Sonntag, 25.08.2019
 

Kulturnachrichten

Mittwoch, 24. Oktober 2018

Fünf unversehrte Skelette von Pompeji entdeckt

Fund verrät Neues über Zeitpunkt des Vulkan-Ausbruchs

Bei Ausgrabungen in der antiken Stadt Pompeji haben Archäologen fünf unversehrte menschliche Skelette gefunden. Bei den zwei Frauen und drei Kindern dürfte es sich um Opfer des Ausbruchs des Vesuvs im Jahr 79 nach Christus gehandelt haben, sagte der Direktor der archäologischen Stätte von Pompeji, Massimo Osanna, der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Denn Experten zufolge lässt der Fund neue Schlüsse über den Zeitpunkt des Vulkanausbruchs zu, der Pompeji damals unter sich begrub. Bisher dachten Historiker, er hätte sich im August 79 ereignet. Doch Kohlezeichnungen in dem Raum, in dem die Skelette gefunden wurden, deuten auf einen Ausbruch im Oktober hin. Die Frauen und Kinder suchten nach Ansicht der Archäologen Schutz in dem Raum, wurden aber entweder vom Dach des Hauses erdrückt oder verbrannten.

Künstler will Werke aus dem Bauhaus Dessau abziehen

Berliner Künstler Clemens Krauss kritisiert Konzertabsage scharf

Aus Protest gegen die Absage des Konzerts von Feine Sahne Fischfilet will der Berliner Künstler Clemens Krauss Werke aus dem Bauhaus Dessau abziehen. In einem Brief an Bauhaus-Chefin Claudia Perren schrieb Krauss: "Eine Musikgruppe auszuladen, weil man Bedenken wegen möglicher Demonstrationen "rechter" Gegner hat, halte ich nicht nur für falsch, sondern für ein Fanal". Und: "Vereinfacht gesagt lasst Ihr Euch damit von Demokratiefeinden wichtige demokratische Grundrechte nehmen." Eine Kulturinstitution dürfe Kunst nicht unterbinden, solange sie nicht nachgewiesenermaßen verfassungsfeindlich sei. "Schon gar nicht in diesen Zeiten. Schon gar nicht die Stiftung Bauhaus." Er bitte Perren daher, seine Arbeiten aus der Ausstellung anlässlich 100 Jahre Bauhaus zu nehmen. Krauss lebte und arbeitete 2017 zwei Monate lang im Haus Schlemmer in Dessau.

Hessen gibt 6 Millionen für geplantes documenta-Institut

Die Baukosten für das Institut werden bisher auf 24 Millionen Euro geschätzt

Hessen will den geplanten Bau eines documenta-Instituts in Kassel mit sechs Millionen Euro unterstützen. Außerdem werde das Land langfristig Mittel für den Betrieb und die Ausstattung des Instituts bereitstellen, kündigte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein (CDU) in Kassel an. Das große Besucherinteresse an der documenta 14 im vergangenen Jahr habe die ungebrochene Begeisterung für die zeitgenössische Kunst gezeigt. Das documenta-Institut ist ein gemeinsames Projekt der Stadt Kassel, des Landes Hessen, der Uni Kassel und der documenta mit Unterstützung des Bundes. Es soll aus dem bestehenden documenta-Archiv heraus entwickelt werden und die weltweit bedeutendste Ausstellung für moderne Kunst erforschen und ihre Geschichte aufarbeiten. Die Baukosten für das Institut werden bisher auf 24 Millionen Euro geschätzt. Ein Platz für den Neubau nahe der Universität wurde bereits ausgewählt.

Rowohlt-Verlag und Laugwitz legen Streit bei

Barbara Laugwitz wechselt zum Ullstein-Verlag nach Berlin

Der Streit um die Entlassung von Rowohlt-Chefin Barbara Laugwitz ist beigelegt. Beide Seiten hätten sich einvernehmlich geeinigt, teilten die Holtzbrinck-Buchverlage mit, zu dem Rowohlt gehört. Laugwitz wechselt zum 1. März zu den Berliner Ullstein Buchverlagen. Die 47-Jährige werde die Geschäftsführer Gunnar Cynybulk und Julia Claren unterstützen und die Programme weiterentwickeln, teilte Ullstein mit. Rowohlt hatte Ende August überraschend bekanntgegeben, dass zum 1. Januar der Autor Florian Illies neuer verlegerischer Geschäftsführer werde. Die Entlassung von Laugwitz hatte heftige Turbulenzen ausgelöst, namhafte Autoren hatten in einem offenen Brief die Entscheidung kritisiert.

Robra verteidigt Entscheidung des Bauhaus Dessau

Kulturminister Robra: Absage an Punkband kein Eingriff in Kunstfreiheit

Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra hat die Absage der Stiftung Bauhaus Dessau an die linke Punkband Feine Sahne Fischfilet erneut verteidigt. Es handele sich nicht um einen Eingriff in die Kunstfreiheit und die Programmfreiheit des ZDF, sagte der CDU-Politiker bei einer Debatte im Magdeburger Landtag. Die Programmhoheit über das Bauhaus und seine Bühne habe die Direktorin der Stiftung Bauhaus. Robra ist auch Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Bauhaus Dessau. Direktorin Claudia Perren habe ihn vor der Absage um Rat gefragt, sagte Robra. Die Entscheidung aber habe Perren getroffen. Die Stiftung-Bauhaus Dessau hatte vergangene Woche ein geplantes Konzert der Band abgesagt, nachdem Rechte im Netz dagegen protestiert hatten.

Stadtbücherei Frankfurt ist "Bibliothek des Jahres"

Der Preis ist mit 20 000 Euro dotiert

Am bundesweiten "Tag der Bibliotheken" ist die Stadtbücherei in Frankfurt als "Bibliothek des Jahres 2018" ausgezeichnet worden. Sie wird für ihre Schulbibliotheksarbeit geehrt. Der Preis des Deutschen Bibliotheksverbandes und der Deutschen Telekom Stiftung ist mit 20 000 Euro dotiert. Mit Hilfe der Stadtbücherei werden in Frankfurt derzeit mehr als 100 Schulbibliotheken koordiniert. Knapp 60 000 Schüler erhalten damit - unabhängig von ihrem sozialen oder familiären Hintergrund - Zugang zu Wissen und Literatur. Die Servicestelle setze Standards für das Medienangebot und die Medienbildung der Schulbibliotheken, so die Jury. Die Bundesvorsitzende des Bibliotheksverbands, Barbara Lison, wertete den Preis auch als bildungspolitisches Signal. Professionelle Schulbibliotheken seien wichtig, um die Chancengleichheit und die Integration an Schulen zu fördern.

Mundel wird Intendantin der Münchner Kammerspiele

Sie folgt auf Matthias Lilienthal

Die Theaterregisseurin Barbara Mundel wird ab der Spielzeit 2020/2021 Intendantin der Münchner Kammerspiele. Das beschloss der Stadtrat in München in nichtöffentlicher Sitzung und folgte damit einer Empfehlung des städtischen Kulturreferats. Erstmals steht damit eine Frau an der Spitze des renommierten Hauses. Mundel folgt Matthias Lilienthal nach, der seit der Spielzeit 2015/2016 Intendant ist. Seine Arbeit ist umstritten. Weil die CSU-Fraktion im Münchner Stadtrat sich im Frühjahr gegen die Verlängerung seines Vertrages ausgesprochen hatte, kündigte Lilienthal seinen Rücktritt an. Die 59-jährige Mundel ist derzeit noch Dramaturgin der Ruhrtriennale. Sie kennt die Kammerspiele bereits von früher. Von 2004 bis 2005 war sie dort Chefdramaturgin. Ab 2006 war sie zehn Jahre lang Intendantin am Theater Freiburg. Zudem ist sie Gastprofessorin in Gießen und in Frankfurt am Main.

Ulrike Lorenz soll Klassik-Stiftung Weimar leiten

Mannheimer Kunsthallen-Chefin ist für Posten vorgeschlagen worden

Die Direktorin der Mannheimer Kunsthalle, Ulrike Lorenz, soll Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar werden. Sie sei für den Posten vorgeschlagen worden, bestätigte eine Sprecherin der Kunsthalle. Über die Nachfolge des derzeitigen Präsidenten Hellmut Seemann wird auf der Sitzung des Stiftungsrats am 6.
November entschieden. Seine Amtszeit läuft noch bis Ende Juli kommenden Jahres. Die Klassik Stiftung Weimar betreut als zweitgrößte Kulturstiftung Deutschlands mehr als 20 Museen, Schlösser, Parks, Literatur- und Kunstsammlungen. Die Stadt Mannheim äußerte sich zunächst nicht. Der Gemeinderat hatte den Vertrag von Lorenz erst im Frühjahr für weitere fünf Jahre bis Ende 2023 verlängert. Unter ihrer Leitung war ein 70 Millionen Euro teurer Neubau der Kunsthalle realisiert worden.

Frankfurter Intendant Loebe übernimmt Festspiele Erl

Er lößt den suspendierten Intendanten Kuhn ab

Die österreichischen Festspiele Erl werden künftig von dem 65-jährigen Opernintendanten Bernd Loebe geleitet. Er übernimmt die Aufgabe ab September 2019 zusätzlich zu seinem Amt als Intendant der Frankfurter Oper. Damit endet die Zeit des suspendierten Intendanten Gustav Kuhn, der seit Monaten wegen einer Affäre um sexuelle Übergriffe in den Schlagzeilen ist. Loebe kündigte an, den Blick nach vorn richten zu wollen. Er werde hochbegabte jüngere Dirigenten und hoffnungsvolle junge Sänger einladen. So werde die Berliner Sängerin und Regisseurin Brigitte Fassbaender in Erl Richard Wagners "Ring" inszenieren.

Praemium Imperiale für Catherine Deneuve

Der "Nobelpreis der Künste" wird vom japanischen Kaiserhaus verliehen

Die französische Schauspielerin Catherine Deneuve und der italienische Dirigent Riccardo Muti sind in Tokio mit dem Praemium Imperiale ausgezeichnet worden. Auch der belgische Maler Pierre Alechinsky, die japanische Bildhauerin Fujiko Nakaya und der französische Architekt Christian de Portzamparc gehören zu den Preisträgern. Der als Nobelpreis der Künste bekannte Praemium Imperiale gilt als einer der weltweit wichtigsten Kunstpreise. Er wird jährlich in fünf Kategorien für ein künstlerisches Lebenswerk vergeben und ist mit umgerechnet 116.500 Euro dotiert. In diesem Jahr wird der Praemium Imperiale zum 30. Mal vergeben.

Bauhaus Dessau verteidigt Konzertabsage

Kritik aus Museums-, Architektur- und Hochschulbereich

Die Direktorin des Dessauer Bauhauses, Claudia Perren, hat die Konzertabsage an die linke Punkband Feine Sahne Fischfilet verteidigt. Es sei nie ihr Anliegen gewesen, die Freiheit der Kunst einzuschränken, sagte sie Zeit online. Sie habe den Auftritt abgesagt, um Rechtsradikalen vor dem Bauhaus keine Plattform zu beiten und um das Bauhausgebäude, eine Unesco-Weltkulturerbestätte, die besonderen Schutzes bedürfe, zu schützen. Rechte Gruppierungen hatten im Internet zum Protest gegen das Konzert der linken Band aufgerufen. Perren räumte zugleich Fehler in der Kommunikation ein. Feine Sahne Fischfilet soll nun am 6. November im Anhaltinischen Theater in Dessau auftreten. Dazu Perren: "Ich freue mich, dass sie einen anderen Ort gefunden haben." Kulturschaffende und Architekten protestieren unterdessen mit einem Offenen Brief gegen die Entscheidung der Stiftung Bauhaus Dessau. Die Landesregierung und die Stiftung hätten "der Demokratie und dem kulturellen Leben in unserem Lande schweren Schaden zugefügt", heißt es. Mit Blick auf die Historie des Bauhauses, das von den Nationalsozialisten geschlossen wurde, nannten sie die jetzige Entscheidung "erschreckend geschichtsvergessen."

Rapper Drake bricht weiteren Beatles-Rekord

Dieses Jahr zwölf Top-Ten-Hits

Der kanadische Rapper Drake hat nach einem Bericht des Musik-Magazins "Billboard" innerhalb eines Jahres mehr Hits in den obersten zehn Rängen der US-Charts platziert als die Beatles. Diese waren beim Durchbruch ihrer musikalischen Karriere 1964 auf elf Singles in den Top-Ten gekommen. Im Juli war Drake bereits mit sieben Singles gleichzeitig in den obersten zehn Rängen vertreten - den Rekord hielten zuvor die Beatles mit fünf zeitgleichen Top-Ten-Platzierungen. Drake "zementiert seine Unausweichlichkeit", schrieb der "Rolling Stone". Er sei der König der Pop-Welt, und all das vor seinem 32. Lebensjahr. Diesen Geburtstag feiert er heute. Zu den erfolgreichsten Songs des Kanadiers zählen "One Dance", "Work" und "Marvins Room".

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