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Kulturnachrichten

Montag, 17. November 2014

Gericht sieht keinen Anlass zur Prüfung von Gurlitts Testament

Trotz Gutachten über "paranoide Wahnideen" des Kunsterben wird sein Testament nicht angezweifelt

Das zuständige Nachlassgericht sieht zur Zeit keinen Anlass, das Testament des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt zu überprüfen. «Da derzeit kein Erbscheinsantrag vorliegt, findet auch keine Prüfung der Wirksamkeit des Testaments statt», teilte eine Sprecherin des Münchner Amtsgerichtes mit. Das Gutachten des Psychiaters und Juristen Helmut Hausner, demzufolge der Sohn von Adolf Hitlers Kunsthändler Hildebrand Gurlitt an «paranoiden Wahnideen» litt, liege dem Gericht vor. Die «Süddeutsche Zeitung» hatte über das Gutachten berichtet.
Der Münchner Anwalt Christoph Edel, unter dessen Betreuung der schwer kranke Gurlitt bis zu seinem Tod gestellt war, wollte sich dazu nicht äußern. Gurlitts Cousin Dietrich Gurlitt (95) und die Cousine Uta Werner (86) hatten das Gutachten in Auftrag gegeben. Sie waren in Gurlitts Testament übergangen worden. Allerdings wollen sie weder einen Erbschein beantragen noch das Erbe anfechten. Der im Mai gestorbene Gurlitt hatte seinen Besitz dem Kunstmuseum Bern vermacht.

Bayreuther Festspiele suchen neuen «Parsifal»-Regisseur

Nach der Trennung von Jonathan Meese soll schnell Ersatz gefunden werden.

Die Bayreuther Festspiele wollen so schnell wie möglich einen neuen Regisseur für die Parsifal- Eröffnungspremiere 2016 verpflichten. «Katharina Wagner ist da dran», sagte Sprecher Peter Emmerich. Es sei «höchste Eisenbahn», damit einem neuen Team noch genug Zeit bleibe. Am Freitag hatten die Festspielverantwortlichen mitgeteilt, dass sie die Zusammenarbeit mit dem Skandalkünstler Jonathan Meese beendet haben. Er hätte in gut eineinhalb Jahren die Richard-Wagner-Oper «Parsifal» auf die Bayreuther Bühne bringen sollen. Sein Konzept sei nicht finanzierbar gewesen, lautete die Begründung. Am Wochenende wies Meese das zurück.

Französischer Sänger Jaroussky erhält Händel-Preis 2015

Der Countertenor wird während der Festspiele 2015 ausgezeichnet

Der französische Sänger Philippe Jaroussky (36) wird mit dem Händel-Preis 2015 ausgezeichnet. Er sei einer der besten Countertenöre der Welt, teilten die Initiatoren der Händel-Festspiele in Halle mit. Der Preis wird traditionell während der Festspiele verliehen, die im kommenden Jahr vom 30. Mai bis zum 14. Juni in der Geburtsstadt von Georg Friedrich Händel (1685-1759) stattfinden. Mehr als 100 Veranstaltungen sind geplant - von selten gespielten Opern wie «Lucio Cornelio Silla» bis hin zu wissenschaftlichen Konferenzen. Erstmals sollen die Händel-Festspiele 16 Tage dauern.

München plant einen Dieter-Hildebrandt-Preis

In Gedenken an den Kabarettisten sollen Nachwuchskünstler geehrt werden

Ein Jahr nach dem Tod Dieter Hildebrandts soll es einen Preis zum Gedenken an den Kabarettisten und Schauspieler geben.
Das kündigte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Montag an. Von München aus habe Hildebrandt nicht nur das politische Kabarett, sondern die politische Kultur in Deutschland insgesamt geprägt, sagte Reiter. Er denke an eine Ehrung für Nachwuchskünstler aus dem deutschsprachigen Raum in den Kategorien Solo, Ensemble und Musikkabarett, die rund um Hildebrandts Geburtstag am 23. Mai verliehen werden soll. Die Höhe des Preisgeldes steht noch nicht fest.

Hildebrandt war am 20. November 2013 im Alter von 86 Jahren gestorben.

Kunstbiennale Manifesta 2016 unter Leitung von Christian Jankowski

Erstmals kuratiert ein Künstler die europäische Biennale für zeitgenössische Kunst

Der Konzept- und Medienkünstler Christian Jankowski (46) wird 2016 die europäische Kunstausstellung Manifesta in Zürich leiten. Erstmals werde damit ein Künstler die alle zwei Jahre an einem anderen Ort in Europa laufende Manifesta kuratieren, teilten die Organisatoren in Amsterdam mit.

Der in Berlin lebende Jankowski erregte unter anderem mit seiner Videoarbeit «Casting Jesus» Aufsehen. Dabei ließ er eine Vatikan-Jury aus 13 Schauspielern den besten Jesus auswählen. In seinen humorvollen Videoperformances lässt er auch Zauberer, Politiker oder Nachrichtensprecher auftreten.

Donaueschinger Musiktage setzen auf Kontinuität

Nach dem Tod von Festivalleiter Armin Köhler übernimmt sein designierter Nachfolger Björn Gottstein

Das Festival in Donaueschingen im Schwarzwald werde in Köhlers Sinne fortgeführt, sagte ein Sprecher des veranstaltenden Südwestrundfunks (SWR) in Baden-Baden am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Köhlers designierter Nachfolger als künstlerischer Leiter, der Musikexperte Björn Gottstein (46), werde an den Programmen der nächsten zwei Jahre mitarbeiten. Ursprünglich war geplant, dass Köhler 2017 in Ruhestand geht und Gottstein zu diesem Zeitpunkt übernimmt. Köhler, seit 1992 Chef der Musiktage, war am Samstag im Alter von 62 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben.

WDR plant Verkauf von Kunstwerken aus Sender-Bestand

Veräußerung von Kunst als Folge des Sparzwanges

Der Westdeutsche Rundfunk will angesichts massiver Sparzwänge Kunstwerke aus seinem Bestand verkaufen. Eine Sprecherin des öffentlich-rechtlichen Senders sagte nach einem Bericht der «Rheinischen Post» auf Anfrage, man sei noch im Prozess der Entscheidungsfindung. Es müsse geprüft werden, was veräußert werden könne, wann das geschehen solle und über welche Wege - etwa über Museen, Galerien oder Auktionen. Die Sammlung des WDR umfasse rund 600 Werke, darunter auch eines von Ernst Ludwig Kirchner. Intendant Tom Buhrow hatte vor einem Jahr einen massiven Sparkurs und dabei bereits als Sofortmaßnahme Verkäufe aus der hauseigenen Kunstsammlung angekündigt.

Filmförderung in Deutschland :Gleiches Geld, mehr Filme

Einzelne Filme enthalten im Schnitt weniger Subventionen

Immer mehr Filme müssen sich in Deutschland die öffentliche Filmförderung teilen. Bei 310 Millionen Euro im Jahr aus Mitteln von Bund und Ländern wurden 2012 fast 600 Filmprojekte unterstützt. 2010 waren es bei einer ähnlichen Summe noch 374 Filme, 2011 stieg die Zahl auf 538 Produktionen. Das geht aus einer Untersuchung des Erich Pommer Instituts hervor. Knapp drei Viertel der geförderten Filme wurden für das Kino hergestellt.

Nach Angaben der Medienforscher war Fatih Akins Armenien-Drama «The Cut» mit 5,75 Millionen Förder-Spitzenreiter. Mit jeweils mehr als 4 Millionen Euro folgten die Koproduktion «Die Schöne und das Biest» und «Tarzan 3D».

Mit mehr als 22,6 Milliarden Euro jährlich gezahlten Finanzhilfen und Steuervergünstigungen sind die Filmsubventionen vergleichsweise gering - auch gegenüber anderen Kultureinrichtungen. So erhielten Theater und Orchester in der Spielzeit 2011/2012 rund 2,6 Milliarden Euro Zuschüsse. Bei 135,1 Millionen Zuschauern lag das Kino in der Publikumsgunst deutlich vorn, gegenüber 34,5 Millionen Theater- und Orchesterbesuchern.

Wissenschaftler entdecken antike Kultstätte im türkischen Didyma

Fund aus dem 2. Jahrhundert könnte der lange gesuchte Tempel der Artemis sein

Archäologen von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste haben im türkischen Didyma das Fundament eines hellenistischen Tempels entdeckt. Die Forscher vermuten, dass es sich dabei um den seit Jahrzehnten gesuchten Tempel der Artemis, der Zwillingsschwester Apollons, handelt, wie die Akademie in Düsseldorf mitteilte.

Im vergangenen Jahr seien bereits Teile des Fundaments freigelegt worden, hieß es. Die Ausgrabung und ihre Bedeutung hätten aber erst jetzt zweifelsfrei erklärt werden können. Inzwischen sei es gelungen, den Grundriss vollständig zu ermitteln und die Architektur weitgehend zu rekonstruieren.

Bauhaus-Archiv wird erweitert

Bund sagt Beteiligung für Museumsneubau und Sanierung des Bestandsgebäudes zu

Anlässlich des 100. Jubiläums des Bauhauses 2019 erhält das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung in Berlin eine Erweiterung. In seiner Sitzung am 13. November hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die finanzielle Beteiligung des Bundes an den Baumaßnahmen in Berlin bekannt gegeben. Die Gesamtkosten für die Sanierung des Bestandsbaus von Walter Gropius und den Museumsneubau in Höhe von 56,3 Mio. Euro sollen je zur Hälfte vom Land Berlin und vom Bund getragen werden. Nachdem bereits im letzten Haushalt vom Parlament zusätzliche Planungsmittel von 500.000 Euro für das Bauhaus-Archiv bereitgestellt wurden, hat der Deutsche Bundestag jetzt für die Sanierung und den Museumsneubau in Berlin weitere 27,6 Mio. Euro in den Bundeshaushalt eingestellt. Das Land Berlin hatte das Bauvorhaben bereits im Dezember 2013 in seinen Haushaltsplan aufgenommen.

Auch die Stiftung Bauhaus Dessau erhält anlässlich des Bauhaus-Jubiläums eine anteilige Bundesförderung in Höhe von 12,5 Mio. Euro zur Realisierung eines Museumneubaus im Dessauer Stadtpark. Die zweite Hälfte der Kosten soll dort vom Land Sachsen-Anhalt getragen werden.

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