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Kulturnachrichten

Mittwoch, 30. Oktober 2019

Konzeptkünstler Haacke ausgezeichnet

Der Konzeptkünstler Hans Haacke (83) hat den mit 10.000 Euro dotierten Arnold-Bode-Preis 2019 erhalten. Der in den USA lebende gebürtige Kölner, der in Deutschland etwa mit dem Kunstprojekt "Der Bevölkerung" im restaurierten Reichstag bekannt wurde, nahm die Auszeichnung am Mittwoch in Kassel entgegen. Haacke habe mit seinen Werken, die den Wunsch nach einer humaneren Welt widerspiegeln, oft den Finger in die Wunde gelegt und einen Nerv getroffen, sagte Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD). Die in Kassel verliehene Auszeichnung für Gegenwartskunst ist nach dem documenta-Gründer benannt. Haacke war auf fünf documenta-Ausstellungen vertreten.

Bundesfamilienministerin kann Doktortitel behalten

Das Präsidium der Freien Universität Berlin hat einstimmig beschlossen, Franziska Giffey (SPD) für ihre Dissertation eine Rüge zu erteilen. Der ihr verliehene Grad "Doktorin der Politikwissenschaft" wird ihr aber nicht entzogen. Die Entscheidung sei nach eingehender Prüfung gefallen, teilte das Uni-Präsidium mit. Zwar gebe es in der Dissertation Mängel, diese rechtfertigten jedoch nicht die Aberkennung des Doktorgrades. Dabei ging es darum, ob die SPD-Politikerin abgeschrieben oder nicht korrekt zitiert hat. Giffey kann somit auch Bundesfamilienministerin bleiben. Sie hatte für den Fall einer Aberkennung angekündigt, zurücktreten zu wollen. Wegen des schwebenden Verfahrens hatte sie zudem auf eine Kandidatur für den SPD-Vorsitz verzichtet.

Bushidos Album als jugendgefährdend eingestuft

Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig ist das Album "Sonny Black" des Rappers Bushido zu Recht als jugendgefährdend eingestuft worden (Az.: BVerwG 6 C 18.18). Damit korrigierten die Richter das Urteil der Vorinstanz und bestätigten die Entscheidung der Bundesprüfstelle, das Album auf den Index für jugendgefährdende Medien zu setzen. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass die Titel Gewalt "hemmungslos" darstellten. Seit 2015 darf "Sonny Black" nicht mehr an Kinder und Jugendliche verkauft werden.

Holocaust-Forscher Christopher Browning geehrt

Der US-amerikanische Historiker Christopher Browning ist in Münster mit einem Festabend geehrt worden. Mit seiner Studie "Ordinary Men" (Ganz gewöhnliche Männer) habe er vor 25 Jahren den Anstoß zu einem Wandel in der Holocaustforschung gegeben, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Kulturministerium, Kaiser.Er habe gezeigt, dass Täter auch unter totalitären Bedingungen nicht alle gleich gehandelt hätten. Einige hätten sich verweigert, andere in vorauseilendem Gehorsam gehandelt und so zur Eskalation von Gewalt und Mord beigetragen. Browning habe damit auch der Erinnerungskultur in Nordrhein-Westfalen wichtige Impulse gegeben, sagte Kaiser auf der internationalen Tagung zur Täterforschung und Holocaustvermittlung.

Leiter von chinesischem Kulturinstitut muss gehen

Vor dem Hintergrund von Spionage-Spekulationen hat Belgien einen ranghohen Vertreter Chinas des Landes verwiesen. Dem Leiter des chinesischen Konfuzius-Instituts, dessen Arbeit von Peking mit anderen weltweiten Kulturinstituten wie dem Goethe-Institut verglichen wird, werde eine "Gefährdung der nationalen Sicherheit" vorgeworfen, hieß es aus mit dem Fall befassten Kreisen in Belgien. Dem Politologen Xinning Song, der mit einer niederländischen Universität zusammenarbeitete, wurde das Visum entzogen. Ihm wurde zudem für acht Jahre der Aufenthalt in allen 26 Schengen-Staaten untersagt. Weltweit gibt es mehr als 500 Konfuzius-Institute. Einige der chinesischen Kultur- und Sprachinstitute standen bereits im Verdacht, kommunistische Propaganda an ausländischen Universitäten zu verbreiten.

Wasensteiner neue Direktorin der Liebermann-Villa

Die Kunsthistorikerin Lucy Wasensteiner wird neue Direktorin der Liebermann-Villa am Wannsee in Berlin. Die 35-Jährige werde die Leitung des von einem privaten Verein getragenen Museums zum Februar 2020 übernehmen, hieß es in einer Mitteilung. Die Max-Liebermann-Gesellschaft hatte sich im Juni mit sofortiger Wirkung von dem erst im April als Direktor angetretenen Daniel Spanke getrennt. Es habe "auf persönlicher und fachlicher Ebene keine ausreichende Basis" für eine erfolgreiche Zukunft der Liebermann-Villa gegeben, hieß es. Wasensteiner ist seit 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunsthistorischen Institut der Uni Bonn mit Schwerpunkt Provenienzforschung.

Komponistin Éliane Radigue erhält Giga-Hertz-Preis

Die französische Komponistin Éliane Radigue erhält den mit 10.000 Euro dotierten Giga-Hertz-Preis 2019 des Karlsruher Zentrums für Kunst und Medientechnologie (ZKM) und des Experimentalstudios des Südwestrundfunks. Die 87-Jährige werde für ihr Lebenswerk als "Visionärin der elektronischen Musik" ausgezeichnet, teilte das ZKM in Karlsruhe mit. Schon früh habe sich Radigue in New York City mit ihrer Arbeit an einem analogen Synthesizer emanzipiert. Später habe sie nur noch eine Tonmaschine als Speicher genutzt, heißt es weiter. Die Stücke der Künstlerin zeichneten sich zudem aufgrund ihrer langen Form und Entfaltungszeit aus. Ihr Fokus liege vor allem auf ästhetischer vor technischer Innovation.

28 Millionen Jahre alte Seekuh-Knochen entdeckt

Ausnahmefund im Rheinland: Wissenschaftler haben die 28 Millionen Jahre alten Überreste einer Seekuh aus einer Baugrube geborgen. Die fossilen Knochen seien Anfang dieses Jahres in Ratingen entdeckten worden, erklärten die Wissenschaftler des Geologischen Dienstes NRW in Krefeld. Dort wurden die Überreste des einst rund drei Meter langen Säugetieres heute vorgestellt. Gefunden wurden etwa ein Dutzend Knochen: Rippen, Teile von Wirbeln und kleinere Stücke. Nach Angaben der Paläontologen wurden zuletzt vor etwa 30 Jahren Skelettreste einer Seekuh in NRW entdeckt. Sie sind Zeugnisse einer Zeit, als es wärmer war und die Seekühe in einem flachen, warmen Meer unter subtropischem Klima lebten.

Generation Streaming: Musikdienste beliebt

Die Zahl der Internetnutzer in Deutschland steigt weiter: Im vergangenen Jahr nutzten 90 Prozent aller Deutschen ab 10 Jahren das Netz. Bei den bis zu 44-Jährigen waren fast 100 Prozent täglich oder fast täglich online, das geht aus dem Jahrbuch des Statistischen Bundesamtes hervor. Besonders intensiv genutzt wird danach von jungen Menschen das Video- und Musik-Streaming. 90 Prozent der regelmäßigen Internetnutzer zwischen 10 und 15 Jahren schauten Videos auf Plattformen wie YouTube. Rund 62 Prozent der Nutzer zwischen 16 und 24 Jahren sahen Serien, Spielfilme und Dokumentationen bei kostenpflichtigen Streaming-Anbietern. Internetradio und Streamingdienste nutzten 70 Prozent der unter 15-Jährigen und 84 Prozent der 16- bis 24-Jährigen.

Double zu ähnlich - Tina Turner klagt gegen Plakate

Tina Turner hat einen bayerischen Tourneeveranstalter verklagt. Die 79 Jahre alte US-Sängerin stört sich an den Werbeplakaten für die Show "Simply The Best - Die Tina Turner Story", in der ihr Leben und ihre Karriere nachgezeichnet werden. Die Frau auf den Plakaten sei ihr zu ähnlich, kritisiert sie. Man könne meinen, dass sie selbst dort auftreten würde. Der Vorsitzende Richter sagte, die Klage von Tina Turner habe Aussicht auf Erfolg und empfahl dem Tourveranstalter, einen entsprechenden unmissverständlichen Hinweis auf dem Plakat hinzuzufügen. Im Gegenzug soll Tina Turner dann auf weitere Forderungen verzichten. Beide Seiten bekamen vier Wochen Zeit, um eine gütliche Einigung zu erzielen.

"Friday"-Schauspieler John Witherspoon ist tot

Der US-Schauspieler und Komiker John Witherspoon ist im Alter von 77 Jahren in Kalifornien gestorben. Das teilte seine Familie auf seinem Twitter-Account mit. "Er war eine Legende in der Unterhaltungsindustrie und eine Vaterfigur für alle, die ihn über die Jahre begleitet haben", hieß es. Weggefährten und Stars drückten ihre Trauer über den Tod des Komikers aus. Regisseur Judd Apatow schrieb auf Twitter: "Urkomisch und immer freundlich. John Witherspoon wird vermisst werden." Witherspoon begann seine Karriere als Stand-up-Komiker in den 1960ern. Bekannt wurde er vor allem durch seine Rolle als Ice Cubes mürrischer Vater in den "Friday"-Komödien.

Greta Thunberg lehnt Umweltpreis ab

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat den Umweltpreis des Nordischen Rates zugesprochen bekommen und ihn abgelehnt. Sie erhalte den Preis dafür, dass sie Millionen Menschen in aller Welt mobilisiert habe, zu einem kritischen Zeitpunkt politisches Handeln für das Klima einzufordern, gab der Rat am Dienstagabend auf einer Zeremonie in Stockholm bekannt. Kurz darauf twitterte die 16-Jährige, sie habe sich entschlossen, den Preis abzulehnen. Sie danke dem Nordischen Rat zwar für die Auszeichnung, schrieb Thunberg auf Instagram. Die Klimabewegung brauche jedoch keine weitere Preise, sondern Politiker, die auf die Erkenntnisse der Wissenschaft hörten.

Jüdisches Kulturzentrum in Paris eröffnet

In Paris hat ein neues jüdisches Kulturzentrum seine Tore geöffnet: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron weihte den Neubau am Pariser Jerusalem-Platz offiziell ein. Das Europäische Zentrum des Judentums versteht sich als "Ort der Begegnung und des Austauschs". Es umfasst unter anderem eine Synagoge, Ausstellungsräume und ein Restaurant. Der Ort solle über die Geschichte und Kultur der Juden informieren und ein Zeichen gegen den wachsenden Antisemitismus sein, betonen Vertreter der jüdischen Gemeinde. Die französische Regierung hatte im vergangenen Jahr 541 antisemitische Übergriffe gezählt - ein Anstieg um 74 Prozent. In Frankreich leben 500.000 Juden, mit Abstand die größte Gemeinde in Europa.

Wittenberger "Judensau" soll ins Museum

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Klein, hat sich dafür ausgesprochen, das umstrittene "Judensau"-Relief von der Wittenberger Stadtkirche zu entfernen. Seiner Einschätzung nach gehöre das Relief ins Museum, sagte Klein dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Eine Hinweistafel solle klarmachen, dass die evangelische Kirche mit der Entfernung der "Judensau" einen sichtbaren Beitrag zur Überwindung von Antijudaismus und Antisemitismus leiste. Die "Judensau" ist eine mittelalterliche Darstellung an der Südostfassade der Kirche, in der auch Martin Luther predigte. Sie spiegelt den damaligen Antisemitismus wider, den auch Kirchen-Reformator Luther vielfach vertrat.

Ein Drittel der Eltern liest Kindern zu selten vor

Knapp ein Drittel der Eltern von Zwei- bis Achtjährigen in Deutschland vernachlässigt das Vorlesen. Das geht aus der Vorlesestudie 2019 von Stiftung Lesen, der Wochenzeitung "Die Zeit" und der Deutsche Bahn Stiftung hervor, die in Berlin vorgestellt wurde. Demnach gaben 32 Prozent von insgesamt 700 befragten Müttern und Vätern an, ihrem Kind höchstens einmal pro Woche oder nie vorzulesen. Besonders Eltern mit niedriger Bildung lesen ihren Kindern selten vor. Empfohlen werden mindestens 15 Minuten Vorlesen pro Tag. Die Stiftung stellt unter anderem mit Hilfe einer Vorlese-App wöchentlich kostenlos Geschichten zum Vorlesen zur Verfügung.

Diogenes will Highsmith-Tagebücher herausgeben

Der Schweizer Diogenes-Verlag will die Notiz- und Tagebücher der US-Autorin Patricia Highsmith herausgeben. Die 56 Notizbücher dokumentierten das Leben der Schriftstellerin von den Studienjahren in New York bis zu ihrem Tod 1995, teilte Diogenes mit. Die Aufzeichnungen seien in ihrem Haus im Tessin gefunden worden und sollen zum 100. Geburtstag der Autorin im Herbst 2021 erscheinen. Zu Highsmiths bekanntesten Werken gehören die Tom-Ripley-Bücher und die lesbische Liebesgeschichte "Carol". Viele ihrer Bücher wurden verfilmt, unter anderem von Alfred Hitchcock und Wim Wenders. Aktuell wird laut Diogenes der Film zu "Tiefe Wasser" mit Ben Affleck gedreht. Außerdem entsteht für den Sender "Showtime" eine Serie zu den Ripley-Büchern, Drehstart sei 2020.

Perspektivpreis "Der Faust" für junges Tanz-Netzwerk

Der Perspektivpreis des Deutschen Theaterpreises "Der Faust" geht in diesem Jahr an "explore dance" – ein Tanz-Netzwerk für junges Publikum. Partner des Netzwerkes sind "K3 | Tanzplan Hamburg", "fabrik moves Potsdam" und "Fokus Tanz München". Ausgezeichnet werde eine Initiative, die den Schwerpunkt auf die Entwicklung innovativer Formen und Modelle in Verbindung von ästhetischer Bildung und Kunstproduktion lege, heißt es in der Begründung der Jury. Den Theaterpreis "Der Faust" gibt es seit dem Jahr 2006. Die diesjährige Verleihung findet am 9. November in Kassel statt. In den acht Hauptkategorien, darunter Regie und Darsteller, sind jeweils drei Künstler nominiert.

Bundesrechnungshof sieht Kulturbauten gefährdet

Der Bundesrechnungshof sieht wichtige Kulturbauten in Berlin in ihrem Bestand gefährdet. Es sei über viele Jahre hinweg ein erheblicher Bauunterhaltungsstau entstanden, dem die Stiftung Preußischer Kulturbesitz nicht effektiv begegne, heißt es in dem Bericht des Rechnungshofes, der der Deutschen Presseagentur vorliegt. Betrachtet wurden die Jahre 2010 bis 2017. Betroffen sind demnach unter anderem die Villa der Hauptverwaltung, der Museumskomplex in Berlin-Dahlem, das Neue Museum auf der Museumsinsel und Museumskomplexe um das Berliner Kulturforum. Den Baustau beziffert der Bericht allein für die Museen auf mehr als 50 Millionen Euro.

"Game of Thrones"-Macher geben "Star Wars" auf

Die Macher der erfolgreichen Fantasy-Serie "Game of Thrones" haben ein geplantes "Star Wars"-Projekt abgesagt. Ihre Zeit sei begrenzt, und sie hätten das Gefühl, ihren 'Star Wars'- und 'Netflix'-Projekten nicht gleichzeitig gerecht werden zu können, schreiben David Benioff und D. B. Weiss in einer Mitteilung an mehrere US-Medien. Die Trilogie war ursprünglich für 2022 vorgesehen und sollte getrennt von der bisherigen "Star Wars"-Serie einem eigenen Erzählstrang folgen. Für den Disney-Konzern ist die Absage ein herber Rückschlag. US-Medien zufolge läuft der Vertrag mit Netflix über fünf Jahre und umfasst 250 Millionen Dollar. Die Macher der Erfolgsserie "Game of Thrones" sollen Drehbücher schreiben und die Produktion und Regie von Serien und Filmen übernehmen.

Tate Modern plant neue Andy Warhol-Ausstellung

Die Londoner Tate Gallery of Modern Art sucht einen neuen Blickwinkel auf die Pop-Art-Legende Andy Warhol. In der Ausstellung ab dem kommenden Frühjahr solle ein "menschlicherer und persönlicher Blick" auf den Künstler gezeigt werden, sagte die Direktorin der Tate Modern, Frances Morris. Höhepunkte seien seine privaten Überzeugungen und sein Hintergrund als "schüchterner, schwuler Mann aus einem religiösen, einkommensschwachen Haushalt mit Migrationshintergrund". Gezeigt werden Warhols weniger bekannte Portrais von New Yorker Dragqueens und Trans-Frauen aus der 1970er-Serie "Ladies and Gentlemen" sowie viele seiner berühmtesten Kunstwerke etwa von Marylin Monroe, Dolly Parton und Debbie Harry. Die Ausstellung läuft vom 12. März bis zum 6. September 2020.

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