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Kulturnachrichten

Samstag, 8. November 2014

Europäischer Filmpreis: Lars von Triers "Nymphomaniac" als bester Spielfilm nominiert

Die Europäische Filmakademie hat am Samstag beim Filmfestival in Sevilla die Nominierungen für den 27. Europäischen Filmpreis bekanntgegeben.

Neben «Nymphomaniac Director's Cut - Volume I & II» sind vier weitere Filme in der Königskategorie bester Spielfilm im Rennen, darunter das Schwarz-Weiß-Drama «Ida» des polnischen Regisseurs Pawel Pawlikowski. Der Film spielt in den 60er Jahren und erzählt von einer jungen Novizin. Außerdem ist das türkische Drama «Winterschlaf» von Nuri Bilge Ceylan nominiert, das bereits die Goldene Palme beim Filmfestival in Cannes gewonnen hat. Chancen auf den Preis haben außerdem «Leviathan» von Andrey Zvyagintsev (Russland) und «Höhere Gewalt» von Ruben Östlund (Schweden).

Als erste Filmpreis-Gewinner aus Deutschland stehen bereits Natascha Curtius-Noss und Claus-Rudolf Amler fest, wie die Europäische Filmakademie am Samstag in Sevilla mitteilte. Sie werden für Kostüm- und Szenenbild des Alpendramas «Das finstere Tal» ausgezeichnet.

Schon bekannt war, dass der gebürtige Stuttgarter Marc Bauder für seine Banker-Doku «Master of the Universe» in der Sparte Dokumentarfilm nominiert ist.

Chancen auf eine Trophäe als beste Schauspieler haben "Nymphomaniac"-Darsteller Charlotte Gainsbourg und Stellan Skarsgard. Außerdem sind Timothy Spall («Mr.Turner - Meister des Lichts»), Valeria Bruni Tedeschi («Human Capital»), Marion Cotillard («Zwei Tage, eine Nacht») und Brendan Gleeson («Am Sonntag bist du tot») nominiert.

Die komplette Liste aller Nominierungen des 27. Europäischen Filmpreises ist unter www.europeanfilmawards.eu zu finden. Die Gala der Preisverleihung findet am 13. Dezember in Riga statt.

Autopsie-Bericht: Robin Williams nahm vor seinem Selbstmord keine Drogen

Nach dem am Freitag veröffentlichten Autopsiebericht fanden die Gerichtsmediziner keine Hinweise auf Alkohol- oder Drogenkonsum, lediglich geringe Spuren verschreibungspflichtiger Medikamente.

Der US-Schauspieler hatte sich am 11. August in seinem Haus im kalifornischen Tiburon das Leben genommen. Er war 63 Jahre alt. Robin Williams litt unter Depressionen und an Parkinson in einer frühen Phase.

Der Tod des dreifachen Vaters und
Oscar-Preisträgers («Good Will Hunting») hatte Menschen weltweit schockiert. Nach seinem plötzlichen Erfolg als Fernsehkomiker Ende der 70er Jahre konsumierte Williams nach eigenen Angaben viel Kokain und Alkohol. 2006 wurde er nach langer Abstinenz rückfällig. Der Schauspieler legte eine Drehpause ein und ging erneut in Behandlung. Anfang Juli hatte er sich noch einmal in eine Therapie begeben.

Vorschlag für Unwort des Jahres: "Putin-Versteher"

Weitere häufiger genannte Vorschläge für das derzeit gesuchte "Unwort des Jahres 2014" sind Sterbehilfe-Tourismus» und «Armutszuwanderung».

Insgesamt seien bisher fast 600 Einsendungen eingegangen, unter ihnen mehr als 400 verschiedene Begriffe. «Einen Renner gibt es aber noch nicht», sagte die Darmstädter Professorin Nina Janich von der Sprachkritiker-Jury. Putin-Versteher» - ein Begriff, mit dem Unterstützer des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Ukraine-Konflikt bezeichnet werden - sei zwar am häufigsten vorgeschlagen, sagte Janich. Die Bezeichnung komme aber wegen der Nennung eines Eigennamens weniger in Betracht. «Wir warten noch auf einen Favoriten.»

Mit der Aktion Unwort des Jahres soll das Bewusstsein und die Sensibilität für Sprache gefördert werden. Vorgeschlagen werden können Begriffe, die gegen die Menschenwürde verstoßen oder gegen Prinzipien der Demokratie. Genannt werden können auch Formulierungen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die beschönigend, verschleiernd oder gar irreführend sind.

Vorschläge werden noch bis zum 31. Dezember angenommen. Das Unwort wird am 13. Januar 2015 in Darmstadt bekanntgegeben.

"Kaputt": Frank Castorf inszeniert Antikriegsroman

Die Uraufführung an der Berliner Volksbühne war ursprünglich zehn Tage früher geplant, wurde aber wegen eines Probenunfalls von Hauptdarstellerin Jeanne Balibar auf diesen Samstag verschoben.

Intendant Frank Castorf bringt das Werk des Deutsch-Italieners Kurt Erich Suckert (1898-1957), der sich Curzio Malaparte nannte, unter dem Titel «Kaputt - Tour de force européene nach Malaparte» auf die Bühne. Malapartes Roman entstand aus seinen Berichten von den Fronten des Zweiten Weltkrieges für die italienische Zeitung «Corriere della Serra».

Gedenkstätte Berliner Mauer: Jugendliche beschmieren Infokästen

Unmittelbar vor den Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Mauerfalls sind Teile der Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße in Berlin mit politischen Parolen beschmiert worden.

In der Gedenkstätte soll am Sonntagvormittag im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit eine neue Dauerausstellung zur Berliner Mauer eröffnet werden. Es handelt sich um einen der Höhepunkte des Gedenkwochenendes in der Hauptstadt.

Wie ein Polizeisprecher sagte, richteten sich die insgesamt 16 Schriftzüge gegen den Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland und Europa. Es handele sich um einen ähnlichen politischen Protest wie im Zusammenhang mit den geraubten Mauer-Gedenkkreuzen vom Reichstagsufer.

Die Polizei konnte die Gruppe von sechs Jugendlichen in der Nacht zum Samstag festnehmen. Sie kamen anschließend aber wieder auf freien Fuß. Allerdings hat der Polizeiliche Staatsschutz wegen der offenbar politischen Motivation Ermittlungen aufgenommen.

Faust-Theaterpreis: Bühnenverlegerin für Lebenswerk geehrt

Ulrich Matthes moderiert die Preisverleihung am Samstag Abend in der Hamburger Staatsoper.

Der Theaterpreis "Der Faust" wird in zehn Kategorien verliehen. Ausgezeichnet werden herausragende Künstler aus den Bereichen Theater, Tanz und Oper.

Zwei Preisträger stehen bereits fest. Den Faust für ihr Lebenswerk erhält die Bühnenverlegerin Maria Müller-Sommer (92). Der Preis des Präsidenten geht an das Institut für Theaterwissenschaft in Leipzig.

Antiquaria-Preis: Lothar Müller bekommt Auszeichnung für Buchkultur

Der Publizist und Literatur-Professor erhält die mit 8000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen «klugen und engagierten» Journalismus, wie der Verein Buchkultur in Ludwigsburg mitteilt.

In der Begründung der Jury heißt es: «Lothar Müller ist der exemplarische Vertreter eines kultur- und wissenschaftsgeschichtlich solide fundierten, dem Buchwesen leidenschaftlich verbundenen Feuilletons, dessen Interventionen die Buchkultur dringender denn je benötigt.»Der Germanist bekommt den Preis am 22. Januar zum Start der 29. Antiquariatsmesse Antiquaria in Ludwigsburg.

Lothar Müller (60) ist Feuilleton-Redakteur der «Süddeutschen Zeitung» in Berlin. Seit 2010 ist er Honorarprofessor für Neuere Deutsche Literatur an der Humboldt-Universität.

Betrug in Millionenhöhe: Kunstberater Helge Achenbach muss sich vor Gericht verantworten

Fünf Monate nach der Festnahme des Düsseldorfer Kunstberaters kommt es am Dienstag (11.11.) zum ersten Prozess. Es geht dabei um fast 20 Millionen Euro Schadensersatz.

Der bekannteste Kunstberater Deutschlands wird nicht persönlich im Düsseldorfer Landgericht erscheinen, sondern nur durch seine Anwälte vertreten. Achenbach (62), der inzwischen von der Staatsanwaltschaft Essen wegen systematischen Betruges in Millionenhöhe an drei Kunden angeklagt ist, sitzt weiter in Untersuchungshaft in Essen.

In Düsseldorf wird zunächst in einem Zivilprozess die Schadensersatzforderung in Höhe von 19,4 Millionen Euro verhandelt, die die Familie des Aldi-Erben Berthold Albrecht erhoben hat. Achenbach war dem 2012 verstorbenen Albrecht seit 2007 freundschaftlich verbunden und hatte ihm Oldtimer und Kunstwerke vermittelt. Bei 14 Kunstgeschäften und neun Oldtimer-Deals soll Achenbach Rechnungen gefälscht und Einkaufspreise nach oben frisiert haben, hatte die Essener Staatsanwaltschaft mitgeteilt.

Das Vermögen Achenbachs und seine Konten sind wegen möglicher Schadensersatzforderungen schon seit seiner Verhaftung gesperrt. Dagegen wehrt sich Achenbachs Ehefrau. Nur eine halbe Stunde nach dem Schadensersatzprozess ist im selben Saal ein weiteres Verfahren angesetzt. Darin fordert sie als Klägerin vier gesperrte Kunstwerke, unter anderem von Nagelkünstler Günther Uecker, im Gesamtwert von 530 000 Euro zurück. Sie sei die alleinige Eigentümerin der Kunstwerke.

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