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Kulturnachrichten

Freitag, 7. November 2014

Museum Wiesbaden kann Gemälde aus Naziraubkunst ankaufen

Das Museum Wiesbaden hat genügend Geld aufgebracht, um einen Kunstraub der Nazis an einer jüdischen Familie wiedergutzumachen

Für 200 000 Euro bleibt das Gemälde "Die Labung" von Hans von Marées im Bestand des Museums, sagte Direktor Alexander Klar am Freitag in Wiesbaden. Der jüdische Unternehmer Max Silberberg aus Breslau hatte das Werk 1935 unter Druck versteigern müssen. 1980 gelangte es in den Besitz des Landesmuseums Wiesbaden. Die Summe wird zu je einem Drittel von der Kulturstiftung der Länder und vom Förderverein des Museums aufgebracht. Eine Spendenaktion der Wiesbadener Bevölkerung für das letzte Drittel erreichte nicht ganz das Ziel, doch trägt die Hessische Kulturstiftung den Rest. Solange gesammelt wurde, hing das Bild mit der Rückseite zum Publikum.

Marburger Kamerapreis geht an US-Amerikaner Lachman

Lachman arbeitete für Dokumentationen, Independent-Kino und Hollywoodfilme wie "Erin Brockovich"

Der US-amerikanische Kameramann Edward Lachman bekommt den mit 5000 Euro dotierten Marburger Kamerapreis 2015. Er erhalte die Auszeichnung als Grenzgänger zwischen dem europäischen Autorenfilm und dem Hollywood-Kino, teilten Stadt und Universität Marburg mit. Lachman filmte zu Beginn seiner Karriere unter anderem für die Regisseure Werner Herzog, Wim Wenders und Volker Schlöndorff. Seine Kameraarbeit für "Dem Himmel so fern" (2002) brachte ihm eine Oscar-Nominierung ein. Der Kamerapreis würdigt herausragende Bildgestaltung in Film und Fernsehen. Der Preis 2015 wird im kommenden Jahr am 7. März überreicht.

Stiftung Schloss Neuhardenberg meldet zum neuen Jahr einen Führungswechsel

Für 2015 sind Konzerte mit Martin Stadtfeld, Konstantin Wecker und Branford Marsalis geplant

Heike Kramer übernimmt die Geschäftsführung von Bernd Kauffmann, der die Stiftung mehr als 13 Jahre lang geleitet hatte. Damit werde die Arbeit der Stiftung enger mit dem Sparkassen-Kulturfonds verzahnt, teilte der Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) am Donnerstag mit. Kramer leitet dort seit zehn Jahren das Veranstaltungsmanagement. Auch unter der neuen Leitung soll nach Verbandsangaben das "hochklassige Kulturprogramm" fortgesetzt werden. Der 69-jährige Kauffmann stand seit Mitte 2001 an der Spitze der Stiftung, die Schloss Neuhardenberg zu einem kulturellen Zentrum in Brandenburg werden ließ.

Max und Moritz mit ihren Erben im Museum Wilhelm Busch

Die am Samstag startende Ausstellung "Da bin ich" umfasst Werke von Busch, Tomi Ungerer, F.K. Waechter, Volker Kriegel und Philip Waechter

Zum 150. Geburtstag der Lausbuben Max und Moritz stellt das Museum Wilhelm Busch in Hannover herausragende Bildergeschichten für Kinder vor. Die Besucher erwarten spannende Abenteuer, verrückte Helden und einfühlsame Blicke in die Kinderseele, wie das Museum mitteilte. Tomi Ungerer stellt in ähnlicher Weise wie Wilhelm Busch rund 100 Jahre zuvor ungezogene Charaktere in den Mittelpunkt. Insgesamt sind 90 Illustrationen des 83-jährigen Künstlers aus dem Elsass zu sehen, die das Museum Tomi Ungerer in Straßburg zur Verfügung gestellt hat. Darüber hinaus werden erstmals Werke von Philip Waechter gemeinsam mit den Illustrationen seines 2005 gestorbenen Vaters F.K. Waechter präsentiert. Die Schau läuft bis zum 1. März.

Chephren-Pyramide und Sphinx öffnen für Besucher

Gegen einen Sondereintritt könnten Besucher nun erstmals der Sphinx von Angesicht zu Angesicht gegenübertreten

Die Chephren-Pyramide und der Vorhof der Sphinx werden am Sonntag nach dreijähriger Restaurierung wieder für die Allgemeinheit geöffnet. Die jüngsten Maßnahmen sollten den Erhalt der mehr als 4.500 Jahre alten Bauwerke sichern und den Tourismus in Gizeh beleben. Fachleute hatten in den vergangenen Jahren verwitterte Steine an der Sphinx ausgetauscht, vor allem in der linken Schulter und im Nacken. Die Chephren-Pyramide erhielt ein neues Beleuchtungssystem in den Gängen. Statt wie vorgesehen ein Jahr hatte sich die Restaurierung laut der Zeitung drei Jahre hingezogen. Künftig solle in einem Rotationsverfahren jeweils eine der Gizeh-Pyramiden ein Jahr für Erhaltungsarbeiten geschlossen bleiben.

Biermann nennt Linksfraktion "elenden Rest"

Der 1976 aus der DDR ausgebürgerte Liedermacher Wolf Biermann hat in der Gedenkstunde des Bundestages die Linke scharf attackiert

Die Abgeordneten der Linkspartei seien "der elende Rest dessen, was zum Glück überwunden wurde", sagte der 77-Jährige. Bundestagspräsident Lammert sagte zu Biermanns ungewöhnlichem Auftritt mit einem Hinweis auf die Geschäftsordnung: "Sobald Sie für den Bundestag kandidieren und gewählt werden, können Sie auch reden. Jetzt sind sie hier, um zu singen." Biermann entgegnete: "Das Reden habe ich mir in der DDR nicht abgewöhnt und werde das hier schon gar nicht tun." An die Adresse der Linken sagte er: "Ihr seid dazu verurteilt, das hier zu ertragen. Ich gönne es Euch." Biermanns Auftritt hatte schon vorher für Ärger gesorgt, weil sich die Linke als SED-Nachfolgepartei immer wieder von Biermann kritisiert fühlt und bei der Festlegung des Programms für die Gedenkstunde übergangen fühlte. Sie verlangte, dass er seinen Auftritt nicht für Parteienkritik nutzt.

Haruki Murakami erhält Literaturpreis der Zeitung "Welt"

Der japanische Schriftsteller erhält die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung für sein literarisches Gesamtwerk

Die Jury würdigte den 65-Jährigen als bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller Japans, der "eine ganz eigene Spielart des Magischen Realismus" geschaffen habe. Murakami rief mit Blick auf den 25. Jahrestag der deutsch-deutschen Grenzöffnung zu einer Welt ohne Mauern auf. Der Preis erinnert an Willy Haas, den Gründer der Zeitschrift "Die literarische Welt", die von 1925 bis 1934 erschien. Zu den bisher Geehrten gehören etwa die Autoren Bernhard Schlink, Amos Oz, Daniel Kehlmann, Philip Roth und zuletzt Jonathan Franzen.

20 Millionen Euro zusätzlich für Denkmalschutz

Der Haushaltsausschuss des Bundestags gibt für deutschlandweites Sonderprogramm zum Denkmalschutz zusätzliche Mittel frei

Wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Freitag mitteilte, können damit ab sofort wichtige Erhalts- und Sanierungsarbeiten an insgesamt 156 Baudenkmälern beginnen. So erhalten der Jüdische Friedhof in Berlin-Weißensee und das Schwarze Tor im baden-württembergischen Rottweil einen Zuschuss von je 250 000 Euro, der Bahnhof Belvedere in Köln und die Herrnhuter Siedlungsanlage in Büdingen können mit je 100 000 Euro rechnen. Die Länder müssen sich im Rahmen der Kofinanzierung an den Projekten beteiligen.

Komponist Wolfgang Rihm mit Robert-Schumann-Preis ausgezeichnet

Nach Pierre Boulez ist Rihm der zweite Preisträger

Der Karlsruher Komponist und Autor Wolfgang Rihm hat den Robert-Schumann-Preis für Dichtung und Musik erhalten. Die Jury ehrte ihn heute in Mainz als Schreibmusiker und Musikschreiber, der in der Vereinigung beider Formen der "charakteristischste Kopf unserer Zeit" sei. Der mit 25 000 Euro dotierte Preis wird von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur für ein herausragendes Lebenswerk verliehen. Rihm überführe den Strom seiner Gedanken zuallererst in Musik, könne aber auch "auf unnachahmliche Weise deren Unaussprechliches" in Worte fassen. Der 62-Jährige arbeitet in vielen Bereichen von Instrumental- und Vokalmusik, ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Musiktheater. Die Auszeichnung wird seit 2012 alle zwei Jahre verliehen. Erster Preisträger war der französische Komponist Pierre Boulez. Die Mainzer Strecker-Stiftung, deren Vorsitzender der Schott-Verleger Peter Hanser-Strecker ist, stiftet den Preis.

Bilderwechsel im Museum Frieder Burda

In der zweiten Schau "40 I 10 Bilderwechsel" liegt der Akzent stärker auf zeitgenössischen Arbeiten

Zweiter Aufschlag zum zehnjährigen Bestehen des Museums Frieder Burda in Baden-Baden: Nach der ersten Schau im Sommer mit rund 100 hochkarätigen Werken vom deutschen Expressionismus bis zur Gegenwartskunst präsentiert das Museum ab Samstag weitere Highlights aus seiner Sammlung von Karin Kneffel über Neo Rauch, Isa Genzken, Markus Oehlen, Axel Hütte bis hin zu Marc Desgrandchamps. Bis zum 15.
Februar sind rund 50 Gemälde, Fotografien, Skulpturen sowie eine Videoarbeit von Bill Viola zu sehen.

Schriftstellerin Ece Temelkuran: Deutsch-Türken stärken eher Konservative

Temelkuran sagte, Einwanderer, die fortschrittlich denken, würden sich eher mit der Politik in Deutschland befassen als mit der in der Türkei

In Deutschland lebende Türken stärken nach Ansicht der türkischen Autorin Ece Temelkuran in ihrem Heimatland überwiegend die islamisch-konservative Regierungspartei AKP. "Da Konservative sich mehr auf ihre traditionellen Bindungen verlassen als die Fortschrittlichen, überwiegt die Unterstützung für die AKP. Gut ausgebildete und liberale Leute in der türkischen Gemeinschaft in Deutschland sagen eher: Ok, wir sind all das los, wir werden dorthin nicht zurückgehen", sagte Temelkuran während ihrer Lesereise in Essen. Sie stellt ihren Roman "Was nützt mir die Revolution, wenn ich nicht tanzen kann?" vor. Temelkuran ist in der Türkei als Journalistin und Buchautorin prominent. Sie gehörte zu den ersten Frauen, die über Twitter Fotos von sich selbst verbreiteten, auf denen man sie lachen sieht. Mit dieser Aktion reagierten Tausende Frauen in der Türkei auf die Forderung von Vizeregierungschef Bülent Arinc, Frauen sollten nicht laut in der Öffentlichkeit lachen.

Auftragskiller-Klage gegen AC/DC-Schlagzeuger zurückgezogen

Phil Rudd ist wütend auf die Polizei

Die spektakuläre Anklage gegen AC/DC-Schlagzeuger Phil Rudd (60) wegen versuchten Auftragsmordes hat einer juristischen Prüfung nicht standgehalten. Ankläger in Neuseeland zogen die Klage am Freitag nur 24 Stunden nach dem ersten Gerichtstermin mangels Beweisen zurück. Das Mitglied der legendären Hardrockband ("Highway To Hell", "Hells Bells") sei nun wütend auf die Polizei, sagte sein Anwalt Paul Mabey im Rundfunk. "Er war weltweit Publicity ausgesetzt, die ihn mit einem Mordkomplott in Zusammenhang gebracht hat", sagte er. "Er wurde in den 1980er Jahren mal wegen Alkohols am Steuer verurteilt, sonst nichts." Mabey schloss Schadensersatzforderungen nicht aus. Im neuseeländischen Rechtssystem bereitet die ermittelnde Polizei die erste Anklage vor Gericht vor. Sie legt dem Richter ihre Beweise vor. Erst dann übernimmt die Staatsanwaltschaft den Fall. Im Fall Rudd kamen die Unterlagen heute zur Staatsanwaltschaft in der Stadt Tauranga auf der neuseeländischen Nordinsel. Der zuständige Jurist Greg Hollister-Jones kam schnell zu dem Schluss, dass die Beweislage zu dünn war. "Herr Hollister-Jones hat entschieden, dass es unzureichende Beweise gab, um mit einer Klage ... fortzufahren", teilte sein Büro mit. Er habe bei Gericht sofort beantragt, den Anklagepunkt wegen versuchter Anheuerung eines Auftragskillers fallen zu lassen. "Ich bin erstaunt, dass die Staatsanwaltschaft bei einer so schwerwiegenden Anklage nicht vorher konsultiert wird", sagte Mabey. Stehen blieb die Anklage wegen Drogenbesitzes sowie wegen einer Morddrohung. Dies ging nach den Worten des Anwalts auf einen angeblichen Anruf bei einem Bekannten zurück. Der wandte sich offenbar an die Polizei. "Herr Rudd wird sich gegen den Vorwurf verteidigen", teilte Mabey mit. "Anklagen wegen Besitzes von Drogen sind unbedeutend." Der nächste Gerichtstermin ist der 27. November. Rudd war nach einer Durchsuchung seines Hauses in Tauranga vor Gericht geladen worden. Dem Schlagzeuger wurde vorgeworfen, er habe versucht, einen Auftragskiller anzuheuern, um zwei Menschen ermorden zu lassen. Um wen es sich dabei gehandelt haben soll, wurde vor Gericht zunächst nicht bekannt. Rudd war dann gegen Zahlung einer Kaution auf freien Fuß gesetzt worden. Die australische Band AC/DC hatte die Festnahme später auf ihrer Webseite knapp kommentiert: "Gerade haben wir aus den Nachrichten von Phils Inhaftierung erfahren. Wir geben dazu keinen Kommentar ab.
Phils Abwesenheit wird keinen Einfluss auf die Veröffentlichung unseres neuen Albums "Rock or Bust" und die bevorstehende Tour im nächsten Jahr haben." Australische Zeitungen hatten in den vergangenen Wochen über eine mögliche Trennung der Band von Rudd spekuliert.

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