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Montag, 26.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Montag, 26. Oktober 2020

Filmfestival DOK Leipzig eröffnet

Mit einer Online-Veranstaltung ohne Publikum ist am Montag das 63. Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm DOK Leipzig eröffnet worden. Wegen der Corona-Pandemie sind die Plätze in den Kinos begrenzt, alle 150 Filme sind zusätzlich online abrufbar. Festivalleiter Christoph Terhechte kündigte an, die Gewinne aus dem Online-Ticketverkauf an die Filmschaffenden weiterzugeben. Ein klassischer Eröffnungsfilm wurde nicht gezeigt, das Programm startet mit Filmen aus dem Internationalen Wettbewerb. Pandemiebedingt wird das diesjährige DOK Leipzig in hybrider Form ausgerichtet. Die Zahl der Filme wurde auf 150 mehr als halbiert, Gäste aus der Branche wurden nicht eingeladen, viele Filmgespräche ins Digitale verlegt. Das Filmfest dauert bis zum 1. November.

Dirigent Muti gegen Schließung von Konzerthallen

Der Dirigent Riccardo Muti hat an die italienische Regierung appelliert, ihre Entscheidung zur Schließung von Theatern, Kinos und Konzerthallen wegen der Corona-Pandemie zu überdenken. In einem am Montag in der Zeitung "Corriere della Sera" veröffentlichten Brief an Regierungschef Conte schrieb der 79-jährige Italiener, die Gesellschaft brauche "geistige Nahrung" von Musik und Theater, sonst werde sie "hässlich". Seit Montag sind solche Veranstaltungsorte geschlossen - die Maßnahme wurde von Conte als Maßnahme zur Eindämmung der Coronavirus-Ausbreitung begründet. Muti betonte, dass Musik- und Theateraufführungen nicht "überflüssig" seien, wie es Regierungsmitglieder gesagt hätten. Eine solche Behauptung bedeute "Ignoranz, Mangel an Kultur und mangelnde Sensibilität". Ein paralleler Online-Aufruf von Theaterschaffenden und Schriftstellern gegen die Schließung von Kinos und Theatern zählte mehr als 79.000 Unterzeichner.

Beuys-Kunstwerk wieder in Oberhausen aufgetaucht

Das verschwundene Beuys-Kunstwerk "Capri-Batterie" ist wieder da. Das Theater Oberhausen und die Polizei bestätigten dem Besitzer, dass das Werk in einem Lagerraum entdeckt worden sei. Zuvor hatte die Künstlergruppe "Frankfurter Hauptschule" per Mail darauf hingewiesen, dass das Werk von Joseph Beuys (1921-1986) nicht, wie in der vergangenen Woche behauptet, nach Afrika gebracht worden sei. Das Werk war als Leihgabe des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster Teil einer Ausstellung. Es sei legitim, auf Probleme wie Raubkunst im Kolonialismus hinzuweisen, aber diese Art dürfe nicht Schule machen, sagte Museumsleiter Hermann Arnold. Das Vertrauen in das Theater Oberhausen sei nachhaltig gestört. Vergangene Woche hatte sich die Künstlergruppe zu dem Diebstahl bekannt. Das Theater Oberhausen hatte den Verlust zunächst nicht bemerkt, später Anzeige bei der Polizei erstattet und einen inszenierten Diebstahl vermutet.

Orchester fordern abgestufte Corona-Regeln

Die nordrhein-westfälischen Orchestermusiker fordern abgestufte Corona-Regeln für die klassische Musik. Bei Oper und Konzert habe sich gezeigt, dass das Ansteckungsrisiko gering sei, erklärte die Orchesterkonferenz NRW am Montag in Bochum. Die neue Corona-Schutzverordnung des Landes erlaube aber einheitlich nur bis zu 250 Besucher bei Veranstaltungen. "Von der Bühne aus sehen wir, wie diszipliniert sich das Publikum verhält, wir sind hier ja nicht auf einer wilden Party!", sagte der Sprecher der Vereinigung, Steffen Schrank. Bisherige Schutzkonzepte hätten funktioniert. Die Orchesterkonferenz vertritt 1700 Musiker und sieht in der neuerlichen Begrenzung des Publikums eine Gefährdung der Theater und Orchester. Land und Kommunen sollten ein Konzept vorlegen, "das eine kluge Balance zwischen ausreichendem Infektionsschutz und einem vernünftigen Spielbetrieb ermöglicht", forderte die Organisation.

Geiger David Garrett plant Hallentournee für 2022

Der Violinist David Garrett blickt optimistisch ins Jahr 2022 und plant eine Tournee durch große Hallen und Arenen mit tausenden von Zuschauern. Irgendwann werde der Tag kommen, sich wiederzusehen, sagte der 40-Jährige anlässlich der Bekanntgabe der Tour bei München. Er habe ein Repertoire zusammengestellt, das hoffnungsvoll sei, aber auch den Schmerz der letzten Zeit reflektiere. Nach dem Start im Januar 2022 in Schwerin sind weitere Konzerte mit einer Mischung aus Klassik und Pop geplant - unter anderem in Köln, München und Zürich.

Bühnenbildner und Grafiker Volker Pfüller gestorben

Der Bühnenbildner und Grafiker Volker Pfüller ist tot. Er starb nach langer Krankheit mit 81 Jahren in Rudolstadt, wie seine Familie und das Theater Rudolstadt mitteilten. Pfüller habe zu den prägendsten deutschen Bühnenbildnern der Gegenwart, sowohl als Praktiker wie auch als Ausbilder gehört, so die Mitteilung. Als Bühnen- und Kostümbildner arbeitete er unter anderem für das Deutsche Theater Berlin, die Volksbühne Berlin, die Münchener Kammerspiele und das Thalia Theater Hamburg. Ab 1990 übernahm Pfüller die Leitung der Abteilung Bühnenbild an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und wurde dort auch zum Professor ernannt. Ab 1997 bis 2005 war er als Professor für Illustration an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst tätig. Viele von Volker Pfüllers grafischen und bühnenbildnerischen Werken wurden preisgekrönt, darunter die Auszeichnung "100 Beste Plakate des Jahres". Für sein Lebenswerk wurde er 2019 auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis geehrt.

Künstlergruppe sucht Waffen der Bundeswehr

Das Künstlerkollektiv "Zentrum für Politische Schönheit" (ZPS) protestiert mit einer Aktion gegen Rechtsextremismus in der Bundeswehr. Unter dem Titel "Wo sind unsere Waffen?" ruft die Gruppe zu Hinweisen auf den Verbleib von verschwundenen Waffen und Munition der Bundeswehr auf. Am Montag errichtete die Gruppe vor dem Bundeskanzleramt in Berlin eine "Waffen-Rückgabecontainer-Station", wo Kampfmittel zurückgegeben werden könnten, wie es hieß. Teil der Aktion ist die Website unsere-waffen.de, auf der auch verschwundenes Waffenmaterial der Bundeswehr aufgelistet ist. Mit Verweis auf Angaben der Bundeswehr fehlen unter anderem 60 Kilogramm Sprengstoff und mehr als 70.000 Schuss Munition. Seit Jahren entwendeten rechtsextreme Netzwerke in der Bundeswehr ungestraft Munition und schwere Waffen, um sich für einen Bürgerkrieg auszustatten, erklärte das ZPS.

Privattheater fürchten Bühnen-Sterben

Die Privattheater in Nordrhein-Westfalen fordern von der Landesregierung, die Bühnen von der Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen auszunehmen. "Sonst sterben die Privattheater Ende des Jahres wie die Fliegen", sagte der Vorsitzende der Privattheatergruppe des Deutschen Bühnenvereins, René Heinersdorff, dem Evangelischen Pressedienst. Die geltenden Regeln, darunter die Pflicht eines Mindestabstands von 1,50 Metern zwischen den Besuchern, seien für die kleineren Privat-Bühnen "ein Todesstoß". Dadurch könnten Theater deutlich weniger Zuschauer einlassen als bisher - die meisten Privatbühnen könnten dadurch nicht mehr oder nur noch mit Verlust arbeiten. Auch die von Kulturstaatsministerin Grütters angekündigten neuen Fördermittel in Höhe von 30 Millionen Euro für Privattheater könnten die Verluste nicht auffangen. Die neuen Einschränkungen für die Theater seien ungerechtfertigt. Alle Bühnen hätten Hygienekonzepte vorgelegt, sagte Heinersdorff - in keinem Theater hätten eine Infektion stattgefunden.

Taylor Swift verkauft erneut eine Million Alben in USA

Die Popsängerin Taylor Swift hat in diesem Jahr erneut über eine Million Alben in den USA verkauft. "Folklore" ist das erste Album, das 2020 diese Marke brechen konnte, berichtete das Branchenblatt "Billboard" am Sonntag. Erst im vergangenen Jahr war Swift dies mit ihrem Album "Lover" gelungen. Es war das einzige Album, das sich 2019 in den USA über eine Million Mal verkaufte. Die US-Sängerin hatte das Überraschungsalbum "Folklore" ohne Ankündigung im Juli veröffentlicht. Bisher hat die 30-Jährige 8 Alben mit siebenstelliger Verkaufszahl. Am besten verkaufte sich bislang "Fearless" aus dem Jahr 2008 - mehr als sieben Millionen Mal. Mit "Folklore" hatte Swift bereits einen anderen Rekord gebrochen: Ende September hatte es die Musikerin geschafft, 47 Wochen lang mit einem Album auf Platz 1 der US-Charts zu stehen. Sie überholte damit den vorherigen Rekord von Pop-Diva Whitney Houston, der bei 46 Wochen lag.

Pakistan gegen islamophobe Inhalte auf Facebook

Pakistans Premierminister Imran Khan hat ein Verbot islamophober Inhalte auf Facebook gefordert. Die Regierung veröffentlichte am Sonntagabend einen entsprechenden Brief, der an Firmenchef Zuckerberg gerichtet war. "Ich schreibe Ihnen, um Sie auf die wachsende Islamophobie aufmerksam zu machen, die Hass, Extremismus und Gewalt in der ganzen Welt fördert, insbesondere durch die Nutzung von Social-Media-Plattformen wie Facebook", so Khan. Er forderte ein Verbot wie für die Holocaust-Leugnung, die vor knapp zwei Wochen von Facebook angekündigt wurde. Zuvor hatte Khan Frankreichs Präsident Emmanuel Macron per Twitter Islamophobie vorgeworfen. Hintergrund sind dessen Aussagen über Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed. Macron hatte die Meinungsfreiheit verteidigt und sich auf die Seite derjenigen gestellt, die Karikaturen zeigen oder veröffentlichen. Die islamische Tradition verbietet es, den Propheten abzubilden. Pakistan ist mehrheitlich muslimisch.

Sachsen-Anhalts Museen trotzen Corona-Pandemie

Die Museen in Sachsen-Anhalt sind nach Einschätzung des zuständigen Verbands größtenteils gut durch den Sommer gekommen - trotz oder gerade wegen der Corona-Pandemie. "Die Menschen gehen jetzt nicht in Spanien oder in Italien ins Museum, sondern sie entdecken ihre Region wieder neu, davon profitieren auch die kleineren Häuser", sagte der Vorsitzende des "Museumsverbands Sachsen-Anhalt", Ulf Dräger. Rund 90 Prozent der Museen im Land würden von Kommunen getragen. Diese hätten bislang keine Probleme gehabt. Anders sehe es bei einer privaten Trägerschaft aus. "Diese Einrichtungen sind auf Eintrittsgelder und Gelder aus Veranstaltungen angewiesen, die haben Probleme", so Dräger. Die steigenden Infektionszahlen könnten für die Häuser neue Probleme bringen. Hier müsse bei einer erneuten Schließung das Land wie im Frühjahr mit einem Nothilfeprogramm einspringen.

Stadt Bamberg will massiv bei Kultur kürzen

Die Stadt Bamberg will im kommenden Jahr die Mittel für Kultur um 25 Prozent kürzen. Das meldet der Bayerische Rundfunk. Grund dafür seien Mindereinnahmen und Zusatzkosten der Stadt wegen der Coronakrise. Die Bamberger Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar spricht von "massiven Auswirkungen" auf Veranstaltungen. Betroffen seien Festivals, Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Theateraufführungen. Das E.T.A-Hoffmann-Theater etwa soll im nächsten Jahr 2,5 Prozent weniger Geld erhalten. Die Intendantin, Sibylle Broll-Pape, könne damit Stellenstreichungen nicht mehr ausschließen. Sie rechnet mit 80.000 Euro weniger Etat für das Jahr 2021. Hinzu kämen Tarifsteigerungen bei den Personalkosten. Ab März waren am Theater keine Aufführungen mehr möglich.

Kulturleben wegen Corona vor tiefgreifendem Wandel

Der Berliner Theaterverein "Kulturvolk. Freie Volksbühne" stellt sich auf einen tiefgreifenden Wandel im Publikumsverhalten von Theatern und Oper ein. Corona werde nachhaltigere Spuren hinterlassen, als wir denken, sagte Geschäftsführerin Ströver der dpa. Unter den bisher rund 6400 Volksbühnen-Mitgliedern, werde die Verunsicherung immer stärker. Mit dem Ausbruch der Pandemie seien die Bestellungen eingebrochen, Tickets für mehr als 200 000 Euro musste der Verein rückabwickeln. Doch den Mut wolle man sich nicht nehmen lassen. Ab morgen erinnert der Verein zwei Tage lang in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz mit einer Revue zu Ehren des legendären Regisseurs Erwin Piscator an seine Gründung vor 130 Jahren.

Friedrichswerdersche Kirche wird wiedereröffnet

Nach rund achtjähriger Schließung wird die Friedrichswerdersche Kirche in Berlin-Mitte mit einer Sonderausstellung wiedereröffnet. Die von 1824 bis 1830 erbaute Friedrichswerdersche Kirche ist der einzig original erhaltene Kircheninnenraum des prominenten preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel. Ab Dienstag ist in dem ehemaligen evangelischen Gotteshaus die Schau "Ideal und Form" zu sehen, das kündigten die Staatlichen Museen zu Berlin an. Gezeigt werden wie bereits vor der sanierungsbedingten Schließung Skulpturen des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung der Alten Nationalgalerie.Die Kirche war Berlins erstes Gotteshaus im neugotischen Stil. Seit 2012 war das Kirchengebäude nur noch von außen erlebbar, da die Errichtung neuer Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft gravierende Schäden verursacht hatte.

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