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Kulturnachrichten

Dienstag, 8. Oktober 2019

Leipziger Medienpreis für drei Journalisten

Die Journalisten Armin Wolf, Arndt Ginzel und Gerald Gerber sind mit dem Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien 2019 ausgezeichnet worden. Wolf, der stellvertretender Chefredakteur des Österreichischen Rundfunks (ORF) ist, und das freie Reporterteam aus Ostdeutschland, nahmen die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung am Dienstagabend in Leipzig entgegen. Der Preis wird jährlich seit 2001 von der Medienstiftung der Leipziger Sparkasse vergeben. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Harald Langenfeld, würdigte die Unerschrockenheit und Beharrlichkeit der drei Geehrten. "Unsere Preisträger stehen für eine Tradition kritischer journalistischer Arbeit, die für unsere Demokratie unverzichtbar ist", sagte er laut Redetext. Pressevertreter seien heute auch in Deutschland und Österreich Einschüchterungen und teilweise unverhohlenen Drohungen ausgesetzt, warnte Langenfeld. Dahinter stehe eine Methode, die ihn beunruhige und die die parlamentarische Demokratie schwäche.

Hohenzollern-Chef äußert sich zu Streit um Kultürgüter

Der Chef des Hauses Hohenzollern, Georg Friedrich Prinz von Preußen, hat sich erstmals zu den Debatten und Verhandlungen über die Ansprüche des Adelshauses auf Kulturgüter und Schlösser geäußert. An der besonders umstrittenen Frage des Wohnrechts im Schloss Cecilienhof, im Schloss Lindstedt oder der Villa Liegnitz "werden die Gespräche" nicht scheitern, sagte er am Dienstag auf der Burg Hohenzollern, wie die "Südwestpresse" berichtet. Ausdrücklich trat er dem Eindruck entgegen, in Berlin werde ein erbitterter Rechtsstreit geführt. "Wir kämpfen nicht gegen den Staat." Die "intensiven Gespräche mit dem Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg" würden seit fünf Jahren «"n sehr sachlich-konstruktivem Ton geführt". Dass die Diskussion zuletzt politisch und medial sehr emotional geführt worden war, sei "vor allem dem Sommerloch und dem Wahlkampf in Brandenburg" geschuldet gewesen. Zur NS-Verstrickung der kaiserlichen Familie während der Zeit des Nationalsozialismus sagte Georg Friedrich von Preußen: "Wir setzen uns ganz intensiv mit der Vergangenheit meiner Familie im Dritten Reich auseinander."

Türkischer Kulturmäzen Kavala muss in Haft bleiben

Der renommierte türkische Kulturmäzen Osman Kavala muss weiterhin in Haft bleiben. Ein Gericht in Istanbul lehnte bei der dritten Anhörung im Prozess gegen Kavala am Dienstag erneut seine Freilassung ab, wie die Unterstützergruppe "Wir verteidigen Gezi" mitteilte. Die nächste Anhörung findet am 24. Dezember statt. Bis dahin muss Kavala, der bereits seit über 700 Tagen im Gefängnis sitzt, in Untersuchungshaft bleiben. Kavala und 15 weitere führende Vertreter der türkischen Zivilgesellschaft sind angeklagt, die Gezi-Proteste im Sommer 2013 finanziert und organisiert zu haben. Die Proteste hatten sich im Mai 2013 an Plänen des damaligen Regierungschefs Recep Tayyip Erdogan zur Bebauung des Istanbuler Gezi-Parks entzündet. "Auf den 635 Seiten der Anklage gibt es keine Hinweise auf (Kavalas) Beteiligung an einer Verschwörung oder der Organisation der Aufstände im Gezi-Park", sagte Murat Celikkan vom türkischen Menschenrechtsverband vergangene Woche.

Kronprinzenpaar eröffnet Munch-Ausstellung

Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit und Kronprinz Haakon kommen nach Düsseldorf. Sie werden am Freitag mit Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) eine Ausstellung mit Arbeiten des norwegischen Malers Edvard Munch eröffnen. Das teilt die Staatskanzlei mit. Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zeigt von Samstag an bis zum 1. März 2020 die große Schau "Edvard Munch gesehen von Karl Ove Knausgård". Geplant ist ein privater Rundgang durch die Ausstellung. Das Kronprinzenpaar ist wegen des Gastlandauftritts Norwegens bei der Frankfurter Buchmesse in Deutschland; die Visite dauert vom 11. bis 16. Oktober.

Ludwig-Mülheims-Theaterpreis für Fritz Kater

Der Dramatiker Armin Petras alias Fritz Kater (55) erhält den mit 25.000 Euro dotierten Ludwig-Mülheims-Theaterpreis 2019 des Erzbistums Köln. Der Autor sei ein "beharrlicher Sinnsuchender, der immer wieder auf die großen Fragen des Lebens zusteuert", teilte das Auswahlgremium in Köln zur Begründung mit. Es hob insbesondere das 2016 am Theater Bonn uraufgeführte Stücke "Love You, Dragonfly. Sechs Versuche zur Sprache des Glaubens" hervor. Darin frage er "mit großer Ernsthaftigkeit, durch die - wie immer bei Fritz Kater - viel Witz und Klugheit schimmern," nach sechs möglichen Auswegen aus der Leere der Existenz. Der Preis soll Kater am 25. November in Köln verliehen werden.
Petras wurde 1964 im Sauerland geboren. 1969 übersiedelte er mit seinen Eltern in die DDR. 1988 reiste Petras in die Bundesrepublik aus. Er leitete als Intendant das Maxim Gorki Theater in Berlin sowie das Schauspiel Stuttgart. Unter seinem Namen wie auch unter dem Pseudonym Fritz Kater schrieb er bereits mehr als 20 Theaterstücke. Für sein Gesamtwerk erhielt er 2008 den Else-Lasker-Schüler-Preis.

Einigung zwischen Sarrazin und Random House Verlag

Obwohl sein alter Verlag sein Buch nicht veröffentlichen wollte, bekommt Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin keine Entschädigung. Darauf einigten sich die beiden Parteien vor dem Landgericht München I. Der Autor und frühere Berliner Finanzsenator darf demnach aber einen Großteil der Vorschusszahlung behalten. 75 000 Euro bleiben laut Einigung bei ihm, lediglich 25 000 Euro muss Sarrazin zurückzahlen. Sarrazin hatte dem Verlag Rufschädigung vorgeworfen, weil dieser sein neues Werk nicht mehr habe veröffentlichen wollen. Dabei habe er inhaltlich geliefert, was der Verlag bestellt habe, sagte der SPD-Politiker. Die Gegenseite hatte argumentiert, das Manuskript habe sich - wie jedes Werk des Autors - als sehr arbeitsintensiv erwiesen. In der damaligen Fassung sei es nicht publikationsfähig gewesen. Beide Seiten hatten die Zusammenarbeit schließlich beendet. Das Buch "Feindliche Übernahme - wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht" ist mittlerweile bei einem anderen Verlag erschienen.

Tunesierin Hanene Zbiss erhält Raif Badawi Award

Die Tunesierin Hanene Zbiss erhält den diesjährigen Raif Badawi Award der Friedrich-Naumann-Stiftung. Der Journalistenpreis ehrt den Einsatz mutiger Journalistinnen und Journalisten im Nahen Osten und Nordafrika. Zbiss erhält ihn am 16. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse. Zbiss ist Investigativjournalistin und schreibt über den Irak und Tunesien. Der Preis wurde nach dem saudischen Internet-Aktivist Raif Badawi benannt, der seit 2012 als politischer Gefangener inhaftiert ist. An der Preisverleihung wird seine Ehefrau, Ensaf Haidar, teilnehmen.

Studie: München und Berlin sind kulturell attraktiv

München und Berlin sind einer EU-Studie zufolge zwei der kulturell reichsten Großstädte Europas. 190 europäische Städte seien auf kulturelle Angebote, den Beitrag ihrer Kreativsektoren zur Wirtschaft sowie das Jobangebot in der Kreativbranche untersucht worden. Das teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. München habe laut der Untersuchung die zweitstärkste Kreativwirtschaft in der EU, Berlin belegte Platz fünf beim kulturellen Angebot. Unter den ersten fünf Plätzen waren auch Paris, London und Mailand. Bei der Wertung der kleineren Städte (bis 250.000 Einwohner) schafften es gleich zwei deutsche Städte auf die Topplätze: Weimar und Heidelberg. Die Goethe-Stadt Weimar glänzt beim kulturellen Angebot, Heidelberg belegt einen vorderen Platz bei der Kreativwirtschaft. Der Bericht wurde unter dem Titel "Cultural and Creative Cities 2019" zum zweiten Mal von der EU-Kommission verfasst. Dabei wurden Daten aus den 28 EU-Ländern sowie der Schweiz und Norwegen erhoben. Interessierte können auf der interaktiven Karte herausfinden, wie ihre Stadt abschneidet.

Hamburger Museum gibt Kunst an Afghanistan zurück

Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) hat ein einst geraubtes Wandpaneel aus Marmor an die Islamische Republik Afghanistan zurückgegeben. Damit ist das Museum nach eigenen Angaben eines der ersten deutschen Museen, das ein Kunstwerk nach Afghanistan zurückgibt. Das Paneel gehört zu einem 78-teiligen Fries aus dem 12. Jahrhundert, der aus dem Innenhof des Königspalastes von Sultan Mas'ud III. in der Stadt Ghazni stammt. Das MKG hatte es 2013 auf einer Auktion in Paris erworben. Nachdem die Herkunft zunächst unbedenklich erschienen sei, habe sich bei der Bearbeitung des Objektes herausgestellt, dass es sich um Raubgut handele, so das Museum. Das MKG bemüht sich eigenen Angaben zufolge seit 2014 um die Rückgabe des Paneels. Es solle nun vorerst im Afghanischen Nationalmuseum in Kabul aufbewahrt werden, heißt es.

Louvre weiht Kunstlager in Nordfrankreich ein

Der Louvre verlagert einen Teil seiner Kunstschätze, um sie vor den häufigen Hochwassern der Seine in Sicherheit zu bringen. Dafür wurde ein 18 500 Quadratmeter große Betonbunker in Liévin bei Lens im Norden Frankreichs eingeweiht. Bis 2024 sollen rund 250 000 Werke umziehen, die derzeit noch im Louvre und mehr als 60 Standorten in und außerhalb Paris gelagert sind. Der Bunker wurde von dem britischen Architektenbüro Roger Stirk Harbour + Partners entworfen. Die Kosten werden auf rund 60 Millionen Euro beziffert. Der Wechsel der Gemälde, Skulpturen, Tapisserien und archäologischen Objekte nach Liévin im Norden Frankreichs ist einer der bedeutendsten Kunstumzüge Frankreichs. Der Ort zählt etwa 30 000 Einwohner und liegt nur 600 Meter von Lens entfernt, wo der Louvre im Dezember 2012 seine Dependance "Louvre Lens" eröffnet hat.

Literaturfestival lit.Ruhr beginnt

Heute beginnt die dritte Ausgabe des Literaturfestival lit.Ruhr. Auf dem Programm stehen 76 Veranstaltungen mit Autoren und Schauspielern aus dem In- und Ausland. Erwartet werden Deniz Yücel, Frank Schätzing und Katja Riemann. Zentrum des Festivals ist das Unesco-Weltkulturerbe Zollverein in Essen, außerdem gibt es Veranstaltungen in Oberhausen, Dortmund, Duisburg, Gelsenkirchen und Bochum. Geplant sind unter anderem eine Lesung mit "Reden, die die Welt veränderten" sowie ein Auftritt des EU-Parlamentariers und ehemaligen "Titanic"-Chefredakteurs Martin Sonneborn unter dem Titel "Auf Klassenfahrt nach Brüssel".

Zweiter Stollen im Steinbruch von Buchenwald entdeckt

Im Steinbruch des Konzentrationslagers Buchenwald ist ein zweiter, bislang verborgener Stollen entdeckt worden. Es gebe Hinweise darauf, dass dieser unterirdische Gang im Vergleich zu dem am 2. Oktober entdeckten Stollen weiter ausgebaut worden sei, teilte der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) mit. Der Zugang zum Stollen solle nun so erweitert und gesichert werden, dass er begangen und untersucht werden werden könne, so der MDR. Recherchen des Senders hatten neue Indizien für Hohlräume im Steinbruch ergeben, denen derzeit in Kooperation mit dem Landesamt und der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora nachgegangen wird. Gedenkstätten-Chef Volkhard Knigge erklärte nach der Öffnung des ersten Stollens, es sei wichtig, generell Klarheit zu schaffen. In der Vergangenheit hatte es Spekulationen gegeben, weil 1945 nach der Befreiung des Lagers von der US-Armee bereits zwei Stollen geöffnet wurden. Dabei sollen Tonnen an Gold und Silber auch aus Auschwitz entdeckt und anschließend in die USA und nach England gebracht worden sein.

Fernsehpreis kehrt als Samstagabendshow zurück

Der Deutsche Fernsehpreis soll nächstes Jahr als große Samstagabendshow auf den TV-Bildschirm zurückkehren. Die 21. Verleihung werde im Juni 2020 live von RTL aus Köln übertragen werden, teilte das Sekretariat des Preises mit. Wie früher soll die Show wieder im Kölner Coloneum stattfinden. Eine Sprecherin betonte jedoch, dass das Konzept völlig neu sein werde. Der Deutsche Fernsehpreis wird seit 1999 von den großen TV-Anbietern vergeben - Stifter sind die Intendanten und Geschäftsführer von ARD, ZDF, RTL und Sat.1.

Israel stoppt Schmuggel antiker Münzen aus Gaza

Israel hat am Warengrenzübergang Keren Schalom zum Gazastreifen 69 antike griechische Münzen beschlagnahmt. Inspektoren des Verteidigungsministeriums fanden die rund 2.300 Jahre alten Münzen in einem Lastwagen, der Textilien aus dem Gazastreifen nach Israel transportierte. Das berichtet die "Jerusalem Post" unter Berufung auf Ministeriumsangaben. Bei dem Fund handelt es sich demnach um sehr seltene Silbermünzen von hohem kulturellen Wert. Sie wurden in der Zeit Alexanders des Großen oder kurz nach seinem Tod geprägt. Sie wurden an die archäologische Einheit der Zivilbehörde weitergegeben.

93 Länder im Rennen um den Auslands-Oscar

Der Film "Systemsprenger" von Regisseurin Nora Fingscheidt geht für Deutschland ins Rennen um den sogenannten Auslands-Oscar. Das teilte die Oscar-Akademie im kalifornischen Beverly Hills mit. 93 Länder bewerben sich für 2020 um den Für Deutschland geht ins Rennen. Unter den Kandidaten für die 92. Oscar-Verleihung im kommenden Februar sind erstmals Beiträge aus Ghana, Nigeria und Usbekistan dabei. Frankreich ist mit dem Sozialdrama "Les Misérables" des jungen Franzosen Ladj Ly vertreten, Spanien mit "Leid und Herrlichkeit" von Regisseur Pedro Almodóvar. Im vorigen Jahr hatten 87 Länder Beiträge für den Oscar in der Sparte "International Feature Film" eingereicht. Da hatte Deutschland Florian Henckel von Donnersmarck mit "Werk ohne Autor" ins Rennen geschickt. Bei der Gala ging er dann allerdings leer aus. Mit dem Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" hatte der Regisseur 2007 zuletzt den Auslands-Oscar nach Deutschland geholt. Die Oscar-Nominierungen wird die Academy am 13. Januar 2020 bekannt geben. Die Preisverleihung soll am 9. Februar in Hollywood über die Bühne gehen.

Salgado fordert Respekt für Amazonas

Vor der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an ihn sendet Fotograf und Naturschützer Sebastião Salgado einen eindringlichen Appell: "Umweltzerstörung kann rückgängig gemacht werden", sagte der 75-Jährige im Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben genug Ressourcen, genug Wissen, genug Technologie, um wiederaufzubauen, was wir zerstört haben." Salgado wird am 20. Oktober zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse mit dem Preis geehrt. Die angesehene Auszeichnung ist mit 25 000 Euro dotiert. Die Laudatio soll der Regisseur Wim Wenders halten, der den brasilianischen Fotografen im Jahr 2014 in dem oscarnominierten Dokumentarfilm "Das Salz der Erde" porträtierte. Als Fotograf hatte Salgado unter anderem den Völkermord in Ruanda miterlebt. Die Menschheit habe es nicht verdient zu leben, sagt er im Film zu Wim Wenders. Durch seinen Einsatz für die Natur sei er heute viel hoffnungsvoller und glücklicher. Anfang der 1990er Jahre hatte Salgado begonnen, die Farm seiner Eltern in Brasilien wiederaufzuforsten. Um die Umweltzerstörung in Brasilien zu stoppen, müssten andere Länder Druck auf die Regierung ausüben, forderte Salgado. Die Bedingung der Europäer für ein Handelsabkommen mit Brasilien sollte es sein, den Amazonas-Regenwald zu respektieren.

Unbekannte Texte von Proust werden veröffentlicht

97 Jahre nach seinem Tod werden bisher unbekannte Texte des französischen Schriftstellers Marcel Proust veröffentlicht. Der Band "Le mystérieux correspondant et autres nouvelles inèdites" erscheint im Verlag Éditions de Fallois. Er enthält neun Novellen, teilweise in fragmentarischer Form und Notizen des Autors.

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