Seit 07:20 Uhr Politisches Feuilleton

Montag, 26.08.2019
 
Seit 07:20 Uhr Politisches Feuilleton

Kulturnachrichten

Donnerstag, 27. November 2014

Britische Krimiautorin P.D. James gestorben

Bestseller-Autorin wurde 94 Jahre alt

Nach Angaben ihres Agenten starb P.D. James in ihrem Haus in Oxford. James wurde vor allem mit ihren Detektivromanen rund um die Hauptfigur, den dichtenden Scotland-Yard-Polizisten Adam Dalgliesh, berühmt. Die Autorin arbeitete auch in der Abteilung für Kriminalitätsbekämpfung des britischen Innenministeriums und saß seit 1991 für die Konservativen im britischen Oberhaus. Im Sommer hatte sie sich noch öffentlich gegen die Unabhängigkeit Schottlands ausgesprochen.

Kunstmuseum Bern veröffentlicht Werkliste der Gurlitt-Sammlung

Liste ist auf der Internetseite des Museums einsehbar

Das Kunstmuseum Bern lüftet die Geheimnisse der Sammlung Gurlitt und stellt eine Werkliste ins Internet. "Im Sinne der angekündigten Transparenz macht das Kunstmuseum Bern die Listen der Werke publik, die in der Wohnung von Cornelius Gurlitt in München Schwabing sowie in dessen Haus in Salzburg gefunden wurden", hieß es heute in einer Mitteilung. Die umfangreichen Werklisten umfassen die unter anderem Ölgemälde von Paul Cézanne, Edouard Manet und Claude Monet sowie Werke von Pablo Picasso «Wir haben uns der Transparenz verpflichtet und handeln nun auch entsprechend», sagte Museumsdirektor Matthias Frehner.
Das Museum hatte am Montag bekanntgegeben, dass es das Erbe des im Mai gestorbenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt annehmen will. Eine Cousine Gurlitts erhebt aber ebenfalls Anspruch auf das Erbe. Bis die Sache geklärt ist, sei weiterhin der Nachlassverwalter für die Sammlung zuständig. Das Kunstmuseum Bern hat nach eigenen Angaben darum nur eingeschränkt Zugang zu den Werken der Sammlung.

Afrobrasilianische Capoeira ist Unesco-Weltkulturerbe

Tanz bringt das Ringen der Sklaven um ihre Befreiung zum Ausdruck

Die Unesco hat die afrobrasilianische Kampfkunst Capoeira zum Weltkulturerbe erklärt. Capoeiristas in ganz Brasilien feierten die Entscheidung gestern Abend mit Musik und Tänzen. Die UN-Organisation würdigte die Symbolkraft des Kampftanzes: Capoeira wurde aus Afrika von Sklaven nach Brasilien gebracht und dort weiterentwickelt. Die Kampfkunst steht für den Widerstand der Sklaven und symbolisiert gleichzeitig die Solidarität untereinander. Sie wird in einem bestimmten Rhythmus praktiziert und enthält Akrobatik, Techniken aus asiatischer Kampfkunst und afrikanische Tanzelemente. Im 19. Jahrhundert wurden Capoeiristas verfolgt.
Die Anerkennung der Unesco sei ein großer Erfolg für die brasilianische Kultur, sagte Kulturministerin Ana Cristina Wanzeler. "Capoeira hat afrikanische Wurzeln, die immer bedeutsamer für uns werden", fügte sie hinzu.

"Fluchhafen Berlin" ist Schlagzeile des Jahres

Verein "Deutsche Sprache" kürt FAZ-Schlagzeile

Die Überschrift "Fluchhafen Berlin" sei in den Vorjahren bereits in anderen Medien erschienen. Aber erst 2014 sei die Korrespondenz zwischen Schlagzeile und Ereignis auch für den letzten Zeitungsleser klar geworden, erklärte Jurysprecher Walter Krämer in Dortmund. Die Schlagzeile wurde aus 95 Vorschlägen ausgewählt. Die Auszeichnung ist undotiert. Auf die Plätze zwei und drei kamen "IBAN, die Schreckliche" aus der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" und "Gasputin" in der "Süddeutschen Zeitung.

Krim-Museen verklagen Amsterdamer Museum auf Rückgabe von Leihgaben

Museen der von Russland annektierten Krim wollen Kunst zurück

Vier Museen auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim haben bei der niederländischen Justiz Klage gegen ein Amsterdamer Museum eingereicht. Sie fordern die Rückgabe von Leihgaben, die die Museen noch vor der Annexion an das Museum Allard Pierson gemacht hatten, wie einer der klagenden Museumsdirektoren am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Verantwortlichen von Allard Pierson hatten Ende August entschieden, die umfangreiche Sammlung alter Kunstschätze vorerst nicht zurückzugeben.
Die niederländischen Museumsverantwortlichen fürchten nach eigenen Angaben Risiken für die eigene Einrichtung, sollten Russland oder die Ukraine Ansprüche geltend machen, wenn der jeweils andere Staat die Leihgaben bekommt. Wie auch die anderen europäischen Staaten erkennen die Niederlande zudem die Eingliederung der Krim in die Russische Föderation nicht an. "Die Frage ist nicht, wer diese einmalige Antiquitätensammlung bekommt, Russland oder die Ukraine. Die Frage ist, ob die archäologischen Schätze an ihren Ursprungsort, die Krim, zurückkehren", erklärten die vier Museen in einer gemeinsamen Stellungnahme. Sie seien die "rechtmäßigen Eigentümer" und "Geiseln der politischen Situation".

Hannah-Arendt-Preis für russische und ukrainische Künstler

Ehrung geht an "Pussy Riot" und ukrainischen Autor

Den Bremer Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken erhalten in diesem Jahr Nadeshda Tolokonnikowa und Marija Aljochina von der russischen Punkband und der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch. Das teilte der Bremer Senat mit. Die Künstler wendeten sich nach Auffassung der Jury gegen den Versuch, in der Ukraine und in Russland alte Herrschaftsverhältnisse wiederherzustellen und die politischen Freiheiten abzuschaffen. Der in diesem Jahr mit 10.000 Euro dotierte Preis soll am 5. Dezember im Bremer Rathaus übergeben werden. Er wird seit 1995 jährlich verliehen und vom Bremer Senat und der Heinrich-Böll-Stiftung finanziert. Die Auszeichnung erinnert an die deutsch-jüdische Politologin Hannah Arendt (1906-1975).

US-Journalist Greenwald erhält Siebenpfeiffer-Preis

Verdienste um Pressefreiheit und demokratische Transparenz gewürdigt

Der Autor und Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald erhält den mit 10 000 Euro dotierten Siebenpfeiffer-Preis 2015. Nach Angaben der gleichnamigen Stiftung wird zur Preisverleihung am 15. März 2015 Bundeswirtschaftsminister Gabriel die Laudatio auf Glenn Greenwald halten. Er habe maßgeblich dazu beigetragen, dass die Informationen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden über die massenhafte Ausspähung der Bevölkerung durch Geheimdienste weltweit veröffentlicht wurden, erklärte die Stiftung im saarländischen Homburg.
Der seit 1989 vergebene Preis erinnert an Philipp Jakob Siebenpfeiffer (1789-1845). Er war einer der Initiatoren des Hambacher Festes, bei dem 1832 Menschen in der Pfalz für Freiheit und Demokratie demonstriert hatten. Zu den bisherigen Preisträgern gehören die Journalisten Heribert Prantl, Peter Scholl-Latour und Günter Wallraff.

Jüdisches Museum bekommt große Berliner Privatsammlung

Einblicke in Berliner Leben der 1920er bis 40er Jahre

Die mehr als 1000 Dokumente und Objekte des Lehrers Fritz Wachsner (1886-1942) zeichnen auch das Schicksal der Familie in der NS-Zeit sowie die Rettung der Erinnerungsstücke nach, wie das Museum mitteilte. Die Sammlung soll am kommenden Montag vorgestellt werden. Der Lehrer war im KZ ums Leben gekommen. Nur seine Tochter Charlotte konnte in die USA fliehen. Drei Freundinnen bewahrten die Familienerinnerungen auf. Dazu gehörten Fotos, Briefe, Aufzeichnungen und religiöse Gegenstände. Nach Kriegsende übergaben die Frauen den Nachlass an Charlotte und ihre Tochter Marianne. Zum Archiv des Jüdischen Museums Berlin gehören mehr als 1 500 Nachlässe, die das Leben deutscher Juden dokumentieren.

Menzel-Gemälde für 3,5 Millionen Euro versteigert

Bisher teuerstes Werk des realistischen Malers

Nach Angaben des Berliner Auktionshauses Villa Grisebach hatten sich elf Bieter per Telefon ein minutenlanges Gefecht geliefert. Schließlich habe eine europäische Privatsammlung den Zuschlag erhalten. Das Gemälde "Stehende Rüstungen" von Adolph Menzel (1815-1905) hatte einen Schätzwert von 100 000 Euro. Es entstand 1866 im Berliner Stadtschloss und gehört zur Serie der Rüstkammerphantasien.

Angelina Jolie stellt Kinofilm "Unbroken" vor

Pressekonferenz mit Oscarpreisträgerin in Berlin

Ihr Film handelt von Louis "Louie" Zamperini, gespielt von Jack O'Connell, der nach einem Flugzeugabsturz im Zweiten Weltkrieg in einem Schlauchboot überlebt und von der japanischen Marine gefangen genommen wird. Der Film, der auf einem Roman von Laura Hillenbrand basiert, startet am 22. Januar in den Kinos. Das Weltkriegsdrama ist die zweite Regiearbeit der 39-Jährigen Schauspielerin.

Polnischer Schauspieler Mikulski gestorben

TV-Serienheld "Roter James Bond" wurde 85 Jahre alt

In der Serie "Sekunden entscheiden" spielte Stanislaw Mikulski einen polnischen Doppelagenten, der als Hans Kloss die deutsche Abwehr im Zweiten Weltkrieg unterwandert. Die Serie erlangte Kultstatus in Polen und wurde 1969 im DDR-Fernsehen gezeigt. Für eine Fortsetzung trat Mikulski vor zwei Jahren noch einmal vor die Kameras. Mikulski war Mitglied der kommunistischen Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei. In den 1990er Jahren moderierte er die polnische Version der Spielshow Glücksrad. Er starb heute in Warschau.

Brauereimuseum in Fürstenwalde eröffnet

Brautradition in brandenburgischer Stadt seit dem 15. Jahrhundert

Seit heute gibt es im Alten Rathaus von Fürstenwalde ein Brauereimuseum. Es beherbergt etwa 50 Exponate, darunter eine Sammlung mit historischen Bierkrügen. Auch alte Bierflaschen und Werkzeuge zur Herstellung von Fässern werden gezeigt. Die Exponate lagerten bisher im Magazin des Stadtmuseums.

Kulturnachrichten hören

November 2014
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

PopmusikSkandalbelastete Künstler stumm schalten
Hand hält Mobiltelefon, die Szene ist in grünes Licht getaucht. (imago stock&people/ images / Newscast)

Darf ich noch Michael Jackson hören? Spätestens seit den Missbrauchsskandalen um Jackson und R. Kelly ist Popmusik zu einem politischen Thema geworden. Eine Debatte mit der Musikjournalistin Lisa Ludwig und der Politikwissenschaftlerin Samira El Ouassi.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur