde er für Jahrzehnte fester Dirigent und Komponist am Berliner Metropol-Theater - bis zu dessen Schließung 1998. Im Deutschen Rundfunkarchiv sind umfangreiche Bestände zu seinem Leben und Werk überliefert.

Philologenverband distanziert sich von Text

Bundesverband: Text zu Flüchtlingen sei in Passagen inakzeptabel

Für einen Text zu Flüchtlingen erntet der Philologenverband in Sachsen-Anhalt Kritik von seinem Bundesverband. Der Bundesvorsitzende Heinz-Peter Meidinger teilte in Berlin mit: "Das Aufgreifen von unbestätigten Gerüchten in einer schon jetzt gesellschaftlich aufgeheizten Situation ist mit Sicherheit nicht der richtige Weg, die vor unserer Gesellschaft und unseren Schulen liegenden Herausforderungen zu meistern." Er halte den in der Verbandszeitschrift erschienenen Text in solchen Passagen für inakzeptabel, in denen unbestimmte Ängste vor Belästigungen junger Mädchen durch muslimische Einwanderer thematisiert würden. Der am Freitag öffentlich gewordene Text hatte sofort große Empörung ausgelöst - bis hin zum Kultusminister und der Opposition. "Eine Immigranteninvasion überschwappt Deutschland", heißt es im Editorial der Zeitschrift des Verbandes, das von Verbandschef Jürgen Mannke und der Vize-Chefin Iris Seltmann-Kuke unterzeichnet ist. Im Text wird unter anderem gefragt, wie junge Mädchen vor Sex mit muslimischen Männern gewarnt werden könnten. Mannke selbst hatte die Kritik zurückgewiesen. Er bediene keine rassistischen Ressentiments.

Josef Koudelka wird mit Salomon-Preis geehrt

Weltweit einer der prägendsten Fotografen

Der tschechische Fotograf Josef Koudelka wird mit dem Dr.-Erich-Salomon-Preis der deutschen Gesellschaft für Photographie ausgezeichnet. Josef Koudelka gilt als einer der weltweit profiliertesten und prägendsten Fotografen der vergangenen Jahrzehnte. Bekannt wurde er durch seine Bilder, die er während der Niederschlagung des Prager Frühlings machte. In der Begründung für die Auszeichnung heißt es: "Seine schwarz-weiß Photos mit starken grafischen Kontrasten wurden in einer Perspektive der teilnahmsvollen Distanz geschaffen. Diese ermöglicht den Betrachtern, die häufig schicksalhaften Situationen emotional mitfühlend zu sehen oder sich auf die herausragende ästhetische Gestaltung zu konzentrieren." Der seit 1971 alljährlich für "vorbildliche Anwendung der Fotografie in der Publizistik" vergebene Preis erinnert an Dr. Erich Salomon, den großen Fotografen der Weimarer Republik.

Frank Witzel: Buchpreis hat Leben verändert

Er hatte sich schon mit der Erfolglosigkeit abgefunden

Der Deutsche Buchpreis hat das Leben des aktuellen Preisträgers Frank Witzel verändert. "Es ist schon eine ziemliche Umstellung", sagte der Schriftsteller der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Davor war mein Leben recht ereignislos, und ich saß am Schreibtisch, jetzt bin ich dauernd unterwegs." Für sein Buch "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969" hatte Witzel im Oktober überraschend den Deutschen Buchpreis erhalten, der als Literaturpreis mit der größten öffentlichen Aufmerksamkeit im deutschsprachigen Raum gilt. Vorher habe er sich "mit einem gewissen Leben arrangiert, das man vielleicht als erfolglos bezeichnen könnte", sagte der in Offenbach lebende Autor. "Was das jetzt Erlebte genau bedeutet, werde ich erst richtig verstehen, wenn ich darüber schreibe."

Kraftwerk-Interpretation bringt hunderttausende Klicks

Lehrer wollte Schülern die Wurzeln der heutigen Techno-Musik näher bringen

Eine Aufführung des "Roboter"-Songs von "Kraftwerk" zieht weite Kreise: Kinder einer Grundschule in Mainz haben das Lied gesungen, mit Kostümen nachgespielt und ins Internet gestellt. Mehr als 260 000 Internet-Nutzern haben sich das Video bisher angesehen. "Ich kann mir nicht erklären, dass das Youtube-Video dermaßen abgeht", sagte der Lehrer Lars Reimers an der Lemmchen-Grundschule in Mainz. Vor allem in den USA, Kanada und England gebe es eine große Resonanz und bereits mehr Klicks als aus Deutschland. "Ich wollte den Kindern die Wurzeln der heutigen Techno-Musik näher bringen", erklärte Reimers zu dem im Mai gestarteten Projekt der ersten Klasse. Er brachte den 16 Mädchen und Jungen das Lied auf der Gitarre bei, schrieb eine angepasste Version der Melodie fürs Xylophon und bastelte mit den Fünf- und Sechsjährigen Papp-Kostüme im Roboter-Look. Großes Lob kam von Karl Bartos, dem ehemaligen Bandmitglied von "Kraftwerk": "Was für fleißige Roboter! Ihr seid großartige Musikanten!"

Medienwirtschaft profitiert von Fördermitteln

Medienwirtschaft boomt in Berlin und Brandenburg

Mehr als jeder dritte Euro aus EU-Fördermitteln für die Medienwirtschaft fließt nach Berlin-Brandenburg. In den Jahren 2010 bis 2014 sind knapp 32,3 Millionen Euro aus EU-Förderprogrammen an Unternehmen in der Region gezahlt worden, teilte Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage mit. Das seien im Schnitt 37 Prozent der deutschlandweit vergebenen Mittel. Insgesamt habe sich der Medienstandort Brandenburg in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. In der Branche waren bis 2013 jeweils mehr als 10 000 Beschäftigte tätig - Freiberufler nicht mitgerechnet. Aktuellere Zahlen lagen dem Ministerium nicht vor. Zur Medienwirtschaft zählen demnach Film- und Rundfunkunternehmen, der Buch-, Presse- und Werbemarkt sowie die Spielindustrie und Teile der Softwareindustrie. In Berlin waren 2013 in diesen Bereichen mehr als 100 000 Menschen beschäftigt. Die Kreativwirtschaft, zu der die Unternehmen der Medienwirtschaft zählen, boomt in der Hauptstadt. Inzwischen zählt jedes fünfte Unternehmen zu dieser Branche.

Eklat: AfD-Sprecher filmt an der Schaubühne

Aufnahmen mittlerweile gelöscht

Mit Videoaufnahmen von einer Aufführung der Anti-AfD-Collage "Fear" an der Berliner Schaubühne hat der Sprecher der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland an der Berliner Schaubühne für einen Eklat gesorgt. Wie der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, sprang am vergangenen Dienstag während der Aufführung des Stückes von Falk Richter ein Schauspieler von der Bühne und drohte AfD-Sprecher Christian Lüth, der mit einer Kollegin im Publikum saß, mit Rausschmiss. Die Videoaufnahme habe er inzwischen, wie vom Theater gefordert, gelöscht, sagte Lüth am Samstag auf Anfrage. Das Stück sei "beleidigend und geschmacklos". Besonders störte er sich an einer Szene, in der die AfD-Europaparlamentarierin Beatrix von Storch in einer sexuell aufgeladenen Umarmung mit ihrem Großvater, Hitlers Finanzminister Lutz Graf Schwerin von Krosigk, dargestellt werde. Theatermacher Falk Richter will mit dem Stück die neuen Ängste in der Gesellschaft thematisieren, die vielfach in Hass, Fremdenfeindlichkeit und Chauvinismus umschlagen.

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