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Samstag, 14.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 25. Oktober 2019

Königin Elizabeth ehrt Margaret Atwood

Die Schriftstellerin Margaret Atwood ist von Königin Elizabeth II. in London in den "Orden der Gefährten der Ehre" aufgenommen worden. Atwood, die auch die diesjährige Booker-Preisträgerin ist, wurde für ihre Verdienste für die Literatur geehrt. Der "Order of the Companions of Honour" wurde 1917 von König Georg dem Fünften geschaffen und hat höchstens 65 Mitglieder, die aus Ländern stammen müssen, in denen der britische Monarch Staatsoberhaupt ist.

Rastatt sagt Konzert von Kollegah ab

Die Stadt Rastatt hat ein für den 9. November geplantes Konzert des Rappers Kollegah abgesagt. Angesichts der antisemitischen, gewaltverherrlichenden und frauenverachtenden Texte des Künstlers könne Rastatt besonders an diesem sensiblen Tag nicht Veranstaltungsort eines solchen Konzertes werden. Das sagte der Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch einer Pressemitteilung der Stadt zufolge in einer nichtöffentlichen Gemeinderatsitzung. Zeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" hatten dem Gangster-Rapper Kollegah massive Antisemitismusvorwürfe eingebracht. Er hatte diese zurückwiesen.

Mauser verlässt Akademie der Schönen Künste

Der Ex-Präsident der Musikhochschule München, Siegfried Mauser, ist seinem Rauswurf aus der Bayerischen Akademie der Schönen Künste zuvorgekommen. Mauser habe seinen sofortigen Austritt erklärt, teilte Akademie-Präsident Winfried Nerdinger mit. Der Bundesgerichtshof hatte Anfang Oktober das Urteil des Landgerichts München bestätigt, das Mauser im Mai 2018 wegen sexueller Nötigung in drei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt hatte. Er hatte demnach eine Sängerin, die sich um eine Stelle beworben hatte, in seinem Büro auf das Sofa gestoßen und trotz Gegenwehr sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen. Nach der BGH-Entscheidung hatten die Mitglieder der Bayerischen Akademie der Schönen Künste einstimmig erklärt, ein Ausschlussverfahren gegen Mauser einzuleiten.

Carlo Strenger ist tot

Der Psychologe, Philosoph und Publizist Carlo Strenger ist tot. Wie der Suhrkamp-Verlag in Berlin mitteilte, starb der Schweizer mit 61 Jahren in Tel Aviv. Strenger war Professor für Psychologie und Philosophie und praktizierender Existenzialpsychoanalytiker und Publizist. Als Publizist schrieb Strenger über die israelische und europäische Politik, den Nahostkonflikt und kulturelle Themen, vor allem für die israelische Zeitung Haaretz und die Neue Zürcher Zeitung. Sein jüngstes Buch "Diese verdammten liberalen Eliten" wurde im Juni veröffentlicht.

Papst bittet um Verzeihung

Papst Franziskus hat während der Amazonas-Synode im Vatikan um Verzeihung für die Entwendung mehrerer indigener Statuen aus einer Kirche in Rom gebeten. Unbekannte hatten diese am Montag in den Tiber geworfen, die Tat gefilmt und das Video im Internet verbreitet. "Als Bischof dieser Diözese bitte ich die Personen, die beleidigt worden sind, um Verzeihung", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche. Die Statuen seien wiedergefunden worden und nicht beschädigt, sagte Franziskus weiter. Bei den Figuren soll es sich um Darstellungen der von indigenen Völkern in Südamerika verehrten Muttergöttin Pachamama handeln. Der konservative Kardinal Walter Brandmüller hatte die Tat gerechtfertigt. Konservative Christen sehen in der Aufstellung "heidnischer Symbole" in einer Kirche ein Sakrileg.

Bibliotheken stellen historische Auktionskataloge online

Ein Forschungsprojekt macht rund 9000 historische Auktionskataloge online zugänglich. Die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin, die Universitätsbibliothek Heidelberg und das Getty Research Institute ließen rund 650.000 Seiten digital erfassen. Die Dokumente sind aus den Jahren 1901 bis 1945, teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit. Das Projekt soll unter anderem die Forschung zu Kunstwerken erleichtern, die ihren Besitzern möglicherweise von den Nationalsozialisten geraubt wurden. Die Kataloge stammen aus rund 390 Auktionshäusern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Museen haben vor allem Zeichnungen und Druckgrafiken zwischen 1933 und 1945 häufig auf Auktionen erworben.

Auch Westermann verlässt "Das Literarische Quartett"

Nach Volker Weidermann verabschiedet sich auch Christine Westermann zum Jahresende aus der ZDF-Sendung "Das Literarische Quartett". Das teilte das ZDF mit. Die Journalistin, Moderatorin und Autorin gehörte zum festen Ensemble des 2015 gestarteten Revivals der Literatursendung. Diese werde im kommenden Jahr grundlegend umgestaltet und fortgesetzt, erklärte der Mainzer Sender. Westermann habe mit einer Kombination aus Charme, Humor und literarischem Sachverstand entscheidend zum Erfolg der Sendung beigetragen, sagte ZDF-Kulturchefin Anne Reidt.

Länder wollen 30 Millionen für Auschwitz geben

Die Bundesländer wollen sich mit 30 Millionen Euro am Erhalt der Gedenkstätte des ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau beteiligen. Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Landtage sagten die Regierungschefs bei ihrer Konferenz in Elmau diese Summe bis Ende 2021 zu. Zuvor hatte sich der Bund zu einer Zustiftung in derselben Höhe bereiterklärt. Im Januar 2020 jährt sich der Tag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers zum 75. Mal. Seit Gründung der Stiftung Auschwitz-Birkenau teilen sich Bund und Länder die finanzielle Verantwortung. Mit Blick auf den Kampf gegen Antisemitismus sprach sich die Konferenz für einen besseren Schutz jüdischer Einrichtungen aus. Zudem müsse das gesetzliche Strafmaß bei antisemitisch motivierten Straftaten überprüft werden.

Käfer nach Greta Thunberg benannt

Er hat weder Augen noch Flügel, ist honigfarben und kleiner als ein Millimeter: Ein Käfer, der seit seiner Entdeckung in den 60er Jahren in Nairobi namenlos in den Beständen des Londoner Naturkundemuseums lagerte. Heute taufte ihn das Museum auf den Namen "Nelloptodes gretae" zu Ehren der schwedischen Klimaaktivistin. "Ich habe diesen Namen gewählt, weil ich von der Arbeit der jungen Aktivistin sehr beeindruckt bin und ihren herausragenden Beitrag zur Sensibilisierung für Umweltfragen würdigen wollte", erklärte der wissenschaftliche Mitarbeiter, der den winzigen Käfer gerade erst unter den 22 Millionen Exemplaren in der Sammlung des Museums entdeckt hatte. Das Tier gehört zur Käferfamilie Ptiliidae, die einige der kleinsten Insekten der Welt umfasst.

Eugen Ruge wird Mainzer Stadtschreiber 2020

Der Schriftsteller Eugen Ruge ist zum Mainzer Stadtschreiber gewählt worden. Der 65-jährige Autor, der mit Büchern, Theaterstücken und Hörspielen sowie als Tschechow-Übersetzer bekannt wurde, sei ein "Meister im Schildern von Familienbeziehungen und Lebensentwürfen", urteilte die Jury: "Mit Empathie für seine oft widersprüchlichen Figuren, die der Zeitgeschichte ausgesetzt sind, erzählt Ruge von Loyalität und Verrat in Zeiten der Diktatur". Ruge wurde 1954 als Sohn des DDR-Historikers Wolfgang Ruge in der sowjetischen Uralregion geboren und wuchs in Ost-Berlin auf. Die Geschichte seiner Familie verarbeitete er in seinem 2011 erschienenen Debütroman "In Zeiten des abnehmenden Lichts".

Handke und das Massaker von Srebrenica - neue Quelle

Peter Handke, frisch gebackener Literaturnobelpreisträger, hat noch im Jahr 2011 das Massaker von Srebrenica geleugnet. Das berichten das Onlinemagazin Perlentaucher und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Bei der neu entdeckten Quelle handelt es sich um die Abschrift eines Gesprächs, die in der Zeitschrift Ketzerbriefe im Ahriam-Verlag erschienen ist, der als Organ der Neuen Rechten gilt. In dem Gespräch minimiert Handke noch nach den Prozessen in Den Haag die Zahl der in Srebrenica von serbischen Milizen umgebrachten Männer und Jugendlichen und spricht von 2.000 bis 4.000 Menschen. Über die "Mütter von Srebrenica" äußert sich Handke in dem Interview so: "Denen glaube ich kein Wort, denen nehme ich die Trauer nicht ab. Wäre ich Mutter, ich trauerte alleine." UN-Gerichte stufen das Massaker von Srebrenica als Völkermord ein - mit mehr als 8000 Opfern.

Baselitz in der französischen Akademie der Künste

Georg Baselitz ist in die französische Akademie der bildenden Künste gewählt worden. Der deutsche Maler und Bildhauer besetzt als ausländisches Mitglied den Stuhl des 2016 gestorbenen polnischen Filmemachers Andrzej Wajda. Er sei über die Wahl unglaublich glücklich, kommentierte Baselitz die Entscheidung der Akademie, die dem Institut de France untersteht. Er sei aber auch irritiert, dass ihm als deutscher Künstler solch eine Ehre zuteil werde, sagte er laut einer Mitteilung seiner Galerie in Paris. Die Académie des beaux-arts wurde 1816 gegründet, um das künstlerische Erbe Frankreichs zu schützen und zu fördern. Baselitz gehört zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. Zu seinem Markenzeichen gehören Figuren, die auf dem Kopf stehen.

Zeitforscher: Pünktlichkeit nicht mehr so hoch bewerten

Für den Zeitforscher und Autor Karlheinz Geissler sollte Pünktlichkeit nicht mehr so hoch bewertet werden, schon gar nicht als Charaktereigenschaft. In der Wirtschaft gelte längst: "Karriere macht nicht mehr der Pünktliche, sondern der Flexible." Nach einer Umfrage im vergangenen Jahr, bei der 84 Prozent der Teilnehmer für die Abschaffung der Zeitumstellung stimmten, präsentierte die EU-Kommission ihre Pläne zur Abschaffung der Zeitumstellung. Dafür bräuchte es aber eine Mehrheit unter den EU-Staaten, die nicht in Sicht ist. In Deutschland und vielen anderen Ländern beginnt an diesem Wochenende die Winterzeit. Die Uhren werden am Sonntag um 3.00 Uhr um eine Stunde auf 2.00 Uhr zurückgestellt.

Klein sieht "neuen Höhepunkt" des Antisemitismus

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, sieht einen "neuen Höhepunkt" des Antisemitismus in Deutschland. "Antisemitismus war in bürgerlichen Kreisen in Deutschland immer vorhanden. Doch heute äußern sich die Menschen offener", sagte Klein den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die Hemmschwellen sind gesunken, zum Beispiel durch die Verbreitung von Hass und die Verrohung im Internet." In der politischen Kultur sei der Umgang ebenfalls rauer geworden, wozu auch die AfD beigetragen habe. Klein reagierte auf eine neue Studie des Jüdischen Weltkongresses, wonach 27 Prozent aller Deutschen antisemitische Gedanken hegen. Als Konsequenz sieht Klein unter anderem die Justiz stärker in der Pflicht. Die Gerichte müssten Antisemitismus stärker ahnden.

Max Riemelt bekommt den Filmpreis der Stadt Hof

Der 35-Jährige sei ein herausragender Darsteller, der seine Rollen mit Klugheit, Intensität und subtilen Emotionen ausfülle, teilten die Hofer Filmtage mit.
Mit dem undotierten Filmpreis würdigt die Stadt Hof seit 1986 Impulsgeber des deutschen Films, die eng mit dem Festival verbunden sind. Zu den Preisträgern zählten Doris Dörrie, Wim Wenders, Werner Herzog, Jessica Schwarz und Aylin Tezel. Der mit 10 000 Euro dotierte Förderpreis Neues Deutsches Kino geht in diesem Jahr nach Mitteilung des Festivals an "Coup", den ersten Spielfilm von Sven O. Hill. Die Filmtage enden am Sonntag. Sie zählen zu den wichtigen Filmfestivals im deutschsprachigen Raum.

Trump bestellt große US-Zeitungen ab

Das Weiße Haus hat seine Abonnements der "New York Times" und "Washington Post" gekündigt. Damit würden erhebliche Einsparungen im Haushaltsposten für Abos erzielt, erklärte die Sprecherin der US-Regierungszentrale, Grisham. Beide Zeitungen werden von US-Präsident Trump regelmäßig attackiert. Er wirft den kritisch über ihn berichtenden Blättern vor, ihn "schrecklich" zu behandeln und Falschnachrichten zu verbreiten.

Das Deutsche Auswandererhaus wird erweitert

Es ist das einzige Migrationsmuseum in Deutschland - das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven. Bis zum Frühjahr 2021 bekommt es einen Neubau, damit gesellschaftlich brisante Themenschwerpunkte Platz finden. Mit dem neuen Dauerausstellungsteil soll gezeigt werden, dass Konflikte in Einwanderungsgesellschaften zum Alltag gehörten, sagte Direktorin Simone Eick. Bisher dokumentiert das Haus 300 Jahre Aus- und Einwanderungsgeschichte. Für die Erweiterung wollen Bund und Land zwölf Millionen Euro investieren. Die Stadt stellt das Grundstück. Das Haus wurde 2007 als Europas "Museum des Jahres" ausgezeichnet.

Der Schriftsteller F. C. Delius wird Ehrendoktor

Der 76-jährige hat die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Universität Rostock erhalten. Zur Begründung hieß es, Delius verbinde die wissenschaftlich historisch fundierte Erschließung theologisch und gesellschaftlich relevanter Themen mit literarisch fiktiven Deutungen. Der 1943 in Rom geborene Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, der 2011 mit dem renommierten Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet wurde, setzt sich in seinem Gesamtwerk unter anderen mit der zeitgeschichtlichen Entwicklung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg und mit den gesellschaftlichen Funktionen von Literatur auseinander. Zu seinen Werken zählen zum Beispiel "Die Zukunft der Schönheit", "Warum Luther die Reformation versemmelt hat", "Die Birnen von Ribbeck" und "Die linke Hand des Papstes".

Gesellschaft für deutsche Sprache bekommt mehr Geld

Die Bundesländer erhöhen ihre Förderung. Sie steigern ihren jährlichen Beitrag in den nächsten zwei Jahren um 40.000 Euro, teilte der hessische Kultusminister Lorz in Wiesbaden mit. Die Gesellschaft ist ein gemeinnütziger Verein zur Pflege der Deutschen Sprache und wird von Bund und Ländern jeweils zur Hälfte gefördert. Die Steigerung erfolgt in Schritten. Im Jahr 2012 soll der Förderbetrag dann bei 310.000 Euro im Jahr liegen.

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