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Kulturnachrichten

Sonntag, 6. Oktober 2019

Judith Butler: Mit Hegel Nationalismus überwinden

In Zeiten des Wiedererstarkens von Nationalismus und Rassismus spricht sich die US-Intellektuelle Judith Butler für eine erneute Betrachtung von Georg Wilhelm Friedrich Hegel als Orientierungshilfe aus. Man solle den Blick zurück zu dem Philosophen wenden, um nach vorne zu schauen, mahnte die Vordenkerin der Genderforschung am Sonntag in Marbach. Das Leben sei durch Formen der Abhängigkeit gekennzeichnet, die nicht an nationalen oder anderen Grenzen endeten. Als soziale Geschöpfe seien die Menschen durch Bindungen definiert, jeder Angriff darauf sei ein Angriff auf das eigene Selbst. Butler gilt in der Philosophie als Star ihres Faches.

Archäologen finden in Israel 5000 Jahre alte Stadt

Bei Notgrabungen vor Straßenarbeiten in Zentralisrael sind Überreste einer 5000 Jahre alten Stadt einschließlich eines religiösen Tempels gefunden worden. "Dies ist das frühbronzezeitliche New York unserer Region", beurteilten die Grabungsleiter laut einer Mitteilung der israelischen Antikenbehörde den Fund in En Esur in der nördlichen Scharon-Ebene. Die Stadt, die größte bislang in Israel gefundene aus dieser Zeit, sei einst sorgfältig geplant worden. Sie erstreckte sich über geschätzt 65 Hektar und bot rund 6.000 Bewohnern Platz. Die Funde lassen laut der Behörde erstmals Schlüsse über die Bewohner der Region, ihre Gesellschaftsorganisation und soziale Hierarchie in der frühen Bronzezeit zu. Demnach betrieben sie hauptsächlich Ackerbau. Unter der frühbronzezeitlichen Stadt habe man bei den Grabungen zudem Reste einer rund 7.000 Jahre alten Siedlung freigelegt.

Cream-Schlagzeuger Ginger Baker gestorben

Ginger Baker, Schlagzeuger des legendären Rock-Trios Cream, ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Das teilte seine Familie am Sonntag mit. Baker bildete mit Gitarrist Eric Clapton und Bassist Jack Bruce in den 1960er-Jahren das Trio aus außergewöhnlichen Einzelkönnern, das Maßstäbe setzte. Zu den großen Hits der Gruppe gehörten "White Room", "I Feel Free" und viele andere Songs, obwohl sie nur von Juni 1966 bis November 1968 bestand. Baker führte bei den Reunion-Konzerten in der Londoner Royal Albert Hall im Mai 2005 sein Schlagzeugsolo "Toad" auf, das mit seinen Ruhm als einer der besten Schlagzeuger der Rockmusik begründete. Nach Cream war Baker auch bei der ebenfalls kurzlebigen Supergruppe Blind Faith mit Clapton und Steve Winwood dabei, 1970 gründete er Ginger Baker's Airforce.

Bodo Ramelow: Karriere trotz Legasthenie

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat Legasthenikern einen offenen Umgang mit ihrer Lernschwäche empfohlen. "Ich will, dass die Leute sehen: Man kann Legastheniker sein und Ministerpräsident werden", sagte Ramelow, selbst Legastheniker, der "Bild am Sonntag". "Ich rate allen mit einer Lernbehinderung, sich diese einzugestehen." Ohne Hilfe von Fachleuten werde es schwierig, Fortschritte zu machen. "Und dann muss man dazu stehen. Deshalb rede ich auch offen darüber", sagte Ramelow. "Eltern von Legasthenikern empfehle ich, sich professionelle Hilfe zu besorgen."

Oktoberfest endet friedlich und ohne Rekorde

Friedliche und ohne Rekorde endet das Oktoberfest. Laut Festivalleitung kamen
rund 6,3 Millionen Gäste auf das Volksfest - so viele wie im Vorjahr. Die Polizei meldete einen leichten Rückgang der Straftaten um ein Prozent auf 914. Allerdings mussten die Beamten deutlich öfter ausrücken, nämlich 1915 Mal. Es wurden insgesamt 124 Ochsen sowie 29 Kälber verspeist und 7,3 Millionen Maß Bier getrunken. Die Aicher Ambulanz Union registrierte rund 600 Intoxikationen, fast 120 weniger als im Vorjahr. Trotzdem gab es bei den Alkoholfahrten einen Rekord: 774 Mal wurden Verkehrsteilnehmer unter Alkoholeinfluss gestoppt - 414 von ihnen allein auf E-Tretrollern.

Kritik an Verbot von Gladbachfahnen in der Türkei

Die Kritik am Vorgehen türkischer Sicherheitskräfte gegen Fußballfans von Borussia Mönchengladbach hält an. Wegen der auf dem Mönchengladbacher Stadtwappen abgebildeten christlichen Symbole waren einigen Fans beim Euro-League-Spiel am Donnerstagabend in Istanbul ihre Fahnen abgenommen worden. "Es kann nicht sein, dass wir in Deutschland Moscheen bauen, aber deutsche Fans in der Türkei ihre Flaggen abgeben müssen. Auf der türkischen Fahne ist der islamische Halbmond - sollen wir die etwa bei uns verbieten?", sagte FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff der "Bild"-Zeitung. Der Grünen-Politiker Cem Özdemir rief den europäischen Fußballverband Uefa auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen für die Schikanen. Gökay Sofuoglu, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde Deutschlands sagte der "Welt", es sei verheerend, was da passiert sei.

Saudische Frauen dürfen Hotelzimmer buchen

Frauen in Saudi-Arabien dürfen künftig ein Hotelzimmer auch ohne Begleitung eines männlichen Aufpassers mieten. Zudem wird von ausländischen Paaren keine Heiratsurkunde mehr verlangt, die ein gemeinsames Hotelzimmer haben wollen, teilte die Kommission für Tourismus und Nationales Erbe am Sonntag per Twitter mit. Die Lockerung der Vorschriften im ultrakonservativen Königreich erfolgen im Zuge einer Initiative, das streng islamische Land für Tourismus zu öffnen. Saudi-arabische und ausländische Frauen können demnach unter Vorlage ihres Ausweises ein Hotelzimmer mieten.

Erster Nationalerbe-Baum ausgezeichnet

17 Meter Stammumfang, geschätzt 600 bis 800 Jahre alt: Eine dicke Linde aus dem Emsland ist am Wochenende als Deutschlands erster "Nationalerbe-Baum" ausgezeichnet worden. Mit dem Titel will die Deutsche Dendrologische Gesellschaft laut eigener Mitteilung das Bewusstsein für besonders alte, außergewöhnliche Bäume schärfen. Die Dendrologie beschäftigt sich mit der Lehre von den Bäumen und Gehölzen. Die Dendrologische Gesellschaft will insgesamt 100 Bäume mit dem Titel "Nationalerbe" auszeichnen. "Sie sollen erhalten, gepflegt und geschützt werden, damit sie in Würde altern können", sagte der Dresdner Forstwissenschaftler Andreas Roloff.

Ägypten: Festnahmen wegen Antikenschmuggel

Die ägyptische Polizei hat vier Personen festgenommen, denen der illegale Handel mit Altertümern vorgeworfen wird. Sie seien im Besitz von 193 Statuen und eines Sarkophags gewesen, berichtete die Zeitung "Al-Ahram" am Wochenende. Die Festnahmen stehen demnach im Zusammenhang mit dem Aufdecken einer illegalen Ausgrabung in der Nähe der Gizeh-Pyramiden. Laut Bericht hatte die Polizei eine Gruppe von 22 Personen aufgedeckt, die einen pharaonischen Friedhof aus der vierten Dynastie entdeckt und teilweise ausgegraben hatten.

Der Operntenor Marcello Giordani ist gestorben

Der Operntenor Marcello Giordani ist tot. Er starb im Alter von 56 Jahren an einem Herzinfarkt. Sein Operndebüt feierte Giordani 1986 mit Giuseppe Verdis "Rigoletto" im italienischen Spoleto, später hatte er seinen ersten Auftritt an der Mailänder Scala als Rodolfo in Giacomo Puccinis "La Boheme". Internationale Engagements folgten. In der Saison 2015 und 2016 war der Operntenor regelmäßig an der New Yorker Met zu erleben.

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