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Kulturnachrichten

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Höchstdotierter Kunstpreis für Doris Salcedo

Der mit einer Million US-Dollar ausgestattete, erstmals vergebene Nomura-Kunstpreis geht an die kolumbianische Künstlerin Doris Salcedo. Eine internationale Jury verlieh den höchstdotierten Preis für zeitgenössische bildende Kunst am 31. Oktober in Shanghai an die 61-Jährige. Der Preis solle helfen, neue Projekte ganz oder teilweise zu finanzieren, erklärte der japanische Finanzdienstleister und Preisstifter Nomura. Die Künstlerin beschäftigt sich in Objekten, Skulpturen und großformatigen Installationen mit den Auswirkungen von Gewalt und Ausgrenzung in ihrer Heimat Kolumbien. Der Preis sei Salcedo "als Anerkennung für das tiefgründige und formal erfinderische Werk" verliehen worden, begründete Nomura-Geschäftsführer Hajime Ikeda.

Jüdisches Museum Berlin zeichnet Maas und Kiefer aus

Bundesaußenminister Maas und der Künstler Anselm Kiefer werden vom Jüdischen Museum Berlin mit dem Preis für Verständigung und Toleranz ausgezeichnet. Maas habe sich fortwährend für ein vereintes Europa ausgesprochen und früh klare Worte im Kampf gegen Rechtspopulismus und Antisemitismus gefunden, erklärte das Museum in Berlin. Im Falle Kiefers würdigte das Museum, dass der Künstler mit seinen monumentalen Arbeiten schon 1969 das Schweigen der Deutschen über den Nationalsozialismus und die Schuld am Holocaust gebrochen habe.

Comic-Künstler Mahler bekommt Sondermann-Preis

Der diesjährige Sondermann-Preis, die höchste Auszeichnung für komische Kunst in Deutschland, geht an Nicolas Mahler. Der 1969 in Wien geborene Künstler sei der derzeit international renommierteste deutschsprachige Comic-Autor, teilte das Frankfurter Caricatura-Museum mit. Der mit 5000 Euro dotierte Preis würdige neben Mahlers "schier unendlichem Ideen- und Formenreichtum" vor allem die Comics nach Meisterwerken der Weltliteratur. Dazu gehören Thomas Bernhards "Alte Meister" und Marcel Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Für 2020 plant der Künstler die Bearbeitung von James Joyce' "Ulysses". Zu den bisherigen Preisträgern zählen Otto Waalkes, Jan Böhmermann und Hans Traxler.

Bischofskonferenz kritisiert Doku über Papst Benedikt

Die Deutsche Bischofskonferenz kritisiert den neuen Kinofilm "Verteidiger des Glaubens" von Christoph Röhl. Der Dokumentarfilm sei kein konstruktiver Beitrag zur Aufdeckung sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche, erklärte Sprecher Matthias Kopp in Bonn. Dass es dem Glaubenspräfekten und späteren Papst "immer nur um die Reinheit der Kirche und des Priestertums, nie um die Opfer" gegangen sei, bezeichnete Kopp als "eigenwillige und fehlerhafte Interpretation". Nach den Worten des Sprechers der Bischofskonferenz war Ratzinger "über Jahrzehnte eine treibende Kraft gegen Missbrauch".

Karlsruhe und Potsdam von Unesco aufgenommen

Karlsruhe als Stadt der Medienkunst und Potsdam als Filmstadt sind in das Unesco-Netzwerk der kreativen Städte aufgenommen worden. Die Organisation mit Sitz in Paris bestimmte 66 Städte als Neumitglieder, darunter das französische Metz als Musikstadt und das italienische Bergamo als Stadt der Gastronomie.
Weitere Kategorien sind Kunsthandwerk, Design und Literatur. In Karlsruhe gibt es mit dem Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) eine weltweit beachtete Einrichtung der Medienkunst. In Potsdam befindet sich das Filmstudio Babelsberg mit einer über 100-jährigen Tradition, wo unter anderem Fritz Langs "Metropolis" (1927) und in der jüngeren Vergangenheit auch Hollywood-Blockbuster entstanden.

Sting wird für Lebenswerk ausgezeichnet

Der britische Musiker Sting wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Er bekommt beim neuen Musikpreis IMA den "Hero Award" für sein Lebenswerk. Der frühere Sänger der Band The Police soll zudem bei der Verleihung am 22. November in Berlin auftreten. Die vom Musikmagazin "Rolling Stone" präsentierten International Music Awards (IMA) sind die ersten Musikpreise nach dem Ende des Echo vor eineinhalb Jahren. Bei der Preisvergabe in mehreren Kategorien soll nach Angaben der Veranstalter nicht allein der kommerzielle Erfolg, sondern vor allem die künstlerische Relevanz stehen.

Wernigeröder Liebfrauenkirche wird Konzerthaus

Aus der Liebfrauenkirche in Wernigerode wird ein Konzerthaus. Die Kirche in der Innenstadt werde umgewidmet und mit einem Millionenaufwand umgebaut und saniert, teilte die Kulturstiftung Wernigerode mit. Geplant sei, im Dezember 2021 die ersten Konzerte in der 1755 erbauten Kirche zu veranstalten. In dem Konzerthaus Liebfrauen sollen einmal rund 500 Zuschauerplätze entstehen. Es werde außerdem ständiger Sitz des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode. Das Orchester, das in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feiert, verfügt laut Stiftung bisher nicht über einen ständigen Konzertsaal und angemessene Proberäume. Auch Chöre und die Musikschule sollen von der Ausstattung und der Akustik in dem Kirchenbauwerk profitieren. An der Vermarktung des künftigen Kulturortes arbeite auch die Hochschule Harz mit, hieß es.

Twitter stoppt Werbung mit politischen Inhalten

Twitter wird weltweit keine politischen Inhalte mehr als Werbung verbreiten und stellt sich damit klar gegen den großen Rivalen Facebook. "Wir glauben, dass Reichweite für politische Botschaften verdient werden muss, statt erkauft zu werden", teilte Twitter-Chef Jack Dorsey mit. Werbung bei Twitter sind zum Beispiel Tweets, die gegen Bezahlung im Nachrichtenstrom von Nutzern platziert werden können - auch wenn sie diesem Account nicht folgen. Der weltweite Stopp für politische Werbung soll ab dem 22. November greifen, die ausführlichen Regeln dazu sollen eine Woche davor vorgestellt werden.

Weltkulturerbe Burg Shuri in Japan durch Brand zerstört

Die historische Burg Shuri auf der japanischen Insel Okinawa ist fast vollständig abgebrannt. Der Hauptpalast und der Nordpalast seien durch das Feuer zerstört worden, teilte die Polizei mit. Ein drittes Bauwerk sei ebenfalls fast komplett den Flammen zum Opfer gefallen. Feuerwehrleute bekämpften den Brand stundenlang. Viele Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. Verletzt wurde offenbar niemand. Die Burg in der Stadt Naha wurde 1992 aufwendig restauriert. Seit dem Jahr 2000 gehört sie zum Unesco-Weltkulturerbe.

Konzeptkünstler Haacke ausgezeichnet

Der Konzeptkünstler Hans Haacke (83) hat den mit 10.000 Euro dotierten Arnold-Bode-Preis 2019 erhalten. Der in den USA lebende gebürtige Kölner, der in Deutschland etwa mit dem Kunstprojekt "Der Bevölkerung" im restaurierten Reichstag bekannt wurde, nahm die Auszeichnung am Mittwoch in Kassel entgegen. Haacke habe mit seinen Werken, die den Wunsch nach einer humaneren Welt widerspiegeln, oft den Finger in die Wunde gelegt und einen Nerv getroffen, sagte Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD). Die in Kassel verliehene Auszeichnung für Gegenwartskunst ist nach dem documenta-Gründer benannt. Haacke war auf fünf documenta-Ausstellungen vertreten.

Bundesfamilienministerin kann Doktortitel behalten

Das Präsidium der Freien Universität Berlin hat einstimmig beschlossen, Franziska Giffey (SPD) für ihre Dissertation eine Rüge zu erteilen. Der ihr verliehene Grad "Doktorin der Politikwissenschaft" wird ihr aber nicht entzogen. Die Entscheidung sei nach eingehender Prüfung gefallen, teilte das Uni-Präsidium mit. Zwar gebe es in der Dissertation Mängel, diese rechtfertigten jedoch nicht die Aberkennung des Doktorgrades. Dabei ging es darum, ob die SPD-Politikerin abgeschrieben oder nicht korrekt zitiert hat. Giffey kann somit auch Bundesfamilienministerin bleiben. Sie hatte für den Fall einer Aberkennung angekündigt, zurücktreten zu wollen. Wegen des schwebenden Verfahrens hatte sie zudem auf eine Kandidatur für den SPD-Vorsitz verzichtet.

Bushidos Album als jugendgefährdend eingestuft

Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig ist das Album "Sonny Black" des Rappers Bushido zu Recht als jugendgefährdend eingestuft worden (Az.: BVerwG 6 C 18.18). Damit korrigierten die Richter das Urteil der Vorinstanz und bestätigten die Entscheidung der Bundesprüfstelle, das Album auf den Index für jugendgefährdende Medien zu setzen. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass die Titel Gewalt "hemmungslos" darstellten. Seit 2015 darf "Sonny Black" nicht mehr an Kinder und Jugendliche verkauft werden.

Holocaust-Forscher Christopher Browning geehrt

Der US-amerikanische Historiker Christopher Browning ist in Münster mit einem Festabend geehrt worden. Mit seiner Studie "Ordinary Men" (Ganz gewöhnliche Männer) habe er vor 25 Jahren den Anstoß zu einem Wandel in der Holocaustforschung gegeben, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Kulturministerium, Kaiser.Er habe gezeigt, dass Täter auch unter totalitären Bedingungen nicht alle gleich gehandelt hätten. Einige hätten sich verweigert, andere in vorauseilendem Gehorsam gehandelt und so zur Eskalation von Gewalt und Mord beigetragen. Browning habe damit auch der Erinnerungskultur in Nordrhein-Westfalen wichtige Impulse gegeben, sagte Kaiser auf der internationalen Tagung zur Täterforschung und Holocaustvermittlung.

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