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Kulturnachrichten

Freitag, 14. November 2014

"Parsifal" 2016: Bayreuth trennt sich von Meese

Konzept des Künstlers "nicht finanzierbar"

Der Kaufmännische Geschäftsführer der Bayreuther Festspiele Heinz-Dieter Sense teilte mit, bei den Vorbereitungen seien "von Anfang an erhebliche Finanzierungsprobleme hinsichtlich der bühnenbildnerischen und kostümlichen Gesamtausstattung aufgetreten". "Die Folge wäre eine erhebliche Überschreitung der zur Verfügung stehenden Budgets. Dies ist für die Bayreuther Festspiele GmbH nicht akzeptabel." In Abstimmung mit den Gesellschaftern sei daher entschieden worden, sich von Meese zu trennen. Wer jetzt für Regie, Bühnenbild und Kostüme der "Parsifal"-Neuinszenierung 2016 verantwortlich zeichnen wird, stehe noch nicht fest. Die Musikalische Leitung liege bei Andris Nelsons.

Deutscher Filmförderfonds um zehn Millionen Euro gekürzt

Bundestags-Haushaltsausschuss beschließt deutlichen Einschnitt

Der Deutsche Filmförderfonds, aus dem im vergangenen Jahr 63,5 Millionen Euro für Neuproduktionen flossen, soll nach dem Willen des Bundestags-Haushaltsauschusses künftig auf 50 Millionen Euro gekürzt werden. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) habe in schwierigen Verhandlungen mit dem Bundesfinanzminister noch gravierendere Einsparungen abwenden können, sagte ihr Pressesprecher Hagen Philipp Wolf in Berlin.

Die Summe von 50 Millionen Euro für den Deutschen Filmförderfonds soll allerdings den Angaben zufolge «dauerhaft auch über 2017 hinaus» im Haushalt verankert werden. Ursprünglich war geplant, den Fonds 2017 ganz einzustellen. Die vorherige, schwarz-gelbe Bundesregierung hatte zunächst eine Halbierung des Fonds im Jahr 2015 auf 30 Millionen Euro angestrebt; bis 2017 sollte er nach und nach eingeschmolzen werden. Prominente Filmemacher und Schauspieler hatten heftig gegen die Sparpläne protestiert.

Amos Oz mit erstem Siegfried-Lenz-Preis geehrt

Israelischer Schriftsteller erhält mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte in seiner Laudatio, Oz («Eine Geschichte von Liebe und Finsternis») setze im Nahostkonflikt seit Jahrzehnten auf die Macht des Wortes und der Vernunft. Die Siegfried Lenz Stiftung will den Preis künftig alle zwei Jahre an internationale Autoren verleihen, «deren schöpferisches Wirken dem Geist von Siegfried Lenz nah ist». Lenz («Deutschstunde») war am 7. Oktober im Alter von 88 Jahren in Hamburg gestorben.

Korrespondenz Heideggers mit seinem Bruder geht nach Marbach

Unveröffentlichte Briefe stellen wichtige Quelle für die biographische und philosophische Forschung

Das Deutsche Literaturarchiv hat aus Familienbesitz die Korrespondenz zwischen Martin Heidegger (1889-1976) und seinem Bruder Fritz (1894-1980) erworben. Zu dem Konvolut gehören über 570 meist handschriftliche Briefe und Karten aus den Jahren 1926 bis 1976. Die bisher unveröffentlichten Briefe sind für alle biographischen und philosophischen Forschungen über den weltberühmten Philosophen erstrangige Quellen. Die Briefe, die das Marbacher Archiv mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und der Deutschen Forschungsgemeinschaft erwerben konnte, stehen der Forschung ab sofort zur Verfügung. Da Fritz Heidegger,
von Beruf Bankvorstand, philosophisch durchaus sachverständig war, schlug er
seinem älteren Bruder brieflich nicht selten inhaltliche Verbesserungen vor. Daraus
ergaben sich oft Diskussionen, die weit ins Inhaltliche reichen. Besonders
aufschlussreich ist die Korrespondenz auch in politischer Hinsicht. In den Briefen
an seinen Bruder äußert sich Martin Heidegger freimütig wie nirgends sonst zu
seiner Einstellung zum »Dritten Reich«.

Goethe-Institut bekommt mehr Geld

Fürs kommende Jahre wurden 16,6 Millionen Euro bewilligt.

"Damit werden die Kürzungen aus den vergangenen Jahren vollständig zurückgenommen", teilte das weltweit tätige Haus mit. Die Finanzexperten des Bundestags hätten eine entsprechende Erhöhung der institutionellen Förderung beschlossen. "Deutschlands Stimme in der Welt ist derzeit gefragt wie nie", erklärte Institutspräsident Klaus-Dieter Lehmann vor allem mit Blick auf die Krisen in der Ukraine und der arabischen Welt. Das Goethe-Institut arbeitet als Vermittler deutscher Kultur in 94 Ländern.

Realistischer Plan für Berliner neues Museum

Der Zeit- und Kostenplan für das geplante neue Museum der Moderne in Berlin kann eingehalten werden

Das sagte nach der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger. Man habe 2013 mit 180 Millionen Euro geplant, so dass die bewilligten 200 Millionen Euro durchaus realistisch seien. Er zeigte sich überzeugt davon, dass nach dem EU-weiten Vergabeverfahren 2015 der Bau 2021 fertiggestellt sein könnte. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte gestern 200 Millionen Euro für den Neubau bewilligt. Er soll neben Mies van der Rohes Neuer Nationalgalerie auf dem Kulturforum entstehen und die öffentlichen Bestände zur Klassischen Moderne sowie mehrere Privatsammlungen aufnehmen.

Sachsen braucht Mary-Wigman-Haus nicht mehr

Das Land Sachsen erwägt den Verkauf des früheren Wohn- und Arbeitshauses der Tänzerin Mary Wigman in Dresden

Dies wäre ein "kulturpolitischer Frevel", sagte Linke-Politikerin Annekathrin Klepsch. In einer Anfrage an das Parlament hatte sie Auskunft zur künftigen Nutzung der geschichtsträchtigen Villa begehrt. Das Finanzministerium schrieb in seiner Antwort, dass man nach Ende der Nutzung des Hauses durch die Sächsische Staatsoper keinen Bedarf für eine Unterbringung staatlicher Behörden sieht - und die Villa deshalb einer 'Verwertung zugeführt' werden soll. Von 1988 an nutzte die Semperoper Wigmans Haus als Spielstätte. Seit der Saison 2010/2011 dient es nur noch als Probebühne. Klepsch forderte die neue Regierung auf, das Haus dauerhaft für die Künste zu erhalten.Nach ihren Worten hat die freie Tanzszene in Dresden Interesse an einer Nutzung der Wigman-Villa. Die Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin Mary Wigman, die von 1886 bis 1973 lebte, gilt als Mitbegründerin des modernen Ausdruckstanzes in Deutschland. Sie machte ihn als 'New German Dance' international bekannt.

Bücherstreit beendet

Der seit einem halben Jahr schwelende Rabattstreit zwischen dem Online-Versandriesen Amazon und dem US-Ableger des französischen Hachette-Verlags ist beigelegt

Beide Unternehmen machten gestern eine Vereinbarung öffentlich, die über mehrere Jahre läuft und den Verkauf von gedruckten und elektronischen Büchern auf dem US-Markt regelt. Amazon hatte die Lieferung von Hachette-Büchern verzögert und keine Vorbestellungen für Werke von Autoren des Verlags mehr angenommen, um seine Preisvorstellungen durchzusetzen. Hachettes französischer Mutterkonzern räumte ein, dass die Einigung unter dem Zeitdruck des nahenden Weihnachtsgeschäfts getroffen worden sei.

New Yorker Konzerthalle verliert für 15 Millionen ihren Namen

Avery Fisher Hall wird demnächst umgenannt

Die Heimat der New Yorker Philharmoniker, verliert ihren Namen - und zahlt dafür Millionen. Die Konzerthalle werde demnächst umbenannt, bestätigte das Lincoln Center, deren Teil die Fisher Hall ist, am Freitag. Der "New York Times" zufolge bekommt die Familie des 1994 gestorbenen Unternehmers Avery Fisher 15 Millionen Dollar für den Verzicht auf das Namensrecht. Der Radiotechnikunternehmer Fisher hatte in den 60er Jahren die Akustik der Konzerthalle entscheidend verbessert und später 10,5 Millionen Dollar für das Orchester gespendet. Dafür wurde 1973 die Halle nach ihm benannt. Das Lincoln Center soll nun für 500 Millionen Dollar umgebaut werden. Als Teil der Finanzierung sucht das Kulturzentrum, in dem auch die Metropolitan Opera untergebracht ist, nach einem potenten Spender, der das Namensrecht übernehmen könnte.

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