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Kulturnachrichten

Freitag, 29. November 2013

Bolschoi-Prozess: Staatsanwaltschaft fordert neun Jahre Haft für Tänzer

Wenn es nach der russischen Staatsanwaltschaft gehen würde, bekäme Pawel Dmitrischenko neun Jahre Haft.

Das ist die Strafe, die sie für den Hauptangeklagten im Bolschoi-Prozess fordert. Dmitrischenko wird beschuldigt, hinter dem Säure-Attentat auf den Ballett-Direktor des Theaters, Sergej Filin, zu stecken. Dmitrischenko handelte laut den Ermittlern aus Rache, weil er und seine damalige Freundin keine großen Rollen bekamen. Für den Mann, der den Anschlag ausgeführt haben soll, forderte die Staatsanwaltschaft zehn Jahre Haft. Dmitrischenko beteuerte vor Gericht erneut seine Unschuld.

Ehemalige Kommandozentrale: Großbritannien verkauft ausgediente U-Bahn Station

In Brompton Road soll sich auch Winston Churchill im Zweiten Weltkrieg aufgehalten haben.

Die ehemalige U-Bahn-Station in London diente während dieser Zeit als geheime Kommandozentrale der Armee. Jetzt hat die britische Regierung Brompton Road verkauft, um ihr Haushaltsloch weiter zu stopfen. Nach Angaben von lokalen Medien soll der Käufer ein ukrainischer Millionär sein, der die Haltestelle für umgerechnet rund 60 Millionen Euro erworben hat. - Brompton Road liegt im noblen Stadtteil South Kensington und ist seit 1934 nicht mehr als U-Bahn-Station in Betrieb.

Textilhändler zögerlich bei Bann von Angora-Kleidung

In dem PETA-Video wird gezeigt, wie Angora-Kaninchen bei der Woll-Produktion in China leiden müssen.

Als Reaktion auf den Clip haben die Modehäuser H&M und C&A gestern angekündigt, keine Angora-Kleidung mehr in ihren Geschäften zu verkaufen. Der Bundesverband der deutschen Textilhändler reagierte dagegen zögerlicher. Ein Sprecher sagte, für die klassischen Modehändler sei es schwieriger, darauf zu reagieren. Die meisten hätten kaum einen Überblick darüber, welche Pullover einen Angora-Anteil hätten, weil dies nicht zentral erfasst werde.

Unis dürfen nur 12 Prozent von elektronischen Büchern kostenfrei verwenden

Ein ganzes E-Book darf es nicht sein - aber immerhin 12 Prozent.

Diesen Anteil aus einem elektronischen Buch dürfen Universitäten ihren Studenten kostenfrei zur Verfügung stellen. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden. Laut Gesetz dürfen Universitäten einen "kleinen Teil eines Werkes" ihren Studenten zugänglich machen - bisher war aber unklar, wieviel das genau ist. Die Fernuni Hagen muss jetzt eine Entschädigung an den Alfred Kröner Verlag zahlen: Der hatte geklagt, weil die Uni fast ein Fünftel aus einem Buch des Verlages an die Studenten weitergegeben hatte. - Der Bundesgerichtshof entschied auch, dass die Möglichkeit der 12 Prozent entfällt, wenn der Verlag eine "angemessene Lizenz" anbietet.

Antrag: Beethoven soll Weltkulturerbe werden

Beethovens Kopf ist ein überall erkanntes wie bekanntes Symbol.

So argumentiert der Verein "Bürger für Beethoven" und schlägt deshalb vor, den Komponisten auf die Liste des Immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO zu setzen. Einen entsprechenden Antrag haben die Bürger bereits beim Land NRW eingereicht. Beethoven sei das wohl bekannteste Symbol der Kulturnation Deutschland, heißt es in der Begründung. Über den Antrag entscheidet jetzt erst einmal die Kultusministerkonferenz der Bundesländer. - Beethovens Handschrift der 9. Sinfonie gehört bereits zum Weltdokumentenerbe.

Immer mehr Vereine in Deutschland

Das Vereinsleben wächst in Deutschland.

Laut der Studie "Zivilgesellschaft in Zahlen" gibt es in Deutschland immer mehr Vereine. Zur Zeit gehörten 17,5 Millionen Bürger mehr als 600.000 Organisationen an. Das sind 50.000 mehr als noch vor 20 Jahren. Die meisten Vereine sind in den Bereichen Sport, Kultur und Freizeit zu finden. - Die Studie wurde von Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, der Bertelsmann- und der Fritz Thyssen-Stiftung in Auftrag gegeben.

BBC will sparen - schreibt aber trotzdem millionenschwere Beratungsaufträge aus

Gerade erst hatte der Generaldirektor der BBC, Lord Tony Hall, große Sparanstrengungen versprochen.

Jetzt hat der britische Sender allerdings Beratungsaufträge mit einem Volumen von umgerechnet gut 100 Millionen Euro ausgeschrieben. Unter anderem werden IT-Spezialisten und Personalberater gesucht. Ein Sprecher sagte dem "Daily Telegraph", man wolle lediglich Kostenvoranschläge einholen. Das Geld sei also noch gar nicht ausgegeben.

Zuletzt stand die Rundfunkanstalt unter anderem wegen der Taxi-Rechnungen ihrer Mitarbeiter in der Kritik: Für 350.000 Taxifahrten sollen umgerechnet 12 Millionen Euro an Gebührengeldern ausgegeben worden sein.

Netzaktivist Beckedahl kritisiert Festschreibung der Vorratsdatenspeicherung im Koalitionsvertrag

Die neue Bundesregierung muss die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung nicht unbedingt umsetzen.

Dieser Ansicht ist der Netzaktivist Markus Beckedahl. Er sagte im Deutschlandradio Kultur, statt die Vorratsdatenspeicherung in den Koalitionsvertrag aufzunehmen, hätte Schwarz-Rot die Dinge noch jahrelang weiterlaufen lassen können. Es gebe viele andere EU-Richtlinien, bei denen so verfahren werde, wenn die Bundesregierung eigene Interessen berührt sehe. Auch die Strafe sei nicht sehr hoch, wenn man sie auf alle Bürger verteile, betonte Beckedahl. Man müsse nämlich die Frage stellen, ob das den Deutschen ihre Grundrechte nicht wert sei.

Bildungsministerin Wanka stellt Bafög-Reform in Aussicht

Zu einer Bafög-Reform steht nichts im Koalitionsvertrag von Union und SPD.

Das heißt aber nicht, dass die Ausbildungsförderung nicht trotzdem neu geordnet wird. Darauf hat die amtierende Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hingewiesen. Die CDU-Politikerin sagte "Spiegel Online", einen großen Teil der geplanten Mehrausgaben, nämlich neun Milliarden Euro, werde die neue Regierung in Bildung und Forschung investieren. Eine Milliarde sei für die Kitas gedacht, fünf Milliarden für die allgemeine Bildung und drei Milliarden für die Spitzenforschung.

Die "taz" sieht den unabhängigen Wissenschaftsjournalismus in Gefahr

Die "taz" sorgt sich um den unabhängigen Wissenschaftsjournalismus.

Denn das Blatt hat sich genauer angesehen, mit welchen Mitteln Forschungseinrichtungen versuchen, Themen in der Öffentlichkeit zu lancieren, um sich selbst besser zu vermarkten. Zeitungen könnten sich oft keine Wissenschaftsjournalisten leisten und übernähmen einfach die PR-Texte, schreibt die "taz". In Österreich würden sogar ganze Wissenschafts-Redaktionen von Hochschulen bezahlt.

Es gibt der Zeitung zufolge aber auch Versuche, diese Entwicklung zu stoppen. Eine Arbeitsgruppe mehrerer deutscher Forschungsakademien empfiehlt etwa, übertriebene Sensationsmeldungen zu ahnden. Außerdem sollten Wissenschaftsmagazine nach Ansicht der Experten von Stiftungen finanziert werden - und nicht durch Anzeigen.

Zeitungskommentare zur Entscheidung über den "Nationalpark Nordschwarzwald"

"Zehn auf zehn Kilometer, das halten wir Menschen aus, wenn wir diese Fläche der Natur überlassen."

So kommentiert die "Badische Zeitung" die Entscheidung des baden-württembergischen Landtags, einen Teil des Schwarzwalds zum Nationalpark zu erklären. Nicht nur Costa Rica und Kenia, auch Deutschland müsse zum Artenschutz beitragen, mahnt das Blatt aus Freiburg. Die Stuttgarter Zeitung schreibt: "Dem Ruf der Wildnis werden Touristen folgen". Allerdings werde der Tourismus kein Selbstläufer, heißt es weiter. Also brauche man neue Attraktionen, Ideen und Investitionen. Und der "Schwarzwälder Bote" meint, die unterschiedlichen Meinungen über das Vorhaben seien im Vorfeld zu Glaubensfragen hochstilisiert worden. Nun gelte es, aufgerissene Gräben zuzuschütten.

Israelische Geistliche beten um Wasser

Israel hat in diesem Jahr den heißesten November seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt.

Jetzt haben Geistliche des Landes ihre Gläubigen dazu aufgerufen, für mehr Regen zu beten. Neben dem israelischen Oberrabbiner Jitzhak Josef rief auch der christliche lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, die Gläubigen dazu auf, um Niederschläge zu bitten. Auch in den vergangenen Jahren hatten die Geistlichen ihre Gemeinden zum Gebet aufgefordert. In diesem Jahr blieben bisher allerdings auch die sonst ab Herbstbeginn üblichen Regenfälle aus.

Beschneidung abgelehnt - Rabbinatsgericht in Jerusalem verurteilt Mutter zu Geldstrafe

In Israel ist eine Mutter zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil sie sich weigert, ihren Sohn beschneiden zu lassen.

Ein Rabbinatsgericht in Jerusalem ordnete an, dass die Frau für jeden Tag, an dem ihr Sohn unbeschnitten bleibt, umgerechnet gut 110 Euro Strafe zahlen muss. Die Beschneidung geschehe zum Wohle des Jungen und sorge dafür, dass er sich nicht von seinen Altersgenossen unterscheide, erklärte ein Jurist, der das Gericht berät. Die Mutter hatte die Beschneidung abgelehnt, um Schaden von ihrem Kind abzuwenden.

Muslimisches Kultur-Institut in Pariser Migrantenviertel "La Goutte d'Or" eröffnet

Im Sommer 2010 verlegten muslimische Gläubige im Pariser Stadtteil "Goutte d'Or" ihr Freitagsgebet auf die Straße.

So wollten sie darauf aufmerksam machen, dass ihnen Gebetsräume fehlen. Jetzt gibt es zumindest etwas mehr Platz: Der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë hat in dem Migrantenviertel ein islamisches Kultur-Institut eröffnet. Dort sind neben einem 300 Quadratmeter großen Gebetssaal Ausstellungs- und Unterrichtsräume sowie ein Hammam untergebracht. Das Institutsgebäude gehört der Pariser Stadtverwaltung; den Gebetssaal im ersten Stock hat aber eine islamische Gemeinde gekauft. So werde das Prinzip der Trennung von Staat und Kirche gewahrt, hieß es von den Beteiligten.

Französische Filmverbände erfolgreich gegen Streaming-Dienste

Die französischen Interessenverbände von Produzenten und Filmverleihern haben vor Gericht einen Erfolg erstritten:

Ein Zivilgericht in Paris hat Suchmaschinen und Provider in Frankreich dazu verurteilt, die Seiten mehrerer Streaming-Dienste zu blockieren. Dort konnten Nutzer bislang kostenlos Filme schauen oder Musik hören. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Dienste "ausschließlich oder fast ausschließlich" illegal seien, weil sie beispielsweise die Urheberrechte verletzten.

Antrag für Karneval als Weltkulturerbe übergeben

Der erste Schritt ist getan.

In Düsseldorf hat die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft den Antrag entgegengenommen, den rheinischen Karneval zum immateriellen Weltkulturerbe zu erheben. Überbracht wurde er von Vertretern der Karnevalskomitees aus Köln, Bonn, Düsseldorf und Aachen. Nach Angaben der Ministerpräsidentin entscheidet zunächst eine Landesjury, welche Bewerbungen an die Kulturorganisation der Vereinten Nationen gemeldet werden. Mit einer Entscheidung der Unesco wird 2016 gerechnet.

Fachmagazin zieht Studie zu genmanipuliertem Mais zurück

Das Fachmagazin "Food and Chemical Toxicology" zieht eine Studie zur Krebsgefahr von gentechnisch verändertem Mais zurück.

Nach Angaben des Verlages gibt es schwerwiegende Bedenken zur Aussagekraft der Experimente. So könnte die Zahl der Versuchstiere zu gering und deren Auswahl nicht geeignet gewesen sein. - Die Studie von Wissenschaftlern der französischen Universität Caen war im vergangenen Jahr veröffentlicht worden. Darin kommen die Forscher zu dem Schluss, dass eine gentechnisch veränderte Mais-Sorte des Herstellers Monsanto bei Ratten Krebs verursache. Unter anderem hatte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit die Untersuchung beanstandet.

Doch kein Weihnachtsstern: Komet "Ison" ist wahrscheinlich verglüht

"Ison" hat es wohl nicht geschafft.

Allem Anschein nach ist der Komet bei seiner Annäherung an die Sonne verglüht. Mehrere Astronomen sagten, auf den Bildern von Weltraumteleskopen sehe man zwar, wie sich Ison der Sonne nähere - aber nicht, wie er hinter ihr wieder hervorkomme. Eine endgültige Bestätigung gibt es allerdings noch nicht.

Zwar war der eisbedeckte Komet noch fast 1,2 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Dort herrschen aber schon Temperaturen von rund 2.700 Grad Celsius. Hätte "Ison" sein Rendezvous mit der Sonne überstanden, wäre er als eine Art "Weihnachtsstern" am Himmel zu sehen gewesen.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Armer Prediger: US-Bischof verkleidet sich als Obdachloser

Nicht nur Papst Franziskus wünscht sich offenbar eine "arme Kirche".

Mitglieder einer mormonischen Gemeinde im US-Bundesstaat Utah stolperten beim Kirchenbesuch über einen etwas verwahrlost anmutenden Mann, den sie für einen Obdachlosen hielten. Mehrfach wurde er aufgefordert, die Kirche zu verlassen, manche warfen ihm auch Geld hin. Was sie nicht wussten: David Musselman, ein Bischof der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, hatte sich nur als Obdachloser verkleidet. Er habe eine Lektion in Sachen Mitgefühl geben wollen, erklärte Musselman seine Aktion. Für die Kirchgänger sei es ein echter Schock gewesen, als sich der vermeintliche Bettler als Bischof zu erkennen gab.

Mayarelief geht zurück nach Guatemala

Mutmaßliches Diebesgut sollte man besser nicht versteigern.

Ein US-Auktionshaus hat ein mehr 1.000 Jahre altes Stein-Relief aus der Maya-Zeit an Guatemala zurückgegeben. Das Kalkstein-Kunstwerk war nach dem Tod eines Sammlers aus den USA zur Versteigerung angeboten worden. Das guatemaltekische Kulturministerium machte jedoch geltend, dass es aus der Region Petén im Norden Guatemalas stammte. Von dort wurden bereits zahlreiche archäologische Fundstücke illegal außer Landes gebracht. Nach Verhandlungen mit dem Kulturministerium schickte das Auktionshaus das Artefakt daher freiwillig zurück.

Pressestatistiker Schütz gestorben

Der Kommunikationswissenschaftler und Presseforscher Walter Justus Schütz ist tot.

Wie die Universität Münster mitteilte, starb er am Mittwoch im Alter von 83 Jahren. Er war seit 1983 Ehrendoktor der Hochschule. Bekannt wurde Schütz bundesweit als Autor der seit 1954 erscheinenden Stichtagssammlungen. Dafür ließ er sich einmal im Jahr 12.000 Ausgaben deutscher Zeitungen einer ganzen Woche nach Hause liefern und wertete diese in einer Pressestatistik aus. Diese Statistiken gelten als wichtige Indikatoren für die Entwicklungen der deutschen Medienlandschaft.

Schauspieler Lewis Collins gestorben

Der britische Schauspieler Lewis Collins ist tot.

Er starb im Alter von 67 Jahren in Los Angeles. In Deutschland wurde Collins vor allem durch seine Rolle als "Bodie" in der Agenten-Serie "Die Profis" bekannt. Die Folgen wurden Anfang der 80er Jahre vom ZDF ausgestrahlt.

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