Seit 05:05 Uhr Studio 9

Freitag, 22.11.2019
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Kulturnachrichten

Samstag, 16. November 2013

"Süddeutsche Zeitung": Steuervorwürfe gegen Gurlitt fragwürdig

Die "Süddeutsche Zeitung" ist überzeugt: Behörden und Politik blamieren sich im Fall Gurlitt um mögliche NS-Raubkunst.

Der Verdacht der Steuerhinterziehung gegen Gurlitt werde sich kaum aufrechterhalten lassen, berichtet die SZ unter Berufung auf bayerische Behörden. Der deutsche Fiskus sei möglicherweise für den Sohn des Nazi-Kunsthändlers nicht zuständig, weil dieser im österreichischen Melderegister mit Hauptwohnsitz in Salzburg geführt werde. Zudem wären die Steuerdelikte ohnehin verjährt. - Die Augsburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Gurlitt wegen Steuerhinterziehung und Unterschlagung.

Anschlag auf Gelände von geplanter Moschee in Leipzig

Die Stadt Leipzig ist geschockt von diesem widerwärtigen Anschlag.

Mit diesen Worten reagierte Oberbürgermeister Burkhard Jung auf den Anschlag, der vermutlich auf das Konto von Rechtsradikalen geht. Unbekannte hatten auf dem Gelände einer geplanten Moschee der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde fünf Holzplöcke in den Boden gerammt und darauf Schweineköpfe gespießt. Der SPD-Politiker Jung betonte, eine solche Tat erschüttere die Grundlagen des Zusammenlebens der Religionen und sei nicht hinnehmbar. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. - Die rechtsextreme NPD versuchte wiederholt, das geplante Projekt für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.

Theaterpreis Der Faust wird verliehen

Zwei Preisträger für den 'Faust' stehen schon fest:

Die 89-jährige Schauspielerin Inge Keller erhält den Theaterpreis für ihr Lebenswerk. Die andere Auszeichnung bekommt das Ensemble des Staatsschauspiels Stuttgart. Zur Begründung teilte der Bühnenverein mit, das Ensemble habe die 'skandalöse Situation' der Sanierung seines Theaterhauses mit Mut und Improvisationskraft auf sich genommen. Mit dem undotierten Faust-Preis werden die besten Schauspieler, Theater- und Opernregisseure sowie Tänzer geehrt. Die Auszeichnungen werden heute Abend im Berliner Schillertheater überreicht.

Chinesische Bürgerrechtlerin kritisiert Reformankündigungen als unzureichend

Die Reformankündigungen der chinesischen Regierung sind nur ein 'kleiner Schritt nach vorn'.

Dieser Ansicht ist die chinesische Aktivistin Chai Ling. Sie gehörte zu den Anführern der Proteste auf dem Tiannanmen-Platz in Peking, die 1989 blutig niedergeschlagen wurden. Die Ein-Kind-Politik müsse ganz abgeschafft werden, sagte Chai der Nachrichtenagentur afp. Frauen in China würden sonst weiter zur Abtreibung gezwungen. Nach dem Willen der Kommunistischen Partei dürfen Ehepaare künftig zwei Kinder bekommen, wenn ein Elternteil Einzelkind ist.

Wagners 'Fliegender Holländer' in Kuba aufgeführt

Die Kubaner waren begeistert:

Zum ersten Mal wurde in der Hauptstadt Havanna Richard Wagners Oper 'Der Fliegende Holländer' in der Inszenierung von Andreas Baesler auf Deutsch aufgeführt. Wie der Dirigent Eduardo Díaz nach der Premiere sagte, ist es ein Stück, von dem man sich nicht mehr trennen kann, wenn man es kennen und lieben gelernt hat. Die Hauptrollen sangen der Ukrainer Andrej Maslakow und die Kubanerin Johana Simón. Begleitet wurden sie von einem rund 40-köpfigen kubanischen Chor.

Erben von NS-Opfer müssen Goldstück an Berliner Museum zurückgeben

Die Erben eines Holocaust-Opfers müssen eine 3.000 Jahre alte Goldmünze an das Berliner Museum für Vorderasiatische Kunst zurückgeben.

Das entschied ein Berufungsgericht im US-Bundesstaat New York. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hatte von den Angehörigen die Rückgabe der mit einer assyrischen Keilschrift versehenen Münze verlangt. Der in die USA ausgewanderte Ausschwitz-Überlebende Flamenbaum hatte das historische Kunstwerk gegen Ende des Zweiten Weltkriegs von einem russischen Soldaten für ein Päckchen Zigaretten erhalten.

US-Historiker Fritz Stern warnt vor Antiamerikanismus in Deutschland

Fritz Stern warnt: Es darf keinen neuen Antiamerikanismus geben.

Der US-Historiker sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", infolge der Abhöraktionen durch den Geheimdienst NSA spüre er die Gefahr, dass in Europa und insbesondere in Deutschland eine anti-amerikanische Stimmung aufkommen könnte. Das sei gefährlich und traurig und mache alles nur noch schlimmer. Die Deutschen sollten nicht vergessen, dass in den USA Zeitungen und Politiker die Überwachungspraktiken kritisieren. Ihre Entrüstung solle man ernst nehmen, denn die Fehlgriffe seien in der Tat bestürzend, betonte Fritz Stern.

Pariser Institut Catholique verkauft seltene Fotosammlung

Das Institut Catholique in Paris war sich lange der Bedeutung seines Schatzes nicht bewusst.

In den 1980er Jahre untersuchte ein ambitionierter Bibliothekar die alte Sammlung der Fotografien genauer. Wie die Pariser Zeitung "Le Monde" berichten, werden morgen 800 Fundstücke der privaten französischen Universität verkauft. Ihr Wert wird auf 800.000 Euro geschätzt. Unschätzbar dagegen sind Fotos des Turiner Grabtuches, die Guiseppe Enrie 1931 gemacht hatte. Die zum Teil 2,40 großen Bilder kommen auch unter den Hammer.

Frankreich : Neuer Leiter für das Nationalmuseum für Moderne Kunst

Sein neuer Posten gilt als einer der einflussreichsten in der französischen Museumslandschaft.

Wie das französische Kulturministerium bekannt gab, soll Bernard Blistène neuer Direktor des Nationalmuseums für Moderne Kunst werden, das im Pariser Centre Pompidou untergebracht ist. Er folgt damit auf Alfred Pacquement, der nächsten Monat nach 12 Jahren an der Spitze des Museums in den Ruhestand gehen will. Weit schleppen muss Blistène seine Umzugskisten jedoch nicht: Bislang war er der Direktor der Abteilung für Kulturelle Entwicklung im Centre Pompidou.

Wissenschaftler: Katastrophen stärken soziales Verhalten

Katastrophen können im Kleinen auch positive Auswirkungen haben.

Nach Einschätzung des Soziologen Martin Voss verhalten sich Menschen nach einer Katastrophe wie auf den Philippinen oft sozialer als gewöhnlich. Anders als in den Medien oft dargestellt seien Egoismus oder Kriminalität wie etwa Plünderungen die Ausnahme, sagte der Leiter der Katastrophenforschungsstelle an der Freien Universität Berlin dem Evangelischen Pressedienst. Im Gegenteil, selbst in Extremsituationen achteten die Menschen darauf, niemanden zu verletzen. Menschen, die vor einer Katastrophe kaum sozial integriert waren, würden beispielsweise fünf Unbekannte in ihre Hütte aufnehmen, nur weil sie kein Haus mehr haben, berichtet Voss.

Ägyptische Behörden alarmiert wegen verschwundener Statue

Die kleine Schwester von Tutanchamun bleibt verschwunden.

Nun hat die ägyptische Antiquitätenbehörde ihren Aufruf an die Kunstwelt erneuert, nach der kleinen Statue Ausschau zu halten. Das Kunstwerk gehörte zu den wichtigsten Stücken des Museums von Mallawi, einer Stadt 250 Kilometer südlich von Kairo. Sie war zusammen mit anderen antiken Schätzen im August von Plünderern gestohlen worden. Mittlerweile gehen die Behörden davon aus, dass es sich um einen gezielten Raubzug handelte. Kunsthändler, Auktionshäuser und Sammler sind nun aufgefordert, sich bei den ägyptischen Behörden zu melden, sollte ihnen das Stück angeboten werden.

WDR-Indendant Buhrow hält an Privatfunkerin als Hörfunkdirektorin fest

"Valerie Weber will und wird den WDR-Anspruch nicht verwässern."

Mit diesen Worten hat WDR-Intendant Tom Buhrow seinen Plan verteidigt, die Geschäftsführerin und Programmdirektorin von Antenne Bayern als Hörfunkdirektorin nach Köln zu holen. Buhrow sagte der "Süddeutschen Zeitung", er sei überzeugt davon, dass Valerie Weber mehr als viele andere den hohen qualitativen Anspruch des WDR-Programms verstehe. Gleichzeitig wisse sie aber auch, wie man Menschen erreichen könne. Der Rundfunkrat entscheidet am 22. November über die Personalie.

New Yorker Graffiti-Komplex steht vor dem Abriss

Das 5Pointz ist Graffiti-Künstlern und Liebhabern von Street-Art auf der ganzen Welt ein Begriff.

Das leerstehende Lagerhaus in New York ist über und über mit Graffiti bedeckt. Doch nun könnte der Komplex abgerissen werden und Luxusappartements weichen. Ein Gericht in der Stadt hob ein vorläufiges Abrissverbot auf. Zur Begründung erklärte der Richter, er müsse sich an Recht und Gesetz halten. Die betroffenen Künstler haben nun noch eine letzte Chance: Sie wollen den neuen New Yorker Bügermeister Bill de Blasio bitten, das Lagerhaus zum schützenswerten Kunstwerk zu erklären. Vorgänger Michael Bloomberg hatte dies abgelehnt.

Alec Baldwin wieder mit schwulenfeindlichen Äußerungen aufgefallen

Für seine homophoben Äußerungen ist Alec Baldwin berüchtigt.

Jetzt ist der Schauspieler wieder negativ ins Rampenlicht gerückt. Wie die "New York Times" berichtet, hat der amerikanische Nachrichtensender MSNBC deshalb die für gestern geplante Baldwin-Talkshow abgesagt. Sie stehe auch nicht in der kommenden Woche auf dem Programm. Zur Begründung hieß es, Baldwin habe einen Fotografen beschimpft. Der Schauspieler entschuldigte sich für die Tirade und gelobte Besserung. Im Sommer vergangenen Jahres hatte Baldwin einen Reporter schwulenfeindlich beschimpft und diesem Prügel angedroht.

Adriano Celentano : Denkmalschutz für Via Gluck ist lächerlich

Adriano Celentano hält diese Idee für lächerlich.

Für den italienischen Sänger ist die Via Gluck in Mailand eine der hässlichsten Straßen Italiens. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, sollen die Via Gluck und das Geburtshaus Celentanos in der Nummer 14 nach dem Willen einer Bürgerinitiave unter Denkmalschutz gestellt werden. Celentano ist überzeugt: Man hätte die Straße Mitte der Sechzigerjahre unter Denkmalschutz stellen sollen, und nicht nur sie, sondern ganz Italien. - Celentano wurde in den 60er Jahren mit einem Lied und einem Musikfilm über die Via Gluck berühmt. Thematisiert werden die Modernisierung Italiens.

104-Jährige besitzt seit 75 Jahren ein Theater Abo

So treue Besucher wünscht sich jeder Intendant.

In der nordrhein-westfälischen Stadt Hagen besitzt die 104-jährige Sophia Marl seit 75 Jahren ein Abonnement für das Musiktheater. 1938 erwarb sie erstmals zusammen mit ihrem Mann Karten für eine Vorstellung. Die ehemalige Studienrätin wechselte mit dem Bezug der Witwenrente in den oberen Rang, darf laut einer Mitteilung des Theaters nun künftig alle Aufführungen umsonst besuchen. Auch ihren früheren Platz in der ersten Reihe erhält die Dame zurück.

Unterbrechung in Krakau: Proteste wegen Sexszene

Sexszenen auf der Bühne - das wollten einige Zuschauer nicht sehen.

Mit ihrem lautstark geäußerten Protest haben sie eine Aufführung von August Strindbergs "Nach Damaskus" am Krakauer Nationaltheater für eine Viertelstunde unterbrochen. Nach polnischen Medienberichten wurde die Gruppe von einem als nationalkonservativ bekannten Fotografen angeführt. Ihr Protest richtete sich nicht nur gegen eine Szene, sondern gegen das gesamte Werk von Regisseur Jan Klata, der seit einem knappen Jahr an dem Theater arbeitet. Einige Zeitungen spekulierten, die Aktion sei selbst Teil der Inszenierung.

Kulturnachrichten hören

November 2013
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Faszination AquariumWie Nemo ins Wohnzimmer kam
Ein orangefarbener Fisch schwimmt durch ein Aquarium. ( Unsplash / Delbert Pagayona )

Aquarien bringen geheimnisvolle Unterwasserwelten ins Wohnzimmer. Die Faszination Aquarium entstand im 19. Jahrhundert – auch weil sie Hausfrauen Freiräume eröffnete. Aber ist es heute noch zeitgemäß, Fische in einem kleinen Glaskasten zu halten?Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur