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Kulturnachrichten

Samstag, 31. Oktober 2020

Madeleine Albright und Igor Levit geehrt

Die ehemalige US-Außenministerin Madeleine K. Albright und der Pianist Igor Levit sind mit dem "Preis für Verständigung und Toleranz" des Jüdischen Museums Berlin geehrt worden. Die Auszeichungen wurden am Abend in Berlin von Museumsdirektorin Hetty Berg verliehen, wie das Museum mitteilte. Wegen der Corona-Pandemie fand die Festveranstaltung in diesem Jahr ohne Gäste statt und wurde live aus dem Glashof des Museum gestreamt. Albright erhalte den Preis für ihr leidenschaftliches Engagement, ihre politische Weitsicht und ihre streitbare Stimme, hieß es zur Begründung. Der Pianist Igor Levit positioniere sich mit mutigen Stellungnahmen klar gegen Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Frauenfeindlichkeit. Den "Preis für Verständigung und Toleranz" gibt es seit 2002. Zu den Trägern gehören der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily, die Verlegerin Friede Springer, der Sammler und Mäzen Heinz Berggruen, der ungarische Literaturnobelpreisträger Imre Kertész und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Georg-Büchner-Preis an Elke Erb verliehen

Die Schriftstellerin und Übersetzerin Elke Erb hat in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis 2020 erhalten. Die 82-Jährige werde mit der 50.000 Euro dotierten Auszeichnung für ihr "unverwechselbares und eigenständiges schriftstellerisches Lebenswerk" geehrt, begründete die Jury der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung die Ehrung. Erbs poetischer Sachverstand, der sich auch in ihrer reichen übersetzerischen Arbeit zeige, habe mehrere Generationen von Dichterinnen und Dichtern in Ost und West beeinflusst. Der Georg-Büchner-Preis gilt als bedeutendste literarische Auszeichnung im deutschen Sprachraum.

Bedford-Strohm fordert Einsatz für Religionsfreiheit

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bedford-Strohm, hat am Reformationstag Bekennermut und Einsatz für Religionsfreiheit gefordert. Weltweit litten vor allem Christen unter Einschränkungen der Religionsfreiheit, sagte der bayerische Landesbischof mit Blick auf den zweiten Bericht der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religionsfreiheit. Selbst in Ländern mit garantierter Religionsfreiheit versuchten terroristische Gewalttäter, "Angst und Schrecken" zu verbreiten, wie kürzlich in Nizza oder beim Anschlag auf die Synagoge in Halle. Alle, die wegen ihres Glaubens verfolgt würden, verdienten Unterstützung, egal welcher Religion sie angehörten, sagte Bedford-Strohm. Mit Blick auf die Corona-Pandemie sagte Bedford-Strohm, der christliche Glaube gebe einem Kraft, die Herausforderungen der Krise zu bewältigen. Die Beziehung zu Gott und das Vertrauen auf Christus helfe, die lähmende Angst zu überwinden. Nicht einmal das Virus könne die Menschen von der Liebe Gottes trennen.

Schauspieler Sean Connery gestorben

Der schottische Schauspieler Sean Connery ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Das berichtet die BBC unter Berufung auf seine Familie. Connery wurde berühmt durch seine Rolle als britischer Geheimagent James Bond. Später etablierte er sich als Charakterdarsteller und erhielt zahlreiche Preise, darunter den Oscar und den British Academy Film Award. 2004 beendete Connery seine Filmkarriere und engagierte sich verstärkt für die schottische Unabhängigkeit und für verschiedene Umweltschutzorganisationen.

Weihnachtsmarkt-Absagen erschüttern Schausteller

Die Absage vieler Weihnachtsmärkte ist ein Schock für die Schausteller in Deutschland. Man sei erschüttert, sagte der Vizepräsident des Deutschen Schaustellerbunds, Lorenz Kalb, in Nürnberg. Die Weihnachtsmärkte seien eine wichtige Einnahmequelle für die Schaustellerfamilien - vor allem in diesem Jahr, in dem alle großen Volksfeste ausgefallen seien. Die allermeisten Weihnachtsmärkte seien bereits abgesagt, sagte Kalb, darunter auch der weltberühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg. Vielen der ein paar Tausend Schaustellerbetrieben in Deutschland fehlten seit Ende vergangenen Jahres die Einnahmen, deswegen fordere man dringend Unterstützung.

Frankreichs Buchhandel mobilisiert gegen Schließungen

Frankreichs Buchbranche macht gegen die neu verhängten Corona-Maßnahmen mobil. Der Wirtschaftszweig wehrt sich dagegen, als nicht "lebenswichtig" betrachtet zu werden und demzufolge schließen zu müssen, während Baumärkte, Weinhändler und fast alle anderen Groß- und Einzelhändler offenbleiben dürfen. Frankreich solle sich für die Kultur entscheiden, heißt es in einer Petition von Schriftstellern, Verlegern und Buchhändlern an Staatsoberhaupt Macron. Aus Solidarität mit den Buchhändlern haben mehrere Literatur-Akademien die Verkündung ihrer Preise verschoben, darunter auch die renommierte Académie Goncourt. Der Prix Goncourt sollte am 10. November verliehen werden.

Richterin stoppt US-Pläne für Aus von Tiktok

Eine Richterin im Bundesstaat Pennsylvania hat eine Anordnung des US-Handelsministeriums ausgesetzt, die das komplette Aus für Tiktok in den USA zum 12. November bedeutet hätte. Zuvor hatte bereits ein Richter in Washington den für Ende September geplanten Download-Stopp für die Tiktok-App ebenfalls ausgesetzt. Die US-Regierung hatte Berufung eingelegt. Tiktok gehört dem chinesischen Konzern Bytedance. US-Präsident Donald Trump bezeichnet die App als Sicherheitsrisiko, weil chinesische Behörden über sie an Daten von US-Bürgern kommen könnten. Er will erzwingen, dass zumindest das US-Geschäft von Tiktok unter Kontrolle amerikanischer Besitzer kommt.

Steinmeier betont die Bedeutung des kulturellen Lebens

Kurz vor Einführung schärferer Corona-Regeln hat Bundespräsident Steinmeier die Kultur als wichtiges Element des gesellschaftlichen Lebens bezeichnet. Kultur sei kein Luxusgut für ein paar wenige, sondern ein Lebenselixier für jeden Einzelnen und für die Gesellschaft als Ganzes, sagte der Bundespräsident in einer Video-Ansprache am Abend. Wegen der erneuten Zwangspause seien viele Kulturschaffende in ihrer Existenz bedroht, sagte Steinmeier. Mehr denn je seien sie auf Solidarität angewiesen. Der Bundespräsident rief dazu auf, selbst aktiv zu werden und die Kulturschaffenden zu unterstützen. Anlass seiner Rede war ein Festkonzert zur Gründung des heutigen Elbphilharmonie-Orchesters des NDR vor 75 Jahren. Aus dem großen Saal der Elbphilharmonie wurde es ohne Publikum live im Radio und im Internet übertragen.

Kunstmuseen kritisieren Schließung

Die Direktorinnen und Direktoren deutscher Kunstmuseen haben die Schließung ihrer Häuser scharf kritisiert. Museen gehörten schon aufgrund der ohnehin vorhandenen Sicherheitsstandards zu den sichersten öffentlichen Orten, heißt es in einer Stellungnahme der Leitungen von bundesweit 36 Kunstmuseen und Kunst-Stiftungen. Die seit März entwickelten Hygienekonzepte hätten sich bewährt. Bei allem Verständnis für die Herausforderungen durch die Pandemie sei das die falsche Entscheidung. Die Schließung der Museen erscheine als symbolische Geste, heißt es weiter. Gerade in Zeiten der Pandemie sollten sie dem Publikum offenstehen und in ihrer Rolle gestärkt werden.

Appell: Bibliotheken müssen offen bleiben

Der Deutsche Bibliotheksverband hat an Länder und Kommunen appelliert, trotz steigender Infektionszahlen öffentliche Bibliotheken nicht zu schließen. Die Einrichtungen hätten strenge und der jeweiligen Situation angepasste Abstands- und Hygiene-Maßnahmen entwickelt und ihre digitalen Angebote erweitert, erklärte der Bundesvorsitzende des Verbandes, Andreas Degkwitz, in Berlin. Gerade jetzt in der Zeit harter Einschränkungen seien die Dienstleistungen und Angebote der Bibliotheken ein wichtiger Beitrag zur Daseinsvorsorge. Vor allem Familien und sozial Benachteiligte seien mehr denn je auf diese Angebote angewiesen, so Degkwitz. Der Bibliotheksverband reagierte damit auf die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz. Dort wurden keine Maßnahmen zu Bibliotheken genannt. Die konkrete Ausgestaltung der Beschlüsse liegt demnach bei den einzelnen Bundesländern.

Kulturszene: Kritik an Corona-Maßnahmen

Die Akademie der Künste fordert mehr Differenzierung bei künftigen Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung. Sie erkläre sich zwar nach wie vor solidarisch mit den von Politik und Wissenschaft vorgegebenen Maßnahmen, teilte Akademie-Präsidentin Jeanine Meerapfel mit. Die erneute Schließung von Museen, Ausstellungen, Theatern, Konzertsälen und Kinos verursache aber gesellschaftlichen und kulturellen Schaden kaum absehbaren Ausmaßes. Die Akademie fordere, den hervorragenden Hygienekonzepten der Institutionen bei den künftigen Entscheidungen Rechnung zu tragen. Auch die Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen kritisierte, dass die absehbaren langfristigen Schäden in der kulturellen Infrastruktur der Städte und Gemeinden kaum wieder zu beheben seien. Dies gelte auch für die Gastspieltheater, deren Programme für die Kultur im ländlichen Raum unverzichtbar seien, so die Präsidentin der Interessengemeinschaft, Dorothee Starke.

Petrenko warnt vor "Knockdown" für die Kultur

Der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, Kirill Petrenko, hat die Aussetzung aller Kulturveranstaltungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bis Ende November kritisiert. "Der erneute Stopp für unsere Konzerte ist aus meiner Sicht eine Maßnahme an der falschen Stelle", erklärte Petrenko. "Natürlich wollen wir alle dazu beitragen, dass sich das Virus nicht weiter verbreitet", sagte der Dirigent. "Wir müssen aber gemeinsam aufpassen, dass aus dem sogenannten Lockdown für die Kultur kein Knockdown wird, insbesondere auch für unsere freischaffenden Kolleginnen und Kollegen." Es sei sehr bitter, die Philharmonie wieder schließen zu müssen, erklärte Intendantin Andrea Zietzschmann. Mit Hygiene- und Schutzkonzepten, neuen Programmen und Ideen hätten die Philharmoniker bisher alles dafür getan, dass das Publikum gut und sicher aufgehoben sei.

Politologe und Aktivist Peter Grottian ist tot

Der Politologe und Aktivist Peter Grottian ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Das erfuhr die "taz" von Mitstreitern und Freunden des Verstorbenen. Seit 1979 bis zu seiner Emeritierung 2007 war Grottian, der in Wuppertal geboren wurde, Professor an der FU Berlin für Politikwissenschaft. Er war allerdings nicht nur in der Wissenschaft tätig, sondern galt als Enfant terrible der Berliner Protestkultur. Er engagierte sich zum Beispiel in Menschenrechts- und Bürgerrechtsorganisationen, bei Sozialprotesten, in globalisierungskritischen Bewegungen und gegen Rüstungsexporte.

Jan Myrdal mit 93 Jahren gestorben

Der Schriftsteller und Herausgeber Jan Myrdal ist tot. Er starb im Alter von 93 Jahren, wie die Jan-Myrdal-Gesellschaft der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Den Angaben zufolge wurde der Literat am Donnerstag mit einer mutmaßlichen Blutvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, ehe er am Freitagvormittag starb. Myrdal wurde am 19. Juli 1927 in Stockholm geboren und erlebte seinen Durchbruch als Autor 1963 mit dem Buch "Rapport från kinesisk by" ("Bericht aus einem chinesischen Dorf"). Viele seiner Werke wurden auch ins Deutsche übersetzt.

Art Cologne wird auf April verschoben

Die schon einmal verschobene Art Cologne wird jetzt doch nicht ersatzweise im November stattfinden. Sie müsse wegen der neuen Corona-Regeln auf den 14. bis 18. April 2021 verschoben werden, teilte die Koelnmesse mit. April ist der reguläre Termin für die Messe. Art Cologne-Direktor Daniel Hug sagte, dass die Messe mit umfangreichen Maßnahmen eigentlich ausgezeichnet auf eine Ausrichtung unter Corona-Bedingungen vorbereitet gewesen wäre. "Von Seiten der Galerien und Händler kam viel Unterstützung und Vertrauen. Umso wichtiger ist es, dass wir mit der Verschiebung in den April neue Perspektiven für alle Beteiligten schaffen können." Alle bereits bezahlten Tickets würden erstattet, man müsse dafür nicht eigens aktiv werden. Die Art Cologne ist die größte deutsche Kunstmesse.

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Fazit

Verschlossene Akten zu Hans GlobkeSchwierige Aufarbeitung
Bundeskanzler Konrad Adenauer und Staatssekretär Hans Globke im Gespräch, aufgenommen im September 1963 in der italienischen Hauptstadt Rom. (picture-alliance / dpa)

Die Plattform "Frag den Staat" macht Akten zu Ex-Kanzleramts-Chef Hans Globke öffentlich. Er war im NS-Regime Mitverfasser der Rassengesetze und danach enger Vertrauter von Konrad Adenauer. Doch die Aufarbeitung ist schwierig, erzählt Aktivist Arne Semsrott.Mehr

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