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Kulturnachrichten

Mittwoch, 2. Oktober 2019

Italien fordert Klarheit von Uffizien-Direktor

Die italienische Regierung hat von dem deutschen Direktor der Uffizien in Florenz, Eike Schmidt, Klarheit über seine Absage an das Kunsthistorische Museum in Wien gefordert. Schmidt hatte dem angesehenen Museum in Österreich überraschend abgesagt, obwohl der Wechsel von Florenz nach Wien seit zwei Jahren feststand. Schmidt habe ihn informiert, weitere vier Jahre die Gemäldegalerie in Florenz führen zu wollen, erklärte Kulturminister Dario Franceschini in Rom. Bevor er Schmidt zusagen könne, habe er betont, dass es "zu keinen Problemen mit Österreich und der österreichischen Regierung kommen darf". Schmidts Sinneswandel hatte in Österreich Irritationen ausgelöst, dort sollte er eigentlich Anfang November den Posten als neuer Generaldirektor antreten.

Plácido Domingo gibt Leitung der Oper von LA auf

Der durch Belästigungsvorwürfe unter Druck geratene Opernstar Plácido Domingo hat nun auch sein Amt als Generaldirektor der Oper von Los Angeles niedergelegt. Der 78-Jährige erklärte heute, er kämpfe weiter um seinen guten Ruf. Währenddessen halte er es für das Beste, wenn er als Generaldirektor der Los Angeles Opera zurücktrete und seine geplanten Auftritte absage. Vor gut einer Woche hatte Domingo bereits all seine Auftritte an der berühmten New Yorker Metropolitan Oper abgesagt. Nach Aussagen von acht Sängerinnen und einer Tänzerin soll der Gesangsstar seine Position ausgenutzt haben, um zahlreiche Frauen zu sexuellen Handlungen zu nötigen. Domingo weist die Anschuldigungen zurück.

Banksy eröffnet Geschäft in London

Der britische Street-Art-Künstler Banksy hat in London erstmals ein eigenes Geschäft eröffnet. Allerdings können Interessierte die darin präsentierten Kunstwerke nicht ansehen oder vor Ort kaufen, da die Türen des Geschäfts geschlossen bleiben, wie Banksy mitteilte. Die Objekte können demnach ausschließlich übers Internet erstanden werden. Der Erlös solle an eine Flüchtlingsorganisation gehen, deren Rettungsschiff von den italienischen Behörden festgesetzt worden sei. Hintergrund der Neueröffnung ist laut Banksy der Versuch eines Herstellers von Glückwunschkarten, unter dem Namen des Künstlers seine Produkte zu verkaufen. Rechtsexperten zufolge nutzt Banksy seine 'Marke' bislang nicht, um seine Werke zu verkaufen - deshalb könne sie auf andere übertragen werden. Das ist der Grund, warum dem britischen Künstler geraten wurde, selbst ein Geschäft zu eröffnen.

Kunstverein ehrt trotz Antisemitismus-Vorwurf

Trotz Antisemitismus-Vorwürfen will ein Aachener Kunstverein einen Preis an den amerikanisch-libanesischen Künstler Walid Raad überreichen. Man habe die Vorwürfe recherchiert, "aber nichts gefunden, was wirklich stichhaltig ist", sagte der Vorstandssprecher der Freunde des Ludwig Forums, Michael Müller-Vorbrüggen, in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. Mit dem Preis sollte Raad im Oktober für sein 15 Jahre dauerndes Projekt "The Atlas Group" gewürdigt werden, in dem sich der 1967 geborene Künstler mit der gewaltsamen Geschichte des Libanon auseinandersetzt. Die Stadt Aachen hat sich dagegen aus der Verleihung zurückgezogen.

Schlager-Legende Karel Gott ist tot

Der Schlagersänger Karel Gott ist tot. Die "goldene Stimme aus Prag" starb am Dienstagabend im Alter von 80 Jahren, berichtet die tschechische Nachrichtenagentur CTK Berufung auf die Sprecherin des Sängers. Im September hatte er mitgeteilt, dass er an akuter Leukämie litt. Eine erste Krebserkrankung am Lymphsystem hatte er wenige Jahre zuvor überstanden. Karel Gott stand fast sechs Jahrzehnte auf der Bühne und verkaufte Schätzungen zufolge mehr als 50 Millionen Tonträger.

Grütters ehrt Buchhandlungen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat 118 unabhängige und inhabergeführte Buchhandlungen mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet. Grütters würdigte die Buchhändler als Verteidiger der Demokratie. Die Bereitschaft, sich mit anderen Sicht- und Lebensweisen auseinandersetzen, nehme ab, sagte die CDU-Politikerin. Deshalb sei die Vielfalt in den Buchhandlungen ein Plädoyer für Gedankenfreiheit und Verständigung: "Denn Bücher laden dazu ein, Dinge anders zu sehen." Der Deutsche Buchhandlungspreis wurde zum fünften Mal verliehen, insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 850.000 Euro ausgezahlt.

Freilassung von R. Kelly erneut abgelehnt

Die New Yorker Staatsanwaltschaft hat eine Bitte des US-Sängers R. Kelly auf Haftentlassung auf Kaution erneut abgelehnt. Es bestehe weiter ein Fluchtrisiko, teilten die Staatsanwälte mit. Kelly, der seit Juli in einem Gefängnis in Chicago einsitzt, hatte Anfang der Woche über seine Anwälte um Haftentlassung auf Kaution gebeten. Seine Anwälte argumentierten, es bestehe kein Fluchtrisiko und der Sänger stelle keine Gefahr dar. Die Staatsanwaltschaft in New York wirft Kelly unter anderem sexuellen Missbrauch und Erpressung vor. Kelly beteuert seine Unschuld.

Internet beeinflusst Sozialverhalten nicht negativ

Häufige Nutzer des Internets sind generell nicht weniger fähig zum sozialen Zusammenhalt als andere Mediennutzer. Das geht aus einer Studie der Universität Erfurt hervor. Demnach gibt es beim sozialen Zusammenhalt keine Unterschiede zwischen Menschen, die Online- oder Offline-Medien bevorzugen. Einzige Ausnahme seien Facebook-Nutzer, die deutlich schlechter abschnitten. Die genauere Ursache dafür konnten die Medien- und Politikwissenschaftler in Erfurt aber nicht benennen.

Berliner Musikrat will Knabenchöre für Mädchen öffnen

Der Landesmusikrat Berlin fordert bei der Chorausbildung gleiche Chancen für Mädchen wie für Jungen. Es müssten vergleichbare und kostenfrei zugängliche Strukturen geschaffen werden, sagte die Generalsekretärin des Landesmusikrats, Franziska Stoff, bei einem Runden Tisch zur Chancengleichheit in Chören.
Keine Lösung sei es, den Zugang für Mädchen zu Knabenchören zu erzwingen, so Stoff. Aber sie sollten wie die Jungen die Chance auf eine hoch qualifizierte und kostenfreie musikalische Grundausbildung erhalten. Durch "die patriarchalischen Strukturen" hätten Jungen in Knabenchören immer noch Vorteile. Das Landgericht Berlin hatte Mitte August die Klage der Mutter eines neunjährigen Mädchens zur Aufnahme in einen Knabenchor zurückgewiesen. Die Ausrichtung des Klangbildes eines Chores gehöre zur Kunstfreiheit, hieß es zur Begründung.

Verdienstorden für Künstler und DDR-Bürgerrechtler

Bundespräsident Steinmeier hat DDR-Bürgerrechtler mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Sie alle hätten irgendwann ihre Angst und ihre Zweifel überwunden und sich aus gesellschaftlichen und privaten Nischen herausgewagt, sagte Steinmeier bei der Verleihung zum Tag der Deutschen Einheit im Berliner Schloss Bellevue. Zu den Ausgezeichneten gehörten Eva und Jens Reich, Rainer Eppelmann, der Liedermacher Stephan Krawczyk und der Mitbegründer der Grünen in der DDR, Carlo Jordan. Zu den ausgezeichneten Kulturschaffenden gehören Deutsch-Rocker Udo Lindenberg, die Lyrikerin Elke Erb, die Theaterregisseurin Andrea Breth und die Sopranistin Edda Moser. Außerdem wurden die Wissenschaftlerinnen Emmanuelle Charpentier, Antje Boetius und Britta Nestler sowie der Astronaut Alexander Gerst und die Historiker Jürgen Osterhammel und Karl Schlögel mit dem Verdienstorden ausgezeichnet.

Deutscher Comedypreis für John Cleese

Der britische Schauspieler und Monty-Python-Star John Cleese erhält den Deutschen Comedypreis für sein Lebenswerk. Mit der Comedytruppe Monty Python habe er Generationen von Comedians geprägt, begründete Köln Comedy die Verleihung. Cleese sei "ein wunderbarer Botschafter des berühmten britischen Humors". Der 79-Jährige werde den Preis am Mittwochabend in Köln selbst entgegen nehmen. Als Laudator sei Thomas Gottschalk vorgesehen. Der Deutsche Comedypreis wird in diesem Jahr zum 20. Mal vergeben.

Geschwister-Scholl-Preis für türkischen Journalisten

Der inhaftierte türkische Journalist Ahmet Altan bekommt in diesem Jahr den Geschwister-Scholl-Preis. Er werde für sein Buch "Ich werde die Welt nie wiedersehen. Texte aus dem Gefängnis" ausgezeichnet, teilte der Landesverband Bayern im Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit. Altans Texte zeigten auf eine ruhige, klare Weise, wie es im Augenblick um die Türkei bestellt sei, erklärte die Jury. Altan war kurz nach dem Putschversuch vom Juli 2016 verhaftet worden. Kürzlich milderte ein türkisches Gericht seine Haftstrafe von lebensläglich auf 5 bis 15 Jahre ab. Der Geschwister-Scholl-Preis erinnert an Sophie und Hans Scholl, die 1943 wegen ihres Widerstandes gegen die Nazi-Diktatur hingerichtet wurden.

"Gemütlichkeit" ist schönstes Wort für Deutschlernende

"Gemütlichkeit" ist aus Sicht von Deutsch-Lernenden das schönste deutsche Wort. Zu diesem Ergebnis kam eine Abstimmung des Sprachmagazins "Deutsch perfekt", an der sich Deutschlernende aus insgesamt 46 Ländern beteiligt hatten. Die Plätze zwei und drei belegten die Wörter "Schmetterling" und "Eichhörnchen". Das Sprachmagazin stellt in seiner aktuellen Ausgabe die 25 beliebtesten Begriffe aus der Abstimmung vor.

Mehr ausländische Lehrer an deutschen Schulen

An deutschen allgemeinbildenden Schulen ist die Zahl ausländischer Lehrerinnen und Lehrer gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren es im vergangenen Schuljahr rund 9.700 Pädagogen, 3.700 bzw. 62 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Unter den rund 686.000 Lehrkräften in Deutschland kamen 2018/2019 aber nur 1,4 Prozent aus dem Ausland. In Berlin ist ihr Anteil mit 5,1 Prozent am höchsten, gefolgt von Hamburg (3,1), Hessen (2,7) und Brandenburg (2,5). Den geringsten Anteil hatte Sachsen-Anhalt (0,5).

Mexiko erbt Nachlass von Literaturnobelpreisträger Paz

Der mexikanische Staat ist der einzige Erbe des Nachlasses von Literaturnobelpreisträger Octavio Paz. Das hat nach Angaben des Kulturministeriums ein Familiengericht entschieden. Paz' Witwe war im vergangenen Jahr gestorben, ohne ein Testament zu hinterlassen. Die einzige Tochter aus der ersten Ehe des Schriftstellers war bereits 2014 gestorben. Zum Nachlass des Autors gehören private Korrespondenz, Manuskripte und Fotos.

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