Seit 01:05 Uhr Tonart

Montag, 14.10.2019
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Montag, 3. November 2014

Augsburger Universität präsentiert unbekannte Briefe von Thomas Mann

Wie die Bibliothek am Montag mitteilte, wurde ihr die Briefsammlung von dem deutsch-amerikanischen Ehepaar Klaus und Ilsedore Jonas überlassen

Die Universitätsbibliothek Augsburg präsentiert an diesem Dienstag bislang unbekannte Briefe des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Thomas Mann und seiner Familie. Bei der Schenkung handele es sich um 71 Originalbriefe aus den Jahren 1949 bis 1991, die von Thomas Mann, seiner Frau Katia und deren Sohn Golo Mann an das Ehepaar Jonas stammen. Die Briefe beziehen sich hauptsächlich auf das bibliographische Lebenswerk des Germanisten Klaus Jonas, der Forschungsbibliographien zu Thomas und Golo Mann publiziert hat. Sie dokumentieren aber auch die langjährige freundschaftliche Verbindung der Familie Thomas Manns mit dem Ehepaar Jonas. Der Münchner Thomas-Mann-Forscher Dirk Heißerer hat die Briefsammlung in dem Buch «Drei Generationen Familie Thomas Mann» herausgegeben und kommentiert. Bei der Veranstaltung in der Universitätsbibliothek stellt er das Buch mit einigen Brieftexten vor und zeigt

100 000 Drucke aus dem 17. Jahrhundert im Netz verfügbar

Im Internet können Geschichtsbegeisterte nun in über 100 000 Drucken aus dem 17. Jahrhundert stöbern

Damit sei etwa ein Drittel der aus dieser Zeit bekannten Drucke digitalisiert, teilte die Herzog August Bibliothek am Montag in Wolfenbüttel mit. Es gebe sowohl wissenschaftliche Werke über Philosophie, Medizin oder Theologie als auch literarische Drucke von Opitz, Gryphius oder Grimmelshausen. Das Archiv unter www.vd17.de ist leicht zu bedienen, allerdings erfordern Schrift und Sprache der Dokumente teilweise Geduld beim Lesen. Hinter dem Projekt stehen 22 deutsche Bibliotheken, die unter anderem von der Herzog August Bibliothek koordiniert werden.

Cottbuser Filmfestival startet - Schwerpunkt Homosexualität

Das traditionsreiche Festival für den osteuropäischen Film findet zum 24. Mal statt

Insgesamt kommen beim Filmfestival Cottbus bis zum 9. November 169 Filme auf die Leinwand. Der Ukraine wird eine eigene Filmreihe gewidmet. Einer der Schwerpunkte beim Festival ist das Thema Homosexualität. In den teils dokumentarischen Filmen geht es um Liebesgeschichten, aber auch um politische Debatten und die Probleme, denen Schwule und Lesben in Osteuropa ausgesetzt sind. In den Kategorien Spielfilm, Kurzfilm und Jugendfilm werden Preise verliehen - insgesamt wird es 72 Ehrungen geben. Als eines der größten Festivals des osteuropäischen Films genießt das Cottbuser Event einen guten Ruf. Dieses Mal muss das Filmfestival allerdings ohne einen Künstlerischen Leiter auskommen. Vor Wochen war bekanntgeworden, dass Roland Rust ausscheidet. Er hatte seit 1992 an der Entwicklung des Festivals mitgewirkt und war seit 1996 Künstlerischer Leiter gewesen. Zu den Gründen der Trennung hatte das Filmfestival damals geschwiegen.

Jazz-Musiker Acker Bilk im Alter von 85 Jahren gestorben

Bilk war ein Star der britischen "Trad-Jazz"-Szene der 1950er Jahre

Er starb am Sonntag in einem Krankenhaus in der englischen Stadt Bath, wie Managerin Pamela Sutton mitteilte. Die Todesursache wurde nicht bekanntgegeben. Der Musiker wurde 1929 als Bernard Stanley Bilk geboren. Später nahm er den Namen Acker an, der sich von einer örtlichen Bezeichnung für "Freund" ableitete. Er war der erste britische Künstler, der in den 1960er Jahren den Sprung an die Spitze der US-Charts schaffte. Dieser Erfolg gelang ihm mit dem Stück "Stranger on the Shore". Seine sehr eigene Spielweise führte Bilk auf den Verlust des Teils eines Fingers bei einem Schlittenunfall zurück. In der Schule hatte er zudem bei einer Prügelei zwei Zähne verloren.

Unterschiedliche Regieauffassungen - Netrebko gibt Titelpartie ab

Als Grund nannte Intendant Nikolaus Bachler unterschiedliche Auffassungen von Netrebko und Regisseur Hans Neuenfels über das Werk von Giacomo Puccini

Starsopranistin Anna Netrebko hat die Titelpartie in der Neuinszenierung der Oper "Manon Lescaut" an der Bayerischen Staatsoper in München abgegeben. Die Staatsoper sei dafür bekannt, "erstklassige musikalische Qualität mit spannenden, mutigen Regieansätzen zu verbinden", sagte Bachler. "Dass in Einzelfällen künstlerische Konstellationen nicht funktionieren, kommt in unserem Metier vor." Anstelle von Anna Netrebko wird am 15. November nun die lettische Sopranistin Kristine Opolais die Titelpartie übernehmen. Der Tenor Jonas Kaufmann singt die Partie des Studenten Des Grieux.

"FriedhofsApp" führt zu berühmten Grabstätten in Deutschland

Für das Projekt wurden 1.007 Gräber auf 37 Friedhöfen in allen deutschen Bundesländern ausgewählt

Smartphone als Friedhofsführer: "Wo sie ruhen" ist der Name eines neuen elektronischen Leitsystems zu historisch bedeutenden Grabstätten in Deutschland. Als audio-visueller Rundgang können die Informationen künftig mit der Smartphone-App und über das Internet abgerufen werden. Bundesweit freigeschaltet wurde die "FriedhofsApp" (www.wo-sie-ruhen.de) am Montag. Dazu fanden zeitgleich auf fast allen beteiligten Friedhöfen Veranstaltungen statt. "Wo sie ruhen" versteht sich "als Erlebnis für Jung und Alt, als Angebot zur Geschichts- und Ortserkundung, als Aktion für persönliche Besinnung und Erfahrung, gegen das Vergessen", wie es in einer Projektbeschreibung heißt. 23 Autoren haben dafür Kurzporträts für die Grabstätten erarbeitet. Die WebApp navigiert den Nutzer zu den einzelnen Grabmalen, und vor Ort können die Informationen als Audio-Datei abgespielt werden. Umfangreiches Bildmaterial rundet die Präsentation ab. Träger des Projekts ist die Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg.

Brandenburgs Kulturszene lässt sich staatliche Fördermittel entgehen

Fördermittel sollen vor allem Personal- und Sachausgaben absichern

Wie Kultusministerin Sabine Kunst mitteilte, standen im Haushaltsplan des vergangenen Jahres knapp 12,5 Millionen Euro für die allgemeine Förderung von Kulturprojekten zur Verfügung. Freie und kommunale Theater, Museen und andere Kulturträger hätten aber nur rund zehn Millionen Euro in Anspruch genommen. Ähnliches gelte für 2014. Dies ist insofern kurios, als die freie Kulturszene häufig über Unterfinanzierung klagt. Sie müssen aber formal beantragt werden. 2013 wurden unter anderen das Staatsorchester Frankfurt/Oder und das Piccolo-Theater in Cottbus sowie der Verein Brandenburgische Literaturlandschaft bezuschusst.

Tenor Abdellah Lasri erhält Aalto-Bühnenpreis

Lasri ist seit der Spielzeit 2013/14 festes Ensemblemitglied am Aalto-Theater Essen

Dort feierte er unter anderem mit dem Werther einen fulminanten Erfolg. Geboren wurde Lasri 1982 im marokkanischen Rabat. Der Aalto-Bühnenpreis für junge Künstler wird alle zwei Jahre vergeben. Er ist mit 10.000 Euro verbunden und gilt als einer der höchstdotierten Kulturpreise in Deutschland.

Historiker Jörn Leonhard erhält NDR Kultur Sachbuchpreis 2014

Die Auszeichnung wird am 12. November im Schloss Herrenhausen in Hannover übergeben

Der Freiburger Historiker Jörn Leonhard erhält für sein Werk "Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs" den mit 15 000 Euro dotierten Preis. Leonhard habe mit seiner beeindruckenden historischen Recherche und seinem spannenden Erzählstil die Jury überzeugt, teilte der NDR am Montag mit. Gleichzeitig erhält der Historiker Peter Hammerschmidt den mit 10 000 Euro dotierten Förderpreis Opus Primum der Volkswagen-Stiftung. Hammerschmidt wird für sein Buch "Deckname Adler. Klaus Barbie und die westlichen Geheimdienste" geehrt, in dem er den Lebensweg des NS-Verbrechers nach 1945 nachzeichnet.

Lena Dunham sagt Lesung in Berlin ab

US-Bestsellerautorin und Schauspielerin hat eine Lesung im Deutschen Theater in Berlin für diesen Dienstag abgesagt

Dunham habe wegen einer Erkrankung eine Lesereise in Europa abbrechen müssen, teilte der Zeitverlag am Montag als Veranstalter mit. Dunham wolle ihre Deutschlandreise sobald wie möglich nachholen. Ein neuer Termin stehe allerdings noch nicht fest. Dunham ist Erfinderin und Hauptdarstellerin der US-Serie "Girls" 2012. Mit ihrer Autobiografie "Not That Kind of Girl: Was ich in meinem Leben so gelernt habe" war Dunham unterwegs.

Besucherrekord beim Dokfilmfestival Leipzig

42 000 Zuschauer sahen 57. Ausgabe

Das teilte der scheidende Festivaldirektor Claas Danielsen mit. 2013 zählte das Festival 40.000 Gäste. Mittlerweile werde die Kapazitätsgrenze erreicht, sagte Danielsen. Zum 1. Januar 2015 gibt er die Leitung an die Finnin Leena Pasanen ab.
Am Samstagabend wurden im Leipziger Schauspielhaus die besten Filme ausgezeichnet. Im internationalen Wettbewerb ging die "Goldene Taube" an den französischen Streifen "Les règles du jeu" (Die Spielregeln). Die Filmemacher Claudine Bories und Patrice Chagnard begleiten dabei drei junge Franzosen bei der Jobsuche. Der erste Preis im deutschen Wettbewerb ging an die Polen Elwira Niewiera und Piotr Rosolowski für "Domino-Effekt", in dem sie ein Paar in Abchasien zeigen, dass in einer vom Krieg geprägten Region um seine Liebe kämpft. Die Goldene Taube für den besten Animationsfilm bekam Asa Sandzén aus Schweden für den Film "Still Born".
Die insgesamt fünf prämierten Filme und ihre Autoren sind heute noch einmal in den Leipziger Dokfilm-Kinos zu sehen.

Kulturnachrichten hören

November 2014
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur