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Kulturnachrichten

Samstag, 26. Oktober 2019

Amazonas-Synode für verheiratete Priester

Die Bischofssynode im Vatikan hat sich für die Priesterweihe von verheirateten Männern in regionalen Ausnahmefällen ausgesprochen. Die Mehrheit der Teilnehmer des Bischofstreffen zu Problemen in der Amazonas-Region stimmte am Samstag in Rom für den Vorschlag, "geeignete und anerkannte Männer" in dem Regenwaldgebiet zu Priestern weihen zu können, auch wenn sie eine Familie haben. Die Region ist besonders vom Priestermangel betroffen. Eine Synode fasst keine verpflichtende Beschlüsse, sondern gibt dem Papst lediglich Empfehlungen. Dieser verfasst dann ein eigenes Schreiben dazu.

Jüdische Kulturtage in Halle

Zweieinhalb Wochen nach dem Terroranschlag auf die Jüdische Synagoge in Halle beginnen am Sonntag die Jüdischen Kulturtage in der Saalestadt. "Wir denken, dass das gemeinsame Feiern der Vielfältigkeit die beste Antwort auf Engstirnigkeit und Hass auf den eigenen Nachbarn ist", sagte Anton Hieke vom Freundeskreis Leopold Zunz Zentrum, der die Veranstaltungen koordiniert. Deshalb seien auch keine Abstriche am Programm mit rund 40 Veranstaltungen gemacht worden. Musik und Tanz gehören ebenso zum Angebot wie Führungen durch das jüdische Halle.

Auseinandersetzung mit Heimatbegriff gefordert

Die Intendantin des Berliner Maxim Gorki Theaters, Shermin Langhoff, fordert eine kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff "Heimat". "Insbesondere im politischen Raum hat er meiner Ansicht nach nichts zu suchen", teilte Langhoff der Deutschen Presse-Agentur mit. "Die Tatsache, dass wir nach dem rechtsextremistischen Terror des NSU und dessen Umfeld im 'Thüringer Heimatschutz', Heimat zum ministerialen Ressort machen, nicht aber ein Antidiskriminierungsressort zur Bekämpfung von Rassismus und Antisemitismus schaffen, ist mehr als ambivalent", erklärte Langhoff. Das Theater will sich in den kommenden drei Wochen mit der Frage beschäftigen, wie sich Zugehörigkeiten anders denken lassen. Geplant sind Premieren, Performances und eine Konferenz.

Großübernahme in der TV-Produktionsbranche

Die französische Fernsehproduktionsgesellschaft Banijay Group kauft den niederländischen Konkurrenten Endemol Shine. Mit den bisherigen Co-Eigentümern Walt Disney Company und Apollo-Global-Management gebe es dazu eine endgültige Vereinbarung, teilte Banijay in Paris mit. Laut Tageszeitung "Le Figaro" entsteht mit dem neuen Verbund ein "Gigant der TV-Produktion". Ein Kaufpreis wurde in der Erklärung nicht genannt. Regulierungsbehörden müssen dem Deal noch zustimmen. Die Banijay Group wird nach der Übernahme rund 200 Produktionsgesellschaften haben. Der neue Verbund könnte im laufenden Jahr auf einen Umsatz von rund drei Milliarden Euro kommen, eilte das Unternehmen mit.

Doku über Papst Benedikt kommt in die Kinos

Rund sechs Jahre nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. kommt eine Dokumentation über sein Leben ins Kino. Der Regisseur Christoph Röhl begann schon kurz nach dem päpstlichen Rücktritt mit der Arbeit an dem Film "Verteidiger des Glaubens". Röhl hatte mit seinen Filmen über den Missbrauch an der Odenwaldschule Aufmerksamkeit erlangt. In seinem neuen Werk zeichnet er den Weg Ratzingers nach und zeigt, wie aus einem zu Zeiten des Zweiten Vatikanischen Konzils fortschrittlichen Theologen ein zutiefst konservativer Bischof, Kardinal und Papst wurde. Zeitgleich thematisiert Röhl den wohl größten Skandal der Kirchengeschichte und lässt Missbrauchsopfer zu Wort kommen.

Rastatt sagt Konzert von Kollegah ab

Die Stadt Rastatt hat ein für den 9. November geplantes Konzert des Rappers Kollegah abgesagt. Angesichts der antisemitischen, gewaltverherrlichenden und frauenverachtenden Texte des Künstlers könne Rastatt besonders an diesem sensiblen Tag nicht Veranstaltungsort eines solchen Konzertes werden. Das sagte der Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch einer Pressemitteilung der Stadt zufolge in einer nichtöffentlichen Gemeinderatsitzung. Zeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" hatten dem Gangster-Rapper Kollegah massive Antisemitismusvorwürfe eingebracht. Er hatte diese zurückwiesen.

Königin Elizabeth ehrt Margaret Atwood

Die Schriftstellerin Margaret Atwood ist von Königin Elizabeth II. in London in den "Orden der Gefährten der Ehre" aufgenommen worden. Atwood, die auch die diesjährige Booker-Preisträgerin ist, wurde für ihre Verdienste für die Literatur geehrt. Der "Order of the Companions of Honour" wurde 1917 von König Georg dem Fünften geschaffen und hat höchstens 65 Mitglieder.

Uffizien-Chef setzt auf neue italienische Kulturpolitik

Der Direktor der Uffizien in Florenz, Eike Schmidt, hat in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" die Absage seines Wechsels nach Wien begründet. Er sollte dort die Leitung des Kunsthistorischen Museums übernehmen, hatte aber einen Rückzieher gemacht und stattdessen seinen Vertrag in Florenz verlängert. "Wenn ich die Uffizien im hohen Wellengang einfach alleine gelassen hätte, wäre das nicht verantwortlich gewesen", sagte er zur Begründung. Der italienische Regierungswechsel im September hat den früheren Kulturminister Franceschini wieder ins Amt gebracht. Jetzt sei es möglich, die begonnenen Reformen in der italienischen Museumslandschaft fortzusetzen.

Mauser verlässt Akademie der Schönen Künste

Der Ex-Präsident der Musikhochschule München, Siegfried Mauser, ist seinem Rauswurf aus der Bayerischen Akademie der Schönen Künste zuvorgekommen. Mauser habe seinen sofortigen Austritt erklärt, teilte Akademie-Präsident Winfried Nerdinger mit. Der Bundesgerichtshof hatte Anfang Oktober das Urteil des Landgerichts München bestätigt, das Mauser im Mai 2018 wegen sexueller Nötigung in drei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt hatte. Demnach hat er eine Sängerin, die sich um eine Stelle beworben hatte, in seinem Büro auf das Sofa gestoßen und trotz Gegenwehr sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen. Nach der BGH-Entscheidung hatten die Mitglieder der Bayerischen Akademie der Schönen Künste einstimmig erklärt, ein Ausschlussverfahren gegen Mauser einzuleiten.

Carlo Strenger ist tot

Der Psychologe, Philosoph und Publizist Carlo Strenger ist tot. Wie der Suhrkamp-Verlag in Berlin mitteilte, starb der Schweizer mit 61 Jahren in Tel Aviv. Strenger war Professor für Psychologie und Philosophie und Begründer der existentiellen Psychoanalyse. Als Publizist schrieb er über die israelische und europäische Politik, den Nahostkonflikt und kulturelle Themen, vor allem für die israelische Zeitung Haaretz und die Neue Zürcher Zeitung. Sein jüngstes Buch "Diese verdammten liberalen Eliten" wurde im Juni veröffentlicht.

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