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Sonntag, 16.06.2019
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 28. Oktober 2018

Völklinger Hütte erinnert an Zwangsarbeiter

Christian Boltanski ist mit Installation beauftragt

Mit einer Kunstinstallation erinnert das Weltkulturerbe Völklinger Hütte an die Tausenden in dem früheren Eisenwerk eingesetzten Zwangsarbeiter. Ab dem 1. November ist eine als Erinnerungsort gestaltete Installation des französischen Künstlers Christian Boltanski zu sehen. Dabei handele es sich um ein "emotionales Kunstwerk, das die Erinnerung an diese Menschen wachhält und erlebbar werden lässt", so die Ausstellungshalle in einer Pressemitteilung. Demnach gestaltet sich die Installation aus eng gestellten Wänden des Archivs der Erinnerungen, das aus unzähligen aufeinander gestapelten Archivkisten besteht. "Hier und da ist eine Nummer zu erkennen, schwarze Hosen und Jacken formieren sich zu einem Kleiderberg. Die geflüsterten Namen der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die aus allen Ecken der Installation erklingen, lösen einen Schauer aus", heißt es weiter. Nach Angaben der Völklinger Hütte waren während des Zweiten Weltkrieges 12.393 Männer, Frauen und Kinder aus 20 Ländern als Zwangsarbeiter in der Völklinger Hütte registriert. 261 von ihnen hätten ihr Leben verloren, darunter 60 Kinder und Kleinkinder.

Zeitumstellung führt in Marokko zu Ärger

Anpassung an die aktuelle Uhrzeit in Frankreich und Deutschland

In Marokko hat die Zeitumstellung in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu Verwirrung und Ärger geführt. In einem für die Bevölkerung überraschenden Schritt hatte die Regierung erst am Freitag entschieden, die Uhren nicht wie sonst üblich um eine Stunde zurückzustellen, sondern sie in der örtlichen Sommerzeit zu belassen. Zahlreiche Menschen beschwerten sich im Internet darüber, dass die Uhrzeit zum Beispiel auf Computern und Smartphones am Sonntag aber trotzdem automatisch um eine Stunde zurückgesetzt wurde. Die staatliche Fluggesellschaft Royal Air Maroc hatte zuvor angekündigt, dass künftig alle Flüge von Marokko aus mit einstündiger Verspätung starten würden. Der marokkanische Bildungsminister Saaid Amzazi kündigte am Wochenende an, dass die Stundenpläne der neuen Zeit angepasst werden und Schüler künftig bereits um 08.00 Uhr statt um 09.00 Uhr in die Schule gehen müssten. Auch diese Entscheidung führte bei Nutzern der sozialen Netzwerke zu Protesten. Mit der Entscheidung erreichte die marokkanische Regierung eine Anpassung an die aktuelle Uhrzeit in Frankreich und Deutschland.

Syrisches Nationalmuseum wieder zugänglich

Während des Krieges aus Angst vor Plünderungen geschlossen

Sieben Jahre nach seiner Schließung hat das syrische Nationalmuseum in Damaskus am Sonntag wieder seine Türen für die Öffentlichkeit geöffnet. "Einige archäologische Stätten sind durch Terroristen zum Teil schwer zerstört worden", sagte Syriens Kulturminister Mohammad al-Ahmad. Die Eröffnung sei auch ein Zeichen, dass die Sicherheit in der syrischen Hauptstadt wieder hergestellt sei. Das Museum war kurz nach Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges geschlossen worden, aus Angst vor Plünderungen und Zerstörungen. Mehr als 300.000 Artefakte seien an sicheren Orten versteckt worden, sagte der damalige Leiter des Museums, Mamun Abdel Karim, zur Wiedereröffnung. Das Haus zählt zu den bedeutendsten Museen des Orients. Zu den Exponaten zählt eines der ältesten Alphabete der Welt auf einer Tontafel aus dem 14. Jahrhundert vor Christus. Unter anderem die Terrormiliz Islamischer Staat hatte zahlreiche historische Stätten in Syrien zerstört oder geplündert, wie etwa die Oasenstadt Palmyra mit Ruinen aus der römischen Zeit.

Umweltpreis für Meeresbiologin und Wasserschützer

Höchstdotierte Umweltauszeichung Europas für Pionierarbeit

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Deutschen Umweltpreis an Wissenschaftler überreicht, die zum Schutz des Wassers und der Ozeane beigetragen haben. Die mit 500 000 Euro höchstdotierte Umweltauszeichnung Europas ging in Erfurt an die Meeresbiologin Antje Boetius, Leiterin des Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, und an ein interdisziplinäres Team von Abwasserforschern vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig sowie vom Demonstrationszentrum für dezentrale Abwasserbehandlung. Die Preisträger hätten Pionierarbeit geleistet bei der Erforschung der Tiefsee sowie bei der Entwicklung eines Systems, das Menschen in Jordanien zu sauberem Wasser verhelfe, sagte Steinmeier. Verabschiedet wurde bei der Preisverleihung eine Erklärung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt für Vielfalt und Toleranz. Das Kuratorium der Stiftung wolle damit ein Zeichen gegen Populismus, Gleichgültigkeit gegenüber Fakten und unverantwortliche Vereinfachungen setzen, hieß es.

Nationalmuseum in Prag wiedereröffnet

Das Museum wurde vor 100 Jahren gegründet

Nach dreijährigen Umbauarbeiten ist das historische Gebäude des Nationalmuseums in Prag wiedereröffnet worden. Zu sehen sind einstweilen zwei große Ausstellungen, darunter eine tschechisch-slowakische zum 100. Gründungstag der Tschechoslowakei. Geöffnet ist nur ein Teil des Museums; erst im Februar oder März sollen wieder alle Räumlichkeiten zugänglich sein. Das Nationalmuseum in Prag ist das führende Museum Tschechiens zur Kultur- und Naturgeschichte. Es verfügt über zahlreiche Sammlungen und Ausstellungsgebäude. Das Hauptgebäude auf dem Wenzelsplatz bildete im Herbst 1989 die Kulisse für die Demonstrationen der friedlichen "Samtenen Revolution", die zum Untergang des sozialistischen Regimes führten. Das Museum wurde 1818 als "Vaterländisches Museum in Böhmen" gegründet. Seit 1848 trug es den Namen "Böhmisches Museum". Seit dem Jahr 2000 ist vor dem Hauptgebäude ein unauffälliges Denkmal für den Studenten Jan Palach angebracht, der sich 1969 aus Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings selbst verbrannte. Bis Jahresende ist der Eintritt frei.

Australischer Dirigent Richard Gill gestorben

Er galt als das "Gesicht" der klassischen Musik in Australien

Im Alter von 76 Jahren ist der australische Dirigent Richard Gill gestorben. Er erlag am Sonntag in Sydney einer Krebserkrankung. "Richard war ein Champion der australischen Musik", hieß es einem Nachruf des Australian Romantic & Classical Orchestra, das er gegründet hatte. Zu Gills Ehren hatten sich mehr als 70 Musiker vor seinem Haus versammelt, um eines seiner Lieblingsstücke, den "Dam Busters March", zu spielen. Gill war auch ein populärer Musikvermittler, dessen Anliegen es war, allen Schichten der Gesellschaft die Liebe zur Musik nahezubringen. Er wurde zum "Gesicht" der klassischen Musik in Australien, kümmerte sich um die Ausbildung von Musiklehrern und war regelmäßiger Gast in TV-Musikshows. Er trug landesweit zur Gründung von Chören und Orchesterensembles bei.

Hofer Filmtage: "Goldpreis" für Luzie Loose

Die 1989 geborene Loose erzähle von neuen Formen individueller Schuld

Für ihren Debütfilm "Schwimmen" über die "Generation Smartphone" erhält die Autorenfilmerin Luzie Loose den erstmals bei den Hofer Filmtagen vergebenen "Goldpreis". Die 1989 geborene und in Berlin aufgewachsene Loose erkenne den psychischen Stress der "Handy-Jugend" und erzähle von neuen Formen individueller Schuld, heißt es in der Begründung von Regisseur Edgar Reitz. "Bösartige Konkurrenzkämpfe und Mobbing bestimmen das Leben der Jugendlichen in Internetforen und sozialen Medien. Hier entsteht ein virtuelles Schlachtfeld, auf dem das Handy sich in eine gefährliche Waffe verwandelt", so Reitz. Der "Hofer Goldpreis" der Friedrich-Baur-Stiftung folgt auf den "Heinz-Badewitz-Preis" und wird für die beste Regieleistung bei einem ersten Langspielfilm verliehen. Die Ehrung besteht aus einem Goldbarren im Wert von rund 35 000 Euro und künstlerischer Beratung für den Preisträger.

Georg-Büchner-Preis an Terézia Mora verliehen

Autorin für ihre "eminente Gegenwärtigkeit und lebendige Sprachkunst" geehrt

Die Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Übersetzerin Terézia Mora hat in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis 2018 erhalten. Die 47-jährige deutsch-ungarische Autorin wurde laut Jury-Begründung für ihre "eminente Gegenwärtigkeit und lebendige Sprachkunst" ausgezeichnet, "die Alltagsidiom und Poesie, Drastik und Zartheit vereint". Mora kritisierte in ihrer Dankesrede eine Radikalisierung der Debattenkultur. In den vergangenen Monaten habe sich die öffentliche wie die private Rede in Deutschland in eine Richtung radikalisiert, "die uns zu recht besorgt sein lässt", sagte Preisträgerin. Der Büchner-Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und gilt als renommierteste Literaturauszeichnung in Deutschland. Außerdem wurden bei der Preisvergabe der Kunsthistoriker Wolfgang Kemp mit dem Sigmund-Freud-Preis und der österreichische Journalist und Schriftsteller Martin Pollack mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis geehrt. Pollak rief zur Einmischung auf, um die Meinungsfreiheit in Europa zu retten, die durch nationalistische Politiker etwa in Polen, Ungarn und Österreich bedroht sei. Merck- und Freud-Preis sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert.

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