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Kulturnachrichten

Mittwoch, 26. November 2014

Deutsches PEN-Zentrum fordert menschenwürdiges Asylrecht

Aufruf zum 90. Jahrestag der deutschen Sektion

Zu den Erstunterzeichnern zählen die beiden Ehrenpräsidenten des deutschen PEN-Zentrums, Literaturnobelpreisträger Günter Grass und Christoph Hein. In dem Aufruf wird die Europäische aufgerufen, ihre abschottende Flüchtlingspolitik aufzugeben und das Massensterben auf dem Mittelmeer nicht länger hinzunehmen.
Es müsse ein gemeinsames, menschenwürdiges Asylrecht geschaffen werden, das nicht durch staatlichen Egoismus sondern vom Geist der Solidarität und Verantwortung geprägt sei, heißt es in dem Aufruf. Er sollte am Abend bei der 90-Jahr-Feier des deutschen PEN in der Freien Akademie der Künste in Hamburg vorgestellt werden. Dort findet eine Benefizgala für die Flüchtlinge statt. Günter Grass spendet sechs seiner Gemälde, die vom ehemaligen "Tagesthemen"-Moderator Ulrich Wickert versteigert werden.

Unterstützung für die Gurlitt-Taskforce: Schweizerin spendet für Provenienzforschung des Berner Kunstmuseums

Bei der Spenderin handele es sich um "eine Freundin des Hauses, die uns schon bei anderen Gelegenheiten unterstützt hat", sagte Stiftungsratspräsident Christoph Schäublin.

Einem Sprecher des Museums zufolge spendiert die Schweizerin mindestens eine Million Franken (rund 800.000 Euro). Von dem Geld soll die Gurlitt-Taskforce in Deutschland unterstützt werden, die die Provenienz hunderter Werke aus der Sammlung von Cornelius Gurlitt erforscht, die der im Mai Verstorbene dem Kunstmuseum Bern hinterlassen hat.
Laut Museumsdirektor Matthias Frehner werde sein Haus sich an dieser "Forschungsaufgabe beteiligen." Man werde in Bern eine "eigene Forschungsstelle ins Leben rufen und in Absprache mit der Taskforce Provenienzforschung betreiben. Zu jedem Werk, dessen Herkunft derzeit nicht geklärt ist, werde am Schluss ein Bericht vorgelegt."

Burgtheater-Star Annemarie Düringer gestorben

Schweizer Schauspielerin verstarb an ihrem 89. Geburtstag

Mit Annemarie Düringer verliere die Burg eine ganz große Schauspielerin, erklärte Intendantin Karin Bergmann.
Die am 26. November 1925 in Arlesheim unweit von Basel geborene Schauspielerin spielte am renommierten Wiener Theater mehr als 70 Rollen. Sie arbeitete mit großen Regisseuren wie Thomas Langhoff, Hans Neuenfels und Claus Peymann zusammen. 2001 wurde Düringer zur Doyenne des Burgtheaters ernannt. Erfolg feierte Düringer, die ihre Ausbildung in Paris sowie am Wiener Max-Reinhardt-Seminar erhielt, auch in Kinofilmen. Dazu gehörte der Thriller "Nachts, wenn der Teufel kam" (1957) an der Seite von Mario Adorf sowie "Der Lügner" (1961) mit Heinz Rühmann. Zu ihren zahlreichen Auszeichnungen gehörte auch der 1958 auf der Berlinale verliehene Bundesfilmpreis.

ARD und ZDF verhandeln über "Junges Angebot" im Internet

Sendestart "nicht vor 2016"

Das "junge Angebot", das noch einen "knackigen Titel" erhalten soll, werde in Mainz angesiedelt und müsse noch eine Geschäftsführung bekommen. Das sagte der ARD-Vorsitzende, NDR-Intendant Lutz Marmor, nach der Intendantentagung in Hannover. Die Ministerpräsidenten hatten im Oktober ARD und ZDF den Auftrag erteilt, für jüngere Zuschauer ein neues Portal im Netz zu starten, jedoch nicht als TV-Kanal. Darüber wollen beide Sendeanstalten in der nächsten Woche verhandeln. Zunächst müsse jedoch der Beschluss der Ministerpräsidenten im Staatsvertrag festgehalten werden, sagte Marmor.

Nachlass von Beuys-Fotografin Klophaus im Schloss Moyland

Fotos und Archiv gehen nach Moyland und zur Berliner Nationalgalerie

Das teilten die Einrichtungen am Niederrhein und in Berlin mit.
Der Nachlass der Fotografin Ute Klophaus, der wichtigsten Dokumentarin der Kunst von Joseph Beuys, umfasst rund 15 000 Schwarz-Weiß-Abzüge sowie 52 000 Negative und Archivgut. Im großen Joseph-Beuys-Archiv in Moyland gibt es bereits umfangreiche Bestände an Briefen und Fotografien der 2010 gestorbenen Wuppertalerin. Klophaus hatte mehr als 20 Jahre bis zum Tod von Beuys im Jahr 1986 Aktionen und Performances des Künstlers fotografiert - immer in Schwarz-Weiß.
Die Dubletten der Fotografien werden künftig im Museum Hamburger Bahnhof in Berlin aufbewahrt. Erworben hat den Nachlass die Ernst von Siemens Kunststiftung, die ihn als unbefristete Dauerleihgabe der Stiftung Moyland zur Verfügung stellt.

Diva der arabischen Musik: Sängerin Sabah im Alter von 87 Jahren gestorben

Das meldet die libanesische Nachrichtenagentur NNA.

Unter dem Namen "Al-Sabbouha" stand die als Jeanette Gergis al-Feghal geborene Libanesin seit den 40er Jahren vor allem in Ägypten vor der Kamera. Als musikalische Diva der arabischen Welt nahm sie seit den 50er Jahren über 3000 Lieder auf 50 Schallplatten auf.
Bis vor fünf Jahren stand sie - die von ihren Fans "Al Chahroura" ("Das singende Vögelchen") genannt wurde - auf der Bühne. In ihrer langen Karriere lag ihr auch in Paris, London oder Sydney das Publikum zu Füßen. Sie starb, wo sie sich vor Jahren und nach 9 Ehen eingemietet hatte: In einem alten Hotel in Beirut.

Spanisches Publikum bleibt zu Hause: Protest gegen hohen Mehrwertsteuersatz

Die spanische Kulturindustrie hat die Regierung aufgefordert, die Mehrwertsteuer für kulturelle Veranstaltungen zu senken.

Der in Spanien geltende Satz von 21 Prozent sei der höchste in Europa, betonten die Verbandspräsidenten der Kino- und Theaterbesitzer sowie der Konzertveranstalter in offenen Briefen an den konservativen Premierminister Mariano Rajoy.

Die Zeitung "El País" berichtet unter Berufung auf die beiden Verbandschefs, die Zahl der Kinobesuche sei seit der letzten Steuererhöhung um 30 Prozent zurückgegangen. Mehr als 60 Kinos mit insgesamt über 200 Sälen mussten geschlossen werden. "Die hohe Mehrwertsteuer bringt dem Staat keine zusätzlichen Einnahmen und zerstört darüber hinaus Unternehmen, Arbeitsplätze und die kulturelle Identität unseres Landes», heißt es in einem der Protestschreiben an die Regierung in Madrid.
Zum Vergleich: In Deutschland werden Kulturveranstaltungen mit sieben Prozent besteuert, in Frankreich sogar nur mit fünf Prozent.

Runder Geburtstag des deutschen PEN: mit Benefiz-Gala für verfolgte Autoren

Vom deutschen PEN-Präsidenten Josef Haslinger sind zum 90. Geburtstag der Sektion unter anderem Günter Grass und Christoph Hein nach Hamburg eingeladen worden.

"Unser Hauptanliegen ist die Freiheit und die Verteidigung der Meinungsfreiheit", sagte PEN-Generalsekretärin Regula Venske der Deutschen Presse-Agentur. Eine prominent besetzte Diskussion wird sich deshalb heute Abemd mit der europäischen Flüchtlingspolitik beschäftigen.

Weltweit werden nach Angaben des Internationalen Schriftstellerverbandes zurzeit rund 900 Schriftsteller und schreibende Journalisten verfolgt. "Die meisten verfolgten Autoren gibt es in der Türkei, gefolgt von China", erklärte PEN-Vizepräsident Sascha Feuchert. Inhaftierungen, Folterungen und Mord hätten zugenommen. "Für viele Inhaftierte sind Solidaritätsschreiben des PEN von enormer Bedeutung - als Unterstützung zum Durchhalten", so Feuchert. Als besonders tragischen und akuten Fall verwies er auf den saudi-arabischen Blogger Raef Badawi. Er sei zu einer zehnjährigen Haftstrafe und 1000 Peitschenhieben verurteilt worden. Man wisse nicht, ob die körperliche Strafe schon ausgeführt wurde, "ob Badawi überlebt" hat.
Dem deutschen PEN-Zentrum gehören rund 700 Mitglieder an.

Schau mir in die Augen, Kleines: Europäer vermissen Achtsamkeit

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Online-Umfrage des Forsa-Instituts in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, England und Österreich.

Ihre Gesprächspartner sollen ihnen in die Augen schauen und nicht aufs Handy schielen: Das das wünschen sich 92 Prozent der Befragten. Prinzipiell sei das Miteinander der Menschen durch Smartphones, Internet und E-Mails oberflächlicher geworden.
83 Prozent wünschen sich prinzipiell mehr zwischenmenschliche Achtsamkeit von ihren Mitmenschen.
Zugleich räumen vier von zehn Befragten ein, ihr Handy auch in Gesellschaft oft auf neue Nachrichten zu prüfen. Im Vergleich zu ihren Nachbarn, sind die Deutschen dabei aber zurückhaltender als beispielsweise die Spanier. Über die Hälfte ist ständig mit dem Mobiltelefon in Kontakt. In Deutschland nur 27 Prozent.

Noch nie dagewesen: Nobelpreis wird versteigert

James D. Watson, einer der Entdecker der DNA, bietet die höchste Auszeichnung der Welt im Dezember bei Christie's in New York an.

Der 86jährige hofft auf einen Erlös von knapp 3 Millionen Euro. Das Geld will er zum Teil für die Forschung stiften.
Das Auktionshaus teilte mit, dass noch nie ein lebender Nobelpreisträger seine Medaille verkauft habe. Posthum war die Auszeichnung von Watsons Kollege Francis Crick im vergangenen Jahr für 2,23 Millionen Dollar unter den Hammer gekommen. Das war das Vierfache des erwarteten Preises.

Bernhard Matthias Maaz: Neuer Chef der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen

Der 53jährige wird sein Amt am 1. Februar 2015 antreten.

Das hat das bayerische Regierungskabinett in München entschieden. Der 1961 in Jena geborene Bernhard Matthias Maaz studierte Kunstwissenschaften mit Nebenfach Archäologie in Leipzig. 1986 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei den Staatlichen Museen Berlin, dann Kustos und ab 2003 Leiter der Alten Nationalgalerie. Derzeit ist er stellvertretender Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und leitet deren Gemäldegalerie Alte Meister und das Kupferstich-Kabinett.

Bayerns Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) nannte Maaz "eine der
profiliertesten Persönlichkeiten in der europäischen Museumswelt". Er
verfüge über umfassende Erfahrungen in der Konzeption von
Ausstellungen und der Leitung großer Museen. Auch der Leiter der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Hartwig Fischer, gratulierte Maaz zu seiner neuen Aufgabe, um sich nun auf die Suche nach einem Nachfolger zu machen.
Der bisherige Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen Klaus Schrenk war im Oktober in den Ruhestand gegangen.

Nach langer Krankheit: Amerikanischer Fotograf Lewis Baltz in Paris gestorben

Der Kalifornier prägte nicht nur die amerikanische Landschaftsfotografie der Nachkriegszeit.

Risse im Mauerputz, Lüftungsschächte, erbärmlich wirkende Fassaden in der urbanen Peripherie: 1971 war Lewis Baltz einer der ersten Fotografen, den der legendäre New Yorker Galerist Leo Castelli ausstellte. Stilbildend wurde seine Fotoserie "The Prototype Works", in der er schon in den 60er Jahren das Gewöhnliche in den Fokus gestellt hatte. In den letzten Jahren hatte Baltz sich vor allem mit der zunehmenden Technologisierung der Welt und ihrer Auswirkung auf den Menschen beschäftigt.
Geboren1945 in Newport, Kalifornien, hatte Baltz in den 80er Jahren seinen Lebensmittelpunkt nach Frankreich und Italien verlegt. Er wurde 69 Jahre alt.

Archiv von Gabriel García Márquez: Bogotá verbittert über Verkauf in die USA

Die Regierung bedaure, dass das Archiv des kolumbianischen Literaturnobelpreisträgers nicht in seiner Heimat verwahrt werde, teilte das Kulturministerium mit.

Kulturministerin Mariana Garces sagte in Bogotá, die kolumbianische Regierung habe die Familie von Gabriel García Márquez nach dessen Tod am 17. April kontaktiert. Diese habe nicht mitgeteilt, dass sie das Archiv verkaufen wolle. Andernfalls hätte die Regierung "die Mittel gefunden, um es zu kaufen".
Gestern war bekanntgegeben worden, dass das Harry Ransom Center der Universität von Texas das Archiv erhält. Nach Aussage der Familie, sei das Institut in Austin der Ort, der am meisten geeignet sei, Manuskripte, Tagebücher, Fotoalben, Korrespondenzen und persönliche Gegenstände wie Schreibmaschinen und Computer aufzubewahren. Deshalb sei es niemand anderem angeboten worden.
Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

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