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Kulturnachrichten

Dienstag, 4. November 2014

Bremer Spielbank will Modersohn-Becker-Gemälde verkaufen

Das Kasino will damit seine Kasse aufbessern

Die Bremer Spielbank gehört zu 51 Prozent zum Betreiber Westspiel, der zwei millionenschwere Bilder von Andy Warhol aus Nordrhein-Westfalen zur Sanierung des Unternehmens versteigern lassen will. Die Modersohn-Becker-Bilder befinden sich seit Ende der 80er Jahre als Dauerleihgabe im gleichnamigen Bremer Museum. "Die Werke sollen in Bremen bleiben", sagte ein Sprecher von Westspiel. Die beiden 1902 entstandenen Gemälde "Häuser, Birken und Mond" und "Anbetung" könnten der Spielbank mehrere Hunderttausend Euro einbringen. Im Paula Modersohn-Becker-Museum hängen sie derzeit nicht in der Ausstellung. Für das Werk von Modersohn-Becker sind sie jedoch von Bedeutung. Ein möglicher Käufer ist noch nicht bekannt. Auch Bremen, das über die Landesbank zu 49 Prozent an der Spielbank beteiligt ist, hält sich zu den Verhandlungen bedeckt. Die geplante Versteigerung der beiden Bilder "Triple Elvis" und "Four Marlons" von Andy Warhol aus dem Besitz von Westspiel hatte für heftige Proteste in der Kunstwelt gesorgt. Die Werke werden in der kommenden Woche bei Christie's in New York angeboten und könnten zusammen mehr als 100 Millionen Euro bringen. Kritiker sehen in dem Verkauf von landeseigenem Kulturgut einen Tabubruch.

US-Regisseur Darren Aronofsky wird Berlinale-Jury-Präsident

Das teilten die Internationalen Filmfestspiele heute mit

Der Hollywood-Regisseur, Drehbuchautor und Produzent habe sich als einer der herausragenden Protagonisten des Autorenkinos profiliert, begründeten sie die Entscheidung. Aronofsky lote immer wieder die filmische Sprache und deren ästhetische Möglichkeiten aus, erklärte Festivaldirektor Dieter Kosslick. Die 65. Berlinale findet vom 5. bis 15 Februar statt. Aronofsky (45) ist Regisseur mehrerer preisgekrönter Filme, darunter "Pi - System im Chaos", die Literaturverfilmung "Requiem for a Dream" sowie der Science-Fiction-Film "The Fountain". Beim Filmfestival in Venedig wurde "The Wrestler" 2008 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Regie führte Aronofsky auch bei dem für den Oscar nominierten Ballettfilm "Black Swan". In diesem Jahr kam sein Bibel-Drama "Noah" ins Kino.

Saxophonist Klaus Kreuzeder gestorben

Der Musiker starb in München nach langer Krankheit im Alter von 64 Jahren

Das teilte der LangenMüller Verlag mit. In dem Verlag hatte Kreuzeder 2010 seine Autobiografie "Glück gehabt" veröffentlicht. Kreuzeder war im Alter von eineinhalb Jahren an Kinderlähmung erkrankt und saß seitdem im Rollstuhl. Er machte Karriere als Profimusiker und war drei Jahrzehnte als bekannter Tenorsaxophonist weltweit unterwegs. Unter anderem trat er mit Sting, Gianna Nannini und Udo Lindenberg auf. Er engagierte sich zudem sozial und setzte sich für die Integration behinderter Menschen ein.

Anna Netrebko gibt Puccini-Titelpartie in München ab

Es hätte das Traumpaar auf der Bühne des Münchner Nationaltheaters sein können: Anna Netrebko und Jonas Kaufmann in den Hauptrollen der Puccini-Oper "Manon Lescaut". Doch daraus wird nichts.

Starsopranistin Anna Netrebko (43) hat keine zwei Wochen vor der Premiere die Titelpartie in der Neuinszenierung der Oper "Manon Lescaut" an der Bayerischen Staatsoper in München abgegeben. Als Grund nannte Intendant Nikolaus Bachler unterschiedliche Auffassungen des Werks von Giacomo Puccini. Regie führt Hans Neuenfels, der schon öfter mit spektakulären Operninszenierungen Aufsehen erregte. Die Staatsoper sei dafür bekannt, "erstklassige musikalische Qualität mit spannenden, mutigen Regieansätzen zu verbinden", sagte Bachler zur Absage Netrebkos. "Dass in Einzelfällen künstlerische Konstellationen nicht funktionieren, kommt in unserem Metier vor." Anstelle der weltweit gefeierten russischen Sopranistin wird nun am 15. November die lettische Sängerin Kristine Opolais die Titelpartie übernehmen. Opernsprecherin Carolin Müller-Dohle sagte, es habe keinen Krach zwischen der Sängerin und dem Regisseur gegeben. "Sie gingen nicht im Streit auseinander." Aber das Regiekonzept von Neuenfels habe nicht mit der Auffassung der Titelpartie von Netrebko übereingestimmt. Der Tenor Jonas Kaufmann singt hingegen unverändert die Partie des Studenten Des Grieux. Die musikalische Leitung in der Münchner Inszenierung übernimmt Alain Altinoglu.
"Mithilfe eines reduzierten Bühnenbildes soll die Expressivität der Geschichte vor allem im Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren zum Ausdruck kommen", teilte die Staatsoper lediglich zum Regiekonzept von Neuenfels für "Manon Lescaut" mit. Dabei spielten das Beobachtet-Sein der beiden Liebenden von außen und die Blicke und Anforderungen der Gesellschaft eine wesentliche Rolle in der Charakterisierung der Hauptfiguren. Mit dieser Sichtweise konnte sich Netrebko offenbar nicht anfreunden.

US-Popstar Taylor Swift sperrt alle Musiktitel beim Streamingdienst Spotify

Musikabo-Dienst bedauert Entscheidung der Sängerin

Es wird das wohl meist verkaufte Album in vielen Jahren, doch Nutzer des Musikstreaming-Dienstes Spotify bekommen es nicht zu hören. Die US-Popsängerin Taylor Swift hat nach dem Erscheinen ihres fünften Albums "1989" am Montag sämtliche Alben und Eigenproduktionen bei Spotify sperren lassen. Swift selbst äußerte sich zunächst nicht zu der Entscheidung. In der Vergangenheit haben Künstler und Labels Streaming-Dienste vielfach kritisiert. Sie werfen den Anbietern vor, nur wenig Geld für die Künstler zu erwirtschaften und zugleich die Menschen vom Kauf der Musik abzuhalten. Kunden von Spotify und ähnlichen Anbietern zahlen ähnlich einem Abo einen festen Betrag, um über das Internet unbegrenzt auf deren Musikangebot zugreifen zu können.
Spotify nahm die Entscheidung der Künstlerin mit Humor und berichtete auf dem Firmenblog, dass von 40 Millionen Spotify-Nutzern fast 16 Millionen schon einmal Swifts Lieder abgespielt hätten. "Taylor, wir waren beide jung, als wir uns das erste Mal sahen. Nun gibt es mehr als 40 Millionen von uns, die wollen, dass wir zusammen bleiben, bleiben, bleiben. Es ist eine Liebesgeschichte, Baby, sag einfach ja", textete Spotify aus verschiedenen Zeilen von Swifts bekanntesten Liedern.

Preisträger des Deutschen Kleinkunstpreises 2015 stehen fest

Ehrenpreis für Gerd Dudenhöffer

Der Kabarettist Gerd Dudenhöffer erhält den Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz zum Deutschen Kleinkunstpreis 2015. Bekannt wurde der 65-Jährige vor allem in seiner Rolle als Saarländer Heinz Becker. Die realsatirische Figur sei ein biederer Zeitgenosse, der "dem Spießbürger in uns allen" meisterlich den Spiegel vorhalte, begründete die Jury ihre Wahl. Dudenhöffer provoziere sein Publikum mit dahergeplauderten Boshaftigkeiten und versöhne es mit lyrischen Tönen wieder.
In der Sparte Kabarett geht der Deutsche Kleinkunstpreis 2015 an Christoph Sieber, der früher unter anderem die Comedy-Sendung "Spätschicht" im SWR Fernsehen moderierte. Sieber gebe der jüngeren Generation eine Stimme, sei mit Witz und Verstand immer charmant, aber auch unerbittlich. Der fränkische Kabarettist Matthias Egersdörfer wurde in der Sparte Kleinkunst bedacht. Die Jury hält ihn für einen "Berserker auf der Bühne", der die Welt mit grantigem Blick betrachte und mit "anarchischer Urigkeit" kommentiere.
Im Segment Chanson/Lied/Musik fiel die Wahl auf den Essener Sänger Stoppok. Er verbinde die deutsche Sprache mit dem Blues, seine politischen Statements trage er stets mit Witz und Verve vor. Den Förderpreis der Stadt Mainz schließlich erhält Martin Zingsheim, der grandioses Klavierspiel mit raffinierten Texten kombiniere.
Überreicht werden die Auszeichnungen am 22. Februar 2015 im Mainzer Unterhaus. Der Deutsche Kleinkunstpreis wird seit 1972 jährlich vom Mainzer Forum-Theater Unterhaus verliehen und gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der deutschsprachigen Kleinkunstszene. Er ist mit insgesamt 25 000 Euro dotiert, jeweils 5000 Euro entfallen auf die einzelnen Sparten sowie den Förder- und den Ehrenpreis.

Der Roman "Deutschstunde" erstmals auf der Theaterbühne

Knapp einen Monat nach dem Tod des Schriftstellers Siegfried Lenz wird sein Erfolgsroman auf die Bühne gebracht

Das Stück habe Lenz noch selbst autorisiert, sagte der Münchner Theatermacher und Regisseur Stefan Zimmermann in der Schwarzwaldstadt Lahr zum Ende der Proben. Nach der Premiere heute Abend in Lahr soll es 34 Aufführungen in mehreren deutschen Städten bis Mai nächsten Jahres geben. Lenz ist am 7. Oktober im Alter von 88 Jahren gestorben. Sein Roman "Deutschstunde" erschien 1968. Er hat Schuld und Pflicht in der Zeit des Nationalsozialismus zum Thema. Der Schauspieler Max Volkert Martens spielt den Maler Max Ludwig Nansen, der in der Nazizeit mit einem Malverbot belegt und vom Dorfpolizisten drangsaliert wird. Am Thalia Theater in Hamburg wird am 22. November eine weitere Theaterfassung des Romans auf die Bühne kommen.

Kusejs "Idomeneo" in London ausgebuht

Auf die Premiere der Mozart-Oper in einer Inszenierung von Kusey hat das Publikum gestern Abend mit Buh-Rufen und verhaltendem Applaus reagiert

Die Inzenierung sei inhaltlich "vulgär" aber "musikalisch phantastisch", schrieb der "Independent heute. Typisch radikal und provokant hat Martin Kusej seine Interpretation der Mozart-Oper vorgestellt. Gezogene Maschinengewehre, Folter und rote Fahnen auf der Bühne des Royal Opera House in London. Der Intendant des Münchener Residenztheaters, setzt die Oper, die 1781 am Residenztheater uraufgeführt wurde, in einen Kontext von Terror, Tyrannei und Rebellion. "Meine Primärthese ist, dass ich nicht an Götter glaube. Religion, Ideologie, das ist alles Betrug", sagte er der "Times". Das krasse, schwarz-weiße Bühnenbild eines rotierenden Hauses mit offenen und geschlossenen Türen, blutgetränkte Kleider und revolutionäre Bürger unterstreichen die nüchterne Dramatik der Inszenierung von Kusejs Team. Dirigent war der Franzose Marc Minkowski, der ebenfalls sein Debüt in London hatte.

Bertolt Brecht: Dauerausstellung in Buckow wieder geöffnet

Im ehemaligen Sommersitz des Künstlerehepaares von Helene Weigel und Bertolt Brecht sind die Restaurationsarbeiten abgeschlossen

Im Brecht-Weigel-Haus in Buckow bei Berlin ist die Dauerausstellung zum Theaterstück "Mutter Courage und ihre Kinder" modernisiert worden. Wertvolle Theaterrequisiten, darunter der berühmte Planwagen von Helene Weigel in dem Stück, wurden restauriert. Der Wagen war auf unzähligen Bühnen in ganz Europa in insgesamt 405 Aufführungen des Stückes im Einsatz. Die Schau wird heute eröffnet. An Hörstationen und in Filmen erfahren die Besucher nun mehr über die deutsche Erstaufführung des Brecht-Theaterstückes am 11. Januar 1949.

Jugendbuchpreis für Christine Fehér

Die Berliner Autorin wird mit dem angesehenen deutschen Buchpreis "Buxtehuder Bulle" ausgezeichnet

Sie bekommt den Preis für ihren Roman "Dann mach ich eben Schluss". Die Schriftstellerin und evangelische Religionspädagogin Fehér beschreibt in ihrem Buch die Hintergründe eines Suizids: Der 18-jährige Max fährt gegen einen Baum und verstört damit Freunde und Familie, die erst nach und nach Antworten finden. Eine paritätisch mit jeweils elf Jugendlichen und elf Erwachsenen besetzte Laienjury sprach ihr im Juli den Preis zu. Jugendliche und Erwachsene zeigten sich von Fehérs Roman überzeugt. Noch nie in der Geschichte der Auszeichnung sei das Urteil der Jury so eindeutig wie diesmal gewesen, hieß es.
Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert und wird
am 21. November in Buxtehude bei Hamburg überreicht. Der Buxtehuder Bulle wird jährlich seit 1971 verliehen. Ziel der Auszeichnung ist es, Jugendliche zu intensivem Lesen zu bewegen und gleichzeitig gute Jugendbücher zu fördern

Dutzende Prominente bei Beerdigung von US-Modedesigner de la Renta

Politikerin Hillary Clinton, Schauspieler Hugh Jackman und Dutzende andere Prominente haben dem US-Modedesigner Oscar de la Renta das letzte Geleit gegeben

Bei der Beerdigung in der St. Ignatius-Kirche in New Yorks Upper East Side gestern waren auch Designer-Kollegen de la Rentas anwesend, darunter Donna Karan, Tommy Hilfiger und Valentino. Der in der Dominikanischen Republik geborene de la Renta war vergangenen Montag im Alter von 82 Jahren in seinem Haus im Bundesstaat Connecticut an Krebs gestorben. In seinem Heimatland wurde daher eine eintägige Staatstrauer verhängt. Er gehörte zu den erfolgreichsten und bedeutendsten Modemachern der vergangenen Jahrzehnte und stattete unter anderem die First Ladies Jackie Kennedy, Nancy Reagan und Laura Bush aus. Erst vor wenigen Wochen machte er Schlagzeilen mit dem Brautkleid für Amal Alamuddin, prominente Anwältin und Ehefrau von Hollywood-Star George Clooney.

Grundschüler sollen Mundart pflegen

Neben der Hochsprache sollten bayerische Schüler wieder vermehrt die Mundart sprechen

Dazu haben der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband und der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte in München aufgerufen. Je unbefangener und häufiger Kinder Dialekt reden dürften, desto reichhaltiger würden ihr Wortinventar und ihre Vorstellungskraft, heißt es. Das Verständnis für Sprachen und die gedankliche Vernetzungsfähigkeit über das Sprachliche hinaus würden durch die "bilinguale Ausbildung" positiv beeinflusst. Der Lehrerverband rief die Lehrkräfte an Grundschulen daher auf, im Unterricht die Wertigkeit des heimatlichen Dialekts, den regionalen Wortschaft und die damit verbundenen vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten zu vermitteln. Der Dialekt leiste einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung und Förderung von Kulturgütern. Er dürfe deshalb nicht diskriminiert und stigmatisiert werden.

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