Sonntag, 20.10.2019
 

Kulturnachrichten

Samstag, 22. November 2014

Deutschland kämpft gegen schwindendes Sprachinteresse in Russland

Auf einer Tagung des Goethe-Instituts in Moskau plädierten Deutsche und Russen für ein stärkeres Sprachenlernen, um in schwierigen Zeiten den Dialog nicht abbrechen zu lassen

"Sprachkenntnis ist die Basis für Verständigung", sagte der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert, auf den gesamtrussischen Deutschlehrertagen. Das Verhältnis ist durch Sanktionen des Westens gegen Russland in der Ukraine-Krise belastet. Deutsch habe zwar als zweite Fremdsprache in Russland nach Englisch weiterhin einen stabilen Platz, verliere aber immer mehr an Bedeutung, sagte Ebert. Hauptgrund sei ein Mangel an Lehrkräften. Bessern soll sich die Lage künftig durch Stipendien für Lehrer. Nach Angaben des Goethe-Instituts gab es vor zehn Jahren noch 35 000 Deutschlehrer in Russland. Aktuell unterrichteten im größten Land der Erde noch etwa 20 000 Pädagogen die insgesamt rund 1,8 Millionen Deutschlerner. Das Institut erwartet bis 2015 einen Rückgang bei den Schülerzahlen um bis zu acht Prozent und bei den Lehrern um bis zu zehn Prozent. Ein noch bis 2015 laufendes Jahr der deutschen Sprache mit 200 Veranstaltungen in Russland soll den Trend stoppen.

Bach-Marathon in New York

Die Orgel, die niemals schläft

Johann Sebastian Bach gilt als der Orgel- und Klaviervirtuose des Barock. Bis heute inspiriert er Musiker auf der ganzen Welt. So auch Paul Jacobs, Chef der Orgel-Abteilung der renommierten Musikschule Juilliard School in New York. Jacobs ist Grammy-Gewinner und ein großer Fan von Bach. Sein Ziel ist es, alle 150 Fugen, Präludien und Fugen, Fantasien, Toccaten und Concerti zu hören, die der deutsche Komponist jemals für die Orgel komponiert hat. In einem "Bach-Marathon" starten Jacobs Schüler heute um 7 Uhr morgens in der Saint Peter's Kirche in Manhattan. Rund 18 Stunden dauert der Bach-A-Thon, der auf einer deutschen Orgel gespielt wird, die Johannes Klais (Bonn) für die Kirche gebaut hat.

Europäischen Kunstpreis für Malerei und Grafik der Münchner Augustinum Stiftung

Preis geht an drei Künstler mit geistiger Behinderung: Patrick Siegl aus München, Dimitri Pietquin aus Belgien und Giulia Zini aus Italien

"Ihre Bilder sind emotional unglaublich stark und direkt, sie haben eine sehr energetische und menschliche Ausstrahlung", sagte Schauspieler Edgar Selge, Schirmherr des Preises, vor der Preisverleihung im Buchheim Museum in Bernried am Starnberger See. Die künstlerische Tätigkeit sei für die Behinderten wie eine Erlösung. "Die künstlerische Arbeit wird zu einer kontinuierlichen Struktur in ihrem Alltag, mit der sie auch Geld verdienen können", sagte Selge. 320 Künstler aus 17 europäischen Ländern haben sich an dem Wettbewerb beteiligt. Die Werke der Preisträger und weiterer Teilnehmer sind bis März 2015 im Buchheim Museum zu sehen.

Jonathan Meese beschimpft Bayreuth

Skandalkünstler veröffentlicht "Manifest", das in Teilen auch eine Abrechnung mit dem Grünen Hügel ist

Vor einer Diskussionsveranstaltung des Literaturfestes München gestern Abend wetterte Jonathan Meese in seinem "Manifest": "Richard Wagner würde sich bei der 'Kunsthasskampagne gegen Meese' im Grabe umdrehen. Richard Wagner würde alle durchdemokratisierten Wagnerverbände als mickrige 'Kunstlosigkeiten' verbieten." Die Bayreuther Festspiele hatten Meese, der eigentlich 2016 den "Parsifal" auf dem Grünen Hügel inszenieren sollte, vor einer Woche vor die Tür gesetzt. Sein Konzept sei zu teuer, so die Begründung. Wie gestern bekannt wurde, soll der Intendant des Hessischen Staatstheaters in Wiesbaden, Uwe Eric Laufenberg, Meese ersetzten.

Wissenschaftsfotografie mit Bienen, Fluss und Nasen ausgezeichnet

Die mit insgesamt 18.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde heute im Bremer "Haus der Wissenschaft" übergeben

Der Berliner Künstler und Fotograf Florian Grosse hat mit dem Bild einer Biene vor martialisch anmutender Technik den diesjährigen Deutschen Preis für Wissenschaftsfotografie gewonnen. In der Kategorie Einzelfoto sei es Grosse gelungen, die optische Unverhältnismäßigkeit von wissenschaftlichem Instrumentarium und kleinem Insekt darzustellen, urteilte die Jury. Der Preis umfasst insgesamt drei Disziplinen. Für die beste Reportage wurde der Leipziger André Künzelmann für eine Bildserie über die weltgrößte wissenschaftliche Flussexpedition 2013 auf der Donau prämiert. In der Kategorie Mikro-/Makrofotografie gewannen die Fotojournalisten Heidi und Hans-Jürgen Koch, die im schleswig-holsteinischen Goosefeld nahe der Ostsee leben. Ihre Fotoserie mit dem Titel "Der richtige Riecher" zeigt Nasen verschiedener Tiere in Großaufnahme: Hund, Elefant, Trampeltier, Fledermaus, Elch und Schwein standen Modell. Der Deutsche Preis für Wissenschaftsfotografie wurde zum neunten Mal von der Zeitschrift "bild der wissenschaft" und dem Düsseldorfer Pressebüro Brendel ausgeschrieben. Aus rund 100 Einsendungen wählte die Jury die Preisträger aus. Der Wettbewerb richtet sich an Fotografen und Fotografinnen, die aktuelle Forschung und Technologie ansprechend und ungewöhnlich ins Bild setzen.

Caritas und Diakonie starten Adventssammlung

Größte ökumenische Spendenaktion in NRW

Unter dem Leitwort "Türen öffnen" beginnt heute die Adventssammlung von Caritas und Diakonie in Nordrhein-Westfalen. Bis zum 14. Dezember werden ehrenamtliche Sammler von Tür zu Tür gehen und um die Unterstützung der karitativen Arbeit der Kirchengemeinden vor Ort und überregionaler Projekte bitten, wie die Organisationen mitteilte. Seit mehr als 60 Jahren gibt es diese größte ökumenische Spendenaktion in NRW. Im Erzbistum Köln kamen laut Caritas bei der Adventssammlung 2013 insgesamt 629.000 Euro zusammen und für jede Pfarrgemeinde im Schnitt 1.127 Euro.

Kabarettpreis "Mindener Stichling" wird heute verliehen

Die Auszeichnungen sind mit je 4000 Euro dotiert

Der Kabarettpreis "Mindener Stichling" wird heute im Mindener Stadttheater verliehen. Die Auszeichnungen gehen in diesem Jahr an die Kölner Künstlerin Anny Hartmann ("Zu intelligent für Sex" und "Ist das Politik, oder kann das weg?") für ihr Politik-Kabarett und die Gruppe "Michael Krebs und die Pommesgabeln des Teufels". Bundesweit bekannte Preisträger des "Mindener Stichlings" waren bislang etwa Volker Pispers, Uwe Steimle oder das Düsseldorfer Kommödchen. Der Förderpreis der Stadt Minden wird seit 1994 alle zwei Jahre vergeben. Namensgeber ist die Amateur-Kabarett-Gruppe "Mindener Stichlinge", die in zwei Jahren 50 Jahre alt wird.

"Anti-Barbie" kommt in den USA auf den Markt

"Lammily" soll durchschnittliche Frauen repräsentieren

Sie ist eher klein, brünett, hat eine durchschnittliche Figur und kann sogar mit Cellulite, Schwangerschaftsstreifen und Pickeln ausgestattet werden: Eine "Anti-Barbie"-Puppe wird ab der kommenden Woche in den USA vermarktet. "Lammily" ist die Idee des Grafikdesigners Nickolay Lamm, der mit ihr die Überzeugung verbreiten will, dass "es in Ordnung ist, wie ein normaler Mensch auszusehen". Er sei auf die Idee gekommen, als er in Geschäften nach einem Geschenk für ein Kind gesucht habe, erzählte der 26-Jährige: "Alle Puppen sahen aus wie Supermodels." Er habe nichts gegen Schönheitsköniginnnen, "aber ich habe den Eindruck, dass die Regale voller Supermodels den Eindruck vermitteln, dass etwas nicht stimmt, wenn man selbst nicht auch so aussieht". Lamm formte seine "Lammily" nach statistischen Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC, wonach die durchschnittliche 19-jährige Amerikanerin 1,63 Meter groß ist, 68 Kilogramm wiegt und eine Oberweite von 85 Zentimetern hat. Das Geld für die Massenproduktion der Puppe sammelte der Designer per Crowdfunding.

Sex-Symbol und Schauspiel-Star : Scarlett Johansson wird heute 30

Dutzende Filme und viele Auszeichnungen: Scarlett Johansson gehört zu Hollywoods Top-Riege

Spätestens seit dem Erfolgsfilm "Lost in Translation" vor etwa elf Jahren gilt Scarlett Johansson als umschwärmtes Sex-Symbol und gleichzeitig als eine der erfolgreichsten und wandlungsfähigsten Schauspielerinnen ihrer Generation. Dutzende Filme hat sie seitdem gedreht, hat Theater gespielt, gemodelt und gesungen, ist zur Muse des Star-Regisseurs Woody Allen geworden und zur "sexiesten Frau der Welt" gewählt worden, hat geheiratet, sich scheiden lassen, sich neu verlobt und im September gerade eine Tochter bekommen - und all das noch vor ihrem 30. Geburtstag. Sorgen bereite ihr dieser Geburtstag nicht, erzählte Johansson erst kürzlich in einem Interview dem "Wall Street Journal". Sie habe schon feste Pläne für die neue Dekade. "Ich will nicht mehr die Naive sein. Es ist nett, glamourös zu sein, aber ich will nicht mehr immer trendy und ein Objekt der Begierde sein müssen." Das sei nichts Bleibendes.

Dauerschau zur Mode-Geschichte in Berlin

Wiedereröffnung des Berliner Kunstgewerbemuseums

Nach dreijähriger Sanierung ist das Ausstellungshaus am Kulturforum von heute an wieder geöffnet. Zu sehen sind Kleider, Hüte, Schuhe, Taschen, Handschuhe und weitere Accessoires aus der Zeit des 18. Jahrhunderts bis ins 21. Jahrhundert. Grundlage der neuen Modegalerie sei die 2009 angekaufte internationale Sammlung von Martin Kamer und Wolfgang Ruf, so die Ausstellungsmacher. In dem neugestalteten Museum für Kunst, Mode und Design ist auch der berühmte Welfenschatz zu sehen.

"Welt-Klimakonferenz" als Live-Rollenspiel

Am Deutschen Schauspielhaus lässt die Gruppe Rimini Protokoll die Zuschauer in die Rolle von Delegierten aus 196 Ländern schlüpfen

Ganz schön voll kann es werden, wenn sich Delegierte aus 196 Ländern im großen Saal des Deutschen Schauspielhauses versammeln. Streng nach Alphabet werden die Länder platziert, kleine Fähnchen an den Sitzreihen markieren die jeweiligen Einflussbereiche. Mit der Uraufführung "Welt-Klimakonferenz" hat das Theater-Kollektiv Rimini Protokoll das Schauspielhaus gestern Abend in den Schauplatz einer internationalen Konferenz verwandelt. Die Rolle der 650 Delegierten übernehmen dabei die Zuschauer selbst: Jeder Besucher wird nach dem Zufallsprinzip einem Land zugeordnet. Eine Broschüre enthält die wichtigsten Informationen für die anstehenden Verhandlungen. Wer etwa zur dreiköpfigen Delegation von Armenien gehört, erfährt darin, dass sich das Land im Vergleich des Brutto-Inlandsprodukts auf Platz 118 der Wohlstandsskala bewegt - und damit wohl eher wenig Spielraum für Investitionen in den Klimaschutz hat.

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