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Kulturnachrichten

Dienstag, 25. November 2014

Nach langer Krankheit: Amerikanischer Fotograf Lewis Baltz in Paris gestorben

Der Kalifornier prägte nicht nur die amerikanische Landschaftsfotografie der Nachkriegszeit.

Risse im Mauerputz, Lüftungsschächte, erbärmlich wirkende Fassaden in der urbanen Peripherie: 1971 war Lewis Baltz einer der ersten Fotografen, den der legendäre New Yorker Galerist Leo Castelli ausstellte. Stilbildend wurde seine Fotoserie "The Prototype Works", in der er schon in den 60er Jahren das Gewöhnliche in den Fokus gestellt hatte. In den letzten Jahren hatte Baltz sich vor allem mit der zunehmenden Technologisierung der Welt und ihrer Auswirkung auf den Menschen beschäftigt.
Geboren1945 in Newport, Kalifornien, hatte Baltz in den 80er Jahren seinen Lebensmittelpunkt nach Frankreich und Italien verlegt. Er wurde 69 Jahre alt.

Bernhard Matthias Maaz: Neuer Chef der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen

Der 53jährige wird sein Amt am 1. Februar 2015 antreten.

Das hat das bayerische Regierungskabinett in München entschieden. Der 1961 in Jena geborene Bernhard Matthias Maaz studierte Kunstwissenschaften mit Nebenfach Archäologie in Leipzig. 1986 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei den Staatlichen Museen Berlin, dann Kustos und ab 2003 Leiter der Alten Nationalgalerie. Derzeit ist er stellvertretender Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und leitet deren Gemäldegalerie Alte Meister und das Kupferstich-Kabinett.

Bayerns Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) nannte Maaz "eine der
profiliertesten Persönlichkeiten in der europäischen Museumswelt". Er
verfüge über umfassende Erfahrungen in der Konzeption von
Ausstellungen und der Leitung großer Museen. Auch der Leiter der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Hartwig Fischer, gratulierte Maaz zu seiner neuen Aufgabe, um sich nun auf die Suche nach einem Nachfolger zu machen.
Der bisherige Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen Klaus Schrenk war im Oktober in den Ruhestand gegangen.

Archiv von Gabriel García Márquez: Bogotá verbittert über Verkauf in die USA

Die Regierung bedaure, dass das Archiv des kolumbianischen Literaturnobelpreisträgers nicht in seiner Heimat verwahrt werde, teilte das Kulturministerium mit.

Kulturministerin Mariana Garces sagte in Bogotá, die kolumbianische Regierung habe die Familie von Gabriel García Márquez nach dessen Tod am 17. April kontaktiert. Diese habe nicht mitgeteilt, dass sie das Archiv verkaufen wolle. Andernfalls hätte die Regierung "die Mittel gefunden, um es zu kaufen".
Gestern war bekanntgegeben worden, dass das Harry Ransom Center der Universität von Texas das Archiv erhält. Nach Aussage der Familie, sei das Institut in Austin der Ort, der am meisten geeignet sei, Manuskripte, Tagebücher, Fotoalben, Korrespondenzen und persönliche Gegenstände wie Schreibmaschinen und Computer aufzubewahren. Deshalb sei es niemand anderem angeboten worden.
Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Nachlass von Horst Buchholz geht an Berliner Filmmuseum

Eine Ausstellung ist aber zunächst nicht geplant.

Der Nachlass des Schauspielers Horst Buchholz (1933-2003) geht an die Stiftung Kinemathek in Berlin. Dazu gehören Briefe, Verträge, Tonbandaufnahmen mit Interviews, Fotos, Setaufnahmen, Drehbücher und Fanpost. Zur Übergabe am 3. Dezember werden seine Witwe Myriam Buchholz-Bru und Sohn Christopher Buchholz erwartet, teilte das Museum für Film und Fernsehen mit. Der legendäre Berliner Schauspieler ("Eins, zwei, drei", "Die Halbstarken") wäre am 4. Dezember 81 Jahre alt geworden.

Harsche Kritik an Berliner Sonderausstellung zum RAF-Terrorismus

Der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) meint, für den Qualitätsanspruch eines Hauptstadtmuseums sei das "viel zu wenig".

Die Schau im Deutschen Historischen Museum biete nichts Neues, bleibe bruchstückhaft und hinterlasse Unzufriedenheit, sagte Baum heute im Deutschlandradio Kultur. "Sie bietet punktuelle Einblicke, aber macht den Besuchern eigentlich nicht klar, was die RAF gewesen ist", sagte der FDP-Politiker, der von 1972 bis 1982 im Bundesinnenministerium arbeitete, seit 1978 als Minister. Baum sagte, es würden Dokumente und Gegenstände gezeigt wie etwa das Motorrad, das 1977 beim Attentat auf den früheren Generalbundesanwalt Siegfried Buback benutzt wurde: "Aber sie zeigen nicht die Zusammenhänge auf, und wenn, dann ist alles sehr verkürzt." So versäume es die Ausstellung, die RAF in die Zusammenhänge einzuordnen, sowohl die internationalen als auch die deutschen.

Humboldts Amerika-Tagebücher werden erstmals ausgestellt

Die Tagebücher wurden im vergangenen Jahr aus Privatbesitz erworben.

Alexander von Humboldts Amerika-Reisetagebücher, ein Schlüsseldokument der Naturwissenschaften aus dem 19. Jahrhundert, werden erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt. Die während Humboldts Forschungsreise auf dem amerikanischen Kontinent entstandenen Aufzeichnungen sollen vom 4. bis 6. Dezember in der Berliner Staatsbibliothek ausgestellt werden. Gleichzeitig werden die Tagebücher in digitaler Form online gestellt, wie die Staatsbibliothek heute mitteilte. Humboldts (1769-1859) gesamter Nachlass soll ebenfalls digitalisiert und in das Internet gestellt werden. Dazu gehören auch jene Teile, die im Zweiten Weltkrieg ausgelagert wurden und die bis heute die Jagiellonen-Bibliothek in Krakau aufbewahrt. Außerdem wird ein Team um den Literaturwissenschaftler Otmar Ette (Universität Potsdam) die Tagebücher auswerten.

Gurlitt-Erbe: Kunstsammlung bleibt vorerst in Bayern

Weil für die an das Kunstmuseum Bern vererbten Kunstwerke weiterhin der Nachlasspfleger in München verantwortlich ist.

Eine Sprecherin des zuständigen Amtsgerichts erklärte, die Sammlung bleibe in seiner Obhut, bis Streitigkeiten um das Testament von Cornelius Gurlitt endgültig geklärt seien. Erst wenn der Nachlasspfleger über den Antrag auf einen Erbschein von Gurlitts Cousine Uta Werner entschieden hat, darf das Schweizer Museum die Erbschaft annehmen. Uta Werner will Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Testaments klären.

Wie lange es dauert, bis über den Erbschein entschieden sei, konnte die Gerichtssprecherin nicht sagen.

Jüdischer Weltverband zu Gurlitt-Erbe: Volle Transparenz bei Herkunftsforschung

Der Präsident des Weltverbands fordert die Versteigerung von Werken zugunsten von Holocaust-Opfern, falls keine rechtmäßigen Eigentümer ermittelt werden können.

Der Jüdische Weltkongress (WJC) dringt im weiteren Umgang mit der Kunstsammlung Cornelius Gurlitts auf umfassende Transparenz. Der Dachverband begrüßte die Entscheidung des Kunstmuseums Bern, das Erbe des Münchner Sammlers mit Ausnahme ihres "toxischen Teils", also der als NS-Raubkunst identifizierten Werke, anzunehmen. Zugleich forderte WJC-Präsident Roland S. Lauder in New York: "Wir brauchen volle Transparenz im Verfahren zur Klärung ihrer Provenienz." Nichts sollte nach Bern geschickt werden, bevor es nicht eingehend untersucht worden sei. Alle von den Nazis entzogenen Werke müssten ihren rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben werden, unterstrich Lauder. Falls diese nicht bekannt seien, sollten solche Objekte zugunsten von Holocaust-Opfern versteigert werden.

Internationaler Emmy: für "Unsere Mütter, unsere Väter"

Der ZDF-Dreiteiler setzte sich in New York gegen Konkurrenten aus Brasilien, Japan und Großbritannien durch.

Erzählt wird in "Unsere Mütter, unsere Väter" von fünf jungen Deutschen während des Zweiten Weltkriegs. In den USA war die Mini-Serie Anfang des Jahres als "Generation War" zu sehen.
Die Meinung US-amerikanischer Kritiker war mehr als gespalten. Während "The New Yorker" schrieb, die Produktion sei "nie langweilig", urteilte die "New York Times" seinerzeit, der Film stelle "zumindest zum Teil wieder die Auffassung her, dass die einfachen Deutschen von den Nazis verführt wurden und keine Ahnung von ihren Verbrechen hatten." Beim Streamingdienst Netflix erhielt "Unsere Mütter, unsere Väter" ebenfalls keine guten Bewertungen.
Der International Emmy ist Ableger des wichtigsten Fernsehpreises der Welt.

Literatur im Zeichen des Calvinismus: Maarten 't Hart feiert 70. Geburtstag

Jeden Tag spielt er ein Stück von Johann Sebastian Bach. In der Musik, sagt t' Hart, lebe er sein Bedürfnis nach Metaphysik aus.

Geboren als Sohn eines Totengräbers, wuchs der niederländische Schriftsteller in einer von strengem Calvinismus geprägten Umgebung auf. Die Erfahrungen von Enge und Strenge seiner Kindertage tauchen immer wieder in Maarten 't Harts Büchern auf, ebenso das Gefühl des Verlassenseins und der Druck, den verborgene Neigungen auslösen können.
Der studierte Biologe, der 1971 seinen ersten Roman veröffentlichte, wurde 1993 mit seinem Buch "Das Wüten der ganzen Welt" auch in Deutschland bekannt.

"As times goes by": Piano versteigert

Ein Klavier aus dem legendären Film "Casablanca" mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman ist in New York für 2,7 Millionen Euro versteigert worden.

Wer es kaufte, teilte das Auktionshaus Bonhams nicht mit. In dem Filmklassiker von 1942 spielt Dooley Wilson an dem kleinen Klavier "As Time Goes By".

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