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Dienstag, 23.07.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 23. Juli 2019

Fälschungsverdacht bei Miró-Ausstellung in München

Eine Ausstellung mit Druckgrafiken des spanischen Künstlers Joan Miró ist wegen Fälschungsverdachts vorerst abgesagt worden. Bei einer Handvoll Werke seien Zweifel an der Echtheit aufgetaucht, begründete eine Sprecherin des Münchner Künstlerhauses. Der Verdacht könne sich auch als falsch erweisen, trotzdem müsse alles nachgeprüft werden. Die Ausstellung "Joan Miró - Charme und Poesie der Farben" sollte eigentlich von Mittwoch an bis anfang September September 90 handsignierte Einzelblätter und 15 historische Plakate des Künstlers zeigen. Miró gilt als ein wichtiger Vertreter des Surrealismus.

Brigitte Kronauer ist gestorben

Die Schriftstellerin Brigitte Kronauer ist tot. Das teilte der Klett-Cotta Verlag mit. Kronauers Werk wurde vielmals ausgezeichnet. Unter anderem mit dem Fontane- Preis der Stadt Berlin, dem Heinrich- Böll-Preis oder dem Thomas-Mann-Preis. 2005 wurde ihr von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung der Büchner-Preis verliehen. Kronauers Romandebüt „Frau Mühlenbeck im Gehäus" erschien im Jahre 1980. Zu ihren bedeutendsten Werken gehören „Teufelsbrück", „Verlangen nach Musik und Gebirge", „Errötende Mörder (2007), „Gewäsch und Gewimmel (2013) und „Der Scheik von Aachen (2016). Brigitte Kronauer wurde 78 Jahre alt.

Gedenken an die Opfer der Loveparade-Katastrophe

Am neunten Jahrestag der Loveparade-Katastrophe in Duisburg wird am Mittwoch der Opfer gedacht. Bereits am Dienstag soll es einen nichtöffentlichen Gedenkgottesdienst für die Angehörigen der Toten in der evangelischen Salvatorkirche geben. Für den Abend hatte der Verein "Bürger für Bürger" am Unglückstunnel eine "Nacht der tausend Lichter" geplant. Während des Musik-Events Loveparade waren am 24. Juli 2010 bei einer Massenpanik insgesamt 21 Menschen gestorben, mehrere hundert weitere wurden verletzt. Der Strafprozess um die Loveparade-Katastrophe findet seit Dezember 2017 vor dem Duisburger Landgericht statt. Vor Gericht stehen inzwischen nur noch vier Angeklagte, denen die Staatsanwaltschaft fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorwirft. Das Verfahren gegen sieben weitere Angeklagte wurde zum Jahresbeginn 2019 eingestellt.

Singapur beschlagnahmt Elfenbein

Die Behörden in Singapur haben rund zwölf Tonnen Schuppen seltener Schuppentiere und fast neun Tonnen Elfenbein beschlagnahmt. Es handele sich bereits um den dritten großen Schlag gegen den illegalen Handel mit den Schuppentier-Schuppen in diesem Jahr und den bislang größten gegen den Elfenbeinschmuggel, teilte der National Parks Board am Dienstag mit. Die Schuppen entsprächen der Menge von etwa 2000 der bedrohten Schuppentiere, das Elfenbein stamme von fast 300 Afrikanischen Elefanten. Sie seien in einem Container gewesen, der nach Vietnam verschifft werden sollte. Die Schuppen seien auf dem Schwarzmarkt umgerechnet etwa 32 Millionen Euro und das Elfenbein etwa 11,5 Millionen Euro wert.

Neustart der Wuppertaler Schwebebahn

Nach einer über acht Monate langen Zwangspause nimmt die Schwebebahn in Wuppertal am 1. August den Betrieb wieder auf. Das teilten die Wuppertaler Stadtwerke mit. Zuvor hatte die Technische Aufsichtsbehörde der Inbetriebnahme zugestimmt. Im November 2018 war an der Hochbahn eine Stromschiene auf mehreren Hundert Metern Länge herabgestürzt. Seitdem steht die Schwebebahn für den öffentlichen Nahverkehr still. Die Trasse verläuft meist über der Wupper quer durch die Stadt. Normalerweise fahren täglich 82.000 Menschen damit.

Cahors feiert 900 Jahre Kathedrale

Das südfranzösische Cahors feiert den 900. Jahrestag seiner romanischen Kathedrale. Am 27. Juli 1119 weihte der französische Papst Kalixt II. den Hauptaltar des Ende des 11. Jahrhunderts begonnenen Bauwerks. Cahors ist eine der wichtigsten Stationen auf der Via Podiensis von Le Puy nach Santiago de Compostela und gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Kuppeln von Cahors gehören mit 16 Metern Durchmesser und 32 Meter Höhe zu den größten Kirchenkuppeln des Mittelalters überhaupt.

Lyriker und Essayist Peter Hamm gestorben

Der Lyriker und Essayist Peter Hamm ist tot. Er sei am Montag im Alter von 82 Jahren gestorben, teilte derHanser Verlag in München mit. Der gebürtige Münchner hatte schon mit 17 Jahren Gedichte veröffentlicht. Außerdem schrieb er Essays und Filmdrehbücher und verfasste Filmporträts namhafter Schriftsteller wie Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll, Peter Handke oder Robert Walser fürs Fernsehen. Auch als Literaturkritiker machte er sich einen Namen, etwa beim Bayerischen Rundfunk. Zudem war Hamm als Juror sehr gefragt, etwa für den Petrarca-Preis, den Georg-Büchner-Preis und den Peter-Huchel-Preis. Seit 1996 war er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Hebräische Inschriften in Synagoge von Vilinius entdeckt

Archäologen haben bei Ausgrabungen an der einstigen Großen Synagoge von Vilnius nach eigenen Angaben erstmals hebräische Inschriften gefunden. Die Synagoge in Litauen aus dem 17. Jahrhundert wurde während des Holocausts zerstört. Seit vier Jahren untersuchen litauische und israelische Archäologen die Überreste der Großen Synagoge. Erst kürzlich hatten sie die Fundamente von zwei Grundsäulen des jüdischen Gotteshauses entdeckt. Vor dem Zweiten Weltkrieg und der deutschen Besatzung waren 40 Prozent der Einwohner von Vilnius Juden. Die Große Synagoge von Vilnius galt als größtes und wichtigstes Bauwerk des litauischen Judentums.

Trockenheit setzt Unsesco-Weltnaturerbestätten zu

Die Trockenheit gefährdet einem Medienbericht zufolge auch zunehmend Unesco-Weltnaturerbestätten in Ostdeutschland. "Die Lampe blinkt rot. Es ist Handlungsbedarf gegeben", sagte dazu etwa die Direktorin des Gartenreichs Dessau-Wörlitz, Brigitte Mang, dem Sender MDR Kultur. Demnach habe der Wörlitzer See seit dem vergangenen Sommer einen halben Meter Wasser eingebüßt. Auch im Thüringer Nationalpark Hainichen leiden dem Bericht zufolge die Baumbestände unter Wasserarmut. Ähnliches berichtet ebebfalls die Leitung des Fürst-Pückler-Parks Bad Muskau in der Oberlausitz.

"Kiesgruben"-Festival: Gerichtsstreit um Namensrechte

Wem gehört die "Kiesgrube"? Um die Namensrechte an der bundesweit bekannten Elektro-Open-air-Musikreihe wird erbittert gestritten. Am Dienstag soll das Düsseldorfer Oberlandesgericht über den Fall verhandeln. Das Gericht soll klären, wer die Namensrechte hat. Als "Kiesgrube" war das Musik-Event seit 1996 bekannt geworden. Besucher kamen auch aus den Benelux-Ländern nach Neuss zum Kiesgrubengelände "Am Blankenwasser", wenn dort internationale Top-DJs auflegten. Nun streitet sich ein Event-Unternehmen, das mit dem Namen nach Duisburg weiterziehen möchte, mit einem Gastro-Unternehmen, das die Reihe mehrere Jahre ausgerichtet hat. Aber auch die Pächterin des Geländes in Neuss mischt mit und pocht als ursprüngliche Veranstalterin auf die älteren Rechte.

Gotthilf Fischer wird für Internet-Erfolg ausgezeichnet

Seinem Management zufolge kommt Fischers Aufnahme der Europahymne "Ode an die Freude" mit der Liedzeile "Freude schöner Götterfunken" auf insgesamt mehr als 17 Millionen Youtube-Streams und Zehntausende Downloads bei Anbietern wie Amazon und Spotify. Umgerechnet zähle das in etwa so viel wie 75.000 physische Tonträger - und dafür gibt es eine Goldene Schallplatte. Fischer ist 91 Jahre alt - bundesweit bekannt wurde er in den 70er Jahren mit den Fischer Chören.

Kunsthändler wegen Betrugsverdacht vor Gericht

In einem Auktionshaus sollen über Jahre hinweg Kopien von Grafiken als Originale verkauft worden sein. Drei Kunsthändler räumten zum Auftakt ihres Strafprozesses vor dem Landgericht München I. ein, dass möglicherweise Mitarbeiter des Auktionshauses Angaben gemacht hätten, die sie selbst nicht überprüft hätten. Das gaben sie in einer gemeinsamen Erklärung an, die sie von einem Verteidiger verlesen ließen. Die Anklage wirft dem Trio gewerbsmäßigen Betrug in 190 Fällen vor. Die Kunstwerke sollen die Männer von einem Mann aus Bielefeld gekauft haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge soll dieser Kopien von Grafiken nachgedruckt und als vermeintliche Originale an Galerien und Auktionshäuser in ganz Deutschland verkauft haben. Die Reproduktionen hat er demnach auf der Vorderseite mit Bleistift nummeriert und auf der Rückseite mit einem Sachverständigen-Zertifikat versehen.

US-Funk-Musiker Art Neville gestorben

Der amerikanische Funk-Musiker Art Neville ist tot. Das Mitglied der Neville Brothers aus New Orleans sei am Montag im Alter von 81 Jahren gestorben, bestätigte sein Manager Kent Sorrell. Neville hatte erst im Dezember seinen Rückzug aus dem Musikgeschäft erklärt und mit gesundheitlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, unter anderem wegen einer Rückenoperation. Mit noch nicht einmal 17 Jahren hatte Neville für die R&B Combo Hawketts 1954 das Remake des Country-Songs "Mardi Gras Mambo" gesungen, der noch heute zum Karneval in New Orleans gespielt wird. Neville war einer der Mitbegründer der Funk-Band The Meters und bildete mit seinen Geschwister Charles, Cyril und Aaron in den 70er Jahren die Neville Brothers. Charles starb schon im vergangenen Jahr.

Nürnberg präsentiert Kulturhauptstadt-"Bausteine"

Mit der Präsentation wichtiger konzeptioneller "Bausteine" ist die Stadt Nürnberg in die heiße Phase ihrer Bewerbung als Kulturhauptstadt 2025 gestartet. Die Bewerbung stehe unter dem Motto "Past Forward", der Slogan solle die wechselvolle Geschichte der Stadt mit der Gegenwart Nürnbergs verknüpfen. Neben dem künftigen Motto stellte Oberbürgermeister Maly auch Logo-Elemente und Leitprojekte vor. Bis Ende September muss die Bewerbung fertig sein. Zu den "Leitprojekten", mit denen die Stadt der früheren NS-Reichsparteitage überzeugen will, gehört unter anderem die in den nächsten Jahren geplante Sanierung von Zeppelintribüne und Zeppelinfeld. Bisher verschlossene Bereiche des früheren Nazibaus, wie der Goldene Saal im Inneren der Zeppelintribüne, will die Stadt künftig für Besucher und Kunstschaffende öffnen.

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Fazit

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