Dienstag, 22.10.2019
 

Kulturnachrichten

Sonntag, 23. November 2014

Weiteres NS-Raubkunstbild in Gurlitt-Sammlung entdeckt

Es handelt sich um die Zeichnung von Carl Spitzweg "Das musizierende Paar", wie das Nachrichtenmagazin "Focus" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet.

Nach Ermittlungen der von der Bundesregierung eingesetzten Task Force zur Herkunft der mehr als tausend Gurlitt-Bilder steht demnach nun fest, dass dessen Vater Hildebrand Gurlitt die Zeichnung weit unter Wert von dem jüdischen Sammler Henri Hinrichsen erworben hatte. Hinrichsen starb 1942 in Auschwitz. Seine in den USA lebende Enkelin Martha Hinrichsen erhielt jetzt von der Task Force die schriftliche Bestätigung: Der Verkauf des Bildes war erzwungen.

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth: Wasserschaden im Weltkulturerbe

Durch einen Wassereinbruch ist schätzungsweise ein Schaden in sechsstelliger Höhe entstanden.

Am Wochenende sei der Technikkeller unter der Bühne vermutlich durch eine undichte alte Hauptwasserversorgungsleitung geflutet worden, teilte die Bayerische Schlösserverwaltung heute mit. Das vor allem aus Holz bestehende prachtvolle Logenhaus des Theaters sei ebenso wie andere historische Einbauten unbeschädigt geblieben. Vom Wasserschaden sei vor allem die neu installierte Gesamttechnik des Hauses betroffen. Am Sonntagvormittag hatten den Angaben zufolge rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk den Keller leergepumpt, die Trocknungsmaßnahmen wurden bereits begonnen.
Eine endgültige Schadenssumme werde erst nach weiteren Gutachten ermittelt werden können, erklärte die Schlösserverwaltung. Das von 1745 bis 1750 im Auftrag der Bayreuther Markgräfin Wilhelmine errichtete Opernhaus gilt als eines der bedeutendsten im Original erhaltenen Barocktheater Europas. Derzeit wird das Gebäude umfassend restauriert. Die Wiedereröffnung ist für 2016 geplant.

Marcel Beyer mit Kleist-Preis ausgezeichnet

Hortensia Völckers, Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, würdigte den 49-Jährigen bei einer Feierstunde im Berliner Ensemble als "Sprachkünstler" und "Wortmusiker", der den Leser immer wieder zu einem Detektivspiel verführe.

Der mit 20 000 Euro dotierte Preis wird jährlich von der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft vergeben. Er geht an Schriftsteller, die wie der Namensgeber als Vordenker für die Zukunft gelten können. Bisherige Träger waren etwa Heiner Müller, Herta Müller, Daniel Kehlmann und Sibylle Lewitscharoff. Beyer wurde mit Werken wie "Flughunde", "Spione" und "Putins Briefkasten" bekannt. Er ist schon vielfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Heinrich-Böll-Preis, dem Bremer Literaturpreis und dem Oskar Pastior Preis.

Kunstmuseum Bern akzeptiert Gurlitts Erbe

Das berichtet die "Neue Zürcher Zeitung".

Gestern versammelte sich der Stiftungsrat des Kunstmuseums Bern zu einer außerordentlichen Sitzung. Dort habe das Gremium nach mehrstündiger Diskussion entschieden, das Testament des im Mai 2014 in München verstorbenen Cornelius Gurlitt zu akzeptieren, berichtet die Zeitung. Der Entscheid für die Annahme der schwierigen Erbschaft hatte sich schon in den vergangenen Tagen abgezeichnet. Die Entscheidung und der Inhalt der Vereinbarung zwischen dem Kunstmuseum Bern, der Bundesregierung und dem Bundesland Bayern werden morgen bei einer Pressekonferenz in Berlin offiziell vorgestellt. Bereits durchgesickert ist, dass Deutschland weiter die Provenienzforschung für alle gefundenen Gurlitt-Bilder übernehme und sich bereit erkläre, alle Rechtskosten zu tragen, sollte das Kunstmuseum Bern auf Herausgabe von Werken verklagt werden.

Gurlitts Cousin: Kunstsammler war nicht paranoid

Der 95-Jährige Dietrich Gurlitt ist, gemeinsam mit seiner Schwester Uta Werner (86), in der gesetzlichen Erbfolge Gurlitts nächster Verwandter, wurde im Testament aber übergangen.

Dietrich Gurlitt hat jetzt Spekulationen über den Geisteszustand des Kunstsammlers zurückgewiesen. "Über die Beschlagnahme seiner Bilder war er so empört, dass er kein deutsches Museum auswählte. Das alles ist nicht paranoid, sondern konsequent und verständlich", teilte Dietrich Gurlitt der Nachrichtenagentur dpa mit. Im Gegensatz zu seiner Schwester, die am Freitag überraschend einen Erbschein beim zuständigen Nachlassgericht in München beantragte, erhebt er keine Ansprüche auf den Nachlass. "Ich kannte Cornelius in seinen jungen Jahren", sagte Dietrich Gurlitt. "Er hatte und wollte als Erbe keinen Kontakt zu uns, da wir ihm für seine große Sammlung nicht kompetent waren."

Museum für Tagebücher eröffnet

Knapp 17 Jahre nach seiner Gründung hat das Deutsche Tagebucharchiv in Emmendingen bei Freiburg ein Museum eröffnet.

In regelmäßig wechselnden Ausstellungen werden darin Tagebücher zu bestimmten Themen ausgestellt, wie die Organisatoren heute zur Eröffnung mitteilten. Sie sollen Geschichte aus einer persönlichen Perspektive zeigen. Den Anfang macht eine Ausstellung über den Ersten Weltkrieg. Das Tagebucharchiv wurde 1998 gegründet. Es archiviert Tagebücher, Briefe und Memoiren aus mehr als 200 Jahren. Nach Angaben der Betreiber ist es die einzige Einrichtung dieser Art in Deutschland.

Bühnenbildner Peter Pabst erhält Wuppertaler Von der Heydt-Preis

Peter Pabst wurde als ein "Grenzüberschreiter" gewürdigt, der als Bühnenbildner für die verschiedenen Sparten Schauspiel, Oper und Film wirkte.

Der 1944 geborene Pabst habe fast 30 Jahre lang als Bühnenbildner an der Seite von Pina Bausch gearbeitet, teilte die Stadt mit. Schon 1980 entwarf er sein erstes Bühnenbild für ein Stück von Pina Bausch. Dies war der Beginn einer engen künstlerischen und menschlichen Beziehung, die bis zum Tod der großen Choreographin im Jahr 2009 andauerte. Der mit 12 500 Euro dotierte Kulturpreis der Stadt Wuppertal wird alle zwei Jahre verliehen, seit 2008 unter dem Namen Von der Heydt-Preis. Zu den bisherigen Preisträgern gehören auch Heinrich Böll, Alice Schwarzer, Pina Bausch, Tony Cragg und der Dirigent Toshiyuki Kamioka. Mit dem Preis werden Künstler ausgezeichnet, die durch ihr Leben und Wirken mit dem Bergischen Land verbunden sind.

"Läuft bei dir" ist Jugendwort 2014

Das berichtet das Münchner Magazin "FOCUS".

"Läuft bei dir" bedeute soviel wie "Du hast es drauf" oder auch "cool". Alljährlich lässt der Langenscheidt-Verlag das Jugendwort per Internet-Voting und Jury-Abstimmung ermitteln. Ebenfalls im Rennen um den Titel waren "Gönn dir!", gleichbedeutend mit "Viel Spaß dabei!" oder das türkische Wort für Tier "Hayvan", das für Jugendliche zum Synonym für "Freund", "Muskelpaket" aber auch "triebgesteuert" geworden ist. Auch "Tebartzen" war eingereicht worden, laut Langenscheidt-Verlag verwenden junge Menschen diesen Ausdruck als Synonym für "sich etwas Teures leisten".

Herbert Grönemeyer: Soziale Netzwerke machen Menschen berechenbar

Der Musiker kritisiert den "digitalen Irrsinn".

Er sei privat weder bei Whatsapp noch bei Facebook oder sonst etwas, sagte Herbert Grönemeyer, der gerade sein neues Album bewirbt, der "Süddeutschen Zeitung". Man werde sehr berechenbar, weil man die Maschinen ununterbrochen füttere, so Grönemeyer. Wenn die Chefs von Google und Apple zusammensitzen würden, dann könnten sie sagen: "Wir sind schon ganz schön weit gekommen, mit der Kontrolle der Welt", gab Grönemeyer zu bedenken. Diese Konzerne schrieben die Drehbücher für das Leben der Menschen. Nach Ansicht des Musikers besticht der Mensch aber durch sein Geheimnis. Im Netz suchten viele Bestätigung und hätten die Sehnsucht, eine Art Popstar zu sein.

Judith Hermann erhält Erich Fried Preis

Der Preis, der mit 15 000 Euro dotiert ist, wurde heute in Wien verliehen.

Die 44-Jährige Judith Hermann beschreibe in ihrem Werk "nicht nur die emotionale Verunsicherung der jungen Generation, sondern auch die ihrer desillusionierten Eltern und Großeltern, denen die kollektiven Ziele und Träume im Laufe des Lebens abhanden gekommen sind", begründete Allein-Jurorin Monika Maron die Preisvergabe.
Hermann wurde bisher unter anderem mit dem Kleist-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet. Der Erich Fried Preis wird seit 1990 vergeben.

Hitler-Aquarell für 130 000 Euro in Nürnberg versteigert

Ein anonymer Käufer habe das 28 mal 22 Zentimeter große Bild mit dem Titel "Standesamt München" gestern Abend erworben, sagte Kathrin Weidler vom Auktionshaus Weidler.

"Wir hatten viel erwartet, aber nicht diesen Betrag." Der hohe Preis hänge vermutlich mit der vorhandenen Originalrechnung von 1916 zusammen. Das Bild gehe vermutlich in den Nahen Osten, sagte Weidler. Zwei etwa 70 Jahre alte Schwestern aus Hessen hatten das Werk in die Versteigerung gegeben. Der Großvater der Geschwister hatte das Bild im Jahr 1916 in einer Münchner Galerie gekauft. Versteigerungen von Hitler-Gemälden finden immer wieder statt. Es gibt dafür Sammler im In- und Ausland. Der Handel ist in Deutschland nur verboten, wenn NS-Symbole wie etwa Hakenkreuze darauf zu sehen sind.

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