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Sonntag, 16.06.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Kasseler Obelisk ist abgebaut

Standort des Kunstwerks war umstritten

Der Obelisk auf dem Kasseler Königsplatz ist Geschichte. Mehr als ein Jahr nach Ende der documenta 14 ist das Kunstwerk des nigerianisch-amerikanischen Künstlers Olu Oguibe abgebaut und zunächst sicher verwahrt worden, wie die Stadt Kassel mitteilte. Die Verträge zwischen der Stadt und dem Künstler waren bereits am Sonntag ausgelaufen - ohne Einigung über eine Zukunft für den Obelisken. Die Stadtverordnetenversammlung hatte sich zuletzt am 24. September gegen den Standort Königsplatz ausgesprochen und für den Standort Treppenstraße - nahe dem Friedrichsplatz - plädiert. Dagegen hatte der Künstler mehrfach betont, dass er den Obelisken explizit für den Königsplatz im Herzen der Stadt geschaffen habe. Die Entscheidung, was künftig mit dem Kunstwerk geschehen soll, obliege dem Künstler, sagte ein Stadtsprecher. Die Stadt sei unter Berücksichtigung der Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung weiterhin offen für Gespräche mit Oguibe zur Zukunft des Obelisken.

Untersuchung: Kein Daten-Missbrauch nach Angriff

Bei Facebook wurden 50 Millionen Log-Ins geklaut

Nach dem jüngsten Datendiebstahl bei Facebook haben Hacker Untersuchungen des Konzerns zufolge die Login-Daten der Kunden nicht für den Zugang zu anderen Webseiten benutzt. "Wir haben keine Hinweise darauf gefunden, dass sich die Hacker mithilfe des Facebook-Logins Zugang zu anderen Apps verschafft haben", erklärte der für die Sicherheit bei Facebook zuständige Manager Guy Rosen in einer Stellungnahme. Immer mehr Nutzer greifen auf die Möglichkeit zurück, sich mit ihrer Facebook-Identität bei Apps oder Online-Verkaufsplattformen zu registrieren und sich so langwierige Einlogg-Prozeduren mit separatem Passwort zu ersparen. Bei dem von Facebook vergangene Woche bekanntgegebenen Angriff war befürchtet worden, die Hacker hätten auch Zugriff auf weitere Apps und Webseiten gehabt. Bei dem Angriff wurden nach Konzernangaben die Zugangsdaten von rund 50 Millionen Nutzern erbeutet.

Britische Soap-Episode nur mit Frauen geplant

Sendung soll am internationalen Frauentag ausgestrahlt werden

Der britische Fernsehsender ITV plant, eine Folge der Daily Soap "Emmerdale" ausschließlich mit Frauen zu produzieren. Die Episode soll von Frauen geschrieben und produziert werden, und es sollen nur Schauspielerinnen mitspielen. ITV, das die Serie seit mehr als 40 Jahren ausstrahlt, teilte mit, man werde die Folge am internationalen Frauentag, also am 8. März 2019, ausstrahlen.

Ricarda-Huch-Preis für von Schirach

"Verstörende Einblicke in die Welt des Verbrechens"

Der Strafverteidiger, Schriftsteller und Dramatiker Ferdinand von Schirach ist in Darmstadt mit dem Ricarda-Huch-Preis 2018 ausgezeichnet worden. "Die Erzählungen und Romane des 54-Jährigen, die meist direkt nach Erscheinen wochenlang die Bestsellerlisten anführen, strotzen nur so vor scharfsinnigen Analysen der menschlichen Psyche und liefern spannende und verstörende Einblicke in die Welt des Verbrechens", sagte der Jury-Vorsitzende, Oberbürgermeister Jochen Partsch. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Ates: Tag der offenen Moschee nicht am Einheitstag

Es werde signalisiert, dass Religion wichtiger sei als Integration

Die Autorin, Rechtsanwältin und liberale Berliner Muslimin Seyran Ates findet es falsch, dass der Tag der offenen Moschee am Tag der Deutschen Einheit stattfindet. Ates warf dem Koordinationsrat der Muslime, dem Zentralrat der Muslime und der Dachorganisation Ditib vor, am deutschen Nationalfeiertag zu signalisieren, dass ihnen Religion wichtiger sei als Integration. "Ich empfinde den Tag der offenen Moscheen am Tag der deutschen Einheit als respektlos und arrogant", sagte die Moscheegründerin im Deutschlandfunk. Zum heutigen Tag der offenen Moschee laden bundesweit rund 9000 Moscheen zu Führungen, Besichtigungen und Vorträgen ein.

Strand aus dem Film "The Beach" bleibt geschlossen

Besuchsverbot für Touristen soll Korallen retten

Der Traumstrand aus dem Hollywood-Film "The Beach" bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Thailands Behörden verlängerten das seit Juni geltende Besuchsverbot für Touristen um unbestimmte Zeit. Ursprünglich sollte die Maya Bay - so der offizielle Name des Strands auf der Insel Ko Phi Phi - schon seit dem 1. Oktober wieder geöffnet sein. Die längere Schließung soll der Natur - insbesondere den Korallen - helfen, sich vom Ansturm von Millionen Touristen in den vergangenen Jahren zu erholen.

Frankreich: Nationale Gedenkfeier für Charles Aznavour

Staatspräsident Macron wird eine Rede halten

Frankreich ehrt den am 1. Oktober gestorbenen Chanson-Sänger Charles Aznavour mit einer nationalen Gedenkfeier. Sie sei am kommenden Freitag beim Pariser Invalidendom geplant, wie das französische Präsidialamt mitteilte. Staatschef Emmanuel Macron werde dabei eine Rede halten. Der Sänger, Liedtexter und Schauspieler war eine der bekanntesten Stimmen Frankreichs. Er wurde 94 Jahre alt. Aznavour war mit Liedern wie "La Bohème" zu einem Weltstar des französischen Chansons geworden. In seiner mehr als 70-jährigen Karriere hat er über 1300 Chansons komponiert, mehr als 180 Millionen Platten weltweit verkauft und in mehr als 60 Filmen mitgewirkt. Nach Bekanntwerden seines Todes hatte Macron am Montag erklärt, Aznavour habe "Freuden und Leiden von drei Generationen" begleitet. "Seine Meisterwerke, sein Klang, seine einmalige Ausstrahlung werden ihn lange überleben", so Macron.

Jazz-Musiker Jochen Brauer gestorben

Sein Sextett trat regelmäßig in der ZDF-Show "Dalli Dalli" auf

Der Musiker Jochen Brauer ist tot. Er starb am Dienstag in Mannheim im Alter 89 Jahren, wie sein früherer Manager Uwe Oppe der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Brauer galt als musikalisches Allroundtalent. Eine erste Jazz-Kombo gründete er bereits Mitte der 1950er Jahre. Bekannt wurde der in Görlitz geborene Klarinettist und Saxophonist als musikalischer Leiter des Jochen Brauer Sextetts, mit dem er Dutzende Konzerte auch im Ausland von den USA bis Japan gab und mit dem er zahlreiche Alben und Singles aufnahm. Sein Sextett war regelmäßig auch in Fernsehsendungen zu hören, etwa in Hans Rosenthals populärer ZDF-Show "Dalli Dalli". In den 1990er Jahren kehrte Brauer wieder stärker zu seinen musikalischen Wurzeln, dem Jazz, zurück.

EU-Parlament beschließt neue Regeln für das Internet

Kinder und Jugendliche vor (Schleich-)Werbung schützen

Das Europäische Parlament in Straßburg hat neue Regeln für das Internet verabschiedet: Kinder und Jugendliche sollen besser vor Werbung für Süßes, Alkohol und Schleichwerbung geschützt werden. Zum Beispiel durch sogenannte Influencer auf Youtube. Die Kulturexpertin der Europäischen Christdemokraten, Sabine Verheyen: "Das heißt nicht, dass man nicht gesponsort werden darf, sondern wenn ich meinen Lippenstift anpreise, muss ich zumindest sagen, der ist gesponsort worden. Damit eine Transparenz da ist." Auch der Schutz vor Hetze und Terrorpropaganda soll besser werden: Auf einen Hinweis hin müssen Youtube, Facebook & Co das Foto oder Video löschen. Eltern sollen zudem die Möglichkeit haben, Inhalte für ihre Kinder zu sperren. Europas Kulturindustrie dürfte gestärkt werden: Ab 2020 muss ein Drittel aller Filme oder Serien zum Streamen oder Downloaden in Europa entstanden sein.

DJV: Journalisten vor Rechtsextremisten schützen

Frank Überall: "Wir sind die Ziele der Rechtsextremisten"

Der Deutsche Journalisten-Verband fordert von den Ermittlungsbehörden des Bundes und der Länder ein hartes Vorgehen gegen Rechtsterroristen. Anlass seien Erkenntnisse der Bundesanwaltschaft, dass die festgenommenen sieben Mitglieder der mutmaßlichen Terrorgruppe "Revolution Chemnitz" neben anderen Gewalttaten auch Angriffe auf Journalisten geplant haben sollen, erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall in Berlin. Die Eindrücke "der Gewaltwelle von Chemnitz gegen Berichterstatter" verstärkten sich. "Attacken auf Journalisten sind keine 'Kollateralschäden', sondern wir sind die Ziele der Rechtsextremisten", sagte Überall mit Blick auf Ausschreitungen vor wenigen Wochen in Chemnitz am Rande von Demonstrationen. Es sei erschütternd, dass Terror gegen Journalisten in Deutschland offenbar zu einer ernstzunehmenden Gefahr geworden sei.

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