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Kulturnachrichten

Samstag, 15. November 2014

Bisky-Ausstellung begonnen

Die spektakuläre Ausstellung "Zentrifuge" des Malers Norbert Bisky ist am Abend eröffnet worden

Bisky gilt als einer der wichtigsten Vertreter der zeitgenössischen deutschen Kunstszene. Nach Worten der Kuratorin Dorothée Brill geht es in der Ausstellung um Auflösung, Zerstörung, Verwischen von Grenzen und fixen Konturen - ein stetes Grundthema in Biskys Werk. Ab morgen ist "Zentrifuge" dann für das Publikum zu sehen. Das älteste der ausgestellten Bilder stammt aus dem Jahr 2002, zudem sind mehrere Arbeiten aus diesem Jahr zu sehen, die der Öffentlichkeit noch nicht vorgestellt wurden. Die Ausstellung ist nicht chronologisch, sondern nach Themengebieten geordnet. So das Thema "Brasilien". Seit Jahren fährt Bisky dorthin. Bisky hat die Schau speziell für die Rostocker Kunsthalle konzipiert, die Idee der Zentrifuge sei der Architektur mit dem eindrucksvollen Innenhof nachempfunden. Erstmals in der 45-jährigen Geschichte des Hauses bekomme ein Künstler die Gelegenheit, beide Etagen zu gestalten, sagte Kunsthallen-Chef Jörg-Uwe Neumann.

Hollywood Film Awards gehen an Cumberbatch und Moore

Zum Auftakt der US-Filmpreissaison ist der Thriller "Gone Girl" als bester Film ausgezeichnet worden

Der Brite Benedict Cumberbatch und Hollywood-Veteranin Julianne Moore bekamen in Los Angeles den Hollywood Film Award als beste Hauptdarsteller. Cumberbatch spielt an der Seite von Keira Knightley im Film "The Imitation Game" einen Entschlüssler von Kodierungen der Nazis während des Zweiten Weltkrieges. Knightley bekam den Hollywood Film Award für die beste weibliche Nebendarstellerin. Die schon drei Mal für den Oscar nominierte Moore wurde für ihre Rolle einer an Alzheimer erkrankten Sprachwissenschaftlerin in dem bewegenden Film "Still Alice" ausgezeichnet. In "Gone Girl" muss sich Affleck des Verdachts erwehren, er habe seine Frau getötet. Der Preis für den besten männlichen Nebendarsteller ging an Robert Duvall. Der 83-Jährige spielt einen mordverdächtigen Richter im Film "Der Richter - Recht oder Ehre". Die Filmpreis-Gala vermarktet sich selbst als "offizieller Auftakt der Preissaison", deren Höhepunkt traditionell die Oscar-Vergabe Ende Februar bildet.

Briefe von Startenor Caruso veröffentlicht

Anlass ist eine Versteigerung seiner Liebesbriefe am 19. November bei Christie's in London

Unter den vorab veröffentlichten Dokumenten aus der Zeit zwischen 1897 und 1921 sind mehr als 700 Briefe und Telegramme. Sie sind Zeugnisse des komplizierten und quälenden Privatlebens des Sängers. Der geschätzte Wert der vom Auktionshaus Christie's angebotenen Korrespondenz liegt bei 320.000 Euro. Caruso ist für viele der Opernstar schlechthin. Durch die Verbreitung von Schallplatten erlangte er Weltruhm wie kein Sänger vor ihm. Er stand in den größten Opernhäusern Europas sowie Nord- und Südamerikas auf der Bühne, bevor er 1921 im Alter von 48 Jahren starb. In den Papieren finden sich auch 22 Briefe und Postkarten, sieben Telegramme und einige Fotos seiner mysteriösen argentinischen Geliebten Vina Velasquez.

Kinderbuchmesse "Kibum" eröffnet

Die Buchmesse in Oldenburg hat in diesem Jahr die Türkei als Schwerpunkt

Das Motto der zehntägigen Veranstaltung lautet "Merhaba! Kibum trifft Türkei" und stellt die Chancen des multikulturellen Miteinanders und die Neugier auf das Fremde in den Mittelpunkt. "Merhaba" ist Türkisch und heißt so viel wie "Guten Tag" oder "Willkommen". Präsentiert würden mehr als 2.600 Neuerscheinungen, 80 Titel seien der türkischen Literatur zuzuordnen, teilte das Oldenburger Kulturamt mit. Oldenburg veranstaltet die nach eigenen Angaben größte nichtkommerzielle Messe für Kinder- und Jugendliteratur zusammen mit der Carl von Ossietzky Universität. Schirmherr der 40. Ausgabe der Messe ist der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir. In den 94 - oft zweisprachigen - Veranstaltungen, Lesungen und Workshops haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, mit Autoren und Illustratoren ins Gespräch zu kommen.

Mads Mikkelsen erhält Filmpreis "Die Europa"

Der 48-jährige Schauspieler wurde zum Abschluss des Internationalen Filmfestes Braunschweig mit dem Schauspielpreis geehrt

Der dänische Schauspieler werde für seine herausragenden darstellerischen Leistungen und Verdienste um die europäische Filmkultur ausgezeichnet, begründete die Jury ihre Entscheidung. Mikkelsen wurde unter anderem als Gegenspieler von James Bond in "Casino Royale" bekannt. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert. Der französische Regisseur Jean Denizot gewann mit "The Good Life" den Publikumspreis für den besten Debüt- oder Zweitfilm. Das Familiendrama um einen Vater, der seine beiden Söhne entführt und Jahre mit ihnen versteckt lebt, erlebte in Braunschweig seine Deutschland-Premiere. Das Preisgeld von 10 000 Euro teilen sich Regisseur und deutscher Verleih. Im Wettbewerb standen zehn Filme aus zehn Ländern, davon acht deutsche Erstaufführungen.

Warnung vor Kürzung der Filmförderung

Dem Filmstandort Deutschland könnte durch die Förderkürzung von 60 auf 50 Millionen Euro nachhaltig geschadet werden

"Wenn es nächstes Jahr mit der Förderung eng wird, werden keine internationalen Koproduktionen mehr nach Deutschland kommen", warnte das Studio Babelsberg. "Schon dieses Jahr haben wir nur wegen der Ankündigung von Kürzungen zwei Aufträge aus den USA verloren, sagte der Vorstandsvorsitzende Christoph Fisser in Potsdam. Dabei bringe nach einer aktuellen Studie von Roland Berger 1 Million Euro Filmförderung mehr als 1,8 Millionen Euro Steuereinnahmen in die Bundeskasse.

Marcel Beyer erhält Bremer Literaturpreis

Der 48-jährige Schriftsteller erhält den mit 20 000 Euro dotierten Preis für seinen Gedichtband "Graphit"

Das Buch sei eine von Sprachzauber und Rhythmusgefühl geprägte Erkundung innerer und äußerer Landschaften, begründete die Jury ihre Wahl. Beyer lebt seit 1996 in Dresden. 1991 erschien sein erster Roman "Das Menschenfleisch". Der mit 6000 Euro dotierte Förderpreis geht an Nadja Küchenmeister für ihren Gedichtband "Unter dem Wacholder". Beyer und Küchenmeister nehmen den Literaturpreis am 26. Januar im Bremer Rathaus in Empfang. Die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung vergibt den Bremer Literaturpreis seit 1954. Frühere Preisträger waren etwa Alexander Kluge, Elfriede Jelinek und Siegfried Lenz.

Sotheby's erlöst mit Herbstauktionen mehr als eine Milliarde Dollar

Das New Yorker Auktionshaus versteigerte Werke zu umgerechnet 846 Millionen Euro

Das teuerste Stück war die Giacometti-Skulptur "Chariot" für 101 Million Dollar, teilte Sotheby's it. Mehr als 1900 Bieter haben sich um die Stücke beworben. Ein Stillleben von Vincent van Gogh erzielte 61,7 Millionen Dollar. Zu den weiteren erfolgreichen Werken zählten drei abstrakte Gemälde Mark Rothkos, darunter «No. 21 (Red, Brown, Black and Orange)» für 45 Millionen Dollar. Neun Werke erzielten einen Preis von mehr als 30 Millionen Dollar.

Picasso- und Baselitz-Auktion

Hochkarätige Kunstwerke sind im Schloss Herrenhausen in Hannover zugunsten der Kunsthalle Emden versteigert worden

Mit dem Erlös will das Museum einen Teil seines Defizits in Höhe von einer halben Million Euro abtragen. Die Bilder unter anderem von Pablo Picasso, Gerhard Richter oder Georg Baselitz stammen von privaten Spendern. Insgesamt sollten 80 Kunstwerke unter den Hammer kommen, für die Hälfte konnte live geboten werden. Mit einem Schätzpreis von 35 000 Euro war ein Aquarell von Baselitz am höchsten dotiert. Für die erste Auktion dieser Art im wiederaufgebauten Schloss Herrenhausen hatten sich mehr als 400 Besucher angemeldet. Stern-Gründer Henri Nannen eröffnete die Kunsthalle 1986 in seiner ostfriesischen Heimat. Die Kunsthalle benötigt dringend Geld, um eine Finanzierungslücke aus den vergangenen Jahren zu schließen. Das Land sicherte eine Erhöhung der Landesmittel auf 850 000 Euro jährlich sowie eine einmalige Sonderzuwendung von 100 000 Euro zu.

Gertrud Leutenegger mit Roswitha-Preis 2014 geehrt

Der Literaturpreis der Stadt Gandersheim wurde der Schweizer Schriftstellerin gestern Abend überreicht

Die 65-Jährige wurde während einer Feierstunde in der historischen Stiftskirche ausgezeichnet. Leutenegger sei eine "herausragende Stilistin", begründete die Jury die Preisvergabe. Ihre Poetik lebe von den stillen Tönen und brauche keine Sieger. Als Autorin beschreibe sie "ein soziales Terrain, auf dem Traum und Wirklichkeit, Grauen und Unverletzlichkeit miteinander verglichen werden." Leutenegger, die in Zürich lebt, hatte zuletzt mit ihrem Roman "Panischer Frühling" für Aufsehen gesorgt. Sie war damit beim diesjährigen Deutschen Buchpreis bis in die Endausscheidung gelangt. Der Roswitha-Preis, der seit 1973 jährlich ausschließlich an Frauen vergeben wird, ist mit 5500 Euro dotiert. Als ältester und bedeutendster deutscher Literaturpreis für Schriftstellerinnen erinnert er an die erste deutsche Schriftstellerin Roswitha. Sie schrieb im 10. Jahrhundert im Stift Gandersheim Legenden, Dramen und historische Gedichte.

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