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Sonntag, 16.06.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 9. Oktober 2018

Autor und Regisseur Werner Buhss ist gestorben

Der Schriftsteller, Übersetzer und Regisseur starb im Alter von 69 Jahren

Werner Buhss starb am 7.10.2018 in Berlin. Das gibt der henschel-Verlag auf seiner Homepage bekannt. In der Mitteilung heißt es: "Sein Witz, seine gedankliche Schärfe, sein schier unendliches Wissen und seine Lebensfreude sind nun Erinnerung. Er war ein guter Trinker, er liebte Gespräche im Kneipendunst, konnte abenteuerlich gut kochen und er fuhr gerne ans Meer." Buhss wurde 1949 in Magdeburg geboren und wuchs in Frankfurt/Oder auf. Er lernte zunächst Stahlbauschlosser, bevor er Regieassistent bei der DEFA wurde. Von 1969 bis 1973 studierte er Regie an der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR in Potsdam-Babelsberg. Seit 1981 war er freiberuflicher Autor und Regisseur. Er verfasste zahlreiche Theaterstücke, Hörspiele sowie Bearbeitungen und Übersetzungen von klassischen und zeitgenössischen Stücken.

Frankfurter Buchmesse feierlich eröffnet

Georgien ist diesjähriges Gastland

Mit einem Festakt ist die 70. Frankfurter Buchmesse eröffnet worden. Gäste waren neben dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und Georgiens Ministerpräsident Mamuka Bachtadse. Georgien ist in diesem Jahr das Gastland der Buchmesse.
Bereits am Montagabend wurde die Berliner Schriftstellerin Inger-Maria Mahlke für ihren Roman "Archipel" mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Die Buchmesse in Frankfurt gehört zu den größten der Welt. Mehr als 7300 Aussteller präsentieren bis Sonntag ihre Neuerscheinungen. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 280.000 Besucher zur Buchmesse. Ab Samstag sind die Messehallen auch für Privatbesucher geöffnet.

Jüdische Archive aus Bayern sollen digitalisiert werden

Kosten von rund einer Millionen Euro

Allein in Bayern wurden mehr als 300 jüdische Gemeinden von den Nationalsozialisten vernichtet. Ihre Archive aber haben den Holocaust überdauert, befinden sich heute in Israel und geben einen wertvollen Einblick in das jüdische Leben in Bayern. Damit dieser Einblick künftig möglichst vielen Wissenschaftlern zur Verfügung steht, plant der bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle zusammen mit dem Jüdischen Museum in München, die Archive zu digitalisieren. Rund eine Million Euro wird das Projekt voraussichtlich kosten. "Es können sich ganz wenige Historiker leisten, mehrwöchige Archivaufenthalte in Israel zu verbringen", sagte der Direktor des Jüdischen Museums, Bernhard Purin, vor der Vorstellung des Projekts in München. "Ich glaube, dass nochmal ein ganz neuer Blick auf die jüdische Geschichte Bayerns erfolgen wird."

Namibia bekommt zwei geraubte Exponate zurück

Es handelt sich um Besitz des namibischen Nationalhelden Hendrik Witbooi

Das Land Baden-Württemberg will eine in der Kolonialzeit geraubte Bibel und eine Peitsche aus dem Besitz des namibischen Nationalhelden zurückgeben. Die Exponate hätten für Namibia eine hohe Bedeutung. Die Übergabe aus dem Stuttgarter Linden-Museum soll mit einem Projekt zur deutsch-namibischen Geschichte verknüpft werden. Im damaligen Deutsch-Südwestafrika schlugen Kolonialtruppen Aufstände der Volksgruppen Herero und Nama grausam nieder. Schätzungen zufolge ermordeten sie bis zu 70.000 Menschen in Namibia.

Neue Direktorin am Konzerthaus Berlin

An Humboldt Universität zu Berlin studiert

Die Kulturmanagerin Janina Paul wird neue Geschäftsführende Direktorin am Konzerthaus Berlin. Paul, Mitbegründerin und Geschäftsführerin des Berliner Veranstaltungshauses Radialsystem, übernimmt die Position im Dezember, teilte das Konzerthaus mit. Zusammen mit Intendant Sebastian Nordmann werde sie für Verwaltung und Strategie des Konzerthauses zuständig sein. Paul hatte während des Studiums der Wirtschaftswissenschaften an der Humboldt Universität Erfahrungen im Kulturmanagement gesammelt. Danach gründete sie eine Produktionsfirma für Projekte in den Bereichen Theater, Musik und Tanz.

Knabe weist Mobbing-Vorwürfe zurück

In Gedenkstätte habe kein Klima der Angst geherrscht

Der abgesetzte Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, weist alle Mobbing-Vorwürfe zurück. Die Behauptung, dass in Hohenschönhausen ein Klima der Angst und des Mobbings geherrscht habe, sei falsch, schrieb Knabe auf Twitter. Gerade an diesem Ort wäre dies kaum 17 Jahre lang verborgen geblieben. "Ich selbst habe meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer fair und respektvoll behandelt", beteuerte Knabe. Mit großem Bedauern verfolge er die jüngste Berichterstattung über die Gedenkstätte. Sie werde der engagierten Arbeit dieser wichtigen Einrichtung und ihrer Mitarbeiter nicht gerecht und beschädige auch das Anliegen der Aufarbeitung der SED-Diktatur insgesamt. "Der Respekt gegenüber dem Auftrag der Gedenkstätte und den Persönlichkeitsrechten der Beteiligten hält mich davon ab, in einen öffentlichen Schlagabtausch zu treten", schrieb Knabe weiter. Da er sich immer mit Leidenschaft für den Rechtsstaat eingesetzt habe, vertraue er auch jetzt darauf, dass er der richtige Adressat sei, um die Geschehnisse politisch und juristisch aufzuarbeiten. Nach Vorwürfen sexueller Belästigung gegen Knabes Stellvertreter Helmut Frauendorfer und dessen Beurlaubung hatte der Stiftungsrat der Gedenkstätte auch den Direktor entlassen. Das Gremium begründete dies mit Zweifeln daran, dass Knabe "den dringend notwendigen Kulturwandel in der Stiftung einleiten wird". Frauendorfer soll Mitarbeiterinnen sexuell belästigt haben.

Neuer Entwurf für Museum des 20. Jahrhunderts

Grütters: Baukosten von 200 Millionen werden überschritten

Das geplante Museum des 20. Jahrhunderts am Berliner Kulturforum wird teurer als erwartet: Die bislang festgelegte Summe von 200 Millionen Euro werde deutlich überschritten, so Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Für die Kostensteigerung verantwortlich sei die Tieferlegung des Baus bei kleinerer Fläche und die Preissteigerung im Baugewerbe. Der überarbeitete Entwurf des Schweizer Architekturbüros Herzog & de Meuron sieht vor, dass das Museum ein nach außen gestülpter Innenraum wird: eine Art Scheune mit mehreren Untergeschossen, von außen einsehbar mit Schiebtüren. Draußen eine LED-Wand, ein Spiegelsegel auf dem Dach, der Bau wird um eine hundert Jahre alte geschützte Platane herum gebaut. Der Spatenstich für das neue Museum soll nächstes Jahr erfolgen, eröffnen soll der Kunsttempel Mitte der 2020er Jahre.

Protest gegen Werbung auf Sydneys Opera House

Eine Oper ist keine Werbetafel

Werbung für ein Pferderennen am weltbekannten Opernhaus in Sydney hat in Australien für Proteste gesorgt. Als die Werbung für den Everest Cup auf den Segeln des Wahrzeichens erschien, sammelten sich mehrere Tausend Demonstranten und protestierten mit Fackeln und anderen Lichtern gegen den 'Missbrauch' der Oper als Werbetafel. Fast 300.000 Menschen hatten eine Petition gegen die Werbung unterschrieben. Der Everest Cup gehört zu den lukrativsten Pferderennen der Welt. Die Premierministerin von New South Wales, Gladys Berejiklian, hatte den Organisatoren erlaubt, die Trophäe, das Logo sowie die Nummern der Pferde auf die Oper zu projizieren.

450 Roboter-Pinguine tanzen in New York

Die Figuren ahmen die Bewegungen der Zuschauer nach

450 Roboter-Pinguine haben sich in New York zum Tanz versammelt. Der israelisch-amerikanische Künstler Daniel Rozin stellte die etwa einen halben Meter hohen Plüsch-Pinguine in der Lobby eines neuen Bürogebäudes im Westen Manhattans auf. Mithilfe einer speziell entwickelten Software tanzen die Pinguine in Anlehnung an die Bewegungen der Zuschauer. Die Installation "Penguins Mirror" ist noch bis zum 9. November zu sehen.

Denkmalschutz gibt 100.000 Euro für koptische Kirche

Bauwerk war vom Verfall bedroht

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert die Sanierung der koptisch-orthodoxen Kirche Sankt Antonius und Sankt-Shenouda in Berlin-Lichtenberg mit weiteren 100.000 Euro. Der koptische Bischof Anba Damian erhielt einen entsprechenden Fördervertrag. Die Mittel sind für die Instandsetzung der südlichen Turmfront bestimmt. Seit 2001 unterstützte die Stiftung die Sanierung mit bislang 360.000 Euro. Das vor 110 Jahren errichtete Bauwerk im spätgotischen Stil war stark vom Verfall bedroht. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die bundesweit größte private Initiative für Denkmalschutz.

Syrien zeigt aus Rebellengebieten gerettete Kunstwerke

Archäologen finden vermisste Stücke auf Webseiten

Eine Ausstellung in der syrischen Hauptstadt Damaskus zeigt Hunderte in früheren Rebellengebieten und im Ausland sichergestellte Kunstwerke. Unter den etwa 500 im Opernhaus ausgestellten Artefakten seien Skulpturen aus römischer Zeit, ein Standbild der griechischen Siegesgöttin Nike und Grabschmuck aus der Antikenstadt Palmyra, teilten Regierungsbeamte mit. Während des mehr als siebenjährigen Bürgerkriegs hatten Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat Kunstwerke zerstört, die sie als heidnisch betrachteten, besonders in Palmyra. Zahlreiche andere Schätze wurden geplündert oder ins Ausland geschmuggelt. "Wir glauben, dass etwa 20.000 Artefakte wiederentdeckt worden sind, entweder in von Rebellen gehaltenen Gebieten oder durch Grenzkontrollen", sagte der Vizedirektor des Nationalmuseums. Eine unbekannte Zahl sei ins Ausland gebracht und verkauft worden. Auf Webseiten finde er immer noch geschmuggelte Stücke.

Mahnwache für getötete Journalistin Wiktoria Marinowa

Motiv an Mord der Fernsehjournalistin noch unklar

Hunderte Menschen nahmen an einer Mahnwache für die ermordete Journalistin Wiktoria Marinowa in der Donaustadt Russe teil. Trauernde sagten, sie hätten "null Vertrauen" in die Behörden. Die Europäische Union und die Vereinten Nationen zeigten sich ebenso alarmiert über den Mordfall wie die deutsche Bundesregierung. EU-Kommissionssprecher Margaritis Schinas sagte: "Wir müssen sicherstellen, dass Journalisten überall sicher sind und ihre Beiträge zu unseren demokratischen Gesellschaften leisten, die von unschätzbarem Wert sind." Ob die Enthüllungsjournalistin wegen ihrer Arbeit getötet wurde, ist noch unklar. Der Chefankläger des Landes will sich derzeit nicht festlegen und warnt vor unbedachten Äußerungen. Man gehe jedem Hinweis nach. Die Leiche der 30 Jahre alten Journalistin wurde laut Polizei am Samstag in einem Park der Stadt Russe brutal zugerichtet entdeckt. Marinowa hatte kurz zuvor über mögliche missbräuchliche Verwendung von Mitteln der Europäischen Union berichtet.

Inger-Maria Mahlke gewinnt Deutschen Buchpreis 2018

Bester deutschsprachiger Roman

Die Schriftstellerin Inger-Maria Mahlke ist am Montagabend in Frankfurt am Main für ihren Roman "Archipel" mit dem Deutschen Buchpreis 2018 ausgezeichnet worden. Das im Rowohlt-Verlag erschienene Werk spielt auf Teneriffa und zeichnet ein Sittengemälde dreier kanarischer Familien von 1919 bis heute. Mahlke erhielt 25.000 Euro. Im vergangenen Jahr hatte der Roman "Die Hauptstadt" von Robert Menasse das Rennen gemacht. Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels jährlich zu Beginn der Frankfurter Buchmesse den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus.

Jugendkulturprojekte erhalten Schimon-Peres-Preis

Jeweils mit 10.000 Euro dotierter Preis

Zwei Deutsch-Israelische Kulturprojekte sind mit dem Schimon-Peres-Preis ausgezeichnet worden. Außenminister Heiko Maas (SPD) überreichte den Preis am Montagabend in Berlin an das Caravana-Orchestra und das Filmprojekt Out Of Place. Die Kunst sei ein wichtiger Brückenbauer zwischen Deutschland und Israel, sagte Maas laut Redemanuskript. Der ehemalige israelische Präsident Schimon Peres stehe für Aussöhnung und Verständigung zwischen beiden Ländern. Maas forderte dazu auf, antisemitischen und rassistischen Tendenzen in Deutschland entgegenzutreten. Das Caravana-Orchestra ist eine Kooperation der Universität Haifa und der thüringischen Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Junge Musiker aus beiden Ländern kommen zu dreiwöchigen Projektwochen zusammen und erarbeiten ein gemeinsames Konzertprogramm. Das Filmprojekt Out Of Place aus Tel Aviv, Jerusalem und Berlin vereint zehn Kurzfilme zu den Themen Ausgrenzung und Diskriminierung. Der Preis wird vom Deutsch-Israelischen Zukunftsforum und dem Auswärtige Amt vergeben.

Russischer Menschenrechtler mit Preis geehrt

Ojub Titijew erhält den Vaclav-Havel-Preis des Europarates

Ein Stellvertreter nahm die Ehrung am Montag in Straßburg entgegen. Ojub Titijew, der knapp zehn Jahre lang das Büro der Menschenrechtsorganisation Memorial in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny leitete, sitzt seit Monaten wegen angeblichen Drogenbesitzes in Untersuchungshaft. In einer verlesenen Nachricht des 61-Jährigen hieß es: Zwar sei Memorial zahlreichen Schikanen ausgesetzt. Sein eigenes Büro sei geschlossen worden, ein Kollege in der Nordkaukasusrepublik Dagestan sei auf offener Straße verprügelt worden. "Aber es gibt eine Sache, von der ich überzeugt bin: Diese Arbeit, die Menschenrechte in Tschetschenien und Russland zu schützen, muss weitergehen, und internationale Solidarität kann uns dabei helfen." Memorial befasst sich unter anderem mit Gräueltaten in Tschetschenien oder erinnert an die Verbrechen während der Stalin-Ära. In Russland steht die 1988 gegründete Organisation massiv unter Druck.

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