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Kulturnachrichten

Mittwoch, 6. November 2013

Deutschlandfunk: Münchner Bilderfund enthält Raubkunst-Gemälde

In der in München gefunden Bildersammlung befinden sich auch Werke, die nach 1933 jüdischen Privatsammlern enteignet wurden.

Das geht aus Unterlagen hervor, die dem Deutschlandfunk vorliegen. Demnach befand sich das Gemälde „Zwei Reiter am Strand" bis 1939 in der Sammlung des jüdischen Zuckerfabrikanten David Friedmann in Breslau. Die Nationalsozialisten enteigneten ihn. Er und seine Familie überlebten den Holocaust nicht. Das Liebermann-Gemälde übernahm laut Werkverzeichnis der Kunsthändler Hildebrand Gurlitt, bei dessen Sohn es nun gefunden wurde. Gurlitt hatte 1950 behauptet, er habe das Gemälde vor 1933 von seinem Vater geerbt. - In diesem Falle wäre er der rechtmäßige Besitzer. Die Anwälte der Erben von David Friedmann halten das jedoch für eine Lüge.

Sie werfen den bayerischen Ermittlungsbehörden vor, sie nicht rechtzeitig informiert zu haben.

Museen und Experten verlangen Offenlegung der Liste gefundener Kunstwerke

Der Umgang der Behörden mit dem Münchner Kunst-Fund ist bei Museen und Fachleuten auf heftige Kritik gestoßen.

Das Zentralregister für Raub-und Beutekunst der Jahre 1933 bis 1945 hat mittlerweile die Bundesregierung zum Eingreifen aufgefordert. Man brauche so schnell wie möglich eine Liste der Werke aus der Sammlung, erklärte eine Sprecherin in London. Seit Bekanntwerden des Fundes werde ihre Stelle mit Anfragen und Informationen überflutet. Neben zahlreichen Privatpersonen fordern mittlerweile auch mehrere deutsche Museen Einblick in die Liste der gefundenen Werke. Unter anderem vermuten die Kunstsammlungen Dresden, das Folkwang Museum in Essen und das Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal, dass sich Werke aus ihren Beständen in der Sammlung befinden.

Kommentatoren diskutieren juristische Folgen des Kunstwerke-Fundes

"Die Münchner Lektion ist es, dass wir mit dem Erbe der Nazi-Zeit leben müssen."

Mit diesen Worten kommentiert der Berliner "Tagesspiegel" den Münchner Fund von über 1.400 teils bedeutenden Kunstwerken und die Diskussion um einen möglichen Straftatbestand. Man müsse sich von der Vorstellung lösen, mithilfe von juristischen Auseinandersetzungen nachträglich das NS-Regime besiegen zu können, heißt es. Die Zeitung "Die Welt" schlägt vor, der Bundestag solle mutig sein und alle von den Nazis entwendeten Bilder als unverjährbares Raubgut einstufen. Dies könne die späte Rückkehr zum Recht bedeuten. Die österreichische Zeitung "Der Standard" mutmaßt, vielleicht brauche es sieben Jahrzehnte nach dem Dritten Reich doch noch ein Gesetz, um gegen die damaligen Kunsthändler vorzugehen.

SPD-Politiker kritisiert Gera für Museumsschließung

"Man kann mit der Kürzung von Kultur keinen Haushalt sanieren."

Mit diesen Worten hat der kulturpolitische Sprecher der SPD im thüringischen Landtag die Stadt Gera kritisiert. Im Deutschlandradio Kultur sagte Hans-Jürgen Döring, die Schließung der städtischen Museen und Bibliotheken sei ein völlig falsches Signal. Die Einsparungen in Höhe von 25.000 Euro im Monat seien viel zu gering, um die Schulden der Stadt abzubauen. In Gera sind derzeit sämtliche städtischen Museen und Bibliotheken auf unbestimmte Zeit geschlossen, um Geld zu sparen.

Thierse fordert Vatikan-Fragebogen an alle Katholiken auszugeben

Über den Vatikan-Fragebogen zu Familie und Sexualmoral sollte in der katholischen Kirche möglichst breit diskutiert werden.

Das fordert der langjährige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse. Die Bischöfe sollten den Fragebogen an das Kirchenvolk weitergeben, verlangte der SPD-Politiker in der Wochenzeitung "Zeit". Es gehe darum, eine repräsentative Meinung einzuholen, damit bei normalen Katholiken kein Misstrauen entstehe. Vonseiten des Vatikan ist allerdings nur geplant, die Bischöfe zu befragen. Mit den Ergebnissen soll eine Bischofsversammlung zum Thema Familie im nächsten Jahr vorbereitet werden.

Aktionswochen gegen Antisemitismus

Zum 11. Mal finden in diesem Jahr die Aktionswochen gegen Antisemitismus statt.

Die Veranstaltungsreihe hat heute in Berlin begonnen. In 90 Städten stehen bundesweit 380 Veranstaltungen auf dem Programm. Veranstalter ist unter anderem die Amadeu Antonio Stiftung. Ihre Vorsitzende Anetta Kahane warnte davor, die Gefahr des Antisemitismus zu unterschätzen. Es gebe derzeit einen starken Anstieg der Judenfeindlichkeit und niemanden scheine das zu stören.

Litauen entschädigt Holocaust-Opfer

Überlebende des Holocaust in Litauen können auf eine Entschädigung hoffen.

Das baltische Land hat damit begonnen, Juden zu entschädigen, die während der Besetzung durch die Nationalsozialisten verfolgt wurden. Rund 1.800 Betroffene erhalten bis Jahresende umgerechnet 460 Euro pro Person. Außerdem soll die jüdische Gemeinde in Litauen 1,3 Millionen Euro erhalten, weitere 300.000 Euro fließen in Projekte zur Förderung des jüdischen Lebens. Zwischen 1941 und 1945 hatten die Nationalsozialisten und einheimische Helfer 90 Prozent der litauischen Juden ermordet.

Mailand: Corriere della Sera verkauft Stammhaus

Der Widerstand der Redaktion hat nichts genutzt:

Die italienische Traditionszeitung "Corriere della Sera" wird ihr Stammhaus verkaufen. Das Gebäude im Zentrum von Mailand ist seit 1876 Sitz des Blattes. Das Haus soll nun für 120 Millionen Euro an den amerikanischen Immobilienfonds Blackstone gehen. Die Entscheidung wurde gestern Abend von der Verlagsleitung getroffen. Sie soll die Zeitung aus einer finanziellen Krise befreien. Unter den Mitarbeitern des Blattes hatte es gegen das Vorhaben bislang heftigen Widerstand gegeben: Die Redaktion befürchtet, dass der "Corriere" seine Identität verliert.

Tunesischer Präsident will laizistischen Aktivisten befreien

Der tunesische Präsident Moncef Marzouki will Gnade walten lassen.

Er hat angekündigt, den Aktivisten Jabbeur Mejri freizulassen. Er war Ende März von einem tunesischen Gericht zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er gemeinsam mit einem Helfer Karikaturen des nackten Propheten Mohammed im Internet verbreitet hatte. Marzouki erklärte, bis zu Mejris endgültiger Freilassung wolle er aber noch auf eine Beruhigung der politischen Lage im Land warten. Seite dem Sturz von Ex-Präsident Ben Ali im Januar 2011 kommt es in Tunesien immer wieder zu Zusammenstößen zwischen gemäßigt-demokratischen Kräften und Islamisten.

Kritik an Vorgehen der russischen Polizei gegen Journalisten

"Human Rights Watch" fordert das Internationale Olympische Komitee zum Handeln auf.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation sind zwei norwegische Journalisten von der russischen Polizei willkürlich festgehalten worden, weil sie im Vorfeld der Olympischen Spiele in Sotschi berichten wollten. Einer der Mitarbeiter des norwegischen Fernsehsenders "TV2" sei beschuldigt worden, Drogen zu nehmen. Das IOC müsse von der russischen Regierung eine Erklärung zu dieser Schikane fordern, heißt es von der Organisation. Der Arbeitgeber der beiden Journalisten teilte mit, es bestehe kein Zweifel daran, dass die Recherche der Reporter behindert werden sollte.

Ulrich Raulff leitet Marbacher Literaturarchiv weiter

Das Deutsche Literaturarchiv in Marbach und die Deutsche Schillergesellschaft behalten ihren Chef bis 2018.

Das Kuratorium der Schillergesellschaft habe einstimmig für eine Verlängerung des Vertrags von Ulrich Raulff gestimmt, teilte das Archiv mit. Der 63-jährige Publizist wäre sonst im Jahr 2015 in den Ruhestand gegangen.

Er leitet beide Einrichtungen seit 2004. Zuvor war er Redakteur im Kulturressort der "Süddeutschen Zeitung".

Moskau: Sergej Filin vor Gericht erwartet

In Moskau wird heute der Prozess um den Säureanschlag auf Sergej Filin fortgesetzt.

Dabei wird der künstlerische Leiter des Bolschoi-Theaters erstmals als Zeuge auftreten. Ihr Mandant lege Wert darauf, trotz seiner angeschlagenen Gesundheit auszusagen, betonte seine Anwältin. Angeklagt ist der Balletttänzer Pawel Dimitritschenko. Er soll im Januar Filin mit Säure überschüttet haben. Filin trug bei der Attacke schwere Verbrennungen im Gesicht davon und verlor fast sein Augenlicht. Hintergrund der Attacke waren Differenzen über die künstlerische Ausrichtung des Bolschoi-Balletts.

Spanischer Bestsellerautor Arturo Pérez-Reverte kritisiert ungebildete Europäer

Arturo Pérez-Reverte geht mit Europa hart ins Gericht.

Der spanische Bestsellerautor sagte der Deutschen Presse-Agentur, Europa werde von einer Gruppe technokratischer Analphabeten regiert, die jeden Sinn für die Realität verloren habe. Bildung sei die Lösung. Je mehr Kultur es gebe, desto größer seien auch der Scharfsinn, der kritische Geist und die Fähigkeit, sich zu schützen. Der 61-jährige Pérez-Reverte hat allerdings wenig Hoffnung. Wörtlich sagte er: "Wir sind Geiseln, da wir in einem zunehmend ungebildeten Europa leben". Der Kolumnist und Reporter hat inzwischen fast 30 Bücher herausgebracht. Zuletzt erschien von ihm in Deutschland der Roman "Dreimal im Leben".

Äthiopien: Journalistenorganisation kritisiert Festnahme zweiter Reporter

Das "Komitee zum Schutz von Journalisten" fordert ihre sofortige Freilassung.

Nach Angaben der Organisation haben die äthiopischen Behörden zwei Redakteure einer unabhängigen Wochenzeitung festgenommen. Konkrete Vorwürfe seien gegen die Mitarbeiter des Blattes "Ethio-Mihdar" nicht erhoben worden. Vermutlich werde einer der Reporter wegen eines Berichts über mutmaßliche Korruption in einer Stadtverwaltung festgehalten, erklärte das Komitee. Diese Einschüchterungstaktik müsse ein Ende haben. Die Redaktion der Zeitung war laut CJP bereits mehrfach Opfer von Schikanen geworden.

Mali: 35 Festnahmen nach Ermordung französischer Journalisten

Ihre Entführung und Ermordung hat die Sicherheitsprobleme im malischen Kidal offensichtlich werden lassen.

Nach den Morden an zwei französischen Journalisten in Mali sind zahlreiche Verdächtige festgenommen worden. Ein Vertreter der malischen Sicherheitskräfte sprach von 35 Festnahmen. Wichtige Hinweise habe man auch von Häftlingen erhalten, die wegen der Entführung zweier Franzosen im November 2011 verurteilt worden waren. Frankreich hatte nach der Ermordung der Reporter seine Militärpräsenz in der Tuareg-Hochburg Kidal verstärkt. Die beiden Journalisten von "Radio France Internationale" waren nach einem Interview mit einem Anführer der Tuareg-Rebellen entführt und erschossen worden.

Autorenrechte für Musiker sollen in EU gestärkt werden

Die EU will die Rechte von Musikern vereinheitlichen und ihnen zu einem fairen Einkommen verhelfen.

Ein Übereinkommen zwischen dem Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union soll das Urheberrecht an die Digitalisierung anpassen. Es sieht unter anderem vor, dass Anbieter von Streaming-Diensten nur noch mit einigen wenigen Verwertungsgesellschaften verhandeln müssen. Damit soll die rechtliche Lage vereinfacht werden. Gleichzeitig soll so sichergestellt sein, dass alle Künstler die gleichen Konditionen bekommen - egal wie bekannt sie sind. Der Text legt außerdem klare Zahlungsfristen fest, zu denen Musiker ihre Geld bekommen müssen. Über das Vorhaben soll das Parlament im Februar abstimmen.

Einige in München aufgetauchte Kunstwerke waren offenbar vorübergehend von Alliierten konfisziert

Einige der in München aufgetauchten Kunstwerke sind offenbar nach Kriegsende vorübergehend von den Alliierten beschlagnahmt gewesen.

Diese hätten die Bilder von 1945 bis 1950 verwahrt, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Sie beruft sich auf Protokolle, die die Alliierten von Befragungen des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt zu dessen Rolle im Dritten Reich angefertigt hatten. Eine an die Dokumente angehängte Liste gibt demnach Auskunft über Gurlitts Privatsammlung. Sie war zu diesem Zeitpunkt in einer Wiesbadener US-Sammelstelle eingelagert. Bis auf zwei Bilder seien alle im Jahr 1950 an den Kunsthändler zurückgegeben worden.

Reporter ohne Grenzen kritisiert ägyptisches Militär

Die Journalistenorganisation "Reporter ohne Grenzen" macht sich Sorgen um die Pressefreiheit in Ägypten.

In einer Mitteilung beklagt sie eine "neue Welle von Angriffen auf die Informationsfreiheit". Dazu gehörten auch die Verurteilungen von drei Journalisten durch Militärgerichte und die Unterbrechung einer politischen Satiresendung des Komikers Bassem Youssef. Die derzeitige Militärführung verfolge eine Politik der Unterdrückung gegen Berichterstatter. Damit handle sie nicht im Sinne der neuen Verfassung. Die Organisation fordert die Regierung auf, die Inhaftierten freizulassen und zu akzeptieren, dass politischer Humor zur Demokratie dazugehöre.

US-Bistümer in Finanznöten

Katholische Bistümer in den USA haben anscheinend mit erheblichen Finanzproblemen zu kämpfen.

Nach Medienberichten will Philadelphia nun die Rentenbeiträge für 8.500 Laienmitarbeiter einfrieren. Damit soll eine Finanzierungslücke in Höhe von umgerechnet rund 110 Millionen Euro geschlossen werden. Um Geld zu sparen, hat das Bistum bereits seinen Friedhof an einen privaten Betreiber verpachtet. Andere Bistümer, wie zum Beispiel Chicago und Boston stehen vor ähnlichen Problemen. Ein Auslöser der Geldknappheit sollen die Anwaltskosten im Zusammenhang mit Klagen wegen des Missbrauchskandals sein.

Experten rekonstruieren 2000 Jahre alten römischen Schädel

Wissenschaftler sind den Gesichtszügen eines antiken Römers auf die Spur gekommen.

Experten aus Freiburg und Mannheim haben dafür einen alten Schädel mit Hilfe von Scans und Computertomografie erfasst und das Gesicht rekonstruiert. Der 2000 Jahre alte Schädel war vor zehn Jahren bei einer Ausgrabung in Andernach gefunden worden. Archäologen gehen davon aus, dass es sich um die Überreste eines römischen Legionärs handelt, der bei einem Feldzug ums Leben kam. Bei den Kelten in der Region war es laut den Forschern üblich, Feinden die Köpfe abzuschlagen und sie als Trophäe zu Hause an die Wand zu hängen. Auch im Schädel des Römers fanden die Wissenschaftler ein Nagelloch am Hinterkopf.

Die Rekonstruktion ist noch bis zum 5. Januar im Landesmuseum Mainz zu sehen.

Museumsbund zu Sparmaßnahmen in Gera: Die negativen Seiten überwiegen

Nach Meinung des Deutschen Museumsbundes lässt sich mit Einsparungen in der Kultur kein Haushalt sanieren.

Museumsbund-Geschäftsführerin Anja Schaluschke reagiert damit auf die Sparmaßnahmen in Gera. Nach einem generellen Ausgabestopp bleibt dort das Otto-Dix-Haus ab heute auf unbestimmte Zeit geschlossen. Dies sei ihres Wissen das erste Mal, dass ein Museum wegen finanzieller Nöte der Stadt schließen müsse, sagte Schaluschke der Deutschen Presse-Agentur. Der Ausgabestopp in Gera betrifft alle städtischen Museen und Bibliotheken. Sie bleiben zu, bis es einen Nachtragshaushalt gibt.

Ai Weiwei beklagt Reiseverbot zu Filmfestival in Stockholm

Mit Symbolen kennt Ai Weiwei sich aus.

Der chinesische Künstler hat die Führung in Peking schon mehrfach auf diese Weise kritisiert. Weil immer noch ein Ausreiseverbot gegen ihn gilt, schickte Ai jetzt einen leeren Stuhl nach Stockholm - in Vertretung seiner selbst, schließlich sollte er beim dortigen Filmfestival in der Jury sitzen. In einer Videobotschaft erklärte er, er wolle mit der Aktion verdeutlichen, wie chinesische Behörden grundlegende Menschenrechte rücksichtslos und ohne jede Erklärung einschränkten. Ai ist als Regimekritiker bekannt. Zentrales Thema des Stockholmer Festivals ist die Freiheit.

Diskussion um Sankt Martin: Linken-Forderung sorgt auch in eigener Partei für Widerspruch

"Trennung von Glaube und Staat heißt für Linke nicht, Kitas vorzuschreiben, welche Feste sie wie feiern."

Mit diesen Worten distanziert sich der Sprecher des Bundesvorstandes der Linken, Alexander Fischer, von einem Vorstoß des NRW-Landesverbandes. Dieser hatte gefordert, aus Rücksicht gegenüber muslimischen und anderen nicht-christlichen Kindern statt Sankt Martin künftig "Sonne-Mond-und-Sterne-Feste" zu feiern. Auch der religionspolitische Sprecher der linken Bundestagsfraktion, Raju Sharma, wies den Vorschlag zurück. Mit dem Martins-Fest dränge man niemandem etwas auf, sagte Sharma dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Schwedische Kinos testen Filme, um Gleichheit der Geschlechter herzustellen

Die Herr-der-Ringe-Trilogie, die Star-Wars-Filme und die meisten Harry-Potter-Filme halten dem Test nicht stand.

Mehrere Kinos in Schweden bewerten Filme jetzt nach dem sogenannten "Bechdel-Test". Demnach muss ein Werk mindestens zwei namentlich benannte weibliche Rollen haben, die miteinander über Themen sprechen, die nichts mit Männern zu tun haben. Eine der Kinobetreiberinnen erklärte dem britischen "Guardian", das Ziel sei es, im Kino öfter weibliche Perspektiven zu zeigen. Das beeinflusse auch die Sichtweise auf Frauen in der Gesellschaft. Die Initiative werde von den meisten Zuschauern positiv aufgenommen.

Namensgeberin für den "Bechdel-Test" ist die US-amerikanische Cartoonistin Alison Bechdel. Sie stellte das Konzept im Jahr 1985 vor. Seitdem wird es unter Feministinnen und Filmkritikerin diskutiert.

New Yorker Polizei sieht Banksy-Ballons nicht als Kunst

Seine Ballons lagern als Beweisstücke bei der New Yorker Polizei.

Ein Kunstwerk des britischen Straßenkünstlers Banksy - ein Schriftzug seines Namens, bestehend aus mehreren großen Ballons - wurde jetzt von der Behörde beschlagnahmt. Die Polizei hatte zuvor drei Männer bei dem Versuch festgenommen, die Buchstaben stehlen zu wollen. Man sehe die Ballons jedoch nicht als Kunst an, sagte ein Behördensprecher der "New York Times". Die Zeitung mutmaßt deshalb, die Ballons könnten verschrottet oder versteigert werden.

BZpB-Präsident für bessere Medienbildung

Die Medienbildung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist mangelhaft.

Dieser Meinung ist der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger. Bei einer Fachtagung im nordrhein-westfälischen Landtag sagte er, es müsse mehr für den präventiven Jugendmedienschutz getan werden. Medienbildung sei derzeit ein bunter Flickenteppich. Notwendig sei eine Fördereinrichtung, die mit genug Geld ausgestattet sei und die Interessen von Kindern und Jugendlichen wahrnehme. Angesichts der sich verändernden Medienwelt könne der Schutz vor schädlichen Inhalten nicht mehr funktionieren wie noch vor zehn oder zwanzig Jahren.

Anne-Sophie Mutter will sich auf zeitgenössische Musik konzentrieren

Anne-Sophie Mutter sieht einen besonderen Reiz in der Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten.

Es erfülle sie, als Galionsfigur und Medium einem Werk zu dienen, sagte die Geigerin der Zeitung "Die Welt". So habe sie eine eigene Handlungsfreiheit und sei quasi abgesichert durch den lebenden Schöpfer. Künftig wolle sie deshalb vor allem der zeitgenössischen Musik den Vorzug geben, sagte die 50-Jährige. An einen Abschied von der Bühne denkt die Musikerin noch nicht. Aufhören werde sie erst, wenn ihr Ton matt geworden und ihr Dekolleté nicht mehr vorzeigbar sei, betonte sie.

Forscher: Musikunterricht steigert die Hirnleistung

Selbst wenn Kinder irgendwann keine Lust mehr haben, ihr Musikinstrument weiter zu spielen - vom Unterricht profitieren sie trotzdem.

Die Hirnleistung werde auf jeden Fall positiv beeinflusst, erklärten Forscher aus den USA. Die Wissenschaftler wiesen nach, dass Erwachsene, die im Kindesalter mindestens vier Jahre lang ein Instrument gespielt haben, schneller bei der Verarbeitung gehörter Sprache sind. Ihre Nervenreaktion war im Durchschnitt eine Millisekunde schneller, als die von Studienteilnehmern, die niemals musiziert hatten. Dieser Unterschied spiegele sich deutlich in der Reaktionsfähigkeit älterer Menschen auf Gehörtes wider.

30-Jahre-Mietvertrag für Festspielhaus auf dem Grünen Hügel

Die Zukunft der Wagner-Festspiele für die nächsten 30 Jahre scheint gesichert - zumindest was den Spielort angeht.

Das Festspielhaus auf dem Grünen Hügel soll für die nächsten Jahrzehnte an die Festspiele GmbH vermietet werden. Sie einigte sich mit der Festspiel-Stiftung auf einen entsprechenden Vertrag. Dieser muss nun noch von der Regierung von Oberfranken und dem bayerischen Innenministerium genehmigt werden. Der letzte Mietvertrag gilt zwar faktisch noch, formal ist er aber mit dem Tod Wolfgang Wagners 2010 ausgelaufen und musste erneuert werden.

Spanien nimmt Streichung von Erasmus-Stipendien zurück

Die Stipendien sind vorerst gerettet.

Spaniens Bildungsminister Ignacio Wert hat einen Beschluss zurückgenommen, der die Streichung von Erasmus-Geldern vorsah. Vorausgegangen waren massive Proteste - nicht nur von Studenten, sondern auch aus der Politik inklusive der Regierungspartei. Der Minister wollte im Rahmen des Erasmus-Programms nur noch denjenigen Studenten Auslands-Stipendien gewähren, die zuvor bereits vom spanischen Staat gefördert worden waren. Das Erasmus-Programm wurde von der Europäischen Union ins Leben gerufen. Es hat zum Ziel, die Zusammenarbeit von Hochschulen in Europa sowie die Mobilität von Studenten und Dozenten zu fördern.

Durch Venedig sollen künftig weniger Kreuzfahrtschiffe fahren

Ab November 2014 ist die Lagunenstadt Venedig für viele Kreuzfahrtschiffe tabu.

Das kündigte die italienische Regierung nach einem Treffen mit Vertretern der Stadt an. So soll ein Fünftel weniger Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 40.000 Tonnen durch den Guidecca-Kanal direkt am Markusplatz vorbeifahren. Für Schiffe ab 96.000 Tonnen und Fähren gelte dann ein komplettes Einfahrverbot. Die Regierung will so den Schadstoff-Ausstoß reduzieren. Umweltschützer, Anwohner und die UNESCO hatten immer wieder die hohe Zahl der Kreuzfahrtschiffe kritisiert. Viele bezeichneten den Anblick der Schiffe als Schandfleck. Zudem wurde befürchtet, die Wellen könnten das Fundament Venedigs beschädigen.

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