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Dienstag, 24.09.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 24. September 2019

PEN-Präsidentin sorgt sich um Lesevermögen

Die Präsidentin des deutschen Ablegers der Schriftstellervereinigung PEN sorgt sich um das Lesevermögen der Bevölkerung in Deutschland. "Es kann nicht sein, dass wir so viele Kinder und Jugendliche abhängen", sagte Regula Venske im Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Rund 25 Prozent der Viertklässler könnten nicht sinnverstehend lesen. Venske gibt vor allem dem Internet eine Mitschuld daran. Sie befürchte negative Auswirkungen der digitalen Welt auf das Verhältnis von Menschen zu Text und Information, sagte die Schriftstellerin. Texte in Büchern würden intensiver gelesen, so Venske. Am BIldschirm lese man sehr selektiv.

Letzte Kunert-Gedichte erscheinen posthum

Die letzten Gedichte des verstorbenen Schriftstellers Günter Kunert sind unter dem Titel "Zu Gast im Labyrinth" erschienen. Wie eine Sprecherin des Carl Hanser Verlag in München mitteilte, handelt es sich um neue Gedichte. Außerdem wird der Wallstein Verlag im nächsten Jahr bisher nicht publizierte Erzählungen Kunerts herausbringen. Kunert blicke in seinen letzten Gedichten bis in die Kindheit, zurück auf ein bewegtes Leben in einer bewegten Zeit, teilte Hanser mit. Gleichzeitig beobachte er seine Gegenwart mit gewohnt illusionslosem Scharfsinn. Wallstein will den Erzählband im Februar oder März herausbringen. Der noch vor dem Tod Kunerts gewählte vorläufige Arbeitstitel laute „Vom Friedhof nichts Neues“, sagte eine Verlagssprecherin in Göttingen. Es handle sich um etwa 20 Erzählungen. Die ältesten entstanden noch zu DDR-Zeiten und wurden bisher nicht veröffentlicht.

Jeder Dritte in Deutschland hört Podcasts

Mehr als ein Drittel der Menschen in Deutschland hört Podcasts. Allerdings gibt es große Unterschiede in der Nutzungshäufigkeit: So gaben bei einer YouGov-Umfrage 13 Prozent der teilnehmenden Nutzer an, täglich Podcasts zu hören. Ein Viertel nutzt sie wöchentlich, jeder Fünfte monatlich, wie das Umfrageinstitut mitteilte, das die Daten erhoben hat. Bevorzugtes Medium der Podcasthörer ist das Smartphone.

B.B.King-Gitarre für Hunderttausende Dollar versteigert

Eine Gitarre von Blues-Legende B.B. King ist in Los Angeles für 280 000 Dollar unter den Hammer gekommen. Damit erlöste die schwarze Gibson ES-345 weitaus mehr als die Schätzsumme von zwischen 80 000 und 100 000 Dollar, wie das Auktionshaus Julien's mitteilte. Der Käufer wolle anonym bleiben. Bei Julien's waren am vergangenen Wochenende in Los Angeles mehr als 550 Stücke aus dem Nachlass des 2015 im Alter von 89 Jahren verstorbenen Starmusikers versteigert worden. Insgesamt seien dabei 1,3 Millionen Dollar zusammengekommen, teilte Julien's mit.

Gemälde des Mittelalter-Malers Cimabue entdeckt

Ein fast 750 Jahre altes Gemälde des italienischen Meisters Cimabue soll Berichten zufolge in Frankreich aufgetaucht sein. Das Bild "Der verspottete Christus" aus dem Jahr 1280 sei in einem Haus in Compiègne nördlich von Paris entdeckt worden, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete. Der Kunstexperte Eric Turquin hat das Werk demnach begutachtet und für echt befunden. Das kleine Gemälde soll Christus inmitten einer Menschenmenge mit wütendem und grimmigem Gesichtsausdruck zeigen und Ende Oktober versteigert werden. Sein Wert wird auf vier bis sechs Millionen Euro geschätzt. Die Werke von Cenni di Pepo (circa 1240 -1302), wie Cimabue eigentlich heißt, sind sehr selten, berichtete die französische Tageszeitung "Le Figaro". Der Florentiner Maler und Mosaikkünstler gilt als eine der größten Figuren der italienischen Vorrenaissance.

Jerusalem zeigt Werke aus Gurlitt-Sammlung

Mehr als 80 Werke aus dem Erbe des deutschen Kunsthändlers Gurlitt sind ab heute im Jerusalemer Israel-Museum zu sehen. Die Ausstellung mit dem Titel "Fateful choices" (etwa: Schicksalsentscheidungen) zeigt Werke bekannter Künstler, darunter Otto Dix, Max Ernst, Erich Heckel, George Grosz, Pierre-Auguste Renoir, Claude Monet und Emil Nolde. Sie befasst sich auch mit der komplexen Figur Gurlitt, der einer der wichtigsten Kunsthändler der Nationalsozialisten war. Im Besitz von Gurlitts Sohn Cornelius waren 2012 rund 1500 Werke, viele auf Papier, entdeckt worden. Der Fund galt als Sensation. Große Teile der Sammlung standen im Verdacht, jüdischen Besitzern während der Nazi-Zeit geraubt worden zu sein. Bisher haben sich erst sieben der Kunstwerke eindeutig als NS-Raubkunst erwiesen. Cornelius Gurlitt starb 2014. Er vermachte die ganze Sammlung dem Kunstmuseum Bern.

Offener Brief unterstützt Kamila Shamsie

Mehr als 250 internationale Autoren haben in einem offenen Brief die Aberkennung des Nelly-Sachs-Preises an die britisch-pakistanische Schriftstellerin Kamila Shamsie kritisiert. Zu den Unterzeichnern des Briefes zählen unter anderen Noam Chomsky, Michael Ondaatje, Arundhati Roy und Alexander Kluge. Was bedeute ein Literaturpreis, fragen die Autoren, wenn er das Recht untergrabe, sich für Menschenrechte und Redefreiheit einzusetzen. Ohne diese Rechte seien Kunst und Kultur bedeutungsloser Luxus. Shamsie befürwortet die umstrittene BDS-Bewegung, die auf einen wirtschaftlichen und kulturellen Boykott Israels wegen seiner Palästinenserpolitik drängt. Davon habe die Jury vor ihrer Entscheidung nichts gewusst, so die Stadt Dortmund nach der Wahl. Die Jurymitglieder hätten ihre Entscheidung widerrufen, weil Shamsies Position im Widerspruch zu den Satzungszielen der Preisvergabe und zum Geist des Nelly-Sachs-Preises stehe.

Schauspieler Andreas Wimberger ist tot

Der Schauspieler Andreas Wimberger ist tot. Er sei bereits am 11. September gestorben, teilte die Schauspielagentur Dietrich - Claudia Spies in München mit. Der 60-Jährige spielte neun Jahre lang in der ARD-Reihe "Um Himmels Willen". Zuletzt drehte der Österreicher für das ZDF eine Folge der Krimireihe "Die Toten von Salzburg" sowie die zweite Staffel der ARD-Serie "Hindafing" mit Maximilian Brückner, die Ende November im Ersten gezeigt wird. Wimberger wohnte in München. Von 1978 bis 1980 studierte er am Mozarteum in Salzburg Klavier.

Christoph Terhechte neuer Intendant von DOK Leipzig

Christoph Terhechte soll zum 1. Januar 2020 neuer Intendant und Geschäftsführer des Dok-Filmfestivals Leipzig werden. Das habe eine Auswahlkommission entschieden, teilte die Stadt mit. Er wird Nachfolger von Leena Pasanen, deren Intendanz nach fünf Jahren regulär endet. Der Journalist und Filmkritiker Terhechte ist derzeit künstlerischer Leiter des Internationalen Filmfestivals Marrakesch. Von 2001 bis 2018 war er Leiter des Internationalen Forums des Jungen Films der Berlinale.

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