Seit 14:05 Uhr Kompressor

Donnerstag, 12.12.2019
 
Seit 14:05 Uhr Kompressor

Kulturnachrichten

Dienstag, 18. November 2014

Streit ums Testament - Gurlitts Cousin distanziert sich von Gutachten

Das von Verwandten beauftragte psychatrische Gutachten rückt das Testament des Kunsterben in ein neues Licht

Der Cousin von Cornelius Gurlitt, Dietrich Gurlitt, hat sich von dem neuen Gutachten über den Kunstsammler distanziert. «Mit den Versuchen einiger Verwandter, den Geisteszustand von Cornelius anzuzweifeln, habe ich nichts zu tun», schrieb Dietrich Gurlitt an den Direktor des Kunstmuseums Bern, Matthias Frehner. Das Museum, das als Alleinerbe eingesetzt worden war, bestätigte am Dienstag den Eingang der E-Mail. Sollte das Kunstmuseum Bern die Erbschaft ausschlagen, würde Dietrich Gurlitt gemeinsam mit seiner Schwester Uta Werner die millionenschwere Kunstsammlung erben. Am 26. November will das Museum seine Entscheidung bekanntgeben.
Nach Ansicht des Juristen Wolfgang Seybold, der Uta Werner und einen Teil der Familie - nicht aber Dietrich Gurlitt - vertritt und das Gutachten in Auftrag gab, ist Gurlitts Testament ungültig. «Das Gutachten bedeutet, dass das Testament, das Cornelius Gurlitt am 9. Januar 2014 verfasst hat, nicht wirksam ist und damit Bern nicht Erbe wird», sagte er dem 3sat-Magazin «Kulturzeit».
Der Kunstsammler Cornelius Gurlitt, der monatelang im Zentrum einer hitzigen Raubkunst-Debatte stand, war am 6. Mai im Alter von 81 Jahren in München gestorben.

Margaret Atwood wird 75

Schrifstellerin wirbt vehement für Umweltschutz

Ihre mehr als fünfzig Bücher wurden in dreißig Sprachen übersetzt. Sie hat alle wichtigen Literaturpreise gewonnen, den Literaturnobelpreis verpasste sie nur knapp. Heute feiert Margaret Atwood ihren 75. Geburtstag.

In ihren ersten beiden Romanen - "The Edible Woman" (1969; dt. 1985 "Die essbare Frau") und «Surfacing» (1972; dt. 1979 "Der lange Traum") - setzt sich Atwood mit dem Rollenbild der Frau auseinander.
Mit einem Werk auf den Spuren von George Orwell überraschte sie Mitte der 1980er. "Der Report der Magd" (1987) widmet sich der modernen Versklavung der Frau durch religiöse Fundamentalisten in den USA. Regisseur Volker Schlöndorff verfilmte den literarischen Stoff 1989 zusammen mit ihr in «Die Geschichte der Dienerin».
Die Szenarien in Margaret Atwoods Büchern sind düster. In den vergangenen Jahren reflektieren sie besonders die Sorge der Kanadierin um den Erhalt von Natur und Menschheit.

In ihrem Zukunftsroman «Oryx und Crake» (2003) lässt Atwood ein jähes Ende der Menschheit durch die Biotechnologie herbeiführen. Sie nutzt das Szenario, um Fragen zur Umweltpolitik, Biotechnologie und den menschlichen Werten aufzuwerfen. Für den Gesellschaftsroman «Der blinde Mörder» (2000) hatte sie den Booker-Preis gewonnen, die höchste Ehre für englischsprachige Literatur.

Französischer Sänger Jaroussky erhält Händel-Preis 2015

Der Countertenor wird während der Festspiele 2015 ausgezeichnet

Der französische Sänger Philippe Jaroussky (36) wird mit dem Händel-Preis 2015 ausgezeichnet. Er sei einer der besten Countertenöre der Welt, teilten die Initiatoren der Händel-Festspiele in Halle mit. Der Preis wird traditionell während der Festspiele verliehen, die im kommenden Jahr vom 30. Mai bis zum 14. Juni in der Geburtsstadt von Georg Friedrich Händel (1685-1759) stattfinden. Mehr als 100 Veranstaltungen sind geplant - von selten gespielten Opern wie «Lucio Cornelio Silla» bis hin zu wissenschaftlichen Konferenzen. Erstmals sollen die Händel-Festspiele 16 Tage dauern.

Kunsthistoriker Bredekamp neu im Orden Pour le mérite

Als ausländische Mitglieder wurden Onora O'Neill und Claudia Magris berufen

Der Berliner Kunsthistoriker Horst Bredekamp (67) ist neu in den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste aufgenommen worden. Als ausländische Mitglieder wurden die britische Philosophin Onora O'Neill und der italienische Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Claudio Magris gewählt. Das teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Dienstag auf Wunsch von Ordenskanzlerin Christiane Nüsslein-Volhard mit. Der Orden wurde 1842 von Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. für besondere kulturelle Leistungen gestiftet. Ihm gehören derzeit 39 inländische und 35 ausländische Mitglieder an.

Einigung an Roms Oper - Kündigungen vorerst abgewendet

Oper soll durch Einsparungen in Millionenhöhe gerettet werden

An der traditionsreichen Oper in Rom ist die geplante kollektive Kündigung von allen Mitgliedern des Orchesters und des Chors vorerst abgewendet worden. Das notorisch unterfinanzierte Haus und die Gewerkschaften einigten sich in der Nacht zum Dienstag auf einen Sanierungsplan ohne Kündigungen, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. «Ein Erfolg für die gesamte Stadt. Die Oper kann mit Ernsthaftigkeit und Gelassenheit an die Arbeit zurückkehren», lobte Roms Bürgermeister Ignazio Marino den Kompromiss.
Anfang Oktober war bekanntgeworden, dass die Oper, um eine Schließung zu verhindern, insgesamt 180 der 460 Mitarbeiter entlassen wolle. Die neue Einigung sieht laut Ansa nun Einsparungen in Höhe von drei Millionen Euro vor, zudem soll ein Teil der Gehälter für die Saison 2015/16 eingefroren werden. Erst kürzlich hatte Stardirigent Ricardo Muti das Haus verlassen.

Bundesjugendballett erhält 2,8 Millionen Euro bis 2018

Finanzierung auf weitere vier Jahre gesichert

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat die Weiterfinanzierung des Bundesjugendballetts in Hamburg beschlossen. Die Compagnie besteht aus acht Tänzern zwischen 18 und 23 Jahren, die alle zwei Jahre wechseln. Sie tritt mit eigenem Repertoire an ungewohnten Orten auf, etwa in Altenheimen, Schulen, Gefängnissen und bei Festivals. "Ich kenne kein aus so jungen Künstlern bestehendes Ensemble, das seine Kunst so effektiv mit sozialem Engagement verbindet", sagte Hamburgs Ballettintendant John Neumeier, der das Bundesjugendballett 2011 gründete und ihm seitdem als Intendant vorsteht.

München plant einen Dieter-Hildebrandt-Preis

In Gedenken an den Kabarettisten sollen Nachwuchskünstler geehrt werden

Ein Jahr nach dem Tod Dieter Hildebrandts soll es einen Preis zum Gedenken an den Kabarettisten und Schauspieler geben.
Das kündigte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Montag an. Von München aus habe Hildebrandt nicht nur das politische Kabarett, sondern die politische Kultur in Deutschland insgesamt geprägt, sagte Reiter. Er denke an eine Ehrung für Nachwuchskünstler aus dem deutschsprachigen Raum in den Kategorien Solo, Ensemble und Musikkabarett, die rund um Hildebrandts Geburtstag am 23. Mai verliehen werden soll. Die Höhe des Preisgeldes steht noch nicht fest.

Hildebrandt war am 20. November 2013 im Alter von 86 Jahren gestorben.

US-Sektenführer Charles Manson darf in Haft heiraten

Wegen Massenmordes Verurteilter hat 26-jährige Freundin

Dem 80-jährigen Manson und der 26-jährigen Afton Elaine Burton sei die Erlaubnis erteilt worden, sich das Ja-Wort zu geben, teilten die Behörden im US-Bundesstaat Kalifornien mit. Dort ist Manson inhaftiert. Ein Termin für die Trauung hinter Gittern steht demnach noch nicht fest.

Manson war 1969 wegen der Verantwortung für mehrere Morde, die er angeordnet hatte, zum Tode verurteilt worden. Später wurde die Strafe des Anführers der berüchtigten "Manson Family" in lebenslange Haft umgewandelt. Die Gruppe hatte unter anderem die hochschwangere Frau von Regisseur Roman Polanski, Sharon Tate, getötet.

Die 26-jährige Freundin des Kriminellen hatte dem Sender CNN im August erzählt, Manson und sie seien schwer verliebt und sie besuche ihn so oft es gehe im Gefängnis. Mit Manson zusammen zu sein, das sei es, wofür sie "geboren wurde", sagte Burton damals. Seit sie ein Teenager sei, habe sie Mansons "Philosophie" verfolgt, später sei sie dann in seine Nähe gezogen.

Kulturnachrichten hören

November 2014
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur