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Kulturnachrichten

Dienstag, 29. Oktober 2019

Studie: Viele Eltern sind Vorlesemuffel

Knapp ein Drittel (32 Prozent) aller Eltern lesen ihren Kindern im Alter zwischen zwei und acht Jahren selten oder nie vor. Dieser Wert habe sich seit 2013 nur minimal verändert, heißt es in der aktuellen Vorlesestudie 2019, die in Berlin vorgestellt wurde. Der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, Jörg Maas, sprach von einem skandalösen Befund. "Lesen ist Voraussetzung für Bildung", betonte er. Vor allem Eltern mit niedrigem Bildungsabschluss lesen laut Studie nur selten oder nie vor (51 Prozent). Empfohlen werden mindestens 15 Minuten Vorlesen pro Tag. Dabei sei es zweitrangig, so Maas, ob aus einem gedruckten Buch oder etwa aus einem E-Reader, Tablet oder Smartphone vorgelesen werde: "Lesen in digitalen Formaten ist nicht per se schlechter."

Bundesrechnungshof sieht Kulturbauten gefährdet

Der Bundesrechnungshof sieht wichtige Kulturbauten in Berlin in ihrem Bestand gefährdet. Es sei über viele Jahre hinweg ein erheblicher Bauunterhaltungsstau entstanden, dem die Stiftung Preußischer Kulturbesitz nicht effektiv begegne, heißt es in dem Bericht des Rechnungshofes, der der Deutschen Presseagentur vorliegt. Betrachtet wurden die Jahre 2010 bis 2017. Betroffen sind demnach unter anderem die Villa der Hauptverwaltung, der Museumskomplex in Berlin-Dahlem, das Neue Museum auf der Museumsinsel und Museumskomplexe um das Berliner Kulturforum. Den Baustau beziffert der Bericht allein für die Museen auf mehr als 50 Millionen Euro.

"Game of Thrones"-Macher geben "Star Wars" auf

Die Macher der erfolgreichen Fantasy-Serie "Game of Thrones" haben ein geplantes "Star Wars"-Projekt abgesagt. Ihre Zeit sei begrenzt, und sie hätten das Gefühl, ihren 'Star Wars'- und 'Netflix'-Projekten nicht gleichzeitig gerecht werden zu können, schreiben David Benioff und D. B. Weiss in einer Mitteilung an mehrere US-Medien. Die Trilogie war ursprünglich für 2022 vorgesehen und sollte getrennt von der bisherigen "Star Wars"-Serie einem eigenen Erzählstrang folgen. Für den Disney-Konzern ist die Absage ein herber Rückschlag. US-Medien zufolge läuft der Vertrag mit Netflix über fünf Jahre und umfasst 250 Millionen Dollar. Die Macher der Erfolgsserie "Game of Thrones" sollen Drehbücher schreiben und die Produktion und Regie von Serien und Filmen übernehmen.

Umbenennung des Vatikan-Archivs

Die Umbenennung des Vatikanischen Geheimarchivs in "Vatikanisches Apostolisches Archiv" ist aus Sicht seines Leiters vor allem symbolisch. Die Umbenennung zeige nun auch im Namen die Nähe der Einrichtung zur Apostolischen Bibliothek und entspreche der Namensgebung anderer Archive, so der Präfekt des Archivs, Pagano. Papst Franziskus hatte die Umbenennung veranlasst, da der bisherige Name oft falsch verstanden worden sei und teilweise negative Assoziationen hervorgerufen habe. An Struktur und Beschaffenheit des Archivs ändert sich aber nichts. Das Vatikan-Archiv gilt als eines der größten und bedeutendsten weltweit. Es umfasst rund 85 Regalkilometer Dokumente aus fast allen Kulturkreisen der Welt.

Geburtsstätte des modernen Menschen bestimmt

Wissenschaftler haben erstmals die genaue Geburtsstätte des modernen Menschen ausfindig gemacht. Der Homo sapiens sapiens habe vor etwa 200.000 im Norden des heutigen Botsuana gelebt, heißt es in einer im Fachmagazin "Nature" veröffentlichten Studie. Einem internationalen Team der Universität Sydney unter Leitung der Wissenschaftlerin Vanessa Hayes gelang es unter anderem mit Hilfe von DNA-Analysen, die Geburtsstätte des Menschen zu identifizieren. In dem Gebiet südlich des Flusses Sambesi befand sich früher ein riesiger See. Heute umfasst das Gebiet weitgehend Wüste. Unsere Vorfahren lebten der Studie zufolge etwa 70.000 Jahre lang in der Region, ehe sie durch klimatische Veränderungen gezwungen waren, in andere Gegenden abzuwandern.

Tate Modern plant neue Andy Warhol-Ausstellung

Die Londoner Tate Gallery of Modern Art sucht einen neuen Blickwinkel auf die Pop-Art-Legende Andy Warhol. In der Ausstellung ab dem kommenden Frühjahr solle ein "menschlicherer und persönlicher Blick" auf den Künstler gezeigt werden, sagte die Direktorin der Tate Modern, Frances Morris. Höhepunkte seien seine privaten Überzeugungen und sein Hintergrund als "schüchterner, schwuler Mann aus einem religiösen, einkommensschwachen Haushalt mit Migrationshintergrund". Gezeigt werden Warhols weniger bekannte Portrais von New Yorker Dragqueens und Trans-Frauen aus der 1970er-Serie "Ladies and Gentlemen" sowie viele seiner berühmtesten Kunstwerke etwa von Marylin Monroe, Dolly Parton und Debbie Harry. Die Ausstellung läuft vom 12. März bis zum 6. September 2020.

Steyerl fordert Stopp von Waffenlieferungen an Türkei

Aus Protest gegen die deutsche Türkeipolitik fordert die Künstlerin Hito Steyerl die Institutionen des Bundes auf, damit aufzuhören, ihre in deren Sammlungen befindlichen Arbeiten als Teil der kulturellen Außendiplomatie auszustellen. Bei der Eröffnung des 4. Festivals "Herbstsalon" im Berliner Maxim-Gorki Theater hatten Steyerl und andere Künstlerinnen in einer politisch-künstlerischen Intervention die Bundesregierung aufgefordert, ihre Politik zu ändern. Nach dem Einmarsch der Türkei in Nord-Syrien solle Deutschland alle Waffenlieferungen an die Türkei beenden. Zudem solle die Europäische Union das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei aufkündigen, weil es die EU erpressbar mache und Sanktionen gegen die Türkei verhindere.

*Meldung geändert - die Forderung der Künstlerinnen wurde persönlich in Form einer künstlerischen Intervention vorgetragen.

Steigerlied soll Kulturerbe werden

Das auch "Steigerlied" genannte "Lied des Bergmanns" soll offizielles Kulturerbe Deutschlands werden. Die Bewerbung sei beim nordrhein-westfälischen Kulturministerium eingereicht worden, sagte der Vorsitzende des Vereins Ruhrkohle-Musik, Andreas Artmann. Initiatorin der Bewerbung ist die RAG-Stiftung. Laut Stiftung soll das Lied als Kulturform in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen werden. Das Lied beginnt mit der Zeile "Glück auf, Glück auf! Der Steiger kommt" und gilt als die Hymne der Bergleute.

Theodor-Herzl-Preis für Bundeskanzlerin Merkel

Bundeskanzlerin Merkel ist mit dem Theodor-Herzl-Preis des Jüdischen Weltkongresses ausgezeichnet worden. Bei der Verleihung am Montagabend in München sprach auch die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Knobloch. Sie lobte Merkels "Einsatz für jüdische Bürger in unserem Land, für Europa und für Israel als jüdischen Staat". Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Lauder, nannte Merkel eine "Hüterin der Zivilisation". Im Jahr 2008 hatte die Kanzlerin und damalige CDU-Chefin bei einer Rede im israelischen Parlament die Sicherheit Israels zur deutschen Staatsräson erklärt. In ihrer Dankesrede in München nahm Merkel auch Bezug auf den antisemitisch motivierten Anschlag in Halle. "Dieses abscheuliche Verbrechen beschämt uns zutiefst", sagte Merkel.

Der US-Filmproduzent Robert Evans ist tot

Der Filmproduzent Robert Evans ist tot. Nach Angaben seiner Sprecherin starb der langjährige Produktionschef von Paramount Pictures bereits am Samstag im Alter von 89 Jahren. Erfolge feierte Evans vor allem in den späten 1960er- und 1970er-Jahren. Damals produzierte er Blockbuster wie "Rosemaries Baby", "Love Story" und "Der Pate". Zu seinen Produktionen zählen auch Klassiker wie "Chinatown", "Der Marathon-Mann" und "Cotton Club". In Hollywood war der aus New York stammende frühere Schauspieler auch als sogenannter Frauenheld bekannt. So war er sieben Mal verheiratet, darunter mit "Love Story"-Star Ali MacGraw. In einer Mitteilung, die dem "Hollywood Reporter" vorliegt, reagierte MacGraw auf den Tod von Evans. "Unser Sohn Joshua und ich werden Bob sehr vermissen", schrieb die Schauspielerin. Sie seien sehr stolz auf Evans' "enormen Beitrag" für die Filmindustrie.

Mario Adorf bekommt Herbert-Strate-Preis

Mario Adorf wird mit dem Herbert-Strate-Preis 2019 ausgezeichnet. Der Schauspieler werde für seine herausragenden Verdienste um Film und Kino geehrt, teilte die Film- und Medienstiftung NRW in Düsseldorf mit. Der Preis wird am 5. November beim Kinoprogrammpreis NRW in Köln übergeben. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert. Die Geschäftsführerin der Stiftung, Petra Müller, bezeichnete Adorf als "Ausnahmeschauspieler, der dem deutschen und internationalen Kinofilm und auch dem Fernsehen seit mehr als sechs Jahrzehnten unvergessliche Figuren und Geschichten geschenkt hat". Adorf wirkte unter anderem in Filmen wie "Winnetou" (1963), "Die Blechtrommel" (1979), und "Enigma" (2005) mit.

Julia Bönisch verlässt "Süddeutsche Zeitung"

Digital-Chefredakteurin Julia Bönisch und die "Süddeutsche Zeitung" gehen getrennte Wege. Die Trennung erfolge in gegenseitigem Einvernehmen und mit sofortiger Wirkung, teilte die Südwestdeutsche Medienholding SWMH, zu der die überregionale Tageszeitung gehört, mit. Die 39 Jahre alte Journalistin kam im Jahre 2007 zu "SZ.de". Anfang 2017 wurde Bönisch dort als Chefredakteurin berufen und im Jahre darauf wurde sie zudem Mitglied der Chefredaktion der "Süddeutschen Zeitung", die sowohl Print, Online als auch das Digitalangebot des Blattes verantwortet. Mit dem Gastbeitrag im "Journalist" hatte Bönisch im Mai Debatten in der Branche und im eigenen Haus ausgelöst. Sie stellte darin gewohnte Hierarchien in Frage, sowie die Trennung von Redaktion und Verlag.

700.000 Euro für Erforschung kolonialer Kunst

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste hat rund 700.000 Euro bewilligt, um die Provenienz und damit den Verbleib von Gegenständen aus kolonialen Kontexten in deutschen Museen zu klären. Das Geld sei für sieben Forschungsprojekte vorgesehen, teilte die Stiftung in Magdeburg mit. Die Anträge wurden den Angaben zufolge von Museen, universitären Sammlungen und Universitäten gestellt, teils mit Kooperationspartnern im In- und Ausland. Es gehe beispielsweise um die Herkunft von 30 menschlichen Schädeln und Knochen der anthropologischen Sammlung des Museums Natur und Mensch in Oldenburg oder um Masken, Ahnenfiguren, Waffen, Musikinstrumente und Schmuck im Völkerkundemuseum Lübeck, die vor mehr als 100 Jahren in Afrika gesammelt wurden.

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