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Kulturnachrichten

Sonntag, 30. November 2014

Neuer Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland gewählt

Josef Schuster löst Dieter Graumann ab

Der Würzburger Arzt Josef Schuster ist neuer Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Er wurde heute in Frankfurt am Main gewählt. Sein Vorgänger, Dieter Graumann, wollte nach vier Jahren Amtszeit nicht mehr kandidieren.
Schuster war bisher Vizepräsident des Zentralrats. Der 60jährige Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern war der einzige Kandidat. Zu Vizepräsidenten des Zentralrats wurden die Offenbacher Mark Dainow und Abraham Lehrer gewählt. Dem Dachverband gehören rund 108 jüdische Gemeinden mit über 100 000 Mitgliedern an.

Stadtkirche Wittenberg neu geweiht

Landesbischöfin Junkermann hielt Festpredigt in der "Mutterkirche der Reformation"

Kurz vor der heutigen Weihung waren nahezu alle Bauarbeiten in der zum Unesco-Welterbe gehörenden Stadtkirche beendet. Pfarrer Johannes Block sprach von einer Jahrhundertsanierung. Die Kosten beliefen sich auf 7,8 Millionen Euro. 1,5 Millionen Euro muss die Gemeinde aufbringen. 280 000 Euro wurden bereits gespendet.
Die Kirche gilt auch als "Haus Martin Luthers". Als er 1512 seine Professur an der Wittenberger Universität antrat und in der Kirche predigte, habe er sie genauso vorgefunden wie der heutige Besucher, sagte Pfarrer Block. Bis zum Reformationstag 2017 werden noch das Taufbecken und die beiden Türme saniert.
Am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der römisch-katholischen Kirche an die Tür der Wittenberger Kirche geschlagen haben. Dies gilt als Beginn der Reformation.

Rat der Evangelischen Kirche überarbeitet Lutherbibel

Überarbeitete Ausgabe erscheint zum 500. Reformationsjubiläum 2017

Das kündigte Altbischof Christoph Kähler im evangelischen Monatsmagazins "Chrismon plus" an. An der Durchsicht der Bibel seien Fachgruppen von 50 Neu- und Alttestamentlern ehrenamtlich beteiligt, sagte Kähler. Er leitet den vom Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eingesetzten Lenkungsausschuss. Es gelte die Devise, möglichst wenig zu verändern. Es werde bei der Durchsicht allerdings deutlich, dass bei früheren Revisionen erhebliche Änderungen am Luthertext erfolgten, die nicht immer gerechtfertigt seien. Zudem würden neue wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt.
Abgeschlossen werden soll die Durchsicht bereits 2015. Mitte September solle der Text auf der Wartburg an den Rat der EKD übergeben wird. Die Lutherbibel wurde zuletzt 1984 überarbeitetet. Die letzte von Luther selbst durchgesehene Gesamtausgabe der Bibel stammt aus dem Jahr 1545.

Neue Dauerausstellung über Thomas Müntzer in Allstedt

Reformator und Bauernführer hielt erste deutsche Predigt in Allstedt

Die Schau "1523 - Thomas Müntzer. Ein Knecht Gottes" widme sich vor allem der Gottesdienstreform des Bauernführers und Reformators, teilte das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt in Magdeburg mit. Ein weiteres Kernthema sei die berühmte Fürstenpredigt, die Müntzer 1524 in Allstedt, im heutigen südlichen Sachsen-Anhalt, hielt. Dabei hatte Müntzer die weltliche und geistliche Obrigkeit und deren mangelnde Reformfähigkeit angeprangert und dem einfachen Volk das Recht zum Widerstand zugebilligt. Die Predigt im Original wird in der Ausstellung ebenso gezeigt wie eine Ablasstruhe aus dem 14. Jahrhundert, spätgotische Skulpturen und eine Kanzel aus dem 16. Jahrhundert.
Thomas Müntzer (um 1489-1525) hatte sich zunächst in Wittenberg der frühreformatorischen Bewegung um Martin Luther (1483-1546) angeschlossen, dann aber eine eigenständige und radikalisierende Theologie entwickelt. Als Anführer des Bauernkrieges wurde Müntzer 1525 bei Mühlhausen öffentlich hingerichtet.

Italienischer Autor Magris in Mexiko ausgezeichnet

Preisverleihung auf Internationaler Buchmesse Guadalajara

Der italienische Schriftsteller Claudio Magris erhielt am Samstag den Preis für Literatur in romanischer Sprache. Die mit umgerechnet etwa 120 000 Euro dotierte Auszeichnung ist eine der wichtigsten der lateinamerikanischen Literatur. Der 75jährige Magris sagte bei der Verleihung: "Das Schreiben ist unter anderem ein vergeblicher und unmöglicher Versuch, eine Arche Noah zu bauen, um alles zu retten, was wir lieben."
Der Germanist hatte 2009 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten. Die Werke des früheren Professors für Deutsche Sprache und Literatur an der Universität Triest wurden in über 20 Sprachen übersetzt. Als sein bekanntestes Buch gilt "Danubio", eine literarische Reise entlang der Donau.

Campino und Geldof reagieren auf Kritik an "Band-Aid"-Projekt

Initiatoren weisen Vorwurf von Selbstvermarktung zurück

Es sei zynisch, sich für die Aufnahme eines Liedes zu rechtfertigen, dessen Einnahmen dem Kampf gegen die Ebola-Epidemie zugute kommen sollen, sagte "Toten Hosen"-Sänger Campino der "Welt am Sonntag". Der britische Musiker Geldof sagte der Zeitung, das Lied sei ein "politisches Werkzeug, mit dem wir Entwicklungshilfe wieder in die Diskussion bringen". Kritiker hatten ihm unter anderem vorgeworfen, mit der Neuauflage des Band-Aid-Hilfsprojekts auch sich selbst wieder in die Öffentlichkeit rücken zu wollen. Campino hatte für die deutsche Version von "Do They Know It's Christmas?" mehrere bekannte deutsche Musiker und Bands gewonnen.

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