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Kulturnachrichten

Freitag, 28. November 2014

Unesco erklärt 34 Traditionen zu immateriellem Kulturerbe

Ein Tanz, eine Papierschöpftechnik und ein Nahrungsmittel sind Weltkulturerbe

Der brasilianische Kampftanz Capoeira, das traditionelle armenische Lavash-Brot und eine japanische Tradition des Papierschöpfens sind jetzt offiziell Teil des Weltkulturerbes. Die UN-Kulturorganisation Unesco entschied in dieser Woche in Paris, insgesamt 34 Bräuche, Handwerkstraditionen und Ausdrucksformen aus aller Welt zum immateriellen Kulturerbe zu erklären. Dazu gehören auch traditionelle Gesänge aus Vietnam, Nordkorea und Portugal, sogenannte Rauchsaunen in Estland und Teppiche aus der bulgarischen Stadt Tschiprowzi. Auch die traditionelle Joghurtherstellung in Kasachstan und Kirgistan, der Weinbau auf der italienischen Mittelmeer-Insel Pantelleria und ein ritueller Tanz aus Burundi gehören jetzt zum immateriellen Kulturerbe.
Die Unesco hatte 2003 eine Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes verabschiedet. Die Aufstellung soll die Vielfalt des Kulturerbes illustrieren und seine Bedeutung hervorheben - auch, weil viele Bräuche vom Aussterben bedroht sind.

Cecilia Bartoli leitet bis 2021 Salzburger Pfingstfestspiele

Die italienische Starsängerin ist bereits seit 2012 verantwortlich und singt auch jeweils die Hauptrolle der Opernproduktion

Die Zusammenarbeit mit Cecilia Bartoli sei um fünf Jahre verlängert worden, sagte die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler, heute in Wien. Die Entscheidung sei ein "großes Glück", meinte der von 2017 an amtierende Intendant der Salzburger Festspiele, Markus Hinterhäuser. Bartoli sei nicht nur eine herausragende Interpretin, sondern könne Künstler zu ganz besonderen Projekten verführen. Der Austausch mit Hinterhäuser als ihrem künftigen Chef garantiere "kreatives Ping-Pong auf Augenhöhe", erklärte Bartoli. Die 48-Jährige steht seit 2012 an der Spitze der Pfingstfestspiele. Unter ihrer Leitung hat deren Zugkraft deutlich zugenommen. Bereits jetzt seien vier von fünf Tickets für die Festspiele verkauft, sagte Rabl-Stadler. Bartoli, die als eine der besten und kommerziell erfolgreichsten Opernsängerinnen gilt, locke Opernfans aus aller Welt an.

Thomas Hettche mit Bayerischem Buchpreis geehrt

Preis unter neuem Namen und in neuer Form vergeben

Der Bayerische Buchpreis wurde am Donnerstagabend nach einer öffentlichen Jurysitzung vergeben. Ausgezeichnet wurden der Schriftsteller Thomas Hettche für seinen Roman "Pfaueninsel" und Ulrich Herbert für sein Sachbuch "Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert". Der Ehrenpreis ging an die in Berlin lebende Autorin Silvia Bovenschen. Die Wissenschaftlerin widme sich mit großem literarischen Können gesellschaftlich relevanten Themen wie beispielsweise dem Älterwerden, begründete der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer. Der Freistaat hat den bisherigen Corine-Preis umgewandelt zum Bayerischen Buchpreis.

"Schrille Nacht" - Udo Lindenbergs fünfte Unicef-Weihnachtskarte

Heilig sind dem Künstler die Menschenrechte

Zum fünften Mal hat Udo Lindenberg eine Weihnachtskarte zugunsten notleidender Kinder gestaltet. Die Graffiti-Karte "Schrille Nacht" ist ab sofort bei Unicef im Internet erhältlich, wie die Kinderhilfsorganisation der Vereinten Nationen heute in Köln mitteilte. "Das Bitternötigste ist jetzt, dass die Kiddies in Syrien und im Irak im Winter über die Runden kommen", sagte Lindenberg. "Deswegen mache ich dieses Jahr wieder den Kartentrick mit UNICEF." Er selbst wünsche sich "keine scheinheilige Weihnacht, sondern eine schrille, laute Nacht", so der Musiker und Maler. Das ganze "Klingeling unterm Weihnachtsbaum" sei "eigentlich Quatsch". Wirklich heilig sind Lindenberg nach eigenen Worten die Menschenrechte. "Die UNO-Charta ist das Größte, was es gibt. Da steht drin: Die Würde eines jeden Menschen ist unantastbar. Und diese Würde ernst zu nehmen ist mir das Heiligste», so die Rocklegende. «Das ist der Antrieb, warum ich nicht nur ein bisschen Show machen will, sondern mich als Sänger und Entertainer einmischen möchte in die Belange der Welt." Auf der Karte klemmt sich Udo den Weihnachtsbaum wie eine E-Gitarre unter den Arm und "rockt das Fest". Die bunt geschmückte Tanne ist mit einem Kabel ans Stromnetz angeschlossen.
Die Erlöse der Karten fließen in die weltweiten Unicef-Hilfsprogramme für Kinder in Entwicklungsländern und Krisengebieten der Erde.

Messe "You" widmet sich der Jugendkultur

Veranstaltung zeigt auch Perspektiven zur beruflichen Zukunft der Jugendlichen

Die Jugendszene hat am Freitag in Dortmund Einzug gehalten. Bis Sonntag dreht sich bei der Messe "You" in der Stadt in Nordrhein-Westfalen alles um Musik, Lifestyle, Ausbildung und Sport.
Viele Schulen haben statt Unterricht die "You" zur Pflicht gemacht. Firmen und Arbeitsagentur bieten praktische Hilfe vom Ausbildungsparcours bis zum fertigen Ausbildungspaket. Ein Spezialangebot richten Musikprofis an Interessenten am DJ- und Produzentenjob. Hobby-DJs können eigene Drei-Minuten-Produktionen einer Jury vorlegen. Kosmetikprofis und Experten der Model-Branche widmen sich der weiblichen Jugend.

Rheinische Kirche startet Online-Klingelbeutel

Angebot richte sich an Menschen, die nicht am Gottesdienst teilnehmen können, aber dennoch spenden möchten

Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) erleichtert ihren Mitgliedern das Spenden. Ab dem Ersten Advent können sie ihr Scherflein auch online beitragen, teilte die Landeskirche heute in Düsseldorf mit. Künftig könne vom heimischen Computer aus ein Geldbetrag für den Kollektenzweck eines Sonntags überwiesen werden, so die Kirche. Auf Wunsch werde eine Spendenbescheinigung ausgestellt. Bislang sei dies bei Klingelbeutel-Sammlungen nur mit den entsprechenden Umschlägen möglich gewesen. Laut EKiR sei das Online-Formular in der Regel zwei Wochen lang auf der landeskirchlichen Kollektenseite frei geschaltet. Der Sammlungszweck eines Sonntags sei dort samt ausführlicher Projektinformationen abrufbar. Darüber hinaus führe die Seite Predigttexte, Lesungen, Lieder und Fürbitten eines Sonntags auf.

Zuckmayer-Medaille geht an Bruno Ganz

Preis würdigt Verdienste um die deutsche Sprache und das künstlerische Wort

Der Schauspieler Bruno Ganz (73) aus der Schweiz erhält die Carl-Zuckmayer-Medaille 2015 des Landes Rheinland-Pfalz. Ganz sei einer der bedeutendsten Theater- und Filmschauspieler der vergangenen fünf Jahrzehnte sowohl im deutschsprachigen wie auch im gesamten europäischen Raum, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) heute in Mainz. Er besitze die Fähigkeit, Menschen so zu spielen, dass man ihre Gefühle spüre und ihre Gedanken denke. Ganz, der in Zürich lebt, spielte unter anderem den Engel Damiel in Wim Wenders Film "Der Himmel über Berlin", stellte in dem Film "Der Untergang" Adolf Hitler dar und spielte den Faust in Peter Steins über 20-stündiger Inszenierung von Goethes Faust I und II.

Stiftung vergibt Nachhaltigkeitspreis - Umdenken festgestellt

Der Preis will den gesellschaftlichen Wandel hin zu nachhaltigerem Wirtschaften und Leben fördern

Heute verleiht die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis in Düsseldorf ihre Auszeichnung für einen zukunftsorientierten Umgang mit der Umwelt. "Nachhaltigkeit ist in Deutschland noch lange kein Mainstream", betonte Initiator Stefan Schulze-Hausmann in der Freitagsausgabe der "Welt". In diesem Jahr wird Astronaut Alexander Gerst als Ehrengast an der Preisverleihung teilnehmen. Dieser kläre mit seinen Bildern aus dem Weltall über die Gefahren der Zerstörung der Erde auf, so Schulze-Hausmann. Bei der Verleihung werde mittels eines Fragebogens der Stand des dauerhaften ökologischen Engagements der teilnehmenden Unternehmen ermittelt. Neben einem Nachholbedarf vieler Unternehmen in Sachen Umweltschutz habe Schulze-Hausmann in den letzten Jahren aber auch ein Umdenken im Umgang mit Ressourcen festgestellt, erklärte er: "Jetzt zählen Produkte und Dienstleistungen, die ökologischen und sozialen Fortschritt bringen". Mit dem Preis ehrt die Jury auch Künstler wie die Sängerin Nelly Furtado, den Schauspieler Colin Firth oder den Sänger Peter Maffay. Die prominenten Preisträger sollten ein Vorbild sein und auf ökologisches Engagement aufmerksam machen, so der Initiator.
Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis wird seit 2008 jährlich von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis in Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern wie der Bundesregierung, dem Deutschen Städtetag und dem NABU verliehen.

Kunst: Bauschutt aus Geobbels Geburtshaus vor Nationalgalerie Zacheta in Warschau

Kuratorin: Goebbels war Quintessenz des Nationalsozialismus

Lastwagen haben Bauschutt aus dem Geburtshaus von Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels vor die Nationalgalerie Zacheta in Warschau gebracht. Die Installation "Unsubscribe" des deutschen Raumkünstlers Gregor Schneider wird heute mit einer Vernissage eröffnet werden. "Goebbels ist die Quintessenz des Nazismus, möglicherweise extremer als Hitler selbst", sagte Kuratorin Anda Rottenberg vorab der Zeitung «Gazeta Wyborcza». "Damit verbunden ist die Frage, was geschieht, wenn ein Doktrinär an der Grenze zum Wahnsinn Macht erhält", erläuterte die international bekannte polnische Kunstkritikerin. Goebbels sei in einem gewöhnlichen Durchschnittshaus geboren worden. Schneider wolle ihrer Überzeugung nach zeigen, dass jedes Haus ein solches Potenzial zum Bösen habe. "Goebbels hätte allein nichts anrichten können", betonte Rottenberg. Die Lastwagen mit dem Schutt sollen nur für drei Tage vor dem Museum im Zentrum Warschaus verbleiben. "Der Künstler will, dass sie unterwegs sind", erläuterte Rottenberg. Die Ausstellung, die Objekte aus dem Schutt zeigt, wird bis zum 1. Februar geöffnet sein.
NS-Propagandaminister Joseph Goebbels war am 29. Oktober 1897 in einem Mehrfamilienhaus in Rheydt geboren worden. Auch Schneider stammt aus dem heutigen Stadtteil von Mönchengladbach.

Früherer Paramount-Pictures-Chef Frank Yablans gestorben

Der Produzent und Marketing-Experte schrieb auch Drehbücher

Der ehemalige Präsident des US-Filmstudios Paramount Pictures, Frank Yablans, ist tot. Er sei am Donnerstag in seinem Haus in Los Angeles eines natürlichen Todes gestorben, teilte sein Sohn Eddy mit. Yablans wurde 79 Jahre alt. Unter seiner Ägide brachte Paramount Pictures in den 70er Jahren Filmklassiker wie "Der Pate", "Chinatown", "Paper Moon" und "Mord im Orient-Express" heraus. Später hatte Yablans eine leitende Stellung bei der Filmgesellschaft MGM/United Artists inne. Als Produzent wirkte er auch an verschiedenen Drehbüchern mit, u.a. beim Spielfilm "Mommie Dearest", “Die Bullen von Dallas”mit Nick Nolte und “Meine liebe Rabenmutter”.

Berliner Bibliothek sammelt Erinnerungen aus der Mauerzeit

Erinnerungsstücke werden digitalisiert

Die Amerika-Gedenkbibliothek in Berlin-Kreuzberg hat die Bevölkerung aufgerufen, Erinnerungen und Dokumente aus der Zeit der Berliner Mauer (1961-1989) im Museum digitalisieren zu lassen. Dafür sei heute nachmittag zwischen 14 und 19 Uhr Gelegenheit, teilte die Zentralbibliothek mit. Die Erinnerungsstücke werden in der Amerika- Gedenkbliothek fotografiert oder gescannt, dann kann man sie wieder mitnehmen. Mit Dokumenten aus Archiven, Bibliotheken und Museen soll bis Januar eine virtuelle Ausstellung mit dem Titel "Berliner Großstadtgeschichten" entstehen.

Britische Krimiautorin P.D. James gestorben

Bestseller-Autorin wurde 94 Jahre alt

Nach Angaben ihres Agenten starb P.D. James in ihrem Haus in Oxford. James wurde vor allem mit ihren Detektivromanen rund um die Hauptfigur, den dichtenden Scotland-Yard-Polizisten Adam Dalgliesh, berühmt. Die Autorin arbeitete auch in der Abteilung für Kriminalitätsbekämpfung des britischen Innenministeriums und saß seit 1991 für die Konservativen im britischen Oberhaus. Im Sommer hatte sie sich noch öffentlich gegen die Unabhängigkeit Schottlands ausgesprochen.

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