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Kulturnachrichten

Freitag, 4. Dezember 2020

Solidarität mit Drehbuchautorin Anita Decker

Das Kammergericht Berlin hat es laut FAZ bestätigt: Warner Bros. und Barefoot, die Produktionsgesellschaft von Til Schweiger, haben Berufung gegen das Urteil zugunsten der Drehbuchautorin Anita Decker im Fall des Films "Keinohrhasen" eingelegt. Begründungen lägen noch nicht vor. Der Verband Deutscher Drehbuchautoren, „Kontrakt 18“ und Mitglieder der Sektion Drehbuch der Deutschen Filmakademie veröffentlichten unterdessen ein Solidaritätsschreiben für ihre Kollegin. Sie sei zwar nicht die erste Drehbuchautorin, die sich eine angemessene Beteiligung für einen Blockbuster erstreiten müsse, heißt es. Doch hätten sich bislang "nur Kolleginnen und Kollegen solche Klagen zugetraut, die am Ende ihrer Karriere standen – oder mit dem Rücken zur Wand. Zu einem Zeitpunkt also, an dem sie keine Angst vor schwarzen Listen mehr zu haben brauchten." Das Berliner Kammergericht urteilte, dass die Produzenten des Kassenschlagers "Keinohrhasen" ihre Umsätze offenlegen müssen, damit Decker ihre Urheberrechte einfordern kann.

Frauen in dt. Filmbranche weiter im Nachteil

Männer sind nach wie vor im Vorteil: Das besagt eine Antwort von Kulturstaatsministerin Monika Grütters auf eine Anfrage der Linksfraktion. Demnach seien im Bereich "Herstellung von Filmen, Videofilmen und Fernsehprogrammen" insgesamt fast 54 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Männer. Die Mehrheit der ausschließlich geringfügig Beschäftigten seien mit gut 58 Prozent wiederum Frauen. Im hochqualifizierten Bereich Regie sind nur knapp 38 Prozent Frauen angestellt. Im niedrigeren Anforderungsniveau "Spezialisten" seien es 58 Prozent. Die Lohnlücke soll sich zu Ungunsten von Frauen vergrößert haben.

Lars Eidinger ist 2021 Salzburger "Jedermann"

Tobias Moretti hat den Stab in Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" weitergereicht: Wie die Salzburger Festspiele mitteilten, wird Lars Eidinger im nächsten Jahr in der Titelrolle zu sehen sein. Als Buhlschaft wurde die österreichische Schauspielerin Verena Altenberger engagiert. "Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes" in der Regie von Michael Sturminger soll am 17. Juli 2021 wieder Saison-Premiere auf dem Domplatz haben - "bei Schlechtwetter im Großen Festspielhaus".

Warner zeigt neue Filme zeitgleich im Kino und Streaming

Wegen der Corona-Krise wird das Hollywood-Studio Warner Brothers im kommenden Jahr in den USA neue Filme zeitgleich zum Kinostart auch beim Streaming-Dienst HBO Max anbieten. Beide Unternehmen gehören zum Unterhaltungskonzer WarnerMedia. "Wir leben in beispiellosen Zeiten, die nach kreativen Lösungen verlangen", erklärte Warner-Bros.-Chefin Ann Sarnoff. "Wir wissen, dass neue Inhalte das Herzblut für Kinos sind, aber wir müssen das mit der Tatsache ausbalancieren, dass die meisten Kinos in den USA im Jahr 2021 wahrscheinlich nur mit begrenzten Kapazität betrieben werden."

Stiftung Bauhaus Dessau sucht weiter Direktor*in

Aus formalen und inhaltlichen Gründen haben Auswahlkommission und Stiftungsrat des Bauhauses Dessau die Nachfolgesuche für Direktorin Regina Bittner abgebrochen. In einer Pressemitteilung werden als Gründe der ungenau formulierte Ausschreibungstext und die nicht zufriedenstellende Qualifikation der Bewerberinnen und Bewerber angeführt. Somit kann der Posten nicht wie geplant mit Beginn des neuen Jahres neu besetzt werden. Regina Bittner bleibt noch im Amt.

Bundesarchitektenkammer unterstützt "Europäisches Bauhaus"

"Uneingeschränkte Unterstützung" findet das von EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen vorgeschlagene Projekt "Europäisches Bauhaus". Eine entsprechende Resolution verabschiedete die 93. Bundeskammerversammlung. Zur Begründung heißt es: Nachhaltig "gebaute Gebäude in lebendigen Quartieren mit ansprechenden Freiräumen sind von elementarer Bedeutung für eine offene und selbstbestimmte Gesellschaft." Diese auch für den Klimaschutz bestimmte Ausrichtung sei nicht nur eine technische, sondern vor allem eine kulturelle" Aufgabe. Weil von der Leyens Projekt als Teil des europäischen "Green Deal" interdisziplinär konzipiert sei, bieten die Mitglieder der Bundesarchitektenkammer ihre fachliche Expertise für einen ganzheitlichen Planungseinsatz an.

Crowdfunding zum Kauf von JRR Tolkiens Wohnhaus

Gandalf, der im wirklichen Leben Sir Ian McKellen heißt, unterstützt sie. Ebenso Bilbo, der Schauspieler Martin Freeman: Die Kampagne "Project Northmoor" der Autorin Julia Golding, die das Haus erwerben will, in dem der Schriftsteller JRR Tolkien mutmaßlich "Der Herr der Ringe" schrieb. Das Haus mit sechs Schlafzimmern in der Northmoor Road im britischen Oxford ist seit 1924 weitgehend unverändert geblieben, heißt es. Es könnte ein literarisches Tolkien-Zentrum werden, wenn die Fans an die 4,5 Millionen britische Pfund sammeln. Seit 2004 hat das Haus einen neuen Privatbesitzer.

Schauspielschule Ernst Busch solidarisch mit Uni Budapest

Unter dem Hashtag #freeSZFE hat die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch zu einer Demonstration in Berlin aufgerufen. Damit wollen die Studierenden sich an die Seite ihrer Kommilitonen, Kolleginnen und Kollegen der Universität für Theater- und Filmkunst (SZFE) in Budapest stellen. Die Aktion findet am 6. Dezember um 12 Uhr auf dem Rosa-Luxemburg-Platz statt.

PEN unterstützt inhaftierte chinesische Schriftsteller

Genau zehn Jahre nach der Verleihung des Friedensnobelpreises an Liu Xiaobo beginnt die internationale Schriftstellervereinigung PEN eine fünftägige Solidaritäts-Kampagne für die Kolleginnen und Kollegen, die in China im Gefängnis sitzen. Namentlich genannt werden Gui Minhai, Chimengül Awut, Kunchok Tsephel, Yang Hengjun und Qin Yongmin. Die Präsidentin des deutschen PEN erinnerte an Liu Xiaobo als mutigen Intellektuellen, der sich die Freiheit des Wortes nahm und teuer mit dem Leben bezahlte. Am 10. Dezember 2010 war der Schriftsteller, Literaturkritiker und Menschenrechtsaktivist Liu Xiaobo in Oslo in Abwesenheit mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden. Das Ehrenmitglied des PEN starb nach jahrelanger Haft im Juli 2017.

007-Filmpistole versteigert

256.000 Dollar zahlte der neue Besitzer für die erste Waffe, die Sean Connery als Agent seiner Majestät in "James Bond jagt Dr. No" benutzt hatte. Das meldet das Auktionshaus Julien's und fügt hinzu: Das Erinnerungsstück sei an einen Fan in den USA verkauft worden. Bei der Auktion in Los Angeles wurden über 500 Objekte aus verschiedenen Hollywood-Filmen versteigert.

US-Autorin Alison Lurie gestorben

Die US-amerikanische Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Alison Lurie ist tot. Sie starb gestern mit 94 Jahren in New York, wie ihr Ehemann mitteilte. Die emeritierte Professorin der Cornell University hatte 1985 für ihren Roman "Foreign affairs" den Pulitzer-Preis erhalten. Die New York Times bezeichnete sie als eine der fähigsten und geistreichsten Romanautorinnen des Landes. Lurie wurde in Chicago geboren und wuchs in New York auf. Ihr letztes Buch, die Essay-Sammlung "Words and Worlds", wurde 2019 veröffentlicht.

Brecht-Weigel-Haus erhält Besucherzentrum

Das historische Brecht-Weigel-Haus im brandenburgischen Buckow erhält für knapp 1,34 Millionen Euro ein modernes Besucherzentrum. Dieses solle dazu beitragen, eine seiner Bedeutung angemessene Arbeit für ein breites Publikum zu ermöglichen, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters zum ersten Spatenstich. Bertolt Brecht gehöre zu den einflussreichen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. In Buckow seien wesentliche Teile seines Spätwerks entstanden. Das Brecht-Weigel-Haus ist ein Museum und eine Gedenkstätte für das Künstlerehepaar Bertolt Brecht und Helene Weigel. In dem Sommerwohnsitz arbeiteten der Dramatiker und Lyriker sowie die Schauspielerin und Intendantin des Berliner Ensembles seit 1952. Die Fertigstellung des neuen Besucherzentrums ist für Anfang 2022 geplant.

Biller kritisiert Eckhart-Auftritt beim "Literarischen Quartett"

Der jüdische Schriftsteller Maxim Biller hat die Einladung der österreichischen Kabarettistin Lisa Eckhart zum "Literarischen Quartett" im ZDF mit scharfen Worten kritisiert. Die Einladung der Künstlerin - der Kritiker vorwerfen, rassistische und antisemitische Klischees zu bedienen - sei eine Beleidigung für das Lebenswerk des jüdischen Literaturkritikers und Sendungs-Initiators Marcel Reich-Ranicki, schrieb Biller in einem Gastbeitrag in der "Süddeutschen Zeitung". Biller war ab 2015 selbst für eine Zeit regelmäßiger Teilnehmer im "Literarischen Quartett".

Kulturgenossenschaft kauft Altes Schauspielhaus in Erfurt

Die Genossenschaft "KulturQuartier" hat einen entscheidenden Schritt für die Umwandlung des Alten Schauspielhauses in Erfurt in ein neues Kulturzentrum gemacht. Sie hat das Gebäude der Stadt Erfurt für einen unbekannten Betrag abgekauft, wie Vertreter beider Seiten in Thüringens Landeshauptstadt mitteilten. Ziel der Initiative ist es, das zentral gelegene und seit Jahren leerstehende Haus mit kulturellem Leben zu füllen. Es soll Raum für Ateliers, Tanz, ein Kino und mehr bieten. Die Gesamtkosten für das Projekt schätzen die Planer auf 5,5 Millionen Euro. Die nötige eine Million Euro Eigenkapital kommt über die Anteile der 800 Genossenschafts-Mitglieder zusammen. Die Konstellation für das Projekt sei vermutlich nicht nur in Thüringen, sondern deutschlandweit eine Besonderheit, erklärten Vertreter der Genossenschaft und der Stadt.

Jutta Lampe ist gestorben

Jutta Lampe, eine der prägendsten Schauspielerinnen ihrer Zeit, ist in Berlin gestorben. Das bestätigte die Berliner Schaubühne, wo sie 30 Jahre lang spielte. Zuerst hatte die Frankfurter Allgemeine Zeitung darüber berichtet. Jutta Lampe wurde vermutlich 1937 in Norddeutschland geboren. Der Regisseur Peter Stein entdeckte sie als junge Schauspielerin in Bremen. Dort trat sie dann am Stadttheater in Steins legendärer Inszenierung von "Kabale und Liebe" auf. Später ging sie mit ihm nach Zürich und dann als eine der ersten Schauspielerinnen an die Berliner Schaubühne. Ab Ende der 70er Jahre spielte sie in einigen Filmen von Margarethe von Trotta mit, darunter 1981 in "Die bleierne Zeit".

NRW-Kultursekretariate fordern Rettungsschirm

Die Kultursekretariate in Nordrhein-Westfalen haben in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Rettungsschirm für die Kultur gefordert. In den veröffentlichten "sieben Denkanstößen" fordern sie Bund, Länder und Kommunen dazu auf, dass die in 2020 etablierten Hilfsmaßnahmen mindestens über die kommenden fünf Jahre fortgesetzt werden. Wichtig sei außerdem die Stärkung außerschulischer Bildungsangebote, die Förderung neuer spartenübergreifender Kulturformate und die Nutzung der Kultur für Stadtentwicklung. Die Kultursekretariate fürchten, dass die Kultur kommenden Sparzwängen zum Opfer fallen könnte. Den NRW-Kultursekretariaten als Institutionen der kommunalen Kulturförderung gehören rund 100 Städte an.

US-Autorin Alison Lurie gestorben

Die US-amerikanische Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Alison Lurie ist tot. Sie starb gestern mit 94 Jahren in New York, wie ihr Ehemann mitteilte. Die emeritierte Professorin der Cornell University hatte 1985 für ihren Roman "Foreign affairs" den Pulitzer-Preis erhalten. Die New York Times bezeichnete sie als eine der fähigsten und geistreichsten Romanautorinnen des Landes. Lurie wurde in Chicago geboren und wuchs in New York auf. Ihr letztes Buch, die Essay-Sammlung "Words and Worlds", wurde 2019 veröffentlicht.

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