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Kulturnachrichten

Donnerstag, 20. November 2014

"Reifeprüfung"-Regisseur Mike Nichols ist tot

Er hat mit den größten Stars Filme gedreht - mit 83 Jahren ist der Oscar-Preisträger gestorben

Nichols wurde 1931 als Sohn jüdischer Eltern in Berlin geboren. Mit sieben Jahren kam er mit seinen Eltern auf der Flucht vor den Nazis in die USA. 1966 schaffte er den Durchbruch als Filmregisseur mit seinem ersten Film "Wer hat Angst vor Virginia Woolf" mit Elizabeth Taylor und Richard Burton in den Hauptrollen. Schon ein Jahr später gewann er den Regie-Oscar für "Die Reifeprüfung" mit Dustin Hoffman. "Silkwood" und "Die Waffen der Frauen" gehörten zu seinen weiteren Filmen. Zuletzt traten Tom Hanks, Julia Roberts und Philip Seymour Hoffman für Nichols' Politsatire "Der Krieg des Charlie Wilson" (2007) vor die Kamera.

Dauerschau zur Mode-Geschichte in Berlin

Wiedereröffnung des Berliner Kunstgewerbemuseums am Samstag

Nach dreijähriger Sanierung ist das Ausstellungshaus am Kulturforum von Samstag (22.11.) an wieder geöffnet. Zu sehen sind Kleider, Hüte, Schuhe, Taschen, Handschuhe und weitere Accessoires aus der Zeit des 18. Jahrhunderts bis ins 21. Jahrhundert. Grundlage der neuen Modegalerie sei die 2009 angekaufte internationale Sammlung von Martin Kamer und Wolfgang Ruf, so die Ausstellungsmacher. In dem neugestalteten Museum für Kunst, Mode und Design ist auch der berühmte Welfenschatz zu sehen.

Weltweit erstem Frauenmuseum droht das Aus

Die Stadt Bonn will ihre Förderung einstellen

"Es ist lächerlich, dass die Stadt Bonn sagt, sie könne sich unser Haus nicht mehr leisten", sagte Museumsleiterin Marianne Pitzen. Das Museum erwirtschafte weit mehr als die Hälfte seines Etats aus eigenen Einnahmen und Drittmitteln. Nach Sparvorschlägen der Bonner Stadtverwaltung soll dem Museum ab 2018 der jährliche Zuschuss von 120.000 Euro gestrichen werden. Der Bonner Kulturdezernent Martin Schumacher wies darauf hin, dass sich das 3.000 Quadratmeter große Gebäude des Frauenmuseums in der Bonner Altstadt auf einem wertvollen Grundstück befinde. Es sei ein schmerzlicher Schritt, eine bewährte Kultureinrichtung aufzugeben. Allerdings müssten mit Blick auf die prekäre Haushaltslage der Stadt auch Einschnitte bei der Kultur gemacht werden. Pitzen kündigte an, für den Erhalt des Frauenmuseums zu kämpfen. Das Frauenmuseum wurde 1981 in einem ehemaligen Kaufhaus gegründet. Das Gebäude wurde seitdem mehrfach mit Landesmitteln renoviert. Das Haus war weltweit Vorbild für zahlreiche Frauenmuseen.
Die International Association of Women in Museum hat ihren Sitz im Bonner Frauenmuseum.

Immaterielles Weltkulturerbe - Unesco nominiert 58 Vorschläge

Ende November sollen Neuaufnahmen in die Listen ausgewählt werden

Das weltweite immaterielle Kulturerbe ist von der Unesco in drei Listen aufgeteilt. Mit 46 Nominierungen sind für die "Repräsentative Liste" des immateriellen Unesco-Weltkulturerbes die meisten kulturellen Ausdrucksformen vorgeschlagen. Darunter befinden sich die Tanzkunst Capoeira aus Brasilien, die Tradition des Papierschöpfens "Washi" in Japan und das Wissen zur Kultivierung des Argan-Öl-Baums in Marokko. Für das "Register Guter Praxisbeispiele" wähle die Jury aus vier Vorschlägen, darunter die belgische Glockenspieltradition Carillon. Acht Traditionen kandidieren nach Angaben der Organisation für die "Liste des dringend erhaltungsbedürftigem immateriellem Kulturerbes", darunter die Tanztradition Isukuti aus Kenia. Die Unesco unterstützt seit 2003 den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt von Kulturformen, die generationenübergreifend weitergegeben werden. Die Listen umfassen derzeit mehr als 300 Traditionen und Bräuche, darunter der Tango aus Argentinien und Uruguay, die traditionelle chinesische Medizin und die italienische Geigenbaukunst. Bis heute sind 161 Staaten der UNESCO-Konvention zum immateriellen Kulturerbe beigetreten. Deutschland ist seit 2013 Vertragsstaat.

Rückgabe "entarteter Kunst" an deutsche Museen gefordert

Jutta Limbach möchte die vom NS-Regime 1937 als "entartet" beschlagnahmten Bilder an die deutschen Museen zurückgeben lassen

Das zugrundelegende NS-Gesetz sei unwirksam, sagte die frühere Bundesverfassungsgerichts-Präsidentin Jutta Limbach der "Süddeutschen Zeitung". Die heutigen Besitzer sollten die Bilder zurückgeben. Würde Limbachs Vorschlag umgesetzt, könnte das einen großen Ringtausch unter den deutschen Museen zur Folge haben und in den vergangenen Jahrzehnten von den Museen aufgebaute Sammlungen auseinanderreißen. Der NS-Staat hatte Werke von Max Beckmann, George Grosz, Wassily Kandinsky, Paul Klee und vielen anderen zeitgenössischen Künstlern als "entartet" aus deutschen Museen verbannt und ins Ausland verkauft. Von dort wurden nach dem Krieg viele Bilder von deutschen Museen wieder gekauft. Limbach sagte, staatliche Museen sollten diese Bilder jetzt jenen deutschen Ausstellungshäusern geben, denen sie vor 77 Jahren gehört hatten. Heutige private Besitzer könne man aber nicht "ohne Weiteres" einbeziehen.

Käthe-Kollwitz-Museum Berlin mit neuer Dauerausstellung

"Nie wieder Krieg" - diese Botschaft ist tief im Werk von Käthe Kollwitz (1867-1945) verankert

Mit einer neu überarbeiteten Dauerausstellung, die ab morgen zu sehen ist, will das der Künstlerin gewidmete Museum in Berlin-Charlottenburg jetzt einen frischen Blick auf ihr Werk ermöglichen. Verantwortlich für die Neupräsentation ist die Kunsthistorikerin Iris Berndt, die im Februar die Leitung des Käthe-Kollwitz-Museums übernahm. Die vier Etagen des Museums wurden neu gegliedert. Die Schau zeigt jetzt auf 600 Quadratmetern über drei Etagen in lockerer Hängung rund 80 Zeichnungen und Grafiken sowie 16 Skulpturen und Reliefs. Das Erdgeschoss bietet eine Einführung in Leben und Werdegang der Künstlerin, in den zwei Etagen darüber wird das künstlerische Werk in chronologischer Folge präsentiert.

Soulsänger Jimmy Ruffin mit 78 Jahren gestorben

Motown-Star feierte in den 60ern größte Erfolge

Ruffin, der mit dem Hit "What Becomes of the Brokenhearted" bekannt wurde, starb am Montag im Alter von 78 Jahren in einem Krankenhaus in Las Vegas, wie der Leiter des Motown Museums in Detroit, Allen Rawls, mitteilte. Die Todesursache wurde zunächst nicht bekannt.
Der 1936 im US-Bundesstaat Mississippi geborene Musiker hatte in den 60er Jahren ein Angebot des legendären Motown-Plattenlabels abgelehnt, Frontmann der Temptations zu werden, und stattdessen eine Solokarriere bei Motown gestartet. Zu seinen größten Erfolgen zählten Songs wie "Gonna Give Her All the Love I've Got" und "I've Passed This Way Before". 1980 feierte er mit dem von Bee-Gees-Sänger Robin Gibb produzierten "Hold on to My Love" ein Comeback. Motown-Gründer Berry Gordy würdigte Ruffin im "Rolling Stone" als "phänomenalen Sänger".

Bundesweiter Vorlesetag - am Freitag

Zahlreiche Prominente beteiligen sich in Berlin

Moderatorin Anne Will, Designerin Jette Joop und der Linken-Politiker Gregor Gysi gehören zu den vielen, die an unterschiedlichsten Orten aus ihren Lieblingsbüchern vorlesen - vor allem in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken und Buchhandlungen. Die Aktion ist eine Gemeinschaftsinitiative der Wochenzeitung "Die Zeit", der Stiftung Lesen und der Deutschen Bahn Stiftung. Sie findet zum 11. Mal statt und soll vor allem bei Kindern und Jugendlichen die Freude an Büchern wecken. Allein in Berlin hatten sich bis heute fast 400 freiwillige Vorleser gemeldet. Im vergangenen Jahr hatte es bundesweit mit mehr als 80 000 Vorlesern zwischen Füssen und Flensburg einen Rekord gegeben. Einen Überblick über die Aktionen in den einzelnen Städten gibt die Seite www.vorlesetag.de.

Dieter Hildebrandts Schreibmaschine kommt ins Kabarett-Archiv

Vor einem Jahr, am 20. November 2013, ist der Kabarettist Dieter Hildebrandt gestorben

Nun soll seine Schreibmaschine in das Deutsche Kabarett-Archiv nach Mainz kommen. Mit der für 9. Dezember geplanten Übergabe will Renate Hildebrandt an ihren Mann erinnern. "Über 60 Bühnenjahre wurde er für Generationen zum satirischen Gewissen der Nation, zur moralischen Instanz, zu einem Ein-Mann-Parlament", teilte das Archiv mit. Das Archiv sammelt Bücher, Poster, Manuskripte und andere Medien zur deutschen Satire.

5. Literaturfest in München eröffnet

Günter Grass, Herta Müller und Martin Walser - das Literaturfest präsentiert große Namen

In München ist am Mittwochabend der Startschuss für das 5. Literaturfest gefallen. "In den nächsten 19 Tagen liegt München der Literatur zu Füßen", sagte die Moderatorin des Eröffnungsabends, Katty Salié. Der Ex-Intendant der Münchner Kammerspiele und des Residenztheaters, Dieter Dorn, gab einen Einblick in die Welt von Botho Strauß, dem das Literaturfest eine Hommage zum 70. Geburtstag widmet. Und Musiker und Autor Heinz Rudolf Kunze präsentierte sein Kinderbuch-Debüt "Quentin Qualle - Die Muräne hat Migräne". Rund 100 Autoren aus aller Welt werden bis zum 7. Dezember erwartet - darunter die Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller, Martin Walser und der Sänger Rolando Villazón, der auch unter die Schriftsteller gegangen ist. Heute eröffnet Günter Grass eine Ausstellung über sein legendäres Buch "Hundejahre", das er 50 Jahre nach dessen Erscheinen mit Radierungen selbst illustriert hat.

UN-Experten rügt Kopftuchgesetze in Deutschland

Heiner Bielefeldt zeigte sich besorgt über das gesellschaftliche Klima in Deutschland

Der UN-Sonderberichterstatter für die Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Heiner Bielefeldt, übt Kritik an den Kopftuchgesetzen einzelner deutscher Bundesländer. Die Vorschriften, nach denen muslimischen Frauen - etwa in Baden-Württemberg - der Zugang zum staatlichen Schuldienst zum Teil verweigert wird, ließen sich "langfristig nicht halten", sagte Bielefeldt im Interview der Stuttgarter Zeitung. Das Zeigen christlicher Symbole im Unterricht bleibe dagegen unbeanstandet. "Eine ganze Generation von jüngeren Muslima auf diese Weise aus dem Schuldienst fernzuhalten, ist fatal."
Mit Blick auf die Religionsfreiheit drohe das "Fundament einer ansonsten relativ gut entwickelten Rechtsprechung wegzubrechen". Das Verständnis für den Glauben schwinde. Es fehle zum Teil an "Respekt vor den religiösen Orientierungen anderer" und "an der Anerkennung, dass der Glaube identitätsbildend" sein könne.
Der Erlanger Theologe warnte zudem davor, den Islam pauschal als gewaltfördernd einzustufen. Beim Kampf von Dschihadisten wie dem Islamischen Staat (IS) gehe es nicht einfach um einen Religionskrieg.
Vielmehr sei eine wesentliche Ursache für den Terror die Tatsache, dass öffentliche Institutionen das Vertrauen der Menschen in der Region verspielt hätten. In der Folge sei ein Klima politischer Hysterie entstanden, so der UN-Experte.

Streit um Vertriebenen-Stiftung - Stiftungsdirektor Kittel in der Kritik

Fachleute fühlen sich vom Stiftungschef übergangen und schlagen Alarm

Um die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung gibt es erneut Streit. Eine Mehrheit des Wissenschaftlichen Beraterkreises fordert die Ablösung von Stiftungsdirektor Manfred Kittel. In einer gemeinsamen Stellungnahme erklären sie das Vertrauen in die Stiftungsleitung für erschüttert. Heute soll es zu einem Krisengespräch bei Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) kommen. Der Vorsitzende des Beraterkreises, der Leipziger Kulturhistoriker Prof. Stefan Troebst, sagte heute, die Stiftungsleitung habe in Berlin eine Doppelausstellung zum Thema Vertreibung organisiert, ohne die Experten zu Rate zu ziehen. "Es ist bedauerlich, dass nach Jahren der Ruhe wieder eine öffentliche Debatte in Deutschland und Polen über dieses politisch so sensible Projekt losgetreten wird", so Troebst. Kittel wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Seine Sprecherin bestätigte lediglich, dass auf Wunsch des Beraterkreises das Kapitel Deutschland-Polen aus der seit 6. November laufenden Ausstellung im Deutschen Historischen Museum herausgenommen wurde. Nach Einschätzung der SPD-Abgeordneten Hiltrud Lotze, die dem Stiftungsrat angehört, hat fehlende Kommunikation zu der "Missstimmung" geführt. "Das muss ausgeräumt werden, damit alle wieder vertrauensvoll zusammenarbeiten können." Grütters hatte Kittels Vorgehen laut "Spiegel" als "kritikwürdig" bezeichnet.

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