Seit 15:05 Uhr Interpretationen

Sonntag, 16.06.2019
 
Seit 15:05 Uhr Interpretationen

Kulturnachrichten

Sonntag, 16. Juni 2019

Literaturpreis für Schriftstellerin Husch Josten

Die Schriftstellerin Husch Josten hat den diesjährigen Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung erhalten. Die Auszeichnung wurde der gebürtigen Kölnerin am Sonntag in der Klassikerstadt Weimar vom Stiftungsvorsitzenden Norbert Lammert überreicht. Josten greife heikle Themen auf wie Terrorismus und Fundamentalismus in Europa, über große Themen erzähle sie fundiert, "nicht lehrmeisterlich, vielmehr lakonisch und leicht, spannungsvoll und mit Humor, eingebettet in die Lebensgeschichte von Menschen", so die Begründung der Jury. Die Auszeichnung ist in diesem Jahr mit 20 000 Euro dotiert.

Jens Harzer erhält Iffland-Ring

Der deutsche Schauspieler Jens Harzer ist neuer Träger des prestigeträchtigen Iffland-Rings. Die Auszeichnung wurde Harzer am Sonntag im Wiener Burgtheater von Österreichs Kulturminister Alexander Schallenberg überreicht. Es lohne sich die Präsenz Harzers auf der Bühne zu beobachten, auch wenn er scheinbar nur ruhig in der Ecke sitze, so der Intendant des Schauspielhauses Bochum, Johan Simons, in seiner Laudatio. Der 47-jährige Harzer ist Ensemblemitglied am Thalia Theater Hamburg und wurde von dem Mitte Februar verstorbenen, bisher letzten Träger Bruno Ganz als sein Nachfolger als "würdigster" Schauspieler des deutschen Sprachraums bestimmt.

Bühnenverein beschließt Geschlechter-Parität

Die Jahreshauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins ist in Nürnberg zu Ende gegangen. In den Führungsgremien des Vereins wurde eine weitgehend paritätische Besetzung mit Männern und Frauen erreicht. Neben dem Thema Geschlechtergerechtigkeit befassten sich die rund 300 Intendanten, Regisseure und Theaterdirektoren auf der Tagung mit dem Umgang mit Machtmissbrauch und sexuellem Missbrauch an Bühnen, der Auseinandersetzung mit rechtspopulistischen Strömungen und dem Fachkräftemangel der Branche. In der Auseinandersetzung mit rechtspopulistischen Strömungen stünden die Theater dafür, die Komplexität der Wirklichkeit als Reichtum abzubilden und emotional und sinnlich erfahrbar zu machen, betonte Bühnenevereinspräsident Ulrich Khuon. "Die Theater sind hervorragend dazu geeignet, analoge Foren des Austauschs über gesellschaftliche und ästhetische Modelle zu bieten", sagte er.

Architekt Wilhelm Holzbauer gestorben

Der für das Festspielhaus Baden-Baden bekannte österreichische Architekt Wilhelm Holzbauer ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Musikbau-Spezialist war bekannt für seine pragmatische Arbeitsweise. Er gestaltete für die Salzburger Festspiele das 2006 eröffnete "Haus für Mozart" und in Amsterdam das Muziektheater. Wilhelm Holzbauer lehrte auch von 1977 bis 1998 als Professor an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

Helmut-Käutner-Preis für Caroline Link

Die Regisseurin Caroline Link wird für ihr filmisches Werk mit dem Helmut-Käutner-Preis der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet. Mit ihren Filmen gelinge es Link immer wieder, "emotional tiefgründige Themen einfühlsam einem breiten Publikum nahezubringen", so die Jury. Mit ihrer sensiblen Schauspielerführung sporne Link sowohl namhafte Darsteller als auch immer wieder junge Talente zu Höchstleistungen an. Der mit 10 000 Euro dotierte Filmpreis wird im November im Düsseldorfer Rathaus überreicht. "In meiner Arbeit versuche ich, Anspruch und Unterhaltung zusammenzubringen", sagte Link. "Wenn ich in diesem Bestreben erfolgreich bin, bin ich dafür sehr dankbar."

Bayerische Regierung erhält "Verschlossene Auster"

Die Bayerische Staatsregierung hat den Negativpreis "Verschlossene Auster" der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche erhalten. Die Staatsregierung habe, getragen von einer Koalition aus CSU und Freien Wählern, die Einführung des Informationsfreiheitsrechts blockiert; außer in Bayern fehle das Recht zur Einsicht in behördliche Akten nur noch in Sachsen und Niedersachsen, hieß es zur Begründung. Die "Verschlossene Auster" wird seit 2002 vergeben. Die Auszeichnung bekommen Menschen, Verbände, Vereine oder Unternehmen, die Journalisten bei ihrer Arbeit behindert oder Transparenz verhindert haben.

Italienischer Regisseur Franco Zeffirelli gestorben

Der italienische Regisseur Franco Zeffirelli ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Zeffirelli wurde vor allem durch seine Shakespeare-Verfilmungen bekannt, unter anderem "Der Widerspenstigen Zähmung" mit Elisabeth Taylor und Richard Burton. Für "Romeo und Julia" erhielt er eine Oscar-Nominierung für die beste Regie. Zeffirellis große Liebe galt aber seinen aufwändig-opulenten Operninszenierungen. Er arbeitete mit vielen Operngrößen zusammen, u.a. mehrfach mit seiner engen Freundin Maria Callas.

Kein Aachener Friedenspreis für Ruslan Kotsaba

Der ukrainische Journalist Ruslan Kotsaba wird den Aachener Friedenspreis wegen antisemitischer Aussagen doch nicht erhalten. Laut einer Sprecherin hat die Mitgliederversammlung mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit der Entscheidung des Vorstands des Trägervereins zugestimmt. Kotsaba sollte den Aachener Friedenspreis für sein Eintreten für Frieden, Versöhnung und Dialog zwischen den Konfliktparteien in der Ostukraine erhalten. Kotsaba hatte die gegen ihn erhobenen Antisemitismus-Vorwürfe bedauert und zurückgewiesen: "Ich habe durch meine Politisierung im Kontext des Krieges in der Ostukraine viele meiner Einstellungen überdacht und geändert", betonte er. Dazu gehöre auch die Aussage von 2011, die "in nicht akzeptabler Weise den Juden Verantwortung für den Aufstieg des Faschismus in Deutschland und des Kommunismus in Osteuropa" gebe, so Kotsaba weiter. Er bedaure diese Aussagen heute und bitte diejenigen, die sich durch sie verletzt gefühlt haben, um Verzeihung.

Kulturnachrichten hören

Oktober 2020
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur