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Kulturnachrichten

Dienstag, 3. November 2015

Literaturpreis Goncourt geht an Mathias Énard

Experimentell, abgründig und melancholisch

Der renommierte französische Literaturpreis Prix Goncourt geht in diesem Jahr an den Romanautor Mathias Énard. Der 43-Jährige wird für sein Buch "Boussole" (Kompass) ausgezeichnet, das vom Fernen Osten, vom Reisen und der Angst vor dem Tod handelt. Der Autor, dessen Stil als experimentell, abgründig und melancholisch gilt, hat die Jury gleich im ersten Durchgang überzeugt. Mit dem Roman will der französische Schriftsteller, der in Barcelona lebt, eine andere Vorstellung vom Orient vermitteln. Eines seiner Ziele sei es, gegen das vereinfachte und von Phantasmen geprägte Bild eines muslimischen und feindlichen Morgenlands zu kämpfen, wie Énard nach der Verleihung sagte. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein österreichischer Musikologe, der nach einer besorgniserregenden Diagnose sein Leben Revue passieren lässt. Das Buch soll im August 2016 auch auf Deutsch bei Hanser erscheinen. Der erstmals 1903 vergebene Prix Goncourt gilt als der bedeutendste Literaturpreis Frankreichs. Er ist zwar nur mit symbolischen zehn Euro dotiert, doch katapultiert er die Autoren in die Bestsellerlisten.

Nationaler Literaturpreis Spaniens für Carme Riera

Die Aurorin schreibt vorwiegend in katalanischer Sprache

Die spanische Schriftstellerin Carme Riera erhält in diesem Jahr den Nationalen Literaturpreis Spaniens. Die aus Mallorca stammende Autorin bekomme den mit 40.000 Euro dotierten Preis für die herausragende Qualität ihres Gesamtwerks in katalanischer und spanischer Sprache, teilte die Jury mit. Der Preis wird vom spanischen Kulturministerium vergeben. Carme Riera ist Mitglied der Königlichen Spanischen Sprachakademie und gilt als eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen, die in erster Linie in katalanischer Sprache schreiben. Viele Werke der 67-Jährigen sind auch ins Deutsche übersetzt worden, so auch der Roman "Dins el darrer blau" ("Ins fernste Blau") über die Judenverfolgung auf Mallorca, für das die Autorin 1995 den spanischen Erzählerpreis erhielt.

Frank Castorf will nicht in den Ruhestand

Viele Möglichkeiten zur Weiterarbeit

Der Intendant der Berliner Volksbühne, Frank Castorf, will nach dem Ende seiner Vertragslaufzeit 2017 nicht in den Ruhestand gehen. "Nein, da ist schon Claus Peymann ein großes Vorbild oder George Tabori - man muss schon lange durchhalten", sagte der 64-Jährige dem RBB-Kulturradio. Auch ohne feste Spielstätte sehe er viele Möglichkeiten zur Weiterarbeit, sagte er, fügte aber hinzu: "Ein bisschen traurig ist es natürlich immer, wenn man nicht seine Institution hat. Weil eine Institution für eine bestimmte Zeit immer einen Schutz gibt." Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Kulturstaatssekretär Tim Renner hatten im April bekanntgegeben, Castorfs Vertrag als Intendant der Volksbühne nach fast 25 Jahren nicht über 2017 hinaus zu verlängern. Castorfs Nachfolger an der Volksbühne wird Chris Dercon.

Britischer Drehbuchautor Colin Welland gestorben

Er litt an Alzheimer

Der britische Drehbuchautor und Oscar-Gewinner Colin Welland ist mit 81 Jahren gestorben. Wie seine Familie mitteilte, litt Welland an Alzheimer. "Alzheimer ist eine grausame Krankheit und es gab schwierige Zeiten, doch am Ende starb Colin friedlich im Schlaf", hieß es in dem von seinem Agenten verbreiteten Statement der Familie. 1982 erhielt Welland den Oscar für das beste Originaldrehbuch für "Die Stunde des Siegers". In seiner Dankesrede prägte er den berühmten Satz: "Die Briten kommen." Bereits zuvor war Welland in Großbritannien als TV-Schauspieler und Autor erfolgreich. Er wurde mit dem britischen Filmpreis Bafta für seine Rolle im Ken-Loach-Film "Kes" ausgezeichnet. Die Drehbücher für "Yanks- Gestern waren wir noch Fremde" mit Richard Gere und "Weiße Zeit der Dürre" mit Marlon Brando, Donald Sutherland, Susan Sarandon und Jürgen Prochnow stammten ebenfalls von Welland.

Opernkonferenz kritisiert Pegida

Fremdenfeindliche Bewegung verletze demokratische Werte

Die elf großen Opernhäuser in Deutschland haben der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung vorgeworfen, die Werte der Demokratie zu verletzen. Die wöchentlichen Pegida-Demonstrationen in Dresden seien von einer "völlig unakzeptablen" zunehmenden Radikalisierung gekennzeichnet, teilte der Vorsitzende der Opernkonferenz, der Frankfurter Intendant Bernd Loebe mit.
Das verstoße gegen die "unsere Demokratie prägenden Werte wie Toleranz, Weltoffenheit und Verständigungsbereitschaft". Gerade von diesen Werten sei auch die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft geprägt, in der Menschen aus über 90 Nationen und von unterschiedlichster Herkunft friedlich zusammenarbeiteten.

Digitales Archiv der Reformation jetzt online

30.000 Dokumente wurden digitalisiert

Das "Digitale Archiv der Reformation" ist ab sofort online. Vor dem 500-Jahr-Gedenken des Reformationsbeginns 2017 macht das Projekt Quellen aus den mitteldeutschen Kernlandschaften der Reformation für eine breite Öffentlichkeit zugänglich. Insgesamt wurden in den vergangenen beiden Jahren dafür 30.000 Dokumente digitalisiert, darunter Luthers Rede vor dem Wormser Reichstag (1521) sowie zahlreiche Visitationsprotokolle aus jener Zeit. Die Seite www.reformationsportal.de richtet sich an Wissenschaftler wie Laien. Thüringens Kulturstaatssekretärin Babette Winter sagte bei der Freischaltung in Weimar: "Mit dem Digitalen Archiv der Reformation wird ein kultureller Schatz für die Generation der Gegenwart und für Generationen der Zukunft nutzbar gemacht." Die Erforschung der Reformation und die damit verbundene Wissensvermittlung bekämen nun geeignete Infrastrukturen. Das Archiv lege zudem die Grundlage für die Entwicklung neuer Forschungskooperationen, so Winter.

Israel schaltet palästinensischen Radiosender ab

Der Sender habe zu Gewalt gegen Israelis aufgerufen

Das israelische Militär hat eine palästinensische Radiostation geschlossen. Der Sender Al-Hurria in Hebron habe Aufrufe zu Angriffen gegen Israelis verbreitet und in der von Spannungen geprägten Stadt im Westjordanland zu Gewalt angestachelt, hieß es zur Begründung. Unter anderem habe er Palästinenser glorifiziert, die Israelis mit Messern attackiert haben. Deswegen seien Sendeeinrichtungen in der Nacht beschlagnahmt worden. Al-Hurria-Direktor Aiman Kauasmeh wies die Vorwürfe zurück. "Wir haben niemanden aufgehetzt. Wir haben nur über tägliche Verbrechen Israels gegen unsere Leute in Hebron berichtet", versicherte er. Das Vorgehen Israels sei eindeutig eine gewaltsame Aggression gegen die palästinensischen Medien. "Sie wollen unsere Stimmen zum Schweigen bringen", sagte Kauasmeh. Während der jüngsten Gewaltwelle haben Palästinenser elf Israelis ermordet, die meisten mit Messerstichen. Sicherheitskräfte töteten 69 Palästinenser, 43 von ihnen sollen Angreifer gewesen sein. Allein in Hebron kam es nach Militärangaben im vergangenen Monat zu 29 Angriffen. In der Stadt leben einige hundert jüdische Siedler unter Zehntausenden Palästinensern.

Überreste von Festung in Jerusalem gefunden

Altertumsbehörde: "sensationelle Entdeckung"

Archäologen haben in Jerusalem möglicherwesie die Überreste einer antiken Festung gefunden, mit der die Griechen vor mehr als 2000 Jahren den Tempelberg kontrollierten. Es handele sich nach Einschätzung der Experten um die legendäre Akra, die während der Herrschaft des Königs Antiochus Epiphanes (215 bis 164 vor Christus) errichtet wurde, teilte die israelische Altertumsbehörde mit. Antiochus Epiphanes stammte aus der Dynastie der Seleukiden und herrschte damals auch in Palästina. Bei Ausgrabungen auf einem Parkplatz am Fuße des Tempelbergs stießen Archäologen nun auf eine Wand der Festung, die Grundfläche eines großen Turms und ein Glacis - eine Erdaufschüttung vor einem Festungsbau, mit der Feinde ferngehalten werden sollen. Außerdem seien Münzen sowie Pfeilspitzen und Schleudersteine gefunden worden.

Digitales Archiv der Reformation jetzt online

Portal richtet sich an Wissenschaftler und Laien

Vor dem 500-Jahr-Gedenken des Reformationsbeginns 2017 macht das Projekt Quellen aus den mitteldeutschen Kernlandschaften der Reformation für eine breite Öffentlichkeit zugänglich. Insgesamt wurden in den vergangenen beiden Jahren dafür 30.000 Dokumente digitalisiert, darunter Luthers Rede vor dem Wormser Reichstag (1521) sowie zahlreiche Visitationsprotokolle aus jener Zeit. Thüringens Kulturstaatssekretärin Babette Winter (SPD) sagte bei der Freischaltung in Weimar: "Mit dem Digitalen Archiv der Reformation wird ein kultureller Schatz für die Generation der Gegenwart und für Generationen der Zukunft nutzbar gemacht."

Regisseur Freyer erhält Theaterpreis Nestroy

"Märchenhaft schöne Theatervisionen"

Der Berliner Maler, Regisseur und Bühnenbildner Achim Freyer ist mit dem österreichischen Theaterpreis Nestroy ausgezeichnet worden. Der 81-Jährige wurde am Montagabend in Wien für sein Lebenswerk mit dem undotierten Preis geehrt. Die Jury würdigte den in der DDR aufgewachsenen einstigen Meisterschüler Bertolt Brechts als "Bühnen-Zauberer", der märchenhaft schöne Theatervisionen schaffe. Der Australier Simon Stone erhielt den Nestroy für seine Inszenierung des Ibsen-Stücks "John Gabriel Borkman" als bester Regisseur am Wiener Akademietheater. Die Burgschauspielerin Elisabeth Orth wurde als "beste Schauspielerin" geehrt. Als "beste deutschsprachige Aufführung" wurde die Uraufführung der "Lächerlichen Finsternis" von Wolfram Lotz durch Dusan David Parizek am Wiener Akademietheater - eine der Bühnen des Burgtheaters - ausgezeichnet. Der Nestroy wird vom Wiener Bühnenverein seit 2000 für herausragende Leistungen auf österreichischen Bühnen vergeben. In diesem Jahr waren in 13 Kategorien 36 Künstler nominiert, darunter viele Schauspieler des Wiener Burgtheaters.

Cottbus: Osteuropäisches Filmfestival startet

Rund 200 Filme werden gezeigt

In Cottbus trifft sich in dieser Woche wieder die osteuropäische Filmszene. Das Filmfestival geht in seine 25. Runde, gezeigt werden rund 200 Beiträge aus zahlreichen Ländern wie Kirgisistan, Mazedonien und Polen. Los geht es heute um 19.00 Uhr im Staatstheater zunächst mit einer Episode der Fernseh-Krimireihe "Polizeiruf 110" um das neue Ermittlerteam im deutsch-polnischen Grenzgebiet bei Frankfurt (Oder). Das Festival geht bis zum Sonntag. Es gibt drei Wettbewerbskategorien: Spielfilm, Kurzspielfilm und Jugendfilm.

Sängerin Adele: Download-Rekord in den USA

Song "Hello" binnen einer Woche eine Million Mal heruntergeladen

Die britische Sängerin Adele hat mit ihrer Comeback-Single "Hello" einen Download-Rekord in den USA gebrochen. Das Lied wurde binnen einer Woche mehr als eine Millionen Mal heruntergeladen, wie das US-Brancheninstitut Nielsen bekanntgab. Mit 1,1 Millionen Käufen im Internet ließ die 25-Jährige den Rapper Flo Rida deutlich hinter sich, der 2009 mit 636.000 Downloads innerhalb einer Woche die bisherige Bestmarke aufgestellt hatte. Die Piano-Ballade "Hello" stieg in den Billboard Charts auf Platz eins ein. Das Lied ist die erste Singleauskopplung aus Adeles neuer Platte "25", die am 20. November auf den Markt kommt. Es ist das erste Album der Britin seit fast fünf Jahren. Adele brach mit "Hello" auch den Rekord für Streaming-Dienste. 20,4 Millionen Mal wurde das Lied online aufgerufen, mehr als doppelt so oft wie die Single "What Do You Mean?" des kanadischen Popstars Justin Bieber, dessen Rekord damit nur zwei Monate hielt.

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